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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


Oktober 2026

FRIEDEN – aber wie?

JETZT ONLINE auf un­se­rem You­Tube Ka­nal

Im Fe­bru­ar 2022 rief der da­ma­li­ge Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz die »Zei­ten­wen­de« aus und schwor das Land auf ei­ne ver­stärk­te Ver­tei­di­gungs­be­reit­schaft ein. Es wur­den Schrit­te zur Re­ak­ti­vie­rung der Wehr­pflicht ein­ge­lei­tet. In Bay­ern wur­de die Zu­sam­men­ar­beit von Schu­len und Mi­li­tär ge­setz­lich ver­an­kert. Uni­ver­si­tä­ten wur­de es ver­bo­ten, ih­re For­schung auf zi­vi­le Zwecke zu be­schrän­ken. Mil­li­ar­den flos­sen in die Auf­rü­stung. Doch nicht al­le sind mit der zu­neh­men­den Aus­rich­tung der Ge­sell­schaft auf Krieg ein­ver­stan­den. Auch in Fran­ken for­miert sich Pro­test.

In Nürnberg treffen sich Schüler:innen, um gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren

In meh­re­ren De­mos pro­te­stier­ten Schüler:innen ge­gen den neu­en Wehr­dienst und ei­ne dro­hen­de Rück­kehr der Wehr­pflicht. Un­ter­stützt wer­den sie von Ge­werk­schaf­ten und lin­ken Or­ga­ni­sa­tio­nen. Ei­ner ih­rer zen­tra­len Vor­wür­fe ist, dass ei­ne äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, die nicht mehr die­nen wird, die Ju­gend in ei­nen Krieg schicken könn­te, der letzt­lich eher dem Pro­fit von Rü­stungs­fir­men dient als der Ver­tei­di­gung.

Physiker Wolfgang Nick hält im Nürnberger Friedensmuseum einen Vortrag über die Standorte und Reichweiten von NATO-Raketen

Ähn­li­che An­sich­ten ver­trat auch schon die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, die sich im Nürn­ber­ger Frie­dens­mu­se­um trifft. In den 1980er Jah­ren pro­te­stier­ten sie ge­gen die Sta­tio­nie­rung von US-Ra­ke­ten in Deutsch­land. Da­bei tra­fen un­ter­schied­li­che Grup­pen auf­ein­an­der: Chri­sten, So­zia­li­sten, aber auch Phy­si­ker, wie Wolf­gang Nick. Er er­in­nert sich an die Wi­der­stän­de, die es da­mals zu über­win­den galt.

Zu Gast bei Friedensaktivist Hans-Günther Schramm. Er zeigt Fotos von Protestaktionen aus den 80er Jahren

Eben­falls seit den 1980ern ak­tiv war Hans-Gün­ther Schramm. Durch sei­ne Schwei­ge­krei­se vor der Lo­renz­kir­che wur­de er zu ei­nem der be­kann­te­sten Ver­tre­ter ei­nes christ­lich mo­ti­vier­ten Pa­zi­fis­mus. Für ihn be­deu­tet das aber nicht nur »die an­de­re Wan­ge« hin­zu­hal­ten, son­dern klug zu pla­nen, wie im Ernst­fall ei­ne Ver­tei­di­gung des Lan­des or­ga­ni­siert wer­den kann, so dass Blut­ver­gie­ßen weit­ge­hend ver­mie­den wird.

Auf der Rüstungs-Messe »Enforce TAC« werden Drohnen, Panzer und Raketenabschuss-Anlagen präsentiert

Schließ­lich be­su­chen wir die Rü­stungs­mes­se »En­force TAC« in Nürn­berg. Auch de­ren Ma­cher und Aus­stel­ler se­hen ih­re Auf­ga­be dar­in, den Frie­den zu be­wah­ren und Men­schen­le­ben zu schüt­zen. Ih­re Me­tho­de ist je­doch ei­ne ganz an­de­re: Sie set­zen auf tech­ni­sche Über­le­gen­heit und auf ei­ne zu­neh­mend au­to­ma­ti­sier­te Kriegs­füh­rung mit Droh­nen und selbst­fah­ren­den Fahr­zeu­gen.

Ostern 2026: Der Nürnberger Kornmarkt ist gefüllt mit den Teilnehmenden der Ostermärsche, die gegen Krieg und Wehrpflicht demonstrieren

Ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on hat da­ge­gen der Oster­marsch, zu dem Frie­dens­be­weg­te in Deutsch­land seit den frü­hen 1960er Jah­ren je­des Jahr auf die Stra­ße ge­hen. Auf dem Nürn­ber­ger Korn­markt tref­fen wir Gün­ter Höcht vom Frie­dens­fo­rum, der un­ter »Frie­dens­tüch­tig­keit« et­was ganz an­de­res ver­steht als die Po­li­tik: die Fä­hig­keit, Kon­flik­te oh­ne Ge­walt zu lö­sen. Und die Mu­sik- und Ak­ti­vi­sten­grup­pe Stree­tOps um An­dre­as Bar­ber wirbt mit Stra­ßen­thea­ter da­für, dass die Frie­dens­be­we­gung wie­der lau­ter wird.

Die Do­ku­men­ta­ti­on »Frie­den – aber wie?« ver­sucht, die un­ter­schied­li­chen Be­stre­bun­gen und An­sät­ze deut­lich zu ma­chen. Ge­wid­met ist sie Hans-Gün­ther Schramm, der we­ni­ge Mo­na­te nach den Dreh­ar­bei­ten ver­starb.

»Ei­gent­lich müss­te je­der Christ Pa­zi­fist sein«
(Hans-Gün­ther Schramm 1941 – 2026)

Ein Film von Pe­ter Ro­mir •  Län­ge: 30 Min.

Oktober 2026

De­mo­kra­tie wei­ter ent­wickeln – die Po­di­ums­dis­kus­si­on

Im Rah­men un­se­rer Ak­ti­ons­wo­che „De­mo­kra­tie wei­ter­den­ken“ fand nach der Film­pre­view un­se­rer Re­por­ta­ge „De­mo­kra­tie wei­ter ent­wickeln – Brau­chen wir ein neu­es Den­ken?“ am 25. Ju­ni 2026 im Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on zum The­ma statt.

In der Dis­kus­si­on geht es, in An­leh­nung an die zu­vor ge­zeig­te Film­pre­view, um den Zu­stand un­se­rer De­mo­kra­tie und um die Fra­ge, war­um po­pu­li­sti­sche Ideen im­mer mehr Zu­lauf be­kom­men. Schwer­punkt der Dis­kus­si­on ist die Fra­ge, ob di­rekt­de­mo­kra­ti­sche Be­tei­li­gungs­mög­lich­kei­ten ei­ne sinn­vol­le und wich­ti­ge Er­gän­zung der par­la­men­ta­ri­schen De­mo­kra­tie sind und ob sie auch auf Bun­des­ebe­ne ein­ge­führt wer­den sol­len.

Auf dem Po­di­um sa­ßen un­ter der Lei­tung von Alex­an­der Jung­kunz, Chef­pu­bli­zist der Nürn­ber­ger Nach­rich­ten:
– Dr. Gün­ther Beck­stein, Baye­ri­scher Mi­ni­ster­prä­si­dent a.D.
– Wer­ner Küp­pers, OMNIBUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie,
– Tim Wil­ly We­ber, Bür­ger­mei­ster von Ot­ters­berg,
– Chri­sti­an Kö­nig, Mehr De­mo­kra­tie e.V. und
– Jörg Sieg­mund, Aka­de­mie für Po­li­ti­sche Bil­dung Tutz­ing.

Die Auf­zeich­nung der Po­di­ums­dis­kus­si­on ent­stand mit ei­nem Zu­schuss der Stif­tung „Nürn­berg – Stadt des Frie­dens und der Men­schen­rech­te“.

Ei­ne Pro­duk­ti­on von Me­di­en PRAXIS e.V. • Län­ge: 88 Min.

Die Re­por­ta­ge De­mo­kra­tie wei­ter ent­wickeln – Brau­chen wir ein neu­es Den­ken? ist eben­falls auf un­se­rem You­Tube-Ka­nal zu se­hen.

Juni 2026

De­mo­kra­tie wei­ter­den­ken – ei­ne Ak­ti­ons­wo­che zur Wei­ter­ent­wick­lung der De­mo­kra­tie

Vor 30 Jah­ren be­glei­te­te un­se­re er­ste point-Sen­dung den OMNIBUS für di­rek­te De­mo­kra­tie und den Ver­ein Mehr De­mo­kra­tie – da­mals kämpf­ten sie für kom­mu­na­le Bür­ger­ent­schei­de in Bay­ern. Am 1. Ok­to­ber 1995 stimm­ten 57,8 Pro­zent der Bay­ern da­für. An die­se er­ste Sen­dung wol­len wir nun an­knüp­fen – mit ei­ner Ak­ti­ons­wo­che, die fragt: Wie wol­len wir De­mo­kra­tie wei­ter­ent­wickeln? Seit 1995 pro­du­zie­ren wir als ge­mein­nüt­zi­ger Ver­ein Re­por­ta­gen, Do­ku­men­ta­tio­nen und Por­traits für un­se­re Sen­dung point, die sonn­tags abends auf Fran­ken Fern­se­hen aus­ge­strahlt wird – mit ho­hem eh­ren­amt­li­chen Auf­wand, oh­ne Wer­bung, mit der Frei­heit, die The­men zu wäh­len, die uns wich­tig sind.

Aktionswoche Demokratie 2026

Vom 22. bis 26. Ju­ni 2026 ver­an­stal­ten wir ge­mein­sam mit der Aka­de­mie Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) in Nürn­berg die Ak­ti­ons­wo­che »De­mo­kra­tie wei­ter den­ken«. Dass die Wo­che zu ei­nem be­son­ders ak­tu­el­len Zeit­punkt statt­fin­det, ist ein in­ter­es­san­ter Zu­fall: Am 28. Ju­ni 2026 fin­det in Nürn­berg der Bür­ger­ent­scheid »Lie­ber zu­rück auf Los« über den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs statt. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen selbst ent­schei­den, ob die der­zei­ti­gen Pla­nun­gen und Maß­nah­men für den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs so­fort ge­stoppt wer­den sol­len – und nut­zen da­bei ge­nau das In­stru­ment, für das der OMNIBUS und Mehr De­mo­kra­tie vor 30 Jah­ren ge­strit­ten ha­ben: den Bür­ger­ent­scheid.

Das Pro­gramm:

Aktionswoche Demokratie 2026

Wäh­rend der ge­sam­ten Wo­che ist der OMNIBUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie vor Ort – am 22. Ju­ni am He­le­ne-Lan­ge-Gym­na­si­um in Fürth und am 23. Ju­ni an der Be­ruf­li­chen Schu­le 7 in Nürn­berg für Work­shops mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern, vom 24. bis 26. Ju­ni an der Kö­nig­stra­ße (Wet­ter­häus­chen, Lo­renz­kir­che), täg­lich of­fen für Ge­sprä­che mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern.

Aktionswoche Demokratie 2026

Am Diens­tag, 23. Ju­ni um 19 Uhr lädt Jo­han­nes Stütt­gen im S11 des CPH zu ei­nem künst­le­ri­schen Ge­spräch ein un­ter dem Ti­tel »Die Krö­nung der De­mo­kra­tie«. Stütt­gen stu­dier­te an der Düs­sel­dor­fer Kunst­aka­de­mie bei Jo­seph Beu­ys, der ihn 1971 zum Mei­ster­schü­ler er­nann­te. Im sel­ben Jahr grün­de­te er mit Beu­ys die »Or­ga­ni­sa­ti­on für di­rek­te De­mo­kra­tie durch Volks­ab­stim­mung« – den Vor­läu­fer des heu­ti­gen Om­ni­bus. In sei­nem Ge­spräch stellt Stütt­gen die Fra­ge, wie der er­wei­ter­te Kunst­be­griff von Beu­ys – die Idee, dass je­der Mensch ein Künst­ler und da­mit Mit­ge­stal­ter des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens ist – mit der For­de­rung nach mehr di­rek­ter De­mo­kra­tie zu­sam­men­hängt. Er mo­ti­viert sei­ne Zu­hö­re­rin­nen und Zu­hö­rer, den Punkt in sich zu fin­den, an dem sie sich selbst als frei­heits­fä­hig und als Mit­ge­stal­ten­de ein­brin­gen kön­nen. Ein­tritt frei.

Aktionswoche Demokratie 2026

Am Don­ners­tag, 25. Ju­ni um 19 Uhr fin­det im Pirck­hei­mer­saal die Pre­mie­re un­se­rer neu­en Re­por­ta­ge »De­mo­kra­tie wei­ter­den­ken« statt. Der Film be­glei­tet Men­schen und In­itia­ti­ven, die sich heu­te für die Wei­ter­ent­wick­lung der De­mo­kra­tie en­ga­gie­ren – und knüpft in­halt­lich an un­se­re al­ler­er­ste Sen­dung von 1995 an, die die Ein­füh­rung der Bür­ger­ent­schei­de in Bay­ern be­glei­te­te.

Im An­schluss Po­di­ums­dis­kus­si­on mit fünf Gä­sten, die di­rek­te De­mo­kra­tie aus ganz un­ter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven ken­nen:

Dr. Gün­ther Beck­stein hat als ehe­ma­li­ger Baye­ri­scher Mi­ni­ster­prä­si­dent und Lei­ter des von Söder ein­ge­setz­ten Run­den Ti­sches zur Wei­ter­ent­wick­lung von Bür­ger­ent­schei­den ei­nen lan­gen Weg zu­rück­ge­legt – von ei­nem Skep­ti­ker di­rek­ter De­mo­kra­tie zu ei­nem ih­rer Be­für­wor­ter.

Jörg Sieg­mund von der Aka­de­mie für Po­li­ti­sche Bil­dung Tutz­ing bringt die wis­sen­schaft­li­che Per­spek­ti­ve ein: Was sa­gen die Da­ten über Po­li­tik­ver­dros­sen­heit, und was wirkt in der po­li­ti­schen Bil­dung wirk­lich?

Tim Wil­ly We­ber, Bür­ger­mei­ster des Fleckens Ot­ters­berg, ist die stärk­ste Ver­bin­dungs­fi­gur: Er fuhr in den 1990er Jah­ren als Prak­ti­kant mit dem Om­ni­bus mit, lei­te­te da­nach vie­le Jah­re Mehr De­mo­kra­tie e. V. als Ge­schäfts­füh­rer – und sitzt heu­te selbst im Rat­haus.

Wer­ner Küp­pers ist seit mehr als 25 Jah­ren als Bus­fah­rer des Om­ni­bus un­ter­wegs und täg­lich im Ge­spräch mit Men­schen auf Markt­plät­zen und an Schu­len.

Chri­sti­an Kö­nig ko­or­di­niert für Mehr De­mo­kra­tie e. V. die Lan­des­ver­bän­de in Ost­deutsch­land – in Re­gio­nen, in de­nen das Ver­trau­en in die re­prä­sen­ta­ti­ve De­mo­kra­tie be­son­ders un­ter Druck steht und die Fra­ge, wie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger stär­ker ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, be­son­ders drin­gend ist.

Mo­de­ra­ti­on: Alex­an­der Jung­kunz, Chef­pu­bli­zist Nürn­ber­ger Nach­rich­ten. Abend­mo­de­ra­ti­on: Co­rin­na Miel­ke, Baye­ri­scher Rund­funk. Ein­tritt frei.

Aktionswoche Demokratie 2026

Den Ab­schluss bil­det am Frei­tag, 26. Ju­ni um 18:30 Uhr im Pirck­hei­mer­saal die Dia­log­ver­an­stal­tung »Spre­chen & Zu­hö­ren – Nürn­berg, ei­ne le­bens­wer­te Stadt?«

Zur­zeit wird in Nürn­berg heiß über den Aus­bau des Fran­ken­schnell­wegs dis­ku­tiert. Geg­nern und Be­für­wor­tern geht es um ei­ne le­bens­wer­te Stadt. Aber was macht für Dich ei­ne le­bens­wer­te Stadt aus? Wel­che Rol­le spie­len da­bei In­di­vi­du­al­ver­kehr und ÖPNV? Wie wich­tig ist Dir kul­tu­rel­le Viel­falt und Kli­ma­schutz?

Spre­chen ver­bin­det, Zu­hö­ren ver­än­dert. Das vom Ver­ein Mehr De­mo­kra­tie ent­wickel­te Dia­log­for­mat bringt Men­schen mit un­ter­schied­lich­sten Mei­nun­gen und Über­zeu­gun­gen mit­ein­an­der ins Ge­spräch. Es schafft Raum für Aus­tausch, bei dem nie­mand über­zeugt wer­den muss – ei­nen Ort, um per­sön­li­ches Er­le­ben zu tei­len und Per­spek­ti­ven von an­de­ren zu hö­ren: oh­ne Un­ter­bre­chung, oh­ne Be­wer­tung, da­für mit Neu­gier und Re­spekt. Im An­schluss gibt es Zeit zum frei­en Aus­tausch. Mo­de­ra­ti­on: In­grid Pickel und Chri­sti­na Gänß­bau­er (Mehr De­mo­kra­tie e. V.). Ein­tritt frei.

Die drei Abend­ver­an­stal­tun­gen fin­den im Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus, Kö­nig­stra­ße 64, 90402 Nürn­berg statt.

Den Fly­er zur Ak­ti­ons­wo­che De­mo­kra­tie kön­nen Sie als PDF-Da­tei her­un­ter­la­den.

Die Re­por­ta­ge und die Po­di­ums­dis­kus­si­on vom 25. Ju­ni sind jetzt on­line: zur Re­por­ta­ge · zur Po­di­ums­dis­kus­si­on

März 2026

Pirck­hei­mer-Preis für die Me­di­en PRAXIS

Ein­mal im Jahr ver­leiht die Aka­de­mie im Nürn­ber­ger Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) ei­nen Preis für Men­schen, die sich in be­son­de­rer Wei­se für die Re­gi­on ein­set­zen.

Wir freu­en uns sehr, dass wir dies­mal zu den Preis­trä­gern ge­hö­ren. Das CPH zeich­ne­te da­mit un­se­re lang­jäh­ri­ge Ar­beit als Do­ku­men­tar­fil­mer aus: »Die Ar­beit von Me­di­en PRAXIS er­in­nert uns dar­an, was gu­ter Jour­na­lis­mus lei­sten kann: Men­schen sicht­bar ma­chen, Miss­stän­de be­nen­nen und neue Per­spek­ti­ven er­öff­nen«, sag­te Ju­ry­mit­glied Ma­ri­ca Münch.

Jurymitglied Marica Münch, point-Redaktion Julia Thomas, Peter Romir, Cherima Nasa und Thomas Steigerwald mit CPH-Leiter Dr. Siegfried Grillmeyer bei der Verleihung des Caritas-Pirckheimer-Preises

Die Re­dak­ti­on point Ju­lia Tho­mas, Pe­ter Ro­mir, Cher­i­ma Na­sa, Tho­mas Stei­ger­wald und Nor­bert Gold­ham­mer, der bei der Ver­lei­hung lei­der nicht da­bei sein konn­te, be­dan­ken sich und gra­tu­lie­ren auch ganz herz­lich den an­de­ren Preis­trä­gern: dem So­zi­al­ma­ga­zin Stra­ßen­kreu­zer, den Pau­lus-Schwe­stern am Ja­kobs­platz so­wie Tho­mas Ohl­wer­ter vom Schul­re­fe­rat der Ka­tho­li­schen Stadt­kir­che Nürn­berg. Auch sie tra­gen mit ih­rer Ar­beit we­sent­lich da­zu bei, die Re­gi­on mit »Gu­ten Nach­rich­ten« zu fül­len.

Das CPH hat an­läss­lich der Preis­ver­lei­hung ei­nen klei­nen Vor­stel­lungs­film über uns ge­dreht: Die Re­dak­ti­on point stellt sich vor

Februar 2026

Der Platz

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Während der Sommermonate vergnügen sich die Kinder im begehbaren Brunnen vor der Baustellenkulisse. Manche Anwohner empfinden das unrhythmische Plätschern als Zumutung.

Mit­ten im Her­zen der Süd­stadt klafft seit Jah­ren ein Loch. Der Auf­seß­platz ist ein Ort in der War­te­schlei­fe. Ei­nen Som­mer lang rich­tet der neue Do­ku­men­tar­film von Cher­i­ma Na­sa den Blick auf die Men­schen, die den Platz täg­lich nut­zen.

Hinter dem Gitter des Bauzauns ist eine Wasserlandschaft entstanden. Auf einer Demonstration am Platz wird u.a. der Erhalt des »Aufseßsees« gefordert.

Die Bau­gru­be mar­kiert den Still­stand. Gleich da­ne­ben or­ga­ni­sie­ren sich die Rou­ti­nen des All­tags. Män­ner­grup­pen tref­fen sich re­gel­mä­ßig, vie­le mit Mi­gra­ti­ons­er­fah­rung. Kin­der ra­deln über das Pfla­ster, sprin­gen über­mü­tig in die Brun­nen am Platz. Ak­ti­vi­sten vom So­li­da­ri­täts­netz­werk for­dern den ra­schen Bau von gün­sti­gem Wohn­raum.

Eine Gruppe Obdachloser und Trinker hat sich in einer schattigen Nische des Platzes eingerichtet. In den Sommermonaten treffen sie sich hier täglich.

Für Men­schen oh­ne fe­sten Wohn­sitz ist der Auf­seß­platz ein Stück Zu­hau­se. Was in der öf­fent­li­chen De­bat­te oft pau­schal und ab­wer­tend eti­ket­tiert wird, be­deu­tet für sie ei­ne ver­läss­li­che Ge­mein­schaft im öf­fent­li­chen Raum.

Rosie war seit vielen Jahren nicht mehr am Aufseßplatz und steht traurig vor der Brache. Hier stand das Kaufhaus, in dem sie lange als Verkäuferin gearbeitet hatte.

Es gibt auch die­je­ni­gen, die den Platz mit Weh­mut be­trach­ten, wie Ro­sie, die jahr­zehn­te­lang Ver­käu­fe­rin im längst ab­ge­ris­se­nen Kauf­haus war und jetzt vor ei­ner »Was­ser­pfit­schen« steht.

Marco ist blind. Sein Freund Marco geleitet ihn mit dem elektrischen Rollstuhl über den Platz; sie gehören zum Stammpublikum.

Die Freun­de Da­ni­el und Mar­co tref­fen sich re­gel­mä­ßig am Platz und freu­en sich, dass „hier im­mer was los ist“ und „man sich nicht ver­stel­len muss“.

Eine alte Frau und ein Mädchen scherzen im Schatten der Bäume am Spielplatz. Dass sie verschieden Sprachen sprechen, bedeutet für die ungleichen Freundinnen keine Barriere.

Der Film ver­schweigt die Span­nun­gen nicht. Er zeigt das Ne­ben­ein­an­der von Fa­mi­li­en und Ob­dach­lo­sen, von alt­ein­ge­ses­se­nen An­woh­ne­rin­nen und Neu­an­kömm­lin­gen. Er zeigt Miss­trau­en und Vor­ur­tei­le. Doch er be­ob­ach­tet auch, wie das Zu­sam­men­le­ben – oft lei­se und un­spek­ta­ku­lär – täg­lich aus­ge­han­delt wird.

Hinter dem unzureichenden Sichtschutz herrscht seit Jahren Stillstand; die Baugrube wird vom Volksmund längst als »Lago di Aufseß« verspottet.

Ein Film von Cher­i­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

August 2025

Nürn­berg und sein Ka­nal – Mil­lio­nen­grab oder Was­ser­stra­ße mit Zu­kunft?

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Auf dem Kanal sind kaum noch Frachtschiffe zu sehen.

Der Main-Do­nau-Ka­nal ist un­be­strit­ten ei­ne der gro­ßen In­ge­nieurs­lei­stun­gen des 20. Jahr­hun­derts. Ei­ne Was­ser­stra­ße, die den Main mit der Do­nau und da­mit auch die Nord­see mit dem Schwar­zen Meer ver­bin­det. Doch drei­ßig Jah­re nach sei­ner Fer­tig­stel­lung fällt die Bi­lanz er­nüch­ternd aus.

Die über 300 Meter lange Hafenbrücke in Nürnberg wird abgerissen und muss erneuert werden.

Am Ha­fen Nürn­berg, ei­nem der größ­ten Gü­ter­ver­kehrs­zen­tren Süd­deutsch­lands, zeigt sich, wie tief die Bin­nen­schiff­fahrt in der Kri­se steckt. Wo einst Mil­lio­nen Ton­nen an Koh­le, Erz oder Dün­ger um­ge­schla­gen wur­den, lie­gen die Kais heu­te oft leer. 2023 wa­ren es noch rund 2,5 Mil­lio­nen Ton­nen, im Ver­gleich zur Schie­ne ein Bruch­teil. Wäh­rend LKW und Bahn im­mer schnel­ler und fle­xi­bler ge­wor­den sind, kämpft das Bin­nen­schiff mit lan­gen Trans­port­zei­ten, War­te­pha­sen an den Schleu­sen und sin­ken­der Nach­fra­ge.

Der Hafen ist ein trimodales Güterverkehrszentrum und bringt Güter von der Straße auf die Schiene oder das Schiff.

Gleich­zei­tig ver­schlingt der Er­halt der Was­ser­stra­ße enor­me Sum­men. Brücken müs­sen ab­ge­ris­sen und neu ge­baut wer­den, Schleu­sen wer­den für hun­der­te Mil­lio­nen sa­niert. Kri­ti­ker wie der BUND Na­tur­schutz spre­chen von ei­nem öko­lo­gisch wie öko­no­misch ge­schei­ter­ten Pro­jekt, ei­nem »Mil­lio­nen­grab« mit­ten in Bay­ern. Sie ver­wei­sen auf die mas­si­ven Ein­grif­fe in Na­tur und Land­schaft, auf ent­wäs­ser­te Feucht­ge­bie­te und ver­lo­re­ne Ar­ten­viel­falt.

Der Bund Naturschutz war von Anfang an gegen den Bau des Main-Donau-Kanals.

Und doch: Der Main-Do­nau-Ka­nal bleibt Teil der eu­ro­päi­schen In­fra­struk­tur – und er er­lebt ei­nen Wan­del. Die Con­tai­ne­ri­sie­rung hat neue For­men der Lo­gi­stik her­vor­ge­bracht, und im Fluss­tou­ris­mus zeigt sich ei­ne Ent­wick­lung, die nie­mand über­se­hen kann. 2024 leg­ten in Nürn­berg 750 Kreuz­fahrt­schif­fe mit rund 100.000 Pas­sa­gie­ren an. Für die Stadt ein wach­sen­der Wirt­schafts­fak­tor, für die Gä­ste aus al­ler Welt ein er­ster Ein­druck von Nürn­bergs Ge­schich­te und Kul­tur.

Die Flusstouristik boom. Mittlerweile legen in Nürnberg mehr Kreuzfahrtschiffe als Frachtschiffe an.

Die Re­por­ta­ge wirft ei­nen Blick auf ein Bau­werk vol­ler Wi­der­sprü­che: zwi­schen sin­ken­dem Fracht­ver­kehr und boo­men­der Kreuz­schiff­fahrt, zwi­schen ho­hen In­ve­sti­tio­nen und ei­ner un­si­che­ren Zu­kunft.

Die Binnenschifffahrt steht vor großen Herausforderungen und muss sich erneuern um zu überleben.

Ei­ne fil­mi­sche Be­stands­auf­nah­me über die Be­deu­tung des Main-Do­nau-Ka­nals heu­te und die Fra­ge, wel­che Rol­le er mor­gen noch spie­len kann.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Juli 2025

UNSER AMERIKA – 80 Jah­re Amis in Bay­ern

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Auf dem Army-Stützpunkt Hohenfels im Landkreis Neumarkt wird jedes Jahr ein Volksfest gefeiert – mit eigenem Bierkrug

Am En­de des Zwei­ten Welt­kriegs ka­men die Ame­ri­ka­ner als Be­sat­zer nach Bay­ern. Es war der Be­ginn ei­ner span­nungs­rei­chen Wech­sel­be­zie­hung, bei der sich das Kräf­te­ge­wicht im­mer wie­der ver­schob. In die­sem Film be­ge­ben wir uns auf die Spu­ren­su­che zu 80 Jah­ren Deutsch-Ame­ri­ka­ni­scher Ver­gan­gen­heit – an der Schwel­le zu ei­ner noch un­ge­wis­sen Zu­kunft.

Fürth-Kenner Bernd Jessusek (r.) zeigt Redakteur Peter Romir die Gustavstraße, durch die in den 50er Jahren noch Panzer rollten.

Der Start der Be­zie­hung war durch­aus schwie­rig: In Fürth fie­len die Be­sat­zer vor al­lem als trink- und rauf­freu­di­ge Un­ru­he­stif­ter auf – de­nen schließ­lich so­gar der Zu­gang zur Alt­stadt un­ter­sagt wer­den muss­te.

Er sieht Deutsche und Amis wie eine Familie: Col. Stephen C. Flanagan, Leiter der Militärbasen Hohenfels, Grafenwöhr und Vilseck

Heu­te ist das Ver­hält­nis ent­spann­ter. Im Stütz­punkt Ho­hen­fels fei­ern Deut­sche und Ame­ri­ka­ner je­des Jahr ein ge­mein­sa­mes Volks­fest und schau­en sich ge­gen­sei­tig Tra­di­tio­nen ab.

Stammgast im Fürther Stadtpark: Der Musiker George Kobrick kam nach Deutschland, als die Mauer fiel

Doch seit der zwei­ten Prä­si­dent­schaft von Do­nald Trump wird das Ver­hält­nis wie­der an­ge­spann­ter. Man­che Ame­ri­ka­ner, wie Ge­or­ge Ko­brick, füh­len sich des­halb in­zwi­schen in Deutsch­land mehr zu Hau­se als in Ame­ri­ka.

Jetzt erst recht: Trotz der Politik der aktuellen amerikanischen Regierung bestückte Katy Davis im Amerikahaus ein spezielles LGBTIQ+-Regal

Auch das Deutsch-Ame­ri­ka­ni­sche In­sti­tut im Ame­ri­ka­haus Nürn­berg spürt den Kul­tur­wan­del: Be­schäf­ti­gung mit Di­ver­si­tät oder Min­der­hei­ten ist nicht mehr of­fi­zi­ell er­wünscht – fin­det aber trotz­dem noch statt.

Ein Film von Pe­ter Ro­mir •  Län­ge: 30 Min.

Mai 2025

Hei­di Sill – der Wunsch nach Frei­heit

Die in Fürth ge­bo­re­ne und an der Aka­de­mie der Bil­den­den Kün­ste in Nürn­berg aus­ge­bil­de­te Künst­le­rin Hei­di Sill ist viel­schich­tig un­ter­wegs. Sie ist Zeich­ne­rin, In­stal­la­ti­ons- und Kon­zept­künst­le­rin und en­ga­giert sich seit ih­rer Stu­di­en­zeit für ih­re Künstlerkolleg*innen und Kul­tur­schaf­fen­de.

Heidi Sill beim Wandzeichnen im Kunstverein Zirndorf – beim Aufbau ihrer Ausstellung »Apokalypse« zur Biennale der Zeichnung 2025.

Nach ih­rem Stu­di­um und ei­nem Sti­pen­di­um an dem re­nom­mier­ten In­sti­tut des Hau­tes Etu­des en Arts Pla­sti­ques in Pa­ris, be­schließt sie, nach Ber­lin zu zie­hen. In ih­rer al­ten Hei­mat war ihr »die Kunst­sze­ne zu klein, es fin­det kei­ne Be­we­gung statt….“, wie sie uns in ei­nem er­sten Por­trait vor 23 Jah­ren er­zähl­te.

Heidi Sill im Gespräch mit dem Künstler Andreas Oehlert bei dessen Ausstellung im »Bernsteinzimmer«. Beide verbindet eine langjährige Freundschaft.

Doch der An­fang in der Groß­stadt ist hart. Nie­mand kennt sie. Sie jobbt, um ih­ren Le­bens­un­ter­halt zu ver­die­nen – und ent­wickelt zu­gleich un­be­irrt ih­re Kunst wei­ter. Heu­te lebt Hei­di Sill von ih­rer künst­le­ri­schen Ar­beit. Ge­blie­ben sind die The­men, die sie seit Jahr­zehn­ten um­trei­ben: das Span­nungs­feld von Äs­the­tik und Ge­walt, Kör­per­bil­der jen­seits gän­gi­ger Nor­men, die Rol­le der Frau, Fra­gen von Sicht­bar­keit, Kon­trol­le und Be­frei­ung.

Heidi Sill unter ihrer Kunst-am-Bau-Arbeit »Leiter der Welt« in der PTB Berlin – eine Installation angelehnt an die Tieftemperaturforschung im Haus.

Ne­ben ih­rer frei­en künst­le­ri­schen Ar­beit rea­li­siert sie seit mehr als 10 Jah­ren auch Kunst-am-Bau-Pro­jek­te. Für Hei­di sind das kei­ne rei­nen Auf­trags­ar­bei­ten. Sie sieht dar­in die Mög­lich­keit, ihr künst­le­ri­sches Den­ken zu er­wei­tern und mit ih­rer Kunst neue Ziel­grup­pen zu er­rei­chen – im öf­fent­li­chen Raum, in wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tu­tio­nen, im All­tag. Da­ne­ben en­ga­giert sich Hei­di Sill seit Jahr­zehn­ten kul­tur­po­li­tisch – als lang­jäh­ri­ge Vor­stän­din bzw. Spre­che­rin des BBK Ber­lin, als en­ga­gier­te Strei­te­rin für fai­re Künst­ler­ho­no­ra­re, für mehr Sicht­bar­keit von Künstler*innen.

Heidi Sill mit Stéphane Bauer (Kunstraum Bethanien, Berlin). Sie sprechen über Kürzungen im Kulturbereich und ihre frühere kulturpolitische Zusammenarbeit.

Auch wenn Hei­di sich nicht vor­stel­len kann, nach Nürn­berg zu­rück zu kom­men, die Ver­bun­den­heit zur al­ten Hei­mat ist ge­blie­ben. Sei es, um El­tern und Freun­de zu be­su­chen oder für ei­ne Aus­stel­lung mit ih­ren Ar­bei­ten, wie vor we­ni­gen Wo­chen im Rah­men der Bi­en­na­le der Zeich­nung. Ein Por­trait über ei­ne Künst­le­rin, die et­was zu sa­gen hat, künst­le­risch und ge­sell­schafts­po­li­tisch.

Heidi Sill bei der Vernissage im Kunstverein Zirndorf, flankiert von Kuratorin und Thomas Heyden. Im Hintergrund: ihre Arbeiten zu Dürers Apokalypse.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Hier könnt Ihr die Re­por­ta­ge an­schau­en!

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