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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


Juni 2026

TSUZAMEN – Das Je­wish Mu­sic To­day Fe­sti­val in Fürth

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Die Musikerin Magi Hikri bringt jüdisch-arabischen Groove aus Tel Aviv nach Fürth

Zwi­schen Fi­dd­le-Klez­mer, Bal­kan-Fu­si­on und mu­si­ka­li­scher Er­in­ne­rung: Das Je­wish Mu­sic To­day Fe­sti­val in Fürth brach­te im März 2026 wie­der Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus al­ler Welt zu­sam­men – und zeigt da­durch, wie le­ben­dig, viel­fäl­tig und ge­gen­wär­tig jü­di­sche Mu­sik heu­te klingt.

Christian Dawid leitet den Workshop »Tsuzamen«, bei dem Laien Klezmermusik spielen

Die Do­ku­men­ta­ti­on por­trai­tiert Bands und Mu­si­ker, gibt Ein­blicke in ei­nen Klez­mer-Work­shop und zeigt die ein­zig­ar­ti­ge At­mo­sphä­re ei­ner Ver­an­stal­tung in der frän­ki­schen Klee­blatt­stadt, die der po­li­ti­schen Er­eig­nis­se rund um den Glo­bus trotzt und ein ein­drucks­vol­les Fe­sti­val­pro­gramm auf die Bei­ne ge­stellt hat.

Die legendäre Klezmer-Band Dobranotch macht Klezmer-Zirkus auf der Bühne

Der in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­te Kla­ri­net­tist Chri­sti­an Da­wid trifft in sei­nem Klez­mer-Work­shop auf am­bi­tio­nier­te Lai­en, Tra­di­ti­on auf Im­pro­vi­sa­ti­on und mu­si­ka­li­sche Prä­zi­si­on auf spon­ta­ne Emo­ti­on. Der Work­shop ist auch so et­was wie das Herz­stück des Fe­sti­vals, geht es den Ma­chern doch im­mer um ein of­fe­nes Mit­ein­an­der und den Aus­tausch, ge­tra­gen durch Mu­sik. Die Re­por­ta­ge be­ob­ach­tet, wie ge­mein­sam mu­si­ziert und ex­pe­ri­men­tiert wird – und wie Klez­mer als le­ben­di­ge Kul­tur­form wei­ter­ge­ge­ben wird.

Hauptaustragungsort des Festivals ist das Kulturforum in Fürth

Auch die Mu­si­ker Yuriy Gurz­hy und Ma­gi Hik­ri kom­men zu Wort. Sie er­zäh­len von Iden­ti­tät, Mi­gra­ti­on und den Ein­flüs­sen un­ter­schied­li­cher Kul­tu­ren auf ih­re Mu­sik. Zwi­schen tra­di­tio­nel­len Me­lo­dien, jü­di­scher Folk­lo­re, elek­tro­ni­schen Sounds und mo­der­nen In­ter­pre­ta­tio­nen ent­steht ein Fe­sti­val, das Gren­zen über­schrei­tet und mu­si­ka­li­sche Brücken baut.

Festival-Leiterin Gerti Köhn (rechts) im Gespräch mit Künstlerin Nani Vazana

Die Do­ku­men­ta­ti­on zeigt en­er­gie­ge­la­de­ne Kon­zert­aben­de. Sie ist ein at­mo­sphä­ri­sches Por­trait ei­nes Fe­sti­vals, das jü­di­sche Mu­sik nicht als mu­sea­les Er­be ver­steht, son­dern als le­ben­di­ge, zeit­ge­nös­si­sche Kunst­form – of­fen, in­ter­na­tio­nal und vol­ler über­ra­schen­der Klang­wel­ten.

Aus Kanada angereist: Kleztory mit feinstem klassischen Klezmer

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Februar 2026

Ret­tet St. Mi­cha­el! – 50 Jah­re Für­ther Alt­stadt­ver­ein

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Die Für­ther Alt­stadt rund um St. Mi­cha­el gilt heu­te als Aus­hän­ge­schild und ei­nes der schön­sten Vier­tel der Stadt. Dass es die­sen Stadt­teil über­haupt noch gibt, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Denn vor 50 Jah­ren stand ge­nau die­ses Vier­tel vor dem Aus.

Abrissarbeiten im Gänsbergviertel Anfang der 1960er-Jahre: Ein historisch gewachsener Teil der Fürther Altstadt wird im Zuge der Flächensanierung vollständig abgetragen und markiert einen Wendepunkt in der Fürther Stadtgeschichte – und den Ausgangspunkt für den späteren Widerstand im Viertel rund um St. Michael.

In den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg präg­ten Flä­chen­sa­nie­rung und die Idee der au­to­ge­rech­ten Stadt die Stadt­pla­nung. Auch in Fürth. Ob­wohl die Alt­stadt den Krieg fast un­ver­sehrt über­stan­den hat­te, wur­de 1958 über das be­nach­bar­te Gäns­berg­vier­tel ei­ne Bau­sper­re ver­hängt, 1962 be­gann der Ab­riss. Ein hi­sto­ri­scher Teil der Alt­stadt ver­schwand.

Sanierung des Goldenen Schwans - bei zahlreichen Sanierungen legten Mitglieder des Altstadtvereins selbst Hand an – die Expertise und vor allem Man- und Womanpower im Verein war vorhanden.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­mier­te sich Wi­der­stand. 1974 schlos­sen sich en­ga­gier­te Für­the­rin­nen und Für­ther zu­sam­men und grün­de­ten we­nig spä­ter die Bür­ger­ver­ei­ni­gung Alt­stadt­vier­tel St. Mi­cha­el Fürth – den heu­ti­gen Alt­stadt­ver­ein. Ihr Ziel: die Alt­stadt wie­der­zu­be­le­ben und wei­te­ren Ab­riss zu ver­hin­dern.

Erster Fürther Grafflmarkt 1975 auf dem Waagplatz. Was als Flohmarkt beginnt, wird zu einem zentralen Instrument gegen den drohenden Abriss.

Zu­nächst ging es dar­um, über­haupt wie­der Men­schen in das Vier­tel zu brin­gen. Be­reits 1975 or­ga­ni­sier­te der Ver­ein den er­sten »Graf­fl­markt« – ei­ne Ver­an­stal­tung, die sich im Lau­fe der Jah­re fest im Stadt­le­ben ver­an­ker­te.

Auch heute wird der Grafflmarkt von Vereinsmitgliedern vorbereitet – getragen von ehrenamtlichem Engagement und gemeinsamer Organisation.

Nach und nach ge­lang es, Auf­merk­sam­keit für das Vier­tel zu schaf­fen und Haus­be­sit­zer da­von zu über­zeu­gen, in die al­ten Ge­bäu­de zu in­ve­stie­ren. Der Ver­ein un­ter­stütz­te da­bei nicht nur be­ra­tend. Von Be­ginn an war das En­ga­ge­ment stark eh­ren­amt­lich ge­prägt, vie­le Mit­glie­der leg­ten selbst Hand an.

Vereinsmitglieder bereiten die Teilnahme des Vereins am Kirchweihzug vor. Auf dem Kirchweihzug wird Kuchen verteilt – „Bonbons werfen kann ja jeder – wir sind schon was Besonderes.“

Die Ein­nah­men aus dem Es­sens- und Ge­trän­ke­ver­kauf beim Graf­fl­markt und an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen, dar­un­ter die seit 1981 statt­fin­den­de Alt­stadt­weih­nacht, flos­sen in die Ver­eins­ar­beit. So konn­te der Alt­stadt­ver­ein auch klei­ne­re fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge zu Sa­nie­run­gen lei­sten. Rund 50 Häu­ser wur­den auf die­se Wei­se im Lau­fe der Jah­re mit Un­ter­stüt­zung des Ver­eins in­stand ge­setzt.

Zum Jubiläum wird die eigene Geschichte sichtbar gemacht – mit Archivmaterial, Erinnerungen und Bildern aus 50 Jahren Vereinsarbeit.

Der Alt­stadt­ver­ein misch­te sich im­mer ein, wenn un­ter­schied­li­che In­ter­es­sen im Vier­tel auf­ein­an­der­tra­fen – et­wa bei Fra­gen der Nut­zung, der Ga­stro­no­mie oder der Nah­ver­sor­gung. Be­reits 1979 for­der­te der Ver­ein ei­nen Knei­pen­stopp. Jahr­zehn­te spä­ter wur­de die Gu­stav­stra­ße er­neut zum Ort von Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Lärm und Nut­zung. Da­bei sprach der Alt­stadt­ver­ein nicht im­mer mit ei­ner Stim­me. Als Zu­sam­men­schluss un­ter­schied­li­cher In­ter­es­sen ge­hör­ten kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen eben­so zur Ver­eins­ge­schich­te wie der Ver­such, sie aus­zu­hal­ten und wei­ter­zu­ar­bei­ten.

Beim Kirchweihzug greift der Altstadtverein auf Motive aus seiner eigenen Geschichte zurück. Alte Plakate und Bilder erinnern daran, dass viele heutige Selbstverständlichkeiten einst umkämpft waren.

Wir ha­ben den Alt­stadt­ver­ein im Ju­bi­lä­ums­jahr be­glei­tet. Der Film er­zählt die Ge­schich­te ei­nes Ver­eins, der seit sei­ner Grün­dung für bür­ger­li­ches En­ga­ge­ment steht – und sich bis heu­te für die Er­hal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung der Für­ther Alt­stadt en­ga­giert.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

November 2025

Vom Le­ben und Los­las­sen – Der Für­ther Fried­hof

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Sonntagnachmittag am Friedhofscafé: Ehrenamtliche stellen Kaffee und Kuchen bereit, Besucherinnen sitzen im Schatten und kommen miteinander ins Gespräch.

Vie­le Men­schen ge­hen da­von aus, dass ein Fried­hof vor al­lem ein Ort des Ab­schieds, der Stil­le, der Trau­er ist. Doch wer heu­te über den Für­ther Fried­hof geht, merkt schnell, dass hier weit mehr pas­siert. Er ist Er­in­ne­rungs­ort, öf­fent­li­cher Raum, Treff­punkt – und Spie­gel ei­ner Stadt, in der Men­schen ganz un­ter­schied­lich mit Ver­lust, Ri­tua­len und dem ei­ge­nen Äl­ter­wer­den um­ge­hen.

Eine junge Frau sitzt im muslimischen Grabfeld auf einer Bank, spielt Ukulele und singt ein Mantra – »warum nicht - bei der Vielfalt der Religionen, die hier schon herrscht?«

In »Vom Le­ben und Los­las­sen« ge­hen wir der Fra­ge nach, was ei­nen Fried­hof im 21. Jahr­hun­dert ei­gent­lich aus­macht. Mit der Ka­me­ra ha­ben wir uns un­ter die Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher ge­mischt – oh­ne Ver­ab­re­dung, nur mit der of­fe­nen Fra­ge »Was führt Sie hier­her?«

Eine Frau gießt das Grab ihres Mannes. Für sie als gläubige Christin ist dieser Ort wichtig – »einfach so unter einem Baum wäre nichts für mich«.

Aus spon­ta­nen Be­geg­nun­gen ent­ste­hen Ge­sprä­che über fa­mi­liä­re Prä­gun­gen, über Nä­he und Di­stanz, über das Er­in­nern – und dar­über, war­um die­ser Ort für man­che Trost spen­det und für an­de­re eher ein Stück Stadt­all­tag ist.

Ein 83-jähriger Fürther pflegt das Urnengrab seiner verstorbenen Frau im Kleeblattfeld: »Sie war zwar Nürnbergerin, aber das passt – keine Probleme«.

Der Film zeigt den Für­ther Fried­hof als le­ben­di­gen so­zia­len Raum: vom mus­li­mi­schen Grab­feld über das eh­ren­amt­lich be­trie­be­ne Fried­hofs­ca­fé bis hin zu Men­schen, die hier fe­ste Ri­tua­le pfle­gen oder ein­fach nur ei­nen stil­len Weg durch die Stadt su­chen.

Ein älteres Ehepaar gibt sich auf einer Bank einen Kuss – die beiden erzählen, dass sie seit über fünfzig Jahren zusammen sind und kommen jeden Sonntag ins Café, »wenn das Wetter passt«.

Die Re­por­ta­ge er­zählt da­von, wie Er­in­ne­rung, All­tag und Be­geg­nung heu­te ne­ben­ein­an­der exi­stie­ren – und was die­ser Ort über die Stadt, ih­re Bewohner*innen und ih­re Ge­schich­te of­fen­bart.

Jeden Sonntag kommt er mit seinem Motorrad zum Friedhof, um am Grab seines Vaters eine Kerze hinzustellen. »Damit mein Papa weiß, dass wer an ihn denkt«.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas, Cher­i­ma Na­sa und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Oktober 2025

Zwi­schen Alt­stadt und Ron­hof – Der Für­ther Fried­hof

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Einige Fussballfans auf dem Weg über den Friedhof in den Sportpark Ronhof, im Hintergrund ein großes Kreuz mit Jesusfigur, umgeben von Bäumen und Gräbern.

Zu sei­ner Er­öff­nung 1882 lag der Für­ther Fried­hof noch au­ßer­halb der Stadt – heu­te ist er ei­ne grü­ne Oa­se der Ru­he, ein Ort der Ge­schich­te und Be­geg­nung mit­ten in der Stadt – und an Spiel­ta­gen der »schön­ste, ru­hig­ste und kür­ze­ste« Weg für Fans der Spiel­ver­ei­ni­gung in den Sport­park Ron­hof. Für vie­le Fürther*innen ge­hört der Be­such von ver­stor­be­nen Freun­den und Fa­mi­li­en­mit­glie­dern auf dem Weg zum Fuß­ball da­zu.

Friedhofsgärtner Harald Bartilla sitzt am Steuer eines Fahrzeugs auf dem Fürther Friedhof bei einer Tour über das Gelände.

Ha­rald Bar­til­la ist hier seit 30 Jah­ren Fried­hofs­gärt­ner­mei­ster und hat viel zu er­zäh­len. Bei ei­ner Tour im Golf­cart über den 25h gro­ßen Fried­hof zeigt er uns die Ent­wick­lung des Ge­län­des und den Wan­del der Be­stat­tungs­kul­tur. Bar­til­la er­zählt von neu­en For­men des Er­in­nerns, von Bio­to­pen, Ur­nen­fel­dern und denk­mal­ge­schütz­ten Grä­bern, die zu Ge­mein­schafts­an­la­gen um­ge­stal­tet wer­den.

Felix Geismann steht vor dem denkmalgeschützten Grab seines Ur-Ur-Großvaters und zeigt auf die Grabstatue - eine weibliche Figur mit Palmwedel »Die Trauernde an der Tür zur Ewigkeit« – in der Familie Geismann nur »der Engel« genannt.

Fe­lix Geismanns Fa­mi­lie ge­hört ei­nes der über 300 denk­mal­ge­schütz­ten Grä­ber auf dem Für­ther Fried­hof. Für ihn ist der Fried­hof ein »Buch der Er­in­ne­rung«. »Hier, wo die Men­schen so wirk­lich rich­tig tot sind, sind sie auch ei­gent­lich am ein­zi­gen Ort so wirk­lich le­ben­dig, weil, wo fin­det man noch die Na­men, wo er­in­nert man sich noch an die­se Men­schen, die teil­wei­se schon 100, 120 Jah­re tot sind?«

Hanne Wiest steht mit einer Gießkanne am frisch bepflanzten Grab ihrer Eltern auf dem Fürther Friedhof. Sie berührt eines der Holzkreuze und verabschiedet sich.

Han­ne Wiest kommt re­gel­mä­ßig zum Grab ih­rer El­tern. Sie be­pflanzt die Flä­che selbst – mit Blu­men, Boh­nen und Na­sch­erd­bee­ren. Sie wünscht sich, dass auf dem Fried­hof künf­tig auch Obst- und Ge­mü­se­pflan­zen er­laubt wer­den und Kon­zer­te und Kul­tur hier statt­fin­den. Schon als Kind war sie mit ih­rer Groß­mutter auf dem Fried­hof un­ter­wegs, heu­te kommt sie mit ih­ren En­keln. »Die spre­chen mit Oma und Opa, gie­ßen, na­schen Erd­bee­ren – so bleibt der Fried­hof ein Ort des Le­bens.«

Friedhofsgärtner Harald Bartilla und Redakteurin Julia Thomas von hinten sitzend in einem Golfcart, Blick auf einen von Bartilla und seinem Team gestalteten Teil des Friedhofs – dem Garten der Vielfalt – wo auch extra ein Feld für Fans der Spielvereinigung geschaffen wurde.

Der Film be­glei­tet Men­schen, die den Fried­hof auf un­ter­schied­li­che Wei­se prä­gen – als Ar­beits­ort, Er­in­ne­rungs­ort und Teil ih­res Le­bens.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas, Cher­i­ma Na­sa und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Juli 2025

UNSER AMERIKA – 80 Jah­re Amis in Bay­ern

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Auf dem Army-Stützpunkt Hohenfels im Landkreis Neumarkt wird jedes Jahr ein Volksfest gefeiert – mit eigenem Bierkrug

Am En­de des Zwei­ten Welt­kriegs ka­men die Ame­ri­ka­ner als Be­sat­zer nach Bay­ern. Es war der Be­ginn ei­ner span­nungs­rei­chen Wech­sel­be­zie­hung, bei der sich das Kräf­te­ge­wicht im­mer wie­der ver­schob. In die­sem Film be­ge­ben wir uns auf die Spu­ren­su­che zu 80 Jah­ren Deutsch-Ame­ri­ka­ni­scher Ver­gan­gen­heit – an der Schwel­le zu ei­ner noch un­ge­wis­sen Zu­kunft.

Fürth-Kenner Bernd Jessusek (r.) zeigt Redakteur Peter Romir die Gustavstraße, durch die in den 50er Jahren noch Panzer rollten.

Der Start der Be­zie­hung war durch­aus schwie­rig: In Fürth fie­len die Be­sat­zer vor al­lem als trink- und rauf­freu­di­ge Un­ru­he­stif­ter auf – de­nen schließ­lich so­gar der Zu­gang zur Alt­stadt un­ter­sagt wer­den muss­te.

Er sieht Deutsche und Amis wie eine Familie: Col. Stephen C. Flanagan, Leiter der Militärbasen Hohenfels, Grafenwöhr und Vilseck

Heu­te ist das Ver­hält­nis ent­spann­ter. Im Stütz­punkt Ho­hen­fels fei­ern Deut­sche und Ame­ri­ka­ner je­des Jahr ein ge­mein­sa­mes Volks­fest und schau­en sich ge­gen­sei­tig Tra­di­tio­nen ab.

Stammgast im Fürther Stadtpark: Der Musiker George Kobrick kam nach Deutschland, als die Mauer fiel

Doch seit der zwei­ten Prä­si­dent­schaft von Do­nald Trump wird das Ver­hält­nis wie­der an­ge­spann­ter. Man­che Ame­ri­ka­ner, wie Ge­or­ge Ko­brick, füh­len sich des­halb in­zwi­schen in Deutsch­land mehr zu Hau­se als in Ame­ri­ka.

Jetzt erst recht: Trotz der Politik der aktuellen amerikanischen Regierung bestückte Katy Davis im Amerikahaus ein spezielles LGBTIQ+-Regal

Auch das Deutsch-Ame­ri­ka­ni­sche In­sti­tut im Ame­ri­ka­haus Nürn­berg spürt den Kul­tur­wan­del: Be­schäf­ti­gung mit Di­ver­si­tät oder Min­der­hei­ten ist nicht mehr of­fi­zi­ell er­wünscht – fin­det aber trotz­dem noch statt.

Ein Film von Pe­ter Ro­mir •  Län­ge: 30 Min.

Juli 2024

Die Kof­fer­fa­brik – 30 Jah­re le­ben­di­ge Kul­tur in al­ten Ge­mäu­ern

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Der Eingangsbereich der Kofferfabrik wurde Anfang der 2000er künstlerisch umgestaltet

Im Ju­ni 2024 fei­er­te das Kul­tur­zen­trum Kof­fer­fa­brik 30-jäh­ri­ges Be­stehen. Grund ge­nug, ein­mal zu­rück­zu­schau­en auf die Ge­schich­te ei­nes in die­ser Form in Deutsch­land be­son­de­ren Stücks ge­leb­ter So­zio­kul­tur.

Die Künstler Fredder Wanoth, Erika Simon und Joseph Stephan Wurmer hatten und haben ihre Ateliers auf dem Gelände

Mit dem Ein­zug ei­ni­ger frei­schaf­fen­der Künst­le­rin­nen be­ginnt in den 1980er Jah­ren das künst­le­ri­sche und krea­ti­ve Le­ben auf dem Are­al der ehe­ma­li­gen BERMAS Kof­fer­fa­brik.

Ausstellung in der von Lothar Böhm betriebenen Galerie Brockovski

1994 be­an­tra­gen Lo­thar Böhm und »Mär­tel« Mar­tin Rei­chel ei­ne Aus­schank­li­zenz – die of­fi­zi­el­le Zeit­rech­nung der Kof­fer­fa­brik be­ginnt. Der frei­schaf­fen­de Künst­ler Lo­thar Böhm grün­det das »Fo­rum für Kunst und Be­geg­nung« und spä­ter dann die Ga­le­rie Brock­ov­ski. Sein Ziel: Künst­ler und kunst­in­ter­es­sier­te Men­schen zu­sam­men­zu­brin­gen.

Zum Ensemble der Döring’schen Theaterwerkstatt auf dem Koffergelände gehören sowohl Mitarbeitende als auch Stammgäste der Kofferfabrik

Nach ei­nem kur­zen Zwi­schen­spiel über­nimmt 2007 Udo Mar­tin die Ge­schäfts­füh­rung. Wäh­rend bis da­hin die bil­den­de Kunst im Mit­tel­punkt stand, ver­schiebt sich der Schwer­punkt der Ak­ti­vi­tä­ten zu Mu­sik und Thea­ter.

Al di Meola kam gleich zwei Jahre hintereinander für mehrere Konzerte in die Kofferfabrik

Die Kof­fer­fa­brik ent­wickelt sich in die­sen Jah­ren zu ei­nem ins­be­son­de­re im Mu­sik­be­reich über­re­gio­nal be­ach­te­ten Ver­an­stal­tungs­ort, in dem auch Mu­sik­grö­ßen wie Bri­an Au­ger, Ray Wil­son und Al di Meo­la auf­ge­tre­ten sind.

Beim Jubiläumsbrunch kommen Jung und Alt im Biergarten der Kofferfabrik zusammen

Trotz Pan­de­mie und im­mer wie­der dro­hen­der Kün­di­gung über­lebt das Pro­jekt. Bis heu­te steht die »Kof­fer« für ge­leb­te To­le­ranz zwi­schen al­len Al­ters- und so­zia­len Schich­ten.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 59 Min.

Hier könnt Ihr den Film über Die Kof­fer an­schau­en!

Februar 2024

Kli­ma schüt­zen ist kein Ver­bre­chen – Aktivist*innen im Por­trait

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Seit 2019 gibt es die Ortsgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen. Jeden Mittwoch um 18:30 Uhr treffen sie sich im Plenum.

Seit mehr als ei­nem Jahr be­glei­ten wir die Nürn­berg Für­ther Orts­grup­pe von Extinc­tion Re­bel­li­on, kurz XR.

Extinction Rebellion fordert den sofortigen Ausstieg aus den fossilen Energien

Die Klimaaktivist*innen ver­su­chen, Po­li­tik, Wirt­schaft und Be­völ­ke­rung da­von zu über­zeu­gen, dass un­ser der­zei­ti­ges Han­deln nicht aus­reicht, um die Erd­er­wär­mung, wie von der Welt­ge­mein­schaft be­reits 1997 im so­ge­nann­ten Kyo­to­pro­to­koll be­schlos­sen, auf 1,5 Grad zu be­gren­zen.

Die-in im Rahmen einer Demonstration zum Thema Artensterben und Erhaltung der Biodiversität

Um auf die Dring­lich­keit der Si­tua­ti­on auf­merk­sam zu ma­chen, or­ga­ni­siert XR phan­ta­sie­vol­le Pro­test­ak­tio­nen und greift da­bei auch auf For­men des Zi­vi­len Un­ge­hor­sams zu­rück.

Blockade am Nürnberger Hauptbahnhof – am Klavier Sarah Kuhn: 'Wie kann man zugucken und nichts tun?'

Zwei Aktivist*innen möch­ten wir in die­sem Por­trait nä­her vor­stel­len: Sa­rah Kuhn ist 26 und hat vor kur­zem ihr Mu­sik­stu­di­um ab­ge­schlos­sen. (Fo­to: Flo­ri­an He­nig)

Ziviler Ungehorsam beim Lobbyverband Zukunft Gas – Achim Scheidl: 'Wir sind nicht die Bösen, fossile Lobby, Zukunft Gas, das sind die Übeltäter, die die Regierung einwickeln.'

Achim Scheidl ist 58, selbst­stän­dig und im Be­reich En­er­gie­tech­nik tä­tig. (Fo­to: Ste­fan Müller/PIC ONE)

Vor gut ei­nem Jahr stan­den die bei­den erst­mals vor Ge­richt. Sie hat­ten an ei­ner Stra­ßen­blocka­de teil­ge­nom­men, um so der For­de­rung nach ei­nem Es­sens­ret­ten­ge­setz Nach­druck zu ver­lei­hen. Das Ge­richt ver­ur­teil­te sie und at­te­stier­te ih­nen in der Ur­teils­be­grün­dung »ver­werf­li­ches Han­deln«. Das woll­ten die bei­den und ih­re Mit­an­ge­klag­ten nicht ak­zep­tie­ren und gin­gen in Be­ru­fung. Sa­rah: »Es ist nicht ver­werf­lich, sich für den Er­halt von Men­schen­le­ben und von der Ar­ten­viel­falt ein­zu­set­zen. Und ge­nau das ha­ben wir ge­tan.« Achim: »Ich will ei­nen Frei­spruch, weil ich nicht als ver­werf­lich han­delnd durchs Le­ben ge­hen möch­te.«

Sarahs Freund*innen - Adrian: 'Der Prozess hat Sarah sehr belastet.' - Isabell: 'Ich mache mir auch große Sorgen um Sarah, dass sie einfach irgendwie nicht genug aufpasst auf sich selbst.'

Wir ha­ben Sa­rah und Achim in der Zeit zwi­schen den bei­den Pro­zes­sen bei ih­ren kli­ma­ak­ti­vi­sti­schen Ak­ti­vi­tä­ten be­glei­tet und mit Freun­den von Sa­rah und Achims Ehe­frau ge­spro­chen.

Achims Frau Katrin: 'Wenn ich jetzt sagen würde, ich finde das doof, was du machst, ich will das nicht… und er würde tatsächlich aufhören, da würde ganz viel kaputt gehen.'

Wir ha­ben zwei Men­schen ken­nen ge­lernt, die aus Ver­zweif­lung über die Ne­gie­rung der Kli­ma­kri­se von Po­li­tik und Be­völ­ke­rung in ih­rem Pro­test be­wusst Ge­set­ze bre­chen, um auf die Dring­lich­keit des Han­delns hin­zu­wei­sen und da­bei ho­he Geld­stra­fen und im Ex­trem­fall so­gar ei­ne Vor­stra­fe oder Ge­fäng­nis ris­kie­ren.

Achim und seine Anwältin vor Gericht

Achim: »Ich wer­de krank da­bei, wenn ich mich ein­fach auf So­fa set­zen wür­de und nichts mehr tue, ich muss da wei­ter­ma­chen.« Sa­rah: »Ich las­se mich jetzt nicht von ei­nem Ur­teil ab­schrecken da­von, Ak­ti­vi­sti zu sein. Das war rich­tig und ich ha­be es aus Über­zeu­gung ge­tan und mei­ne Über­zeu­gun­gen ha­ben sich nicht ge­än­dert.«

Ein Film von Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 90 Min.

Hier könnt Ihr al­le 3 Tei­le in gan­zer Län­ge an­schau­en!

Oktober 2023

Für­thWi­ki – Frei­es Wis­sen für die Stadt

Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung bei der Eröffnungsfeier des FürthWiki-Ladens in der Gustavstraße

Wer schon ein­mal im In­ter­net et­was über die Stadt Fürth oder de­ren Lo­kal­ge­schich­te ge­sucht hat, wird ver­mut­lich auf den Sei­ten des Für­thWi­ki ge­lan­det sein. Seit 2007 gibt es ei­ne ei­ge­ne On­line-En­zy­klo­pä­die über die Klee­blatt­stadt, bei der sich vie­le Eh­ren­amt­li­che mit der Auf­ar­bei­tung der Stadt­ge­schich­te be­schäf­ti­gen und die­ses Wis­sen ko­sten­los im In­ter­net zur Ver­fü­gung stel­len.

Kamran Salimi und Annette von Heissen übergeben einen fotografischen Nachlass nach dessen Digitalisierung an den Leiter des Stadtarchives Dr. Martin Schramm

Die Für­ther Gu­stav­stra­ße, durch die einst mit der B8 ei­ne der wich­tig­sten Bun­des­stra­ßen der Re­gi­on führ­te, hat ei­ne lan­ge und wech­sel­vol­le Ge­schich­te hin­ter sich. So auch das Haus in der Gu­stav­stra­ße 12. Als das gro­ße La­den­lo­kal im Erd­ge­schoss im Jahr 2020 wie­der ein­mal leer stand, mie­te­te sich Für­thWi­ki hier ein.

Hans Anderer digitalisiert jahrzehntealte Ausgaben der Schülerzeitung »Die Pennalen«

Mit dem Für­thWi­ki-La­den hat das On­line-Nach­schla­ge­werk jetzt auch ei­ne ana­lo­ge An­lauf­stel­le. Mög­lich macht dies Wi­ki­me­dia Deutsch­land e. V., der deut­sche Ab­le­ger der Wi­ki­me­dia-Foun­da­ti­on, der das Pro­jekt auf Grund sei­ner Son­der­stel­lung in Deutsch­land för­dert.

Kamran Salimi fotografiert historische Artefakte auf dem großen Fototisch des FürthWiki-Ladens

Trotz ein­ge­schränk­ter Nut­zungs­mög­lich­kei­ten, die die Co­ro­na-Pan­de­mie im er­sten Jahr mit sich brach­te, ha­ben hier in­zwi­schen viel­fäl­ti­ge Ak­ti­vi­tä­ten rund um die Für­ther En­zy­klo­pä­die ei­ne Hei­mat ge­fun­den.

Bernd Jesussek interviewt einen betagten Zeitzeugen, dessen Erzählungen später als Audio-Datei im thematisch passenden FürthWiki-Artikel zum Anhören auf Mausklick verfügbar gemacht werden

Vom Mit­mach-Mitt­woch, an dem sich ak­ti­ve Mitarbeiter*innen zu­sam­men­fin­den und ge­mein­sam an Pro­jek­ten ar­bei­ten, über ei­nen rei­nen Frau­en­tag, bei dem es dar­um geht, Für­ther Frau­en­bio­gra­phien sicht­bar zu ma­chen über ei­ne wö­chent­li­che Sprech­stun­de, zu der Mensch ge­schichts­träch­ti­ge Din­ge vor­bei­brin­gen kann oder auch Fra­gen be­ant­wor­tet be­kommt, bis hin zur Ent­wick­lung von Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­ten – ist hier al­les mög­lich.

Beim WomenEdit »Frauen sichtbar machen« geht es darum, vermehrt Artikel über Frauen von lokaler Relevanz zu verfassen

Für­thWi­ki nimmt der­zeit ei­ne Son­der­stel­lung un­ter den Re­gio­nal­wi­kis in Deutsch­land ein. Da­mit dies auch so bleibt, macht man sich schon jetzt Ge­dan­ken über die Zu­kunft. So stel­len sich die Ak­ti­ven bei­spiels­wei­se auch die Fra­ge, was die Ver­net­zung von Such­ma­schi­nen mit KI für Aus­wir­kun­gen auf die Auf­find­bar­keit von Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen ei­nes Re­gio­nal­wi­kis ha­ben wird.

Ein Besucher der wöchentlichen offenen Sprechstunde zeigt Ralph Stenzel eine historische Druckplatte

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 60 Min.

Hier in vol­ler Län­ge an­zu­se­hen:

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