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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


April 2018

Inklusionspreis 2018 für Julia Thomas und Thomas Steigerwald

Am Donnerstag, dem 19. April 2018 wurde im Fürther Café Samocca der diesjährige Inklusionspreis verliehen. Mit dieser Aus­zeich­nung würdigt die Lebenshilfe Fürth außergewöhnlichen und rich­tungs­wei­sen­den Einsatz für Menschen mit Be­hin­de­run­gen. Inklusion verfolgt das Ziel, dass alle Menschen mit und ohne Behinderung gleich­be­rech­tigt und gleichgestellt in­mit­ten unserer Gesellschaft leben können. Julia Thomas und Thomas Steigerwald haben, so Dr. Thomas Jung, Fürths Ober­bür­ger­mei­ster und 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Fürth, in seiner Laudatio »die Vor­stands­mit­glie­der durch ihre einfühlsamen und präzisen Dokumentationen zum Thema In­klu­sion überzeugt«.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Die beiden Filmemacher haben sich in vielen Reportagen und Dokumentationen mit dem Thema »Menschen mit Be­hin­de­rung« auseinandergesetzt, zunächst in zwei Re­por­ta­gen die Geschichte des Umgangs mit Menschen mit Handicap aufgearbeitet (Es war nicht immer normal, verschieden zu sein und 50 Jahre Le­bens­hil­fe Fürth – vom Versorgen zum Be­glei­ten) und sich dann mit der Um­set­zung der 2009 von der Bun­des­re­gie­rung ra­ti­fi­zier­ten UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­tion befasst, die klar­stellt, dass ge­sell­schaft­li­che Teilhabe ein Men­schen­recht ist, das ohne Ein­schrän­kun­gen auch für be­hin­der­te Menschen gilt. Zentraler Leitgedanke bei der Umsetzung der Kon­ven­tion ist das Prinzip der Inklusion, wonach Menschen mit Behinderungen von Anfang an und in allen Lebensbereichen an der Gesellschaft teilhaben sollen.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

In weiteren Reportagen stellen Julia Tho­mas und Thomas Steigerwald zum einen schon gut gelingende In­klu­sions­pro­jek­te vor (Unterstützung inbegriffen? – Chancen und Grenzen der Inklusion, Miteinander lernen, aneinander wachsen – Inklusion in einer Partnerklasse), zeigen in anderen Reportagen aber auch, dass der Weg zur In­klu­sion, insbesondere, was den schu­li­schen Bereich angeht, noch ein weiter ist (»Wir sind bunt« – Einblicke in eine »ganz normale« Grund- und Mit­tel­schu­le).

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Den Ort der Preisverleihung, das Samocca, ein im Franchise von der Fürther Le­bens­hil­fe betriebenes Café, das rund 15 Men­schen mit Handicap einen Arbeitsplatz in der Mitte Fürths bietet, haben Julia Tho­mas und Thomas Steigerwald über viele Monate, von den ersten Trainings bis über die Eröffnung hin begleitet. Die Feier zur Vergabe des Inklusionspreises, den sich die beiden Filmemacher mit Anne Probst teilen, die seit über 10 Jahren Golfkurse für Schüler mit geistiger Behinderung ini­ti­iert, fand also in einem zum Thema sehr pas­sen­den Rahmen statt.

Verleihungsfeier Inklusionspreis 2018 (Foto: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Die beiden Filmemacher bedanken sich sehr herzlich für diese Auszeichnung. Thomas Steigerwald wünschte sich in seiner Dankesrede, dass sich die im Bereich der Men­schen mit Behinderung schon ganz gut gelingende Inklusion auf alle Menschen aus­dehnt, insbesondere auf in Deutschland lebende Menschen mit Mi­gra­tions­hin­ter­grund. Und Julia Thomas freut sich, demnächst in einem Ge­mein­schafts­wohn­pro­jekt zu le­ben, in dem es auch eine ambulant begleitete Wohn­ge­mein­schaft der Fürther Le­bens­hilfe geben wird. (Fotos: Lebenshilfe Fürth / M. Tatka)

Aufgrund der Auszeichnung werden wir in den kommenden Wochen zwei unserer Filme zum Thema auf dem Sendeplatz von Medien PRAXIS e. V. bei Franken Fernsehen wiederholen.

Am Sonntag, dem 29. April um 19.30 Uhr: Unterstützung inbegriffen? Chancen und Grenzen der Inklusion sowie
am Sonntag, dem 6. Mai um 19.30 Uhr: Samocca – Franchise einmal anders (Teil 1),
am Sonntag, dem 13. Mai um 19.30 Uhr: Samocca – Franchise einmal anders (Teil 2)

Ihre point-Redaktion

April 2018

DISSONANT – Jazz aus Nürnberg / VOLUME 2

Der zweite Teil der Filmdokumentation über den Jazz in und aus Nürnberg be­leuch­tet wieder die regionale Musik-Szene.

Die Band »Der Rote Bereich« ist aktuell mit Christian Weidner am Saxophon und Oliver Steidle am Schlagzeug besetzt

Wir machen diesmal einen Abstecher nach Berlin, zu einem renommierten Musiker mit fränkischen Wurzeln. Frank Möbus gilt als einer der wichtigsten Jazz-Gitarristen Europas. Der Einfluss, den seine Band »Der Rote Bereich« auf den Jazz in Deutsch­land hat, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Der Komponist Werner Heider suchte seit den 50er Jahren immer wieder den Dialog zwischen zeitgenössischer, neuer Musik und dem Jazz

Ähnlich erfolgreich, aber vielleicht noch ein wenig experimentierfreudiger zeigt sich der in Schwabach geborene Komponist Peter Fulda in seinem Projekt »Orpheus has just left the building«, einem Musik­pro­jekt zwischen Barock und Jazz. Im Schwa­ba­cher Stadtmuseum bringt er zusammen mit dem MetropolMusik Verein außerdem Werke des Komponisten Werner Heider zur Aufführung.

»Floating Food« ist bereits die zweite CD, die Rebecca Trescher mit ihrem Ensemble 11 in den Studios des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg produziert

Im BR-Studio Franken begleiten wir die Trägerin des Bayerischen Kunst­för­der­prei­ses 2017, Rebecca Trescher, mit ihrem Ensemble 11 bei der CD-Produktion und por­trai­tie­ren unter anderem den Beruf eines Mu­sik­in­stru­men­ten­bau­ers aus der Nürnberger Südstadt.

40 bis 60 Arbeitsstunden stecken in einem handgefertigten Instrument aus der Werkstatt des Instrumentenbauers Harald Dallhammer

Den Abschluss bildet das junge Mu­sik­ta­lent Felix M. Valentin. Er lässt im Rahmen seiner Masterarbeit künstlerisch an­spruchs­voll und tiefgründig den Jahr­tau­sen­de alten europäischen Natur-Spi­ri­tis­mus und Reinkarnations-Glauben in einer au­ßer­ge­wöhn­li­chen Komposition mu­si­ka­lisch erklingen.

Künstlerisch anspruchsvoll und tiefgründig verbindet das Ensemble Vigor des Musikers Felix M. Valentin Wissenschaft, Philosophie und Kunst in einer außergewöhnlichen Komposition

DISSONANT wurde finanziell unterstützt durch das Kulturreferat der Stadt Nürn­berg.

Ein Film von Norbert Goldhammer  •  Länge: 30 Min.

März 2018

Leonhard F. Seidl – »Ich schreibe Romane und keine Flugblätter«

Lesung in Dorfen – hier fand 1988 der Amoklauf statt, der seinem Roman »Fronten« als Basis diente

Leonhard F. Seidl ist ein politischer Schrift­stel­ler, der in seinen Romanen reale Er­eig­nis­se recherchiert und meist mit einer Kri­mi­nal­hand­lung verknüpft. So auch in seinem neuesten Roman »Fronten«, in dem es um einen Amoklauf geht, der sich vor 30 Jah­ren in Dorfen, einem kleinen Städtchen in Oberbayern, nur wenige Kilometer von Leos Elternhaus entfernt, zugetragen hat.

Im Jugendzentrum Dorfen fand Leo als politischer Punker eine Heimat

Die Filmemacher gehen mit Leo auf eine Reise in seine Jugend. Sie besuchen ge­mein­sam mit ihm Orte, an denen sein teilweise autobiographischer erster Roman »Mut­ter­korn« spielt.

Leos Fotoalbum: Mit seinen Eltern, zu denen er eine intensive Beziehung hat, taucht Leo noch einmal in seine Jugend ein

Während seine Altersgenossen sich im Fußballverein trafen, entdeckte Leo seine Lie­be zum Punk. Durch die frem­den­feind­li­chen Ereignisse von Solingen, Mölln und Ros­tock-Lichtenhagen Anfang der 1990er Jahre wurde er politisiert. Recht früh muss­te er erkennen, dass man mit bunten Haaren und als jemand, der eine andere Meinung ver­tritt als die konservative Mehrheitsgesellschaft, schnell das eine oder andere Mal Prügel bezieht.

Als Aktivist engagiert sich Leo seit seiner Jugend gegen die Verbreitung rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Gedankengutes

Eine Zeit, die den inzwischen 41- jährigen Schriftsteller geprägt hat und ihn zu einem Men­schen werden ließ, der sich bis heute als Aktivist entschieden gegen die Ver­brei­tung rechtsradikalen und frem­den­feind­li­chen Gedankengutes einsetzt, gleich­zei­tig aber in seinen Romanen differenziert und feinfühlig nach Gründen sucht, weshalb sich Menschen in die eine oder andere Richtung entwickeln.

Vater und Sohn: Leos Vater ist als Bühnenautor ebenfalls literarisch tätig

Ein Portrait eines engagierten Menschen und Schriftstellers, der mit seinen Büchern mehr will als unterhalten.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 65 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Januar 2018

Die Welt­anschau­ungs­beauf­tragten – Die Vorletzte Ölung – Jean Paul und das Bier

Die Weltanschauungsbeauftragten haben sich den Keller des Manns Bräu für ihre Arbeit zu Jean Pauls 250. Geburtstag ausgesucht

Philipp Moll war Poet, Philosoph, Musiker und Künstler. Unter dem Pseudonym »Die Weltanschauungsbeauftragten« forschte er seit 2006 gemeinsam mit Martin Für­brin­ger über »Kultursterbebegleitung, Paranoiaevaluation oder Mut­ter­me­cha­nik«. Die beiden sahen sich als »De­tek­to­ren für Unstimmigkeiten«, die die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Kunst kritisieren und sich aufgerufen fühlten zu verhindern, dass die »Kirchen so nen Begriff blockieren, der eigentlich weit über das hinaus geht, was die kirchliche Zuständigkeit ist.«

Beim Ausladen der Materialien für ihre Arbeit richtet Philipp Moll nochmal den Entwurf für den »Isolierschemel für versteinerte Zirbeldrüsen« – »ein schönes Bild, das Jean Paul für pädagogische Konzepte des 19. Jahrhunderts gefunden hat.«

Bei ihren Arbeiten benutzten sie bevorzugt Materialien, die sich leicht verarbeiten lassen, sich dabei aber »schön anfassen«. Wenn sie sich auf ein neues Projekt ein­lie­ßen, gab es oft erst einmal nicht viel mehr als eine grobe Idee. Mit einem Auto, voll­ge­packt mit Pappe, Heißklebepistole, Nägeln, Schraubzwingen und Cut­ter­mes­ser fuhren sie dann los und ließen sich vor Ort von den zur Verfügung stehenden Räum­lich­keiten inspirieren.

Grundlage der Arbeit der Weltanschauungbeauftragten ist Jean Pauls Roman »Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal«

Sie schafften es immer, Emotionen bei den Besuchern auszulösen: »Bei den meisten Leuten ist es das Gefühl der Hilflosigkeit zuallererst, manche werden dann aggressiv und gehen gleich wieder. Die, die bleiben, die kichern oft gern ein bisschen und schauen es sich dann genauer an, und das ist eigentlich das, wo wir hinwollen.«

Besonders begeistert haben sich Philipp Moll und Martin Fürbringer für die vielen Synonyme, die Jean Paul für seine große Liebe, das Bier, gefunden hat

Bei der Entstehung einer ihrer letzten Arbeiten in einem Bierkeller einer alten Brau­e­rei in Bayreuth anlässlich des 250. Geburtstages des Schriftstellers Jean Paul durf­ten wir dabei sein.

Martin Fürbringer: »Uns war immer wichtig, dass ganz viele kopfschüttelnde Leute in unseren Kunstwerken rumstehen, und sich denken, was soll das eigentlich und überhaupt nicht wissen, wofür das gut ist...«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 35 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.