November 2025
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Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Friedhof vor allem ein Ort des Abschieds, der Stille, der Trauer ist. Doch wer heute über den Fürther Friedhof geht, merkt schnell, dass hier weit mehr passiert. Er ist Erinnerungsort, öffentlicher Raum, Treffpunkt – und Spiegel einer Stadt, in der Menschen ganz unterschiedlich mit Verlust, Ritualen und dem eigenen Älterwerden umgehen.

In »Vom Leben und Loslassen« gehen wir der Frage nach, was einen Friedhof im 21. Jahrhundert eigentlich ausmacht. Mit der Kamera haben wir uns unter die Besucherinnen und Besucher gemischt – ohne Verabredung, nur mit der offenen Frage »Was führt Sie hierher?«

Aus spontanen Begegnungen entstehen Gespräche über familiäre Prägungen, über Nähe und Distanz, über das Erinnern – und darüber, warum dieser Ort für manche Trost spendet und für andere eher ein Stück Stadtalltag ist.

Der Film zeigt den Fürther Friedhof als lebendigen sozialen Raum: vom muslimischen Grabfeld über das ehrenamtlich betriebene Friedhofscafé bis hin zu Menschen, die hier feste Rituale pflegen oder einfach nur einen stillen Weg durch die Stadt suchen.

Die Reportage erzählt davon, wie Erinnerung, Alltag und Begegnung heute nebeneinander existieren – und was dieser Ort über die Stadt, ihre Bewohner*innen und ihre Geschichte offenbart.

Oktober 2025
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Zu seiner Eröffnung 1882 lag der Fürther Friedhof noch außerhalb der Stadt – heute ist er eine grüne Oase der Ruhe, ein Ort der Geschichte und Begegnung mitten in der Stadt – und an Spieltagen der »schönste, ruhigste und kürzeste« Weg für Fans der Spielvereinigung in den Sportpark Ronhof. Für viele Fürther*innen gehört der Besuch von verstorbenen Freunden und Familienmitgliedern auf dem Weg zum Fußball dazu.

Harald Bartilla ist hier seit 30 Jahren Friedhofsgärtnermeister und hat viel zu erzählen. Bei einer Tour im Golfcart über den 25h großen Friedhof zeigt er uns die Entwicklung des Geländes und den Wandel der Bestattungskultur. Bartilla erzählt von neuen Formen des Erinnerns, von Biotopen, Urnenfeldern und denkmalgeschützten Gräbern, die zu Gemeinschaftsanlagen umgestaltet werden.

Felix Geismanns Familie gehört eines der über 300 denkmalgeschützten Gräber auf dem Fürther Friedhof. Für ihn ist der Friedhof ein »Buch der Erinnerung«. »Hier, wo die Menschen so wirklich richtig tot sind, sind sie auch eigentlich am einzigen Ort so wirklich lebendig, weil, wo findet man noch die Namen, wo erinnert man sich noch an diese Menschen, die teilweise schon 100, 120 Jahre tot sind?«

Hanne Wiest kommt regelmäßig zum Grab ihrer Eltern. Sie bepflanzt die Fläche selbst – mit Blumen, Bohnen und Nascherdbeeren. Sie wünscht sich, dass auf dem Friedhof künftig auch Obst- und Gemüsepflanzen erlaubt werden und Konzerte und Kultur hier stattfinden. Schon als Kind war sie mit ihrer Großmutter auf dem Friedhof unterwegs, heute kommt sie mit ihren Enkeln. »Die sprechen mit Oma und Opa, gießen, naschen Erdbeeren – so bleibt der Friedhof ein Ort des Lebens.«

Der Film begleitet Menschen, die den Friedhof auf unterschiedliche Weise prägen – als Arbeitsort, Erinnerungsort und Teil ihres Lebens.
Juli 2025
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Am Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die Amerikaner als Besatzer nach Bayern. Es war der Beginn einer spannungsreichen Wechselbeziehung, bei der sich das Kräftegewicht immer wieder verschob. In diesem Film begeben wir uns auf die Spurensuche zu 80 Jahren Deutsch-Amerikanischer Vergangenheit – an der Schwelle zu einer noch ungewissen Zukunft.

Der Start der Beziehung war durchaus schwierig: In Fürth fielen die Besatzer vor allem als trink- und rauffreudige Unruhestifter auf – denen schließlich sogar der Zugang zur Altstadt untersagt werden musste.

Heute ist das Verhältnis entspannter. Im Stützpunkt Hohenfels feiern Deutsche und Amerikaner jedes Jahr ein gemeinsames Volksfest und schauen sich gegenseitig Traditionen ab.

Doch seit der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump wird das Verhältnis wieder angespannter. Manche Amerikaner, wie George Kobrick, fühlen sich deshalb inzwischen in Deutschland mehr zu Hause als in Amerika.

Auch das Deutsch-Amerikanische Institut im Amerikahaus Nürnberg spürt den Kulturwandel: Beschäftigung mit Diversität oder Minderheiten ist nicht mehr offiziell erwünscht – findet aber trotzdem noch statt.
Juli 2024
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Im Juni 2024 feierte das Kulturzentrum Kofferfabrik 30-jähriges Bestehen. Grund genug, einmal zurückzuschauen auf die Geschichte eines in dieser Form in Deutschland besonderen Stücks gelebter Soziokultur.

Mit dem Einzug einiger freischaffender Künstlerinnen beginnt in den 1980er Jahren das künstlerische und kreative Leben auf dem Areal der ehemaligen BERMAS Kofferfabrik.

1994 beantragen Lothar Böhm und »Märtel« Martin Reichel eine Ausschanklizenz – die offizielle Zeitrechnung der Kofferfabrik beginnt. Der freischaffende Künstler Lothar Böhm gründet das »Forum für Kunst und Begegnung« und später dann die Galerie Brockovski. Sein Ziel: Künstler und kunstinteressierte Menschen zusammenzubringen.

Nach einem kurzen Zwischenspiel übernimmt 2007 Udo Martin die Geschäftsführung. Während bis dahin die bildende Kunst im Mittelpunkt stand, verschiebt sich der Schwerpunkt der Aktivitäten zu Musik und Theater.

Die Kofferfabrik entwickelt sich in diesen Jahren zu einem insbesondere im Musikbereich überregional beachteten Veranstaltungsort, in dem auch Musikgrößen wie Brian Auger, Ray Wilson und Al di Meola aufgetreten sind.

Trotz Pandemie und immer wieder drohender Kündigung überlebt das Projekt. Bis heute steht die »Koffer« für gelebte Toleranz zwischen allen Alters- und sozialen Schichten.
Hier könnt Ihr den Film über Die Koffer anschauen!
Februar 2024
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Seit mehr als einem Jahr begleiten wir die Nürnberg Fürther Ortsgruppe von Extinction Rebellion, kurz XR.

Die Klimaaktivist*innen versuchen, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung davon zu überzeugen, dass unser derzeitiges Handeln nicht ausreicht, um die Erderwärmung, wie von der Weltgemeinschaft bereits 1997 im sogenannten Kyotoprotokoll beschlossen, auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Um auf die Dringlichkeit der Situation aufmerksam zu machen, organisiert XR phantasievolle Protestaktionen und greift dabei auch auf Formen des Zivilen Ungehorsams zurück.

Zwei Aktivist*innen möchten wir in diesem Portrait näher vorstellen: Sarah Kuhn ist 26 und hat vor kurzem ihr Musikstudium abgeschlossen. (Foto: Florian Henig)

Achim Scheidl ist 58, selbstständig und im Bereich Energietechnik tätig. (Foto: Stefan Müller/PIC ONE)
Vor gut einem Jahr standen die beiden erstmals vor Gericht. Sie hatten an einer Straßenblockade teilgenommen, um so der Forderung nach einem Essensrettengesetz Nachdruck zu verleihen. Das Gericht verurteilte sie und attestierte ihnen in der Urteilsbegründung »verwerfliches Handeln«. Das wollten die beiden und ihre Mitangeklagten nicht akzeptieren und gingen in Berufung. Sarah: »Es ist nicht verwerflich, sich für den Erhalt von Menschenleben und von der Artenvielfalt einzusetzen. Und genau das haben wir getan.« Achim: »Ich will einen Freispruch, weil ich nicht als verwerflich handelnd durchs Leben gehen möchte.«

Wir haben Sarah und Achim in der Zeit zwischen den beiden Prozessen bei ihren klimaaktivistischen Aktivitäten begleitet und mit Freunden von Sarah und Achims Ehefrau gesprochen.

Wir haben zwei Menschen kennen gelernt, die aus Verzweiflung über die Negierung der Klimakrise von Politik und Bevölkerung in ihrem Protest bewusst Gesetze brechen, um auf die Dringlichkeit des Handelns hinzuweisen und dabei hohe Geldstrafen und im Extremfall sogar eine Vorstrafe oder Gefängnis riskieren.

Achim: »Ich werde krank dabei, wenn ich mich einfach auf Sofa setzen würde und nichts mehr tue, ich muss da weitermachen.« Sarah: »Ich lasse mich jetzt nicht von einem Urteil abschrecken davon, Aktivisti zu sein. Das war richtig und ich habe es aus Überzeugung getan und meine Überzeugungen haben sich nicht geändert.«
Hier könnt Ihr alle 3 Teile in ganzer Länge anschauen!
Oktober 2023

Wer schon einmal im Internet etwas über die Stadt Fürth oder deren Lokalgeschichte gesucht hat, wird vermutlich auf den Seiten des FürthWiki gelandet sein. Seit 2007 gibt es eine eigene Online-Enzyklopädie über die Kleeblattstadt, bei der sich viele Ehrenamtliche mit der Aufarbeitung der Stadtgeschichte beschäftigen und dieses Wissen kostenlos im Internet zur Verfügung stellen.

Die Fürther Gustavstraße, durch die einst mit der B8 eine der wichtigsten Bundesstraßen der Region führte, hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. So auch das Haus in der Gustavstraße 12. Als das große Ladenlokal im Erdgeschoss im Jahr 2020 wieder einmal leer stand, mietete sich FürthWiki hier ein.

Mit dem FürthWiki-Laden hat das Online-Nachschlagewerk jetzt auch eine analoge Anlaufstelle. Möglich macht dies Wikimedia Deutschland e. V., der deutsche Ableger der Wikimedia-Foundation, der das Projekt auf Grund seiner Sonderstellung in Deutschland fördert.

Trotz eingeschränkter Nutzungsmöglichkeiten, die die Corona-Pandemie im ersten Jahr mit sich brachte, haben hier inzwischen vielfältige Aktivitäten rund um die Fürther Enzyklopädie eine Heimat gefunden.

Vom Mitmach-Mittwoch, an dem sich aktive Mitarbeiter*innen zusammenfinden und gemeinsam an Projekten arbeiten, über einen reinen Frauentag, bei dem es darum geht, Fürther Frauenbiographien sichtbar zu machen über eine wöchentliche Sprechstunde, zu der Mensch geschichtsträchtige Dinge vorbeibringen kann oder auch Fragen beantwortet bekommt, bis hin zur Entwicklung von Kooperationsprojekten – ist hier alles möglich.

FürthWiki nimmt derzeit eine Sonderstellung unter den Regionalwikis in Deutschland ein. Damit dies auch so bleibt, macht man sich schon jetzt Gedanken über die Zukunft. So stellen sich die Aktiven beispielsweise auch die Frage, was die Vernetzung von Suchmaschinen mit KI für Auswirkungen auf die Auffindbarkeit von Hintergrundinformationen eines Regionalwikis haben wird.

Hier in voller Länge anzusehen:
Diese Reportage ist unter freier Lizenz CC BY-SA 4.0 veröffentlicht.
Mai 2023

Vom 12. bis 17. April 2023 lud Extinction Rebellion Klimaaktivisti zur Frühlingsrebellion in Berlin ein. Auch über 20 Menschen aus Nürnberg und Fürth reisten an, um gegen den Umgang der Politik mit der Klimakrise zu protestieren und sich für den Schutz der Biodiversität einzusetzen.

Auf dem Gelände des Invalidenparks wurde ein Klimacamp errichtet, von dem aus verschiedene Aktionen rund um den Potsdamer Platz und das Regierungsviertel geplant wurden.

Eine Woche lang setzte Extinction Rebellion mit kreativen und phantasievollen Aktionen ein Zeichen, um Bevölkerung und Politik für die Dringlichkeit der Erreichung der selbstgesteckten Klimaziele zu sensibilisieren.

Die Aktivisti organisierten Die-Ins und Flashmobs sowie Aktionen des Zivilen Ungehorsams, bei denen sie klimaschädliche Aktivitäten von Konzernen und Lobbyvereinen ins Zentrum ihrer Kritik rückten.

Zudem gab es eine »Demo der Superreichen«, in der sie auf sarkastische Weise deren Lebensstil anprangerten. »Wir können es uns nicht mehr leisten, dass 1% der Weltbevölkerung über 50% des Vermögens verfügt.«

Wir haben die Nürnberg-Fürther Ortsgruppe während dieser fünf Tage mit der Kamera begleitet und erlebt, mit wie viel Herzblut und Empathie sie für ihre Überzeugung kämpfen.

Hier könnt Ihr den Film in ganzer Länge anschauen!
September 2022
Während der ersten Flüchtlingswelle 2015 kamen viele Jugendliche und junge Erwachsene über das Mittelmeer nach Europa. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft machten sich auch Miftah Muktar Abdoo und Tofik Ahamad auf den gefährlichen Weg.

Mit großem Engagement lernten sie die Sprache, besuchten die Schule, erzielten gute Ergebnisse und machten sich dann auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Da beide im unsicheren Status der Duldung leben, waren viele Firmen nicht bereit, sie auszubilden, da sie jederzeit abgeschoben werden können. Inzwischen haben beide Arbeitgeber*innen gefunden, die bereit waren, das Risiko einer Abschiebung auf sich zu nehmen.

Miftah macht derzeit eine Ausbildung zum Fliesenleger, Tofik lernt Rohrleitungsbauer. Beides Berufe, für die deutsche Firmen händeringend nach Fachkräften suchen.

Ob die beiden dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen, ist allerdings weiterhin unklar. Für sie, ihre Arbeitgeber*innen und viele Fachleute, die sich mit der Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt beschäftigen, ein unerträglicher Zustand. »Das ist gelinde gesagt eine Riesensauerei, dass Auszubildende, die im Baugewerbe lernen oder gelernt haben, abgeschoben werden, weil wir händeringend Facharbeiter brauchen, ganz egal, aus welchem Land und welcher Nation.«, so Hans Beer von der IG-BAU.

Um den Fachkräftemangel zu beheben und den Geflüchteten eine sichere Zukunft zu ermöglichen, fordern viele Fachleute und Arbeitgeber*innen einen sogenannten Spurwechsel. Gut integrierten Geflüchteten soll so nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung der Verbleib in der Bundesrepublik zugestanden werden, selbst wenn ihrem Asylantrag nicht stattgegeben wurde.

Für Miftah, Tofik und viele tausend Geflüchtete wäre ein Spurwechsel die Möglichkeit, ohne Angst vor Abschiebung zu leben, den deutschen Arbeitsmarkt zu entlasten und sich eine Zukunft in Deutschland aufzubauen.