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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


Dezember 2018

»Der Arsch sieht im­mer noch schö­ner aus als das Ge­sicht« – was Denk­mal­schüt­zer von Fürths »Neu­er Mit­te« hal­ten

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En­de der 2000er Jah­re fah­ren im­mer mehr Für­ther zum Ein­kau­fen in die Nach­bar­städ­te Nürn­berg und Er­lan­gen. Das Für­ther Ci­ty­cen­ter ist in die Jah­re ge­kom­men, vie­le Lä­den ste­hen leer. In der Fuß­gän­ger­zo­ne ma­chen sich Han­dy­lä­den, Back­shops und Ramsch­lä­den breit. Im­mer mehr – zum Teil alt ein­ge­ses­se­ne – Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te schlie­ßen.

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So ist man froh, als 2008 mit So­nae Si­er­ra ein In­ve­stor auf die Stadt zu­kommt, der ver­spricht, der Für­ther In­nen­stadt neu­es Le­ben ein­zu­hau­chen. Doch wäh­rend die ei­nen da­mit gro­ße Hoff­nun­gen ver­bin­den, lei­sten ei­ni­ge en­ga­gier­te Bür­ger er­bit­ter­ten Wi­der­stand: Sie grün­den im De­zem­ber 2008 die Bür­ger­initia­ti­ve »Ei­ne bes­se­re Mit­te für Fürth« und set­zen sich fort­an für ei­ne maß­vol­le Ent­wick­lung der In­nen­stadt un­ter Be­ach­tung denk­mal­schüt­ze­ri­scher Ge­sichts­punk­te ein.

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Die Bür­ger­initia­ti­ve kämpft vor al­lem dar­um, die Fas­sa­de des Park­ho­tels und den sich dar­in be­find­li­chen Fest­saal zu er­hal­ten und in den Ein­kaufs­schwer­punkt Neue Mit­te zu in­te­grie­ren.

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Trotz Un­ter­stüt­zung durch den Ver­ein »Wir sind Fürth«, der ein Bür­ger­be­geh­ren auf den Weg bringt und der Bit­te des Lan­des­denk­mal­ra­tes aus Mün­chen, den un­ter Denk­mal­schutz ste­hen­den Fest­saal zu er­hal­ten, ent­schei­det sich der Für­ther Stadt­rat im Früh­som­mer 2013 da­für, dem Pro­jekt­ent­wick­ler MIB die Er­laub­nis zum Ab­riss des Park­ho­tels zu er­tei­len. Im März 2015 wird der er­ste Teil der »Neu­en Mit­te Fürth« er­öff­net.

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Die Bür­ger­initia­ti­ve hat sich in­zwi­schen auf­ge­löst, vie­le der ehe­ma­li­gen Mit­glie­der en­ga­gie­ren sich mitt­ler­wei­le bei »Wir sind Fürth« für ei­ne le­bens­wer­te Stadt. Wir ha­ben uns mit ei­ni­gen die­ser en­ga­gier­ten Bür­ger ge­trof­fen, um die letz­ten zehn Jah­re noch ein­mal Re­vue pas­sie­ren zu las­sen und ih­nen un­ter an­de­rem die Fra­ge ge­stellt, wie sie sich die Wei­ter­ent­wick­lung ih­rer Stadt vor­stel­len.

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Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 27 Min.

November 2018

Ein An­ker in see­li­scher Not

Freak­run­ning ist ei­ne Lauf­grup­pe für Men­schen mit und oh­ne psy­chi­sche Er­kran­kung. Die Grup­pe fällt schon al­lei­ne durch ih­ren ge­wollt pro­vo­zie­ren­den Na­men auf. Freak­run­ning geht an­de­re We­ge als her­kömm­li­che Selbst­hil­fe­grup­pen. Die Lauf­grup­pe gibt es seit über fünf Jah­ren und die Zahl der Mit­lau­fen­den wächst ste­tig. Wir spre­chen mit Jörg Bay­er – dem Grün­der von Freak­run­ning – und be­glei­ten die Grup­pe auf ih­rer wö­chent­li­chen Tour um den Wöhr­der See. Da­bei kom­men wir auch mit wei­te­ren Läu­fern ins Ge­spräch und be­fra­gen Me­di­zi­ner, war­um ge­ra­de Aus­dau­er­sport­ar­ten bei psy­chi­schen Pro­ble­men ei­ne The­ra­pie­mög­lich­keit sein kön­nen.

Die Freakrunner sind eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit und ohne psychischen Erkrankungen

Vol­le Rücken­deckung für die­ses au­ßer­ge­wöhn­li­che Kon­zept gibt es vom Ver­ein »Nürn­ber­ger Bünd­nis ge­gen De­pres­si­on«. Er wur­de im Ja­nu­ar 2001 als bun­des­weit ein­zig­ar­ti­ges Mo­dell­pro­jekt in Nürn­berg ins Le­ben ge­ru­fen und hat sich mitt­ler­wei­le sehr er­folg­reich eta­bliert. Eve­lyn Kretz­schmar en­ga­giert sich seit der Grün­dung in dem Ver­ein und ist in der Re­por­ta­ge kom­pe­ten­te An­sprech­part­ne­rin zu den Fra­gen, wie die ge­sund­heit­li­che Si­tua­ti­on de­pres­si­ver Men­schen ver­bes­sert und wie das Wis­sen über die­se Krank­hei­ten in der Be­völ­ke­rung er­wei­tert wer­den kann.

Mediziner am Klinikum Nürnberg belegen den positiven Effekt von Sport bei psychischen Erkrankungen

Selbst­hil­fe­grup­pen sind heu­te ein an­er­kann­ter und un­ver­zicht­ba­rer Teil un­se­res Ge­sund­heits- und So­zi­al­sy­stems. In Mit­tel­fran­ken gibt es der­zeit fast 900. Ge­ra­de bei psy­chi­schen Pro­ble­men wie De­pres­si­on oder bi­po­la­ren Stö­run­gen kann Ge­mein­schaft hel­fen. Die Kon­takt- und In­for­ma­ti­ons­stel­le für Selbst­hil­fe­grup­pen, kurz »Kiss« in Nürn­berg in­for­miert, be­rät und un­ter­stützt zu al­len Be­lan­gen rund um die ge­sund­heits­be­zo­ge­ne und so­zia­le Selbst­hil­fe. Wir stel­len die­se Ein­rich­tung vor und spre­chen mit Mit­ar­bei­tern und Ver­ant­wort­li­chen über ih­re Ar­beit und die Er­fah­run­gen im Um­gang mit den ver­schie­de­nen Grup­pen, zu de­nen auch die Freak­run­ner ge­hö­ren.

Nicht nur Betroffene, auch die Angehörigen leiden unter der psychischen Erkrankung eines Familienmitglieds

Die 30-mi­nü­ti­ge Re­por­ta­ge zeigt am Bei­spiel der Freak­run­ner, wel­chen Halt und wel­che Un­ter­stüt­zung Selbst­hil­fe­grup­pen den Be­trof­fe­nen und An­ge­hö­ri­gen bei psy­chi­schen Pro­ble­men ge­ben kön­nen. Der Film möch­te da­mit auch die Ent­stig­ma­ti­sie­rung die­ser Er­kran­kun­gen vor­an brin­gen.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Oktober 2018

»Al­le Macht den Kin­dern« – Die Gip­fel­kon­fe­renz der Kin­der

Um den Forderungen der Kinder nach mehr Frieden in der Welt Ausdruck zu verleihen, waren im Vorfeld der Gipfelkonferenz Kinder aus Nürnberg und Umgebung aufgerufen, ihre Spielzeugwaffen vorbei zu bringen, um daraus eine Friedensskulptur zu bauen.

Im Sep­tem­ber 2018 ka­men Kin­der und Ju­gend­li­che aus 10 Län­dern zu ei­ner Gip­fel­kon­fe­renz der Kin­der nach Nürn­berg in die Stra­ße der Men­schen­rech­te.

Zum Auftakt der Gipfelkonferenz der Kinder haben die Teilnehmer ihre Botschaften in der Straße der Menschenrechte auf Autos geschrieben. Die Wagen wurden den Kindern freiwillig zum Bemalen zur Verfügung gestellt.

Bei dem von Jo­han­nes Volk­mann und sei­nem Team vom Nürn­ber­ger Pa­pier­thea­ter in­iti­ier­ten Kunst­pro­jekt geht es dar­um, Kin­dern und Ju­gend­li­chen ei­ne Stim­me zu ge­ben. Da­zu fan­den im Vor­feld in den Hei­mat­län­dern der Gip­fel­kon­fe­renz­teil­neh­mer Kin­der­kon­fe­ren­zen statt, bei de­nen The­men und Fra­gen, die die Kin­der be­we­gen, er­ar­bei­tet und an­schlie­ßend in künst­le­ri­scher Form prä­sen­tiert wur­den.

Um nicht nur 'ein nettes Kinderprojekt' zu sein, haben die Konferenzteilnehmer bei der Eröffnung Geld gesammelt. Gemeinsam überlegen sie, wie sie dieses Budget von über € 1.000 Euro sinnvoll einsetzen.

Rund 60 die­ser Kin­der ka­men jetzt nach Nürn­berg und über­leg­ten ge­mein­sam, wie sie ih­ren Be­lan­gen mehr Ge­wicht ver­schaf­fen kön­nen.

Vier Jahre lang reiste Johannes Volkmann mit seinem Team mit einem eigens entwickelten Fragebuch durch die Welt, in das die Kinder ihre Hoffnungen, Wünsche und Ängste, aber auch Ihre Forderungen an uns Erwachsene und die Politik schreiben, malen, kleben oder stempeln konnten. Rund 1000 Bücher sind im Laufe der Zeit zusammen gekommen.

Sie ver­such­ten, Kon­sum neu zu den­ken, woll­ten Zei­chen ge­gen die Ge­walt in der Welt set­zen, stell­ten sich und den Er­wach­se­nen »die Geld­fra­ge« und mach­ten sich Ge­dan­ken dar­über, wie sie ih­re Bot­schaf­ten in krea­ti­ver Form un­ter die Men­schen brin­gen kön­nen.

Um der 'Plastikvermüllung der Welt' entgegenzuwirken, wurde das Label 'TUN' entwickelt und die Gipfelkonferenzteilnehmer haben selbst Waschmittel hergestellt und es an die Besucher verschenkt.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 50 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
Juli 2018

»bo­dies in ur­ban spaces« – die Stadt neu er­fah­ren

Bei den Proben im öffentlichen Raum fühlt sich mancher Passant zum Mitmachen inspiriert

»bo­dies in ur­ban spaces« ist ein Kunst­pro­jekt der be­son­de­ren Art. Mensch­li­che Kör­per wer­den zu Skulp­tu­ren und ge­hen für we­ni­ge Mi­nu­ten mit Tei­len der Stadt­ar­chi­tek­tur ei­ne Sym­bio­se ein.

Um acht Leute gut in einen Türrahmen zu stecken, braucht es viel Probenarbeit

Kurz­zei­tig sprin­gen dem Be­trach­ter ar­chi­tek­to­ni­sche De­tails ins Au­ge, die er im All­tag meist über­sieht. Aber ge­nau dar­auf will der in Wien le­ben­de Künst­ler und Cho­reo­graf Wil­li Dor­ner die Auf­merk­sam­keit des Be­trach­ters rich­ten. 2007 wur­de die Per­for­mance in Pa­ris ur­auf­ge­führt, in­zwi­schen war das Pro­jekt in über 100 Städ­ten zu se­hen – im Ju­ni die­sen Jah­res auch in Fürth.

Esther Steinkogler macht die gewünschte Position noch einmal vor und erklärt, wie die Haltung bequemer wird – das ist wichtig, weil diese mindestens fünf Minuten gehalten werden muss

An­läss­lich des Stadt­ju­bi­lä­ums wur­den 20 Tän­zer, Park­our-Läu­fer und Ar­ti­sten aus ganz Deutsch­land ge­ca­stet, um un­ter der An­lei­tung von Wil­li Dor­ners cho­reo­gra­phi­scher As­si­sten­tin, Esther Stein­kog­ler, ei­nen et­was an­de­ren Stadt­rund­gang ein­zu­stu­die­ren.

Manche der menschlichen Skulpturen werden von Einzelpersonen gebildet, andere bestehen aus bis zu zehn Akteuren

In­ner­halb we­ni­ger Ta­ge ent­stan­den an 30 ver­schie­de­nen Plät­zen der Stadt Ta­bleaux vi­vants, die – so das Ziel von Wil­li Dor­ner – den Blick der Be­trach­ter wei­ten und mög­lichst die Phan­ta­sie an­re­gen sol­len, wie man öf­fent­li­chen Raum über des­sen all­täg­li­che Funk­tio­nen hin­aus nut­zen kann.

Hier sind die Performer Parcours-Läufer, die das eigentlich gewünschte Bild noch eine Etage weiter nach oben verlegt haben

Ent­stan­den ist ei­ne Re­por­ta­ge, die die Per­for­mer wäh­rend der Pro­ben­wo­che bei der für sie nicht all­täg­li­chen Ar­beit be­glei­tet und der Fra­ge nach­geht, was Kunst im öf­fent­li­chen Raum be­wir­ken kann.

Finale der Stadtführung am Fürther Stadttheater

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Juni 2018

»So lan­ge ich zwei ge­sun­de Hän­de ha­be« – Pra­moens Kampf um Ei­gen­stän­dig­keit

Warten auf Kundschaft – Pramoen gibt die Hoffnung nicht auf

Pra­moen Lau­ter­bach be­treibt ei­nen Im­biss in der Nürn­ber­ger Stra­ße in Fürth. Vor fünf Jah­ren wag­te die ge­bür­ti­ge Thai­län­de­rin nach meh­re­ren Jobs im An­ge­stell­ten­ver­hält­nis den Sprung in die Selbst­stän­dig­keit.

Als Pramoen ihren Imbiss eröffnete, hatte sie einen Koch, eine Küchenhilfe und eine Bedienung eingestellt. Nach und nach musste sie allen kündigen und macht heute alles alleine

Auf­ge­wach­sen ist Pra­moen im Nor­den Thai­lands in der Pro­vinz Nakhon Sa­wan. Die El­tern sind ar­me Reis­bau­ern, das Ein­kom­men reicht meist nur für das Nö­tig­ste. Mit 12 Jah­ren ver­lässt sie die Schu­le, um die El­tern zu un­ter­stüt­zen. Mit 13 Jah­ren geht sie ins 280 km ent­fern­te Bang­kok und ar­bei­tet in Gar­kü­chen als Kü­chen­hil­fe und Mäd­chen für al­les.

Pramoen will auf keinen Fall ihre Selbstständigkeit aufgeben. Sie sucht nach Lösungen, wie sie mehr Gäste fürs LaiThai gewinnen kann. Ihr neuester Einfall: Montag und Dienstag Mittag gibt es Buffet. All you can eat für fünf Euro

Durch die Ver­mitt­lung ei­ner Freun­din lernt sie mit 22 Jah­ren ei­nen deut­schen Mann ken­nen, dem sie nach Deutsch­land folgt. Kaum ver­hei­ra­tet, oh­ne Deutsch­kennt­nis­se und ge­gen den Wil­len ih­res Man­nes, sucht sich Pra­moen Ar­beit. Ihr ist es wich­tig, nicht ab­hän­gig zu sein: »Du musst nicht bit­ten oder bet­teln, sa­gen, bit­te, gib mir Geld, ich will ein­kau­fen ge­hen oder sonst ir­gend­was. Oder in mei­ne Hei­mat oder mei­nen El­tern schicken. Des­we­gen ich geh ar­bei­ten, im­mer Ar­beit, Ar­beit, Ar­beit...«

Trotz ihrer Situation versucht Pramoen, zuversichtlich zu bleiben und setzt dabei auch auf  buddhistische Traditionen, die sie aus ihrer alten Heimat nach Deutschland mitgebracht hat

Sie ar­bei­tet als Putz­kraft, in ei­ner Rei­ni­gung und als Kü­chen­hil­fe in ei­nem frän­ki­schen Lo­kal, bis sie 2013 ei­nen leer ste­hen­den La­den in Fürth ent­deckt und be­schließt, dort ei­nen Im­biss zu er­öff­nen. In­zwi­schen ist Pra­moen ge­schie­den. Ih­re Toch­ter Jes­si­ca ist vor ei­ni­gen Jah­ren in die USA aus­ge­wan­dert. Seit­dem lebt Pra­moen ganz al­lei­ne hier in Deutsch­land.

Pramoens Tochter Jessica lebt mittlerweile in den USA – mehrmals die Woche telefonieren sie miteinander

Das LaiT­hai, in dem Pra­moen thai­län­disch kocht, ist je­den Tag von 11 bis 22 Uhr ge­öff­net. Da der Im­biss so we­nig Um­satz macht, dass sie sich kei­ne An­ge­stell­ten lei­sten kann, steht Pra­moen sie­ben Ta­ge die Wo­che in ih­rem Ge­schäft. Trotz al­ler Pro­ble­me hat Pra­moen sich ihr son­ni­ges Ge­müt er­hal­ten. Wenn Kund­schaft da ist, kann man ihr Sin­gen aus der Kü­che bis in den Gast­raum hö­ren. Für sie steht fest, so­lan­ge es ir­gend­wie geht, will sie für ihr Ein­kom­men sor­gen: »Ich ha­be ge­sun­de Hän­de und Fü­ße, ich kann ar­bei­ten. Ich ha­be im­mer mit ei­ge­nen Hän­den mein Geld ver­dient. Dar­auf bin ich stolz, wirk­lich stolz.«

Mit 13 Jahren hat Pramoen ihre Familie auf dem Dorf im Norden Thailands verlassen, um in Garküchen in Bangkok Geld zu verdienen

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 65 Min.

Juni 2018

Bo­dies in ur­ban spaces – mit der Ka­me­ra da­bei

»Bo­dies in ur­ban spaces« ist ein Kunst­pro­jekt des öster­rei­chi­schen Cho­reo­gra­phen Wil­li Dor­ner. An­läss­lich des dies­jäh­ri­gen Für­ther Ju­bi­lä­ums 200 Jah­re Stadt lud das Für­ther Kul­tur­amt in Part­ner­schaft mit der Tanz­zen­tra­le Re­gi­on Nürn­berg e.V. zu ei­nem Spa­zier­gang durch die Für­ther Stadt­land­schaft ein. Wir wa­ren mit der Ka­me­ra da­bei.

Und wer sich, wie un­se­re In­ter­view­part­ner im Vi­deo, auch wun­dert: »Die Fra­ge ist nicht, wie sie sich sta­peln, son­dern wie die 10 Me­ter an der Haus­wand hoch­kom­men, wow, und so schnell!«, dem kön­nen wir jetzt schon an­kün­di­gen – wir klä­ren auf! Denn wir ha­ben nicht nur die Rund­gän­ge, son­dern auch die Pro­ben der 20 Tän­ze­rIn­nen und Akro­ba­tIn­nen be­glei­tet. Dem­nächst mehr da­zu bei point.

April 2018

In­klu­si­ons­preis 2018 für Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald

Am Don­ners­tag, dem 19. April 2018 wur­de im Für­ther Ca­fé Sam­oc­ca der dies­jäh­ri­ge In­klu­si­ons­preis ver­lie­hen. Mit die­ser Aus­zeich­nung wür­digt die Le­bens­hil­fe Fürth au­ßer­ge­wöhn­li­chen und rich­tungs­wei­sen­den Ein­satz für Men­schen mit Be­hin­de­run­gen. In­klu­si­on ver­folgt das Ziel, dass al­le Men­schen mit und oh­ne Be­hin­de­rung gleich­be­rech­tigt und gleich­ge­stellt in­mit­ten un­se­rer Ge­sell­schaft le­ben kön­nen. Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald ha­ben, so Dr. Tho­mas Jung, Fürths Ober­bür­ger­mei­ster und 1. Vor­sit­zen­der der Le­bens­hil­fe Fürth, in sei­ner Lau­da­tio »die Vor­stands­mit­glie­der durch ih­re ein­fühl­sa­men und prä­zi­sen Do­ku­men­ta­tio­nen zum The­ma In­klu­si­on über­zeugt«.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Die bei­den Fil­me­ma­cher ha­ben sich in vie­len Re­por­ta­gen und Do­ku­men­ta­tio­nen mit dem The­ma »Men­schen mit Be­hin­de­rung« aus­ein­an­der­ge­setzt, zu­nächst in zwei Re­por­ta­gen die Ge­schich­te des Um­gangs mit Men­schen mit Han­di­cap auf­ge­ar­bei­tet (Es war nicht im­mer nor­mal, ver­schie­den zu sein und 50 Jah­re Le­bens­hil­fe Fürth – vom Ver­sor­gen zum Be­glei­ten) und sich dann mit der Um­set­zung der 2009 von der Bun­des­re­gie­rung ra­ti­fi­zier­ten UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on be­fasst, die klar­stellt, dass ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be ein Men­schen­recht ist, das oh­ne Ein­schrän­kun­gen auch für be­hin­der­te Men­schen gilt. Zen­tra­ler Leit­ge­dan­ke bei der Um­set­zung der Kon­ven­ti­on ist das Prin­zip der In­klu­si­on, wo­nach Men­schen mit Be­hin­de­run­gen von An­fang an und in al­len Le­bens­be­rei­chen an der Ge­sell­schaft teil­ha­ben sol­len.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

In wei­te­ren Re­por­ta­gen stel­len Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald zum ei­nen schon gut ge­lin­gen­de In­klu­si­ons­pro­jek­te vor (Un­ter­stüt­zung in­be­grif­fen? – Chan­cen und Gren­zen der In­klu­si­on, Mit­ein­an­der ler­nen, an­ein­an­der wach­sen – In­klu­si­on in ei­ner Part­ner­klas­se), zei­gen in an­de­ren Re­por­ta­gen aber auch, dass der Weg zur In­klu­si­on, ins­be­son­de­re, was den schu­li­schen Be­reich an­geht, noch ein wei­ter ist (»Wir sind bunt« – Ein­blicke in ei­ne »ganz nor­ma­le« Grund- und Mit­tel­schu­le).

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Den Ort der Preis­ver­lei­hung, das Sam­oc­ca, ein im Fran­chise von der Für­ther Le­bens­hil­fe be­trie­be­nes Ca­fé, das rund 15 Men­schen mit Han­di­cap ei­nen Ar­beits­platz in der Mit­te Fürths bie­tet, ha­ben Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald über vie­le Mo­na­te, von den er­sten Trai­nings bis über die Er­öff­nung hin be­glei­tet. Die Fei­er zur Ver­ga­be des In­klu­si­ons­prei­ses, den sich die bei­den Fil­me­ma­cher mit An­ne Probst tei­len, die seit über 10 Jah­ren Golf­kur­se für Schü­ler mit gei­sti­ger Be­hin­de­rung in­iti­iert, fand al­so in ei­nem zum The­ma sehr pas­sen­den Rah­men statt.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Die bei­den Fil­me­ma­cher be­dan­ken sich sehr herz­lich für die­se Aus­zeich­nung. Tho­mas Stei­ger­wald wünsch­te sich in sei­ner Dan­kes­re­de, dass sich die im Be­reich der Men­schen mit Be­hin­de­rung schon ganz gut ge­lin­gen­de In­klu­si­on auf al­le Men­schen aus­dehnt, ins­be­son­de­re auf in Deutsch­land le­ben­de Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Und Ju­lia Tho­mas freut sich, dem­nächst in ei­nem Ge­mein­schafts­wohn­pro­jekt zu le­ben, in dem es auch ei­ne am­bu­lant be­glei­te­te Wohn­ge­mein­schaft der Für­ther Le­bens­hil­fe ge­ben wird. (Fo­tos: Le­bens­hil­fe Fürth / M. Tat­ka)

Ih­re point-Re­dak­ti­on

April 2018

DISSONANT – Jazz aus Nürn­berg / VOLUME 2

Der zwei­te Teil der Film­do­ku­men­ta­ti­on über den Jazz in und aus Nürn­berg be­leuch­tet wie­der die re­gio­na­le Mu­sik-Sze­ne.

Die Band »Der Rote Bereich« ist aktuell mit Christian Weidner am Saxophon und Oliver Steidle am Schlagzeug besetzt

Wir ma­chen dies­mal ei­nen Ab­ste­cher nach Ber­lin, zu ei­nem re­nom­mier­ten Mu­si­ker mit frän­ki­schen Wur­zeln. Frank Mö­bus gilt als ei­ner der wich­tig­sten Jazz-Gi­tar­ri­sten Eu­ro­pas. Der Ein­fluss, den sei­ne Band »Der Ro­te Be­reich« auf den Jazz in Deutsch­land hat, kann nicht hoch ge­nug ein­ge­schätzt wer­den.

Der Komponist Werner Heider suchte seit den 50er Jahren immer wieder den Dialog zwischen zeitgenössischer, neuer Musik und dem Jazz

Ähn­lich er­folg­reich, aber viel­leicht noch ein we­nig ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ger zeigt sich der in Schwa­bach ge­bo­re­ne Kom­po­nist Pe­ter Ful­da in sei­nem Pro­jekt »Or­pheus has just left the buil­ding«, ei­nem Mu­sik­pro­jekt zwi­schen Ba­rock und Jazz. Im Schwa­ba­cher Stadt­mu­se­um bringt er zu­sam­men mit dem Me­tro­pol­Mu­sik Ver­ein au­ßer­dem Wer­ke des Kom­po­ni­sten Wer­ner Hei­der zur Auf­füh­rung.

»Floating Food« ist bereits die zweite CD, die Rebecca Trescher mit ihrem Ensemble 11 in den Studios des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg produziert

Im BR-Stu­dio Fran­ken be­glei­ten wir die Trä­ge­rin des Baye­ri­schen Kunst­för­der­prei­ses 2017, Re­bec­ca Tre­scher, mit ih­rem En­sem­ble 11 bei der CD-Pro­duk­ti­on und por­trai­tie­ren un­ter an­de­rem den Be­ruf ei­nes Mu­sik­in­stru­men­ten­bau­ers aus der Nürn­ber­ger Süd­stadt.

40 bis 60 Arbeitsstunden stecken in einem handgefertigten Instrument aus der Werkstatt des Instrumentenbauers Harald Dallhammer

Den Ab­schluss bil­det das jun­ge Mu­sik­ta­lent Fe­lix M. Va­len­tin. Er lässt im Rah­men sei­ner Ma­ster­ar­beit künst­le­risch an­spruchs­voll und tief­grün­dig den Jahr­tau­sen­de al­ten eu­ro­päi­schen Na­tur-Spi­ri­tis­mus und Re­inkar­na­ti­ons-Glau­ben in ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Kom­po­si­ti­on mu­si­ka­lisch er­klin­gen.

Künstlerisch anspruchsvoll und tiefgründig verbindet das Ensemble Vigor des Musikers Felix M. Valentin Wissenschaft, Philosophie und Kunst in einer außergewöhnlichen Komposition

DISSONANT wur­de fi­nan­zi­ell un­ter­stützt durch das Kul­tur­re­fe­rat der Stadt Nürn­berg.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

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