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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


April 2026

Die KI kommt in die Pfle­ge – ei­ne Re­por­ta­ge aus dem Pfle­ge­all­tag

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Der Telepräsenzroboter Robody auf der Altenpflegemesse: Eine Pflegekraft steuert den Roboter per Datenbrille aus der Ferne und erscheint dabei mit ihrem Gesicht auf dem Display – die Technologie soll Pflegekräfte bei Zweit- und Drittbesuchen entlasten.

Al­le zwei Jah­re tref­fen sich Fach­leu­te aus der Pfle­ge­bran­che in Nürn­berg auf der Al­ten­pfle­ge­mes­se – der Leit­mes­se der Pfle­ge­bran­che. Längst ist dort auch Künst­li­che In­tel­li­genz ein The­ma: So­zi­al­ro­bo­ter und die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on zei­gen, wie stark sich die Bran­che im Wan­del be­fin­det.

Rafael Hostettler von navelrobotics mit dem Sozialroboter Navel auf der Altenpflegemesse in Nürnberg – der KI-gestützte Gesprächsroboter soll Einsamkeit bei älteren Menschen begegnen und wurde inzwischen an rund 35 Pflegeeinrichtungen verkauft.

Im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler steht man die­sen Ent­wick­lun­gen of­fen ge­gen­über. Seit ca. ei­nem Jahr wird hier ein so­zia­ler Ro­bo­ter na­mens Gott­fried er­probt. Ein­mal pro Wo­che ist er im Ein­satz. In Be­glei­tung ei­ner Mit­ar­bei­te­rin be­sucht er ein­zel­ne Bewohner*innen und führt mit Ih­nen Ge­sprä­che, die sie an­re­gen, ak­ti­vie­ren und der Ein­sam­keit ent­ge­gen­wir­ken sol­len. Doch wie gut funk­tio­niert das in der Pra­xis? Bei un­se­ren Be­su­chen im Se­nio­ren­zen­trum ha­ben wir er­lebt, wie viel Po­ten­zi­al in der Tech­no­lo­gie steckt, aber auch, wo ih­re Gren­zen lie­gen.

Eine Pflegerin und eine ältere Bewohnerin sitzen im Zimmer eines Seniorenheims und schauen den kleinen Sozialroboter Gottfried an – ein orangefarbener Roboter mit Strickmütze, der einmal pro Woche in der Einzelbetreuung eingesetzt wird.

Haupt­ein­satz­ge­biet der künst­li­chen In­tel­li­genz im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler ist aber die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on. Per Sprach­ein­ga­be er­fas­sen Mit­ar­bei­ten­de ih­re Tä­tig­kei­ten di­rekt im Be­woh­ner­zim­mer. Die KI struk­tu­riert und ver­ar­bei­tet die In­hal­te au­to­ma­tisch. Ei­ne Zeit­er­spar­nis, die dem Pfle­ge­per­so­nal mehr Spiel­raum für das gibt, was kei­ne Ma­schi­ne er­set­zen kann: mensch­li­che Zu­wen­dung.

Zwei Mitarbeitende des Seniorenzentrums Gottfried Seiler besprechen die KI-gestützte Dokumentations-App: Per Spracheingabe ins Smartphone erfassen Pflegekräfte ihre Tätigkeiten direkt am Bewohnerzimmer – das spart bis zu 25 Minuten Dokumentationszeit pro Schicht.

Die Mit­ar­bei­ten­den im Se­nio­ren­zen­trum ste­hen dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt of­fen ge­gen­über – zie­hen aber auch kla­re Gren­zen. Grund­pfle­ge, Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, der Um­gang mit Ster­ben­den: Das sind Be­rei­che, in de­nen KI aus ih­rer Sicht nichts ver­lo­ren hat. »Do­ku­men­ta­ti­on und Ak­ti­vie­rung ja, aber der Mensch bleibt im Mit­tel­punkt«.

Eine Pflegekraft hält ein Smartphone mit der KI-Dokumentations-App in der Hand – die Spracherkennung wandelt gesprochene Einträge automatisch in strukturierte Pflegedokumentation um und steht sofort allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.

»Die KI kommt in die Pfle­ge« ist ein Blick auf ei­ne Bran­che im Um­bruch. Der Film zeigt, wie Tech­no­lo­gie sinn­voll un­ter­stüt­zen kann – oh­ne die ent­schei­den­de Fra­ge aus dem Blick zu ver­lie­ren: Wie viel Tech­nik wol­len wir zu­las­sen, und wo blei­ben wir be­wusst bei der zwi­schen­mensch­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on?

Die Leiterin des Seniorenzentrums Gottfried Seiler im Gespräch mit einer Bewohnerin im Flur – eine alltägliche Szene, die zeigt: Auch dort, wo KI die Arbeit erleichtert, bleibt persönlicher Kontakt und menschliche Zuwendung der Kern der Pflege.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

April 2025

WER SPIELT HIER MIT? Zu Be­such im KI-La­bor der Hoch­schu­le für Mu­sik Nürn­berg

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Professor Dr. Sebastian Trump, Inhaber des Lehrstuhls für künstliche Kreativität und musikalische Interaktion an der Hochschule für Musik Nürnberg, experimentiert seit geraumer Zeit mit KI-gesteuerten Instrumenten, hier bei den Spirio Sessions.

Elek­tro­ni­sche Mu­sik gibt es seit den 1950er Jah­ren. Was zu­nächst in ex­pe­ri­men­tel­len Stu­di­os ent­stand und spä­ter durch Bands wie Kraft­werk po­pu­lär wur­de, fand mit Künst­lern wie De­pe­che Mo­de in den 1980er Jah­ren sei­nen Weg in die Pop­kul­tur. Heu­te er­öff­net Künst­li­che In­tel­li­genz der elek­tro­ni­schen Mu­sik neue Di­men­sio­nen – mu­si­ka­lisch, tech­nisch und äs­the­tisch.

Zusammen mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Alexander Lunt probiert Professor Dr. Sebastian Trump ein KI-Modell aus.

Seit 2022 wird an der Hoch­schu­le für Mu­sik Nürn­berg un­ter der Lei­tung von Pro­fes­sor Dr. Se­ba­sti­an Trump am Zu­sam­men­spiel von Mensch und Ma­schi­ne ge­forscht. Als In­ha­ber des Lehr­stuhls für Künst­li­che Krea­ti­vi­tät und mu­si­ka­li­sche In­ter­ak­ti­on ent­wickelt Trump mit sei­nem Team in­ter­ak­ti­ve Sy­ste­me, bei de­nen KI auf mu­si­ka­li­sche Im­pul­se in Echt­zeit re­agiert.

Sina Liebel und Stella Heutling haben gemeinsam mit einer Designerin ein Stück in drei Akten für eine Performance mit der Robo Percussion produziert.

Trump, der selbst aus der Jazz­im­pro­vi­sa­ti­on kommt, ar­bei­tet mit ei­nem KI-ge­steu­er­ten Flü­gel oder ei­nem ro­bo­ti­schen Schlag­werk. Von ihm und sei­nem wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter Alex­an­der Lunt ent­wickel­te bzw. wei­ter­ent­wickel­te KI-Mo­du­le re­agie­ren auf sein Spiel, in­dem sie mu­si­ka­li­sche Mu­ster ana­ly­sie­ren und dar­aus ei­ge­ne Klang­ideen ge­ne­rie­ren.

Professor Sebastian, Trump und Alexander Lunt bauen im AI Music Lab Instrumente für das RoboPercussion Projekt auf.

Ein Ex­pe­ri­ment, das laut Se­ba­sti­an Trump noch in den Kin­der­schu­hen steckt. Den­noch ha­ben er­ste Stu­den­tin­nen im Rah­men von Pro­jek­ten be­reits ei­ge­ne Er­fah­run­gen mit der KI ge­sam­melt – auch wenn sie das mensch­li­che Ge­gen­über beim Mu­si­zie­ren bis­lang be­vor­zu­gen.

Im KI Musik-Labor arbeiten Stella Heutling und Sina Liebel an ihrem Stück mit der RoboPercussion.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 28 Min.

Hier könnt Ihr die Re­por­ta­ge an­schau­en!

März 2025

Kann KI Kunst? – Zu Be­such an der Aka­de­mie der Bil­den­den Kün­ste

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In der Klasse von Constant Dullaart wird neue Technik installiert – der Professor für Vernetzte Materialität setzt dabei auf Selbermachen und Open-Source-Modelle.

Künst­li­che In­tel­li­genz hält zu­neh­mend Ein­zug in un­se­ren All­tag – ob beim Schrei­ben, Re­cher­chie­ren, Über­set­zen oder Mu­sik­ma­chen. Doch was be­deu­tet die­ser tech­no­lo­gi­sche Wan­del für die Kunst? Wir ha­ben uns an der Aka­de­mie der Bil­den­den Kün­ste in Nürn­berg um­ge­hört.

Constant Dullaart zeigt ein Beispiel aus einer Serie Euronet – er ließ ein KI-System aus Bilddaten europäische Kultur in Form von Objekten, Bauten und Persönlichkeiten visualisieren – hier das Beispiel eines unmöglichen Croissants.

Con­stant Dul­la­art ist seit 2022 Pro­fes­sor an der AdBK. In sei­ner Klas­se für Ver­netz­te Ma­te­ria­li­tät geht es dem Kon­zept­künst­ler, der schon lan­ge mit und über KI ar­bei­tet, dar­um, sei­nen Stu­die­ren­den mit­zu­ge­ben, wie Kunst im di­gi­ta­len Raum ent­steht, ver­teilt und wahr­ge­nom­men wird – zwi­schen Bild­schir­men, Codes, Apps und klas­si­schen For­ma­ten. Für ihn le­ben wir »in ei­ner iko­no­kla­sti­schen Zeit, in der sich al­les än­dert.«

Daniel Wessolek, Leiter des Media Labs der AdBK, backt mit Studierenden ein »Brezel-Sticker-Pack« nach.

Wir ha­ben Da­ni­el Wes­so­lek, den Lei­ter des Me­dia Lab der AdBK be­sucht. Hier kön­nen Stu­die­ren­de mit ana­lo­gen und di­gi­ta­len Tech­no­lo­gien ex­pe­ri­men­tie­ren. Der Fo­kus liegt auf tech­ni­schem Grund­la­gen­wis­sen, ei­ge­nem Pro­gram­mie­ren und auf der Fra­ge, wie man als Künstler*in di­gi­ta­le Tech­no­lo­gien ak­tiv mit­ge­stal­ten kann. Der KI steht er am­bi­va­lent ge­gen­über. »Bis­her ha­ben mich die Er­geb­nis­se nicht über­zeugt.«

Das Media LAB ist ein »Spielplatz«: Paul lernt heute, einen Lautsprecher zu löten.

Wir ha­ben den Stu­den­ten Ro­bin ken­nen ge­lernt, der mit Hil­fe von KI ein Mu­sik­vi­deo ge­ne­riert hat, mit Paul ge­spro­chen, der KI für Ex­pe­ri­men­te mit Klang und Mu­sik nutzt und den frisch ge­backe­nen Ab­sol­ven­ten Si­mon Schal­le ge­trof­fen, der in sei­ner Ab­schluss­ar­beit den Zu­sam­men­hang zwi­schen KI, Raum­fahrt und Res­sour­cen­po­li­tik the­ma­ti­siert.

In seiner Abschlussarbeit thematisiert AdBK-Absolvent Simon Schalle, wie Entscheidungen auf der Erde den Weltraum betreffen und wie dort künftig wichtige Rohstoffe ausgebeutet werden könnten.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 35 Min.

Hier könnt Ihr die Re­por­ta­ge an­schau­en!

In den So­zia­len Me­di­en ha­ben wir uns mit wei­te­ren Aspek­ten des The­mas Kunst und Künst­li­che In­tel­li­genz be­schäf­tigt:

- Play­list »Kann KI Kunst?« auf un­se­rem You­Tube Ka­nal
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