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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Oktober 2017

Fest im Sat­tel – Er­wach­se­ne ler­nen Rad­fah­ren

In den ersten Stunden sind die TrainerInnen des ADFC schwer beschäftigt

Fahr­rad fah­ren – das lernt man als Kind, das kann man ein­fach! So geht es den mei­sten Men­schen. Für sie ist das Fahr­rad ein All­tags­ge­gen­stand, den sie nach Lust und Lau­ne ganz selbst­ver­ständ­lich nut­zen.

Blaue Flecken gehören dazu...

Es gibt al­ler­dings auch Men­schen, die das Fahr­rad fah­ren nie ge­lernt ha­ben oder sich aus den un­ter­schied­lich­sten Grün­den nicht mehr auf das Fahr­rad trau­en. Men­schen wie die 75-jäh­ri­ge Lin­de, die sich nach ei­nem Sturz nicht mehr aufs Rad ge­wagt hat, oder Heinz, dem die Ärz­te nach ei­nem Schlag­an­fall ge­sagt ha­ben, dass er wohl nie mehr Fahr­rad fah­ren kann, oder Susua­na, die in ih­rer ehe­ma­li­gen Hei­mat das Fahr­rad fah­ren nie ge­lernt hat, jetzt aber ger­ne mit ih­rem En­kel ge­mein­sam et­was un­ter­neh­men möch­te. Für sie bie­tet der All­ge­mei­ne Deut­sche Fahr­rad-Club e.V. in Nürn­berg, kurz ADFC, seit ei­ni­gen Jah­ren Fahr­rad­kur­se für Er­wach­se­ne an.

Wichtig ist die richtige Technik beim Anfahren

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
September 2017

Für im­mer fremd? Vier deut­sche Mus­li­me er­zäh­len über ihr Le­ben in Zei­ten von Ter­ror und wach­sen­der Is­lam­feind­lich­keit

1999 ha­ben wir die Be­geg­nungs­stu­be Me­di­na ken­nen ge­lernt und seit­dem mehr­mals über die Ak­ti­vi­tä­ten des Ver­eins be­rich­tet. Seit 30 Jah­ren be­müht man sich hier um den kul­tu­rel­len und in­ter­re­li­giö­sen Aus­tausch.

Szenenfoto

Die mei­sten Mit­glie­der sind gläu­bi­ge Mus­li­me mit tür­ki­schen Wur­zeln. In un­se­rer neu­esten Re­por­ta­ge ha­ben wir mit vier von ih­nen, al­les deut­sche Staats­bür­ger, ge­spro­chen, über

- Ak­zep­tanz und In­te­gra­ti­on

- die po­li­ti­sche Si­tua­ti­on in der Tür­kei und die Be­richt­erstat­tung in den deut­schen Me­di­en und

- ih­ren Glau­ben und was es be­deu­tet, ihn zu le­ben in Zei­ten von Ter­ror­an­schlä­gen und wach­sen­der Frem­den­feind­lich­keit.

Szenenfoto

Ei­ne, wie wir fin­den, be­rüh­ren­de Si­tua­ti­ons­be­schrei­bung von Men­schen, die hier ge­bo­ren sind oder zu­min­dest seit vie­len Jahr­zehn­ten hier le­ben, die sich für an­de­re Men­schen ein­set­zen und mit of­fe­nem Her­zen auf je­den zu­ge­hen, egal, wel­che Re­li­gi­on oder Welt­an­schau­ung er hat. Die uns aber auch auf­zei­gen, dass wir heu­te, in Zei­ten von Ter­ror und wach­sen­der Frem­den­feind­lich­keit, sehr ge­nau hin­hö­ren und hin­schau­en soll­ten, be­vor wir uns ein Bild über Men­schen ma­chen.

Szenenfoto

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 60 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
August 2017

Der Herr der Din­ge

Szenenfoto

Die Welt ist vol­ler Din­ge. Man­che von ih­nen ver­wan­deln sich im Lauf ih­res Le­bens in Samm­ler­stücke und hal­ten sich auf ih­rer Rei­se von Mensch zu Mensch ei­ne Wei­le bei Mu­sta­fa Ce­vik auf. Schon von frü­her Ju­gend an hat er sich in Mu­se­en, Auk­ti­ons­häu­sern und auf Floh­märk­ten zum Fach­mann für Kunst und Nip­pes, Schmuck und Spiel­zeug, Post­kar­ten und Bü­cher aus­ge­bil­det – bis er zu ei­nem wahr­haf­ten Herrn der Din­ge wur­de. Der Film wirft ei­nen Blick in sein fas­zi­nie­ren­des Trö­del­la­den­reich, in dem (fast) je­der Su­chen­de fün­dig wird – mehr oder min­der be­ein­flusst von Herrn Ce­viks frän­ki­scher und tür­ki­scher Elo­quenz.

Szenenfoto

Ein Film von Cheri­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

Mai 2017

Selbst­be­stimmt und mit Freu­de ler­nen – Die Lern­werk­statt

Selbst­be­stimmt, von­ein­an­der und mit­ein­an­der ler­nen und da­bei Spaß ha­ben – das ist das Ziel der Lern­werk­statt in der Ems­kir­che­ner Grund­schu­le. Ein­mal pro Schul­jahr kommt je­de Klas­se für drei Wo­chen in die Lern­werk­statt. In spe­zi­ell für die­sen Zweck um­ge­wid­me­ten Räu­men dür­fen die Schü­ler selbst ent­schei­den, was sie er­for­schen wol­len. Vor­ge­ge­ben ist nur ein sehr all­ge­mein for­mu­lier­tes The­ma. Wie sie an die not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen kom­men und wie sie zum Ab­schluss ih­re For­schungs­er­geb­nis­se prä­sen­tie­ren, ist Sa­che der Schü­ler.

Die drei forschen über Nofretete und Cleopatra. Lotte fragt sich: »Frauen waren ja früher nicht so wichtig, und dann wurden die beiden aber Pharaoninnen, das find ich ganz spannend.«

Die Schü­ler ha­ben die Mög­lich­keit, in Klein­grup­pen und in ih­rem ei­ge­nen Tem­po den Din­gen auf den Grund zu ge­hen. Sie su­chen zu ih­rem The­ma In­for­ma­tio­nen aus Bü­chern und dem In­ter­net zu­sam­men und ex­pe­ri­men­tie­ren mit in der Lern­werk­statt vor­han­de­nen Ma­te­ria­li­en. Wenn die Kin­der die In­for­ma­tio­nen zu ih­rem The­ma zu­sam­men­ge­tra­gen und im For­scher­heft fest­ge­hal­ten ha­ben, wer­den die Er­geb­nis­se für die Prä­sen­ta­ti­on vor der Klas­se auf­ge­ar­bei­tet.

Die Kinder schrecken beim selbstständigen Forschen auch nicht vor schwierigen und komplexen Themen zurück.

Die Lern­werk­statt er­for­dert auch von den Leh­rern ei­ne neue In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Rol­le: Sie sind nicht pri­mär, wie im nor­ma­len Un­ter­richt, als Wis­sens­ver­mitt­ler, son­dern viel­mehr als Lern­be­glei­ter ge­for­dert. Die­ses Um­den­ken ist nicht je­dem leicht ge­fal­len. In­zwi­schen sind aber aus den mei­sten Skep­ti­kern Fans der Lern­werk­statt­idee ge­wor­den.

»Du kannst lernen, ohne dass Du halt Druck hast, und du kannst Dir aussuchen, über was du forschst oder worüber du jetzt was lernst.« Tyler und Niclas beim Experimentieren am Mikroskop

Für Lern­werk­statt­be­ra­te­rin Tan­ja Schedl geht es in der Lern­werk­statt um mehr als den Er­werb von rei­nem Fak­ten­wis­sen: »Die Be­deu­tung, Wis­sen, Fak­ten ab­ruf­bar pa­rat im Kopf zu ha­ben, zeigt sich in der Ge­sell­schaft kaum noch als not­wen­dig, bei ei­nem nor­ma­len Abend­essen sit­zen Men­schen am Tisch und je­der hat so­fort die Mög­lich­keit, di­gi­tal auf ein Le­xi­kon zu­zu­grei­fen und die­ses Wis­sen pa­rat zu ha­ben, in­so­fern hat die Tech­nik die­se Not­wen­dig­keit, Wis­sen und Fak­ten ab­ruf­bar zu ha­ben, ein­fach über­holt.«

Fast das gesamte Kollegium arbeitet im Lernwerkstatt-Team mit. Gemeinsam bereiten sie das Thema für das kommende Schuljahr vor. Auch wenn hier didaktisches Material ausprobiert wird – zum Einsatz kommt es in Emskirchen kaum. Die Kinder sollen ihre Kreativität möglichst frei entwickeln.

Für sie spie­len das Er­ler­nen von ei­gen­ver­ant­wort­li­chem, selbst­be­stimm­ten Han­deln, die Ent­wick­lung von So­zi­al­kom­pe­tenz und das krea­ti­ve Prä­sen­tie­ren der Er­geb­nis­se ei­ne min­de­stens ge­nau­so gro­ße Rol­le. Sie sieht in der Me­tho­de auch ei­ne Mög­lich­keit, die Kreat­vi­tät von Kin­dern zu för­dern: »In der nor­ma­len Frei­zeit­ge­stal­tung ist bei un­se­ren Kin­dern häu­fig zu be­ob­ach­ten, dass sie be­spielt oder be­spaßt oder ver­spor­tet in ir­gend ei­ner Form im­mer an­ge­lei­tet wer­den, und krea­ti­ve ei­ge­nen Ide­en zu fin­den von den Kin­dern ein­fach we­nig ge­fragt wird.«

Sophie und Jule präsentieren ihren Mitschülern die Mode der 70er und 80er Jahre. »Das lustige ist, da ist eine Hose darunter. Die hat man angezogen, dann ist man so aus dem Haus gegangen, hat sich irgendwo im Busch oder so versteckt und hat die Hose ausgezogen und ist dann so in die Disco gegangen.«

Schu­le kann Spass ma­chen! Das kann man an der Ems­kir­che­ner Grund­schu­le haut­nah er­le­ben.

HERMANN GUTMANN STIFTUNG Die­ser Film wur­de als Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jekt im Auf­trag der HERMANN GUTMANN STIFTUNG in jour­na­li­sti­scher Ver­ant­wor­tung von Me­di­en Pra­xis e. V. rea­li­siert.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 3 mal 30 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
April 2017

DISSONANT – Jazz aus Nürn­berg

Jazz hat in Nürn­berg ei­ne gro­ße Tra­di­ti­on. Ob­wohl das einst über­re­gio­nal be­kann­te Fe­sti­val »Jazz Ost-West« schon 2002 ein­ge­stellt wur­de, hat sich in Nürn­berg ei­ne le­ben­di­ge Jazz-Sze­ne ge­hal­ten und ist bis heu­te ein wich­ti­ger Be­stand­teil des kul­tu­rel­len Le­bens in die­ser Stadt. »Jazz­stu­dio«, »Ba­laz­zo Broz­zi«, »Tan­te Bet­ty« und neu­er­dings auch die »Kul­tur­werk­statt Auf AEG« sind Or­te, an de­nen man Jazz un­ter­schied­lich­ster Stil­rich­tun­gen hö­ren kann.

Szenenfoto

Das Jazz­stu­dio di­rekt un­ter der Kai­ser­burg bei­spiels­wei­se ist ei­ne der äl­te­sten Ein­rich­tun­gen sei­ner Art und hat sich weit über Nürn­berg hin­aus ei­nen Na­men ge­macht. Seit den 1950er Jah­ren sind hier in­ter­na­tio­na­le Grö­ßen wie Al­bert Man­gels­dorff, Count Ba­sie oder Tim Ber­ne zu hö­ren. Aber auch die Stu­die­ren­den der Hoch­schu­le für Mu­sik fin­den hier Auf­tritts­mög­lich­kei­ten.

Szenenfoto

Die Aus­bil­dung an der Hoch­schu­le fin­det auf höch­stem Ni­veau statt. Die Schü­ler be­fruch­ten na­tür­lich auch die re­gio­na­le Jazz-Sze­ne. So sorgt ein gro­ßer Pool von Mu­si­kern für ab­wechs­lungs­rei­che Pro­gram­me in den klei­nen und gro­ßen Clubs in und um Nürn­berg. Es ist je­doch nicht leicht für die Mu­si­ker, in die­sem Gen­re zu be­stehen.

Szenenfoto

Nicht zu­letzt spielt auch das zum vier­ten Mal ver­an­stal­te­te Fe­sti­val »NUEJAZZ« in Nürn­berg ei­ne im­mer wich­ti­ge­re Rol­le in der Sze­ne. Es bie­tet ei­ne in­no­va­ti­ve, jun­ge und vor al­lem in­ter­na­tio­na­le Platt­form für al­le Spiel­ar­ten des Jazz und ist mitt­ler­wei­le weit über die Gren­zen Nürn­bergs hin­aus be­kannt und be­liebt.

Szenenfoto

Die 30-mi­nü­ti­ge Film­do­ku­men­ta­ti­on gibt in­ter­es­san­te Ein­blicke in die Sze­ne, be­leuch­tet Mu­sik und Mu­si­ker, be­sucht Clubs und Aus­bil­dungs­stät­ten und lässt den Jazz im Film hoch­le­ben. Sie zeigt aber auch, wie schwie­rig es ist, in die­sem Gen­re als Mu­si­ker zu re­üs­sie­ren. Trotz al­le­dem: Die Nürn­ber­ger Jazz-Sze­ne lebt!

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

März 2017

Zau­ber­haf­te Trost­lo­sig­keit – mit Fred­der Wa­noth und El­mar Tan­nert nach So­kolov

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 16. De­zem­ber 2018

Vorfreude auf unbekanntes Terrain

Der Künst­ler Fred­der Wa­noth be­schäf­tigt sich seit über 20 Jah­ren auf eben­so ei­gen­wil­li­ge wie phan­ta­sie­vol­le Wei­se mit dem ur­ba­nen Raum, sei­nem Er­schei­nungs­bild und sei­nen so­zio­struk­tu­rel­len Be­zü­gen. Sy­ste­ma­tisch be­reist Wa­noth seit vie­len Jah­ren Ost- und Mit­tel­eu­ro­pa – auf sei­nen Rei­sen nach Tsche­chi­en, Po­len, Ma­ze­do­ni­en und Russ­land er­forscht der Künst­ler mit eth­no­lo­gi­schem Ge­spür die man­nig­fal­ti­gen For­men ur­ba­nen Le­bens und ur­ba­ner Ar­chi­tek­tur.

Fredder Wanoth intressiert sich eher für nicht offenkundige Fotomotive

Das Un­ter­wegs­sein ist für den Städ­te-Samm­ler und Städ­te-Er­grün­der Wa­noth ei­ne Pas­si­on, die ihn ab­seits des tou­ri­sti­schen Main­streams in Städ­te und Ort­schaf­ten führt, die der glo­ba­len Ni­vel­lie­rung noch et­was ent­ge­gen­zu­set­zen ha­ben. Fred­der Wa­noth zieht es vor, oh­ne Na­vi­ga­ti­on zu rei­sen, de­le­giert die schö­ne Auf­ga­be der Rei­se- und Rou­ten­pla­nung an kein sa­tel­li­ten-ge­stütz­tes Glo­bal Po­si­tio­ning Sy­stem (GPS), son­dern lässt sich trei­ben und von den Din­gen, die ihm be­geg­nen, be­rüh­ren.

In seinem Buch »Ein Satz an Herrn Müller« verarbeitet Reisebegleiter Elmar Tannert die gemeinsamen Erlebnisse mit Fredder, alias Alfred Wahnschaffe

Die Rei­se­ein­drücke wer­den mit ei­ner ein­fa­chen Kom­pakt­ka­me­ra fest­ge­hal­ten und spä­ter in Skiz­zen um­ge­setzt, die man dann in den zahl­rei­chen Rei­se­ta­ge­bü­chern und Ar­beits­jour­na­len des Künst­lers be­stau­nen kann. Gleich­zei­tig die­nen die Fo­tos als Ma­te­ri­al- und Ide­en­spei­cher für sei­ne vi­sio­nä­ren ar­chi­tek­to­ni­schen Ge­gen­ent­wür­fe.

Manchmal ist Tannerts Geduld gefordert, wenn Fredder Wanoth auf der Suche nach dem richtigen Motiv ist

Häu­fi­ger Be­glei­ter – spe­zi­ell auf Zug­rei­sen – ist der Schrift­stel­ler El­mar Tan­nert. Ge­mein­sam fah­ren sie in die böh­mi­sche Klein­stadt So­kolov und wer­den da­bei von der Fil­me­ma­che­rin Cheri­ma Na­sa be­glei­tet.

Zurück zu Hause werden die Reiseeindrücke künstlerisch verarbeitet

Ein Film von Cheri­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2016

Im­pres­sio­nen aus dem Für­ther Stadt­park

Szenenfoto

Über 20 Jah­re lang hat­te die Re­dak­ti­on point ih­re Bü­ro­räu­me di­rekt ne­ben dem Für­ther Stadt­park. Da bie­tet es sich an, die »heim­li­che Lie­be der Für­ther« ein­mal ge­nau­er in Au­gen­schein zu neh­men.

Szenenfoto

Be­vor es im kom­men­den Jahr in ei­ner län­ge­ren Re­por­ta­ge um Ge­schich­ten und Ge­schich­te rund um den Stadt­park ge­hen wird, gibt es zu Weih­nach­ten ei­nen klei­nen Vor­ge­schmack: zwei Vi­deo­clips mit Im­pres­sio­nen aus dem Herbst und Win­ter.

Szenenfoto

Die Mu­sik zu den Clips stammt von den Tal­king Strings, ei­nem Duo, be­stehend aus dem Brat­schi­sten Chri­sto­pher Scholz und dem ame­ri­ka­ni­schen Folk-Sän­ger und Lie­der­ma­cher Ge­or­ge Ko­brick, der di­rekt am Stadt­park wohnt und re­gel­mä­ßi­gen Park­be­su­chern be­stimmt schon mit sei­ner Gi­tar­re auf­ge­fal­len ist.

Video auf YouTube anschauen Den Herbst­clip kön­nen Sie auf You­Tube se­hen.
Video auf YouTube anschauen Den Win­ter­clip kön­nen Sie auf You­Tube se­hen.
Dezember 2016

Ur­su­la Kreutz – »Der All­tag ist mein Ate­lier«

»Kunst hat die Fähigkeit, mich im Augenblick zu verankern, also mir eine gewisse Gegenwärtigkeit vor Augen zu führen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ich mich auf Kunst einlasse, auch als Rezipient, bin ich gegenwärtig.«

Ur­su­la Kreutz ist ei­ne viel­sei­ti­ge Künst­le­rin. Aus­gangs­punkt ih­rer Ar­beit ist ei­ner­seits die in­ten­si­ve, in­ter­dis­zi­pli­nä­re und ex­pe­ri­men­tel­le Er­for­schung der Mög­lich­kei­ten des Me­di­ums Fo­to­gra­fie, an­de­rer­seits das über­grei­fen­de The­ma der Er­in­ne­rung und da­mit ver­bun­den das Hin­ter­fra­gen von Wahr­neh­mung. Da­bei macht sie sich oft­mals selbst zum Ge­gen­stand der Hin­ter­fra­gung, in­dem sie in ih­ren Ar­bei­ten in Form ei­ner »Selbst­un­ter­su­chung« vi­su­ell und teil­wei­se auch phy­sisch prä­sent ist.

Teilansicht von »metabriss« (c) Ursula Kreutz

Ih­re fo­to­gra­fi­schen Ar­bei­ten sind oft­mals auf fo­to­be­druck­ten trans­pa­ren­ten Stof­fen auf­ge­tra­gen, die ei­nen leich­ten Moi­ré-Ef­fekt so­wie kal­ku­lier­te Un­schär­fe her­vor­ru­fen, und wer­den in Bild­kä­sten oder in von ihr ge­stal­te­ten Räu­men prä­sen­tiert. Durch die Trans­pa­renz des Ma­te­ri­als und ei­ne Ver­dop­pe­lung der Mo­ti­ve ent­ste­hen Über­blen­dun­gen, die zu viel­schich­ti­gen Pro­jek­ti­ons­flä­chen trans­for­miert wer­den und beim Wech­seln des Be­trach­tungs­win­kels im­mer neue Ein­drücke beim Pu­bli­kum her­vor­ru­fen.

Ursula Kreutz zeigt einen ihrer Bilderkästen - hier aus der Serie flussfahrt

In den letz­ten Jah­ren hat sich Ur­su­la Kreutz im­mer öf­ter mit In­stal­la­ti­on und Per­for­mance aus­ein­an­der­ge­setzt. Ar­bei­ten wie exil oder CMX und de­ren Ab­wand­lun­gen bzw. Wei­ter­ent­wick­lun­gen ha­ben ei­nes ge­mein­sam: Die Künst­le­rin ist nicht nur Teil des Wer­kes, sie sieht in den Ar­bei­ten auch ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit sich und ih­rer per­sön­li­chen Ent­wick­lung.

Standbild aus CMX_pro (c) Ursula Kreutz

Vor we­ni­gen Wo­chen wur­de Ur­su­la Kreutz mit dem Kul­tur­för­der­preis der Stadt Fürth aus­ge­zeich­net. point hat sie in ih­rem Ate­lier be­sucht und lässt sie über ih­re Kunst und ih­re Wahr­neh­mung der Welt re­flek­tie­ren.

Ursula Kreutz im Atelier

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
November 2016

»Wir sind bunt« – Ein­blicke in ei­ne »ganz nor­ma­le« Grund- und Mit­tel­schu­le

Das Baye­ri­sche Schul­sy­stem ist bis heu­te drei­ge­glie­dert. Nach ei­ner ge­mein­sa­men vier­jäh­ri­gen Grund­schu­le für al­le Re­gel­schü­ler sieht es nach der vier­ten Klas­se ei­ne Auf­tei­lung in ver­schie­de­ne Schul­ar­ten vor. Ne­ben den so­ge­nann­ten »wei­ter­füh­ren­den Schu­len«, dem Gym­na­si­um und der Re­al­schu­le, gibt es seit 2011 die Mit­tel­schu­le, für, wie es ei­ne Leh­re­rin be­schreibt, »den Rest, der es nicht ge­schafft hat«. An ca. 600 Stand­or­ten in Bay­ern sind an die Grund­schu­le Mit­tel­schu­len an­ge­schlos­sen, so auch an der Für­ther Pe­sta­loz­zi­schu­le.

In den meisten Schulstunden steht auch für Klassen, in denen viele Schüler einen erhöhten Förderbedarf haben, nur eine Lehrkraft zur Verfügung

2011 wur­den die ehe­ma­li­gen Haupt­schu­len in Mit­tel­schu­len um­be­nannt. Im Baye­ri­schen Kul­tus­mi­ni­ste­ri­um ver­sprach man sich da­von ei­ne Auf­wer­tung des Schul­spren­gels. Aber hat die Na­mens­än­de­rung et­was ge­bracht? Die stär­ke­ren Schü­ler ver­las­sen wei­ter nach der vier­ten Klas­se die Grund­schu­le Rich­tung Gym­na­si­um oder Re­al­schu­le.

Die Zusammenarbeit zwischen Förderschülern der Hallemannschule und den Regelschülern funktioniert in der Grundschule gut, wird aber durch den Weggang der sozial starken Schüler auf weiterführende Schulen immer schwieriger

Da­bei sind die An­sprü­che an die Mit­tel­schu­le wei­ter ge­stie­gen. El­tern ha­ben die Mög­lich­keit, frei zu wäh­len, ob sie Kin­der, die ein Han­di­cap ha­ben, an ei­ne För­der­schu­le oder ei­ne Grund- und spä­ter dann Mit­tel­schu­le schicken. Der An­teil der Schü­ler mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund und den da­mit oft­mals ver­bun­de­nen Sprach­schwie­rig­kei­ten ist in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich an­ge­wach­sen, Leh­rer se­hen sich im­mer öf­ter mit Schü­lern kon­fron­tiert, die ver­hal­tens­auf­fäl­lig sind oder Mo­ti­va­ti­ons­pro­ble­me ha­ben.

Zusätzlicher Förderunterricht ist erst durch das Profil Inklusion möglich, das die Pestalozzischule seit 2014 hat – für 50 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf stehen jedoch nur 24 Wochenstunden zur Verfügung

Was ge­blie­ben ist, ist der Wunsch von Schul­lei­tung und Leh­rern, die Schü­ler mög­lichst gut auf die Ar­beits­welt vor­zu­be­rei­ten, aber ist dies un­ter die­sen Um­stän­den zu schaf­fen? Kann ein ein­zel­ner Leh­rer die An­sprü­che, die an ihn ge­stellt wer­den, über­haupt er­fül­len oder be­darf es da­zu ei­gent­lich ei­ner zwei­ten aus­ge­bil­de­ten Lehr­kraft, zu­min­dest in den Kern­fä­chern? Wie soll man Ein­zel­ne för­dern, wenn sich al­lei­ne an der Mit­tel­schu­le 50 Schü­ler mit be­son­de­rem För­der­be­darf be­fin­den und da­für ge­ra­de ein­mal 24 För­der­stun­den pro Wo­che zur Ver­fü­gung ste­hen? Wel­che Rol­le spielt da­bei das Baye­ri­sche drei­glied­ri­ge Schul­sy­stem, und was be­deu­tet es ins­be­son­de­re im Be­zug auf den In­klu­si­ons­ge­dan­ken?

Ab der siebten Klasse werden die Schüler durch verschiedene Maßnahmen auf den Berufseinstieg vorbereitet – hier bei einem Praktikum in einer Schreinerei

Ei­ne en­ga­gier­te Leh­re­rin aus der Mit­tel­schu­le meint: »So­lan­ge El­tern tag­täg­lich in der Grund­schu­le er­le­ben, wir müs­sen stark sein, das hat ‘nen Wert. Ich will, dass mein Kind aufs Gym­na­si­um geht, die Mit­tel­schu­le, das sind die Idio­ten, ich sags mal so deut­lich, kann ich nicht da­von spre­chen, dass al­le Men­schen ir­gend­wie ei­nen glei­chen Wert ha­ben, und das är­gert mich per­sön­lich.« Sie träumt da­von »dass wir den Kin­dern ei­ne Schu­le an­bie­ten kön­nen mit ei­ner Schul­tü­re und sich die­se Schu­le dann in­ner­halb des Ge­bäu­des ver­zweigt, so dass die Kin­der die Mög­lich­keit ha­ben, ent­spre­chend ih­rer Ver­an­la­gung und Be­ga­bung das ei­ne oder an­de­re zu ab­sol­vie­ren.« Ei­ne Vor­stel­lung, die wohl im­mer ein Traum blei­ben wird?

Projekte, die zur Berufsvorbereitung dienen, wie die Anschaffung und der Ausbau eines Bauwagens für die SMV, wären ohne die Unterstützung von Sponsoren nicht möglich

Me­di­en PRAXIS e.V. hat meh­re­re Jah­re die Si­tua­ti­on an der Für­ther Pe­sta­loz­zi­schu­le ver­folgt. Ent­stan­den ist ei­ne drei­tei­li­ge Re­por­ta­ge mit fol­gen­den Schwer­punk­ten:

  1. Mög­lich­kei­ten und Gren­zen des Mit­ein­an­der und von­ein­an­der Ler­nens im drei­glied­ri­gen Schul­sy­stem

  2. Die Schwie­rig­kei­ten, den Ge­dan­ken der In­klu­si­on an ei­ner Mit­tel­schu­le mit Le­ben zu fül­len

  3. Die Her­aus­for­de­rung, Schü­lern ei­ne ad­äqua­te Be­rufs­vor­be­rei­tung zu­kom­men zu las­sen

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 90 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
November 2016

Mit­ma­chen macht Schu­le – Das »Frei­wil­li­ge So­zia­le Schul­jahr«

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Schü­le­rin­nen und Schü­ler ab der 8. Klas­se von Mit­tel­schu­len, Re­al­schu­len und Gym­na­si­en kön­nen in Zu­sam­men­ar­beit mit ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen von Kom­mu­nen, Ver­bän­den und Ver­ei­nen ein Frei­wil­li­ges So­zia­les Schul­jahr (FSSJ) ab­lei­sten.

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Die Ein­satz-Mög­lich­kei­ten rei­chen von Kin­der­gär­ten bis Al­ten­hei­men, von der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr zum Bund Na­tur­schutz, vom Tier­heim zum Sport­ver­ein. Das FSSJ be­inhal­tet über die Dau­er ei­nes Schul­jah­res au­ßer­halb des Un­ter­richts ei­ne zwei­stün­di­ge eh­ren­amt­li­che Tä­tig­keit in der Wo­che.

Szenenfoto

Die­ses Pro­jekt der Ca­ri­tas bie­tet Schü­le­rin­nen und Schü­lern die Chan­ce, sich so­zi­al zu en­ga­gie­ren, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und wich­ti­ge so­zia­le Kom­pe­ten­zen zu trai­nie­ren. Zu­dem gibt es An­re­gun­gen für die be­ruf­li­che Zu­kunft und ein Zeug­nis.

Ein Film von Mo­ni­ka Zur­ha­ke und Jo­chen Vet­ter  •  Län­ge: 27:30 Min.

Mai 2016

Zei­chen set­zen – Nürn­bergs er­ste Ves­per­kir­che

Die ehrenamtlichen Helfer beim Abschlussfest

»Ku­chen, Kar­teln, Ker­zen­schein« – so lau­te­te der Slo­gan, mit dem die Gu­stav-Adolf-Ge­dächt­nis­kir­che in der Nürn­ber­ger Süd­stadt im Win­ter 2016 die Be­völ­ke­rung erst­mals zur Ves­per­kir­che ein­lud. Sechs Wo­chen lang sorg­ten fast 400 eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter da­für, dass man sich im um­ge­stal­te­ten Kir­chen­raum zwang­los tref­fen konn­te und für den sym­bo­li­schen Preis von ei­nem Eu­ro ein war­mes Es­sen er­hielt. Da­hin­ter steht für Pfar­rer Bernd Reu­ther zum ei­nen »ein stark dia­ko­ni­scher Ge­dan­ke«, zum an­de­ren »bie­ten wir aber auch ei­nen Raum, wo Men­schen ver­schie­de­ner Her­kunft, ver­schie­de­ner Ein­kom­mens­struk­tur sich tref­fen und zu­sam­men­sit­zen und die an­de­re Wirk­lich­keit auch wahr­neh­men.«

Bis zu 500 Essen gingen täglich über den Tresen

Das Pro­jekt war in­ner­halb der Ge­mein­de nicht un­um­strit­ten. Kar­ten oder Mensch är­ge­re dich nicht spie­len, sich über pro­fa­ne Din­ge un­ter­hal­ten oder auch ein­fach nur Spaß ha­ben in der Kir­che, dar­in sa­hen ei­ni­ge auch ei­ne Ent­wei­hung des kirch­li­chen Rau­mes. Aber was soll mit den vie­len Kir­chen ge­sche­hen, in ei­ner Zeit, in der die An­zahl der Kir­chen­mit­glie­der stän­dig sinkt? Sol­len wir sie leer ste­hen las­sen, und wer über­nimmt die Ko­sten für die In­stand­hal­tung? Fra­gen, die nicht nur Pfar­rer Bernd Reu­ther be­schäf­ti­gen.

 »Du kommst mit vielen Leuten schnell ins Gespräch, und es ist immer so, dass man Spaß hat beim Reden, auch wenn Schicksale dabei sind, die eigentlich nicht zum Lachen sind.«

Das Pro­jekt wird ein gro­ßer Er­folg: Schon nach we­ni­gen Ta­gen sind vie­le Be­su­cher zu Stamm­gä­sten ge­wor­den, die kul­tu­rel­len An­ge­bo­te wer­den gut an­ge­nom­men und selbst die Got­tes­dien­ste sind gut be­sucht, man­che füh­len sich an die »Ur­kir­che« er­in­nert.

Viele Besucher kommen nicht nur zum Essen in die Vesperkirche

Aber wie ist das Ver­hält­nis der Be­su­cher zur Kir­che im All­ge­mei­nen? Was macht die Men­schen so un­zu­frie­den mit der Kir­che, dass im­mer mehr Chri­sten aus­tre­ten? Wes­halb kom­men die we­nig­sten Ves­per­kir­chen­be­su­cher in den nor­ma­len Got­tes­dienst? Wie kommt es, dass sich Men­schen, die der Kir­che di­stan­ziert ge­gen­über ste­hen, für die Ves­per­kir­che eh­ren­amt­lich en­ga­gie­ren? Wo­hin muss sich Kir­che ent­wickeln, wenn sie nicht wei­ter an ge­sell­schaft­li­cher Be­deu­tung ver­lie­ren will?

Eintritt frei - Spenden erbeten! Die Benefizkonzerte sind ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der Vesperkirche.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 55 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
April 2016

40 Jah­re KUNO – Vom Kul­tur­la­den Nord zum Kul­tur­zen­trum Nord

Als der KUNO ein Jahr nach seiner Gründung 1976 die Räumlichkeiten in der Wurzelbauerstraße bekam, mussten viele ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden in den Umbau gesteckt werden.

Das in der Nürn­ber­ger Nord­stadt ge­le­ge­ne Stadt­teil­zen­trum KUNO ist Teil der vor 40 Jah­ren ent­stan­de­nen Idee, in mög­lichst vie­len Stadt­tei­len klei­ne de­zen­tra­le Kul­tur­zen­tren ent­ste­hen zu las­sen. Die vom da­ma­li­gen Kul­tur­re­fe­ren­ten Her­mann Gla­ser ent­wickel­te Vor­stel­lung, nie­der­schwel­li­ge, al­le Be­völ­ke­rungs­grup­pen an­spre­chen­de kul­tu­rel­le An­ge­bo­te zu ma­chen, hat un­ter dem Stich­wort »So­zio­kul­tur« in den 1980er Jah­ren bun­des­wei­te Be­deu­tung er­langt.

Bei den berühmten Montagssitzungen rauchten nicht nur die Köpfe...

Aus der Auf­bruchs­stim­mung der 1968er Ge­nera­ti­on her­aus fan­den sich im »Kul­tur­la­den Nord« Men­schen zu­sam­men, die in der Ge­sell­schaft et­was ver­än­dern woll­ten. In den 1980er Jah­ren gab es im KUNO vie­le In­itia­ti­ven, die sich kul­tu­rell, so­zi­al oder po­li­tisch en­ga­gier­ten. Ne­ben den »Müt­tern ge­gen Atom­kraft« nutz­ten un­ter an­de­rem Green­peace, die So­lar­ener­gie­initia­ti­ve und Ro­bin Wood die Räu­me. Ver­ei­ne, wie die die Schwan­ge­ren­be­ra­tung­stel­le oder Nürn­ber­ger Aids­hil­fe wur­den hier ge­grün­det. Pro­te­ste ge­gen Ein­schnit­te im Kul­tur­etat, ge­gen den zwei­ten Golf­krieg oder der Auf­ruf zum Volks­zäh­lungs­boy­kott wur­den von KU­NO-Mit­glie­dern maß­geb­lich mit­or­ga­ni­siert.

Margit Mohr, Leiterin des KUNO, hat Gründungsmitglieder des Vereins eingeladen, um sich mit ihnen über die ersten Jahre auszutauschen.

Die po­li­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten wur­den im Lau­fe der Jah­re we­ni­ger, die Zahl de­rer, die sich ak­tiv en­ga­gier­ten, nahm ab und die Haupt­ver­ant­wort­li­chen sa­hen sich mit sin­ken­den Be­su­cher­zah­len kon­fron­tiert. Da­her nahm man im Jah­re 2009 ei­nen Re­launch vor: aus dem Kul­tur­la­den Nord wur­de das Kul­tur­zen­trum Nord.

Künstler haben im Galeriehaus Präsentationsmöglichkeiten, die in kommerziellen Galerien eher selten geboten werden.

Mar­git Mohr, seit 25 Jah­ren Lei­te­rin des noch im­mer selbst­ver­wal­te­ten KUNO hielt ei­nen Neu­start für not­wen­dig: »Der Re­launch dien­te da­zu, dass wir uns auf un­se­re Kern­kom­pe­ten­zen be­sin­nen, und wir ha­ben dann her­aus­ge­fun­den, dass wir mit dem Ga­le­rie­haus die bil­den­de Kunst als den er­sten Kern­be­reich, als wei­te­ren Kern­be­reich die Li­te­ra­tur mit dem jet­zi­gen Li­te­ra­tur­zen­trum Nord ha­ben und der drit­te Kern­be­reich ist der Kul­tur­treff Nord, der sub­su­miert das Ca­fé Zeit­los, das Kurs- und Fort­bil­dungs­pro­gramm, die Rei­he Jazz­früh­stück, und al­le Grup­pen­treffs, die hier statt­fin­den.« Wenn­gleich sich die Schwer­punk­te der Ar­beit im Lau­fe der Jah­re ver­scho­ben ha­ben, fühlt man sich im KUNO dem Gla­ser­schen Ge­dan­ken der So­zio­kul­tur bis heu­te ver­pflich­tet.

Das alle sechs Wochen stattfindende Jazzfrühstück ist meist ausverkauft.

Seit Jahr­zehn­ten un­ver­än­dert fe­ster Be­stand­teil des KU­NO-Pro­gramms ist das 1. Mai-Fest. Hier kommt seit Jah­ren die Nürn­ber­ger Al­ter­na­tiv- und Po­lit­sze­ne zu­sam­men, schwelgt in Er­in­ne­run­gen oder schaut wie der Künst­ler Pe­ter Ham­mer vor­bei, um sich zu in­for­mie­ren: »Man muss doch wis­sen, wer noch am Le­ben ist und wie alt er ge­wor­den ist.«, um dann fest­zu­stel­len, »die sind al­le äl­ter ge­wor­den, wahr­schein­lich so­gar ich.«

Trotz Regen und schlechten Wetters kommen die Besucher am 1. Mai in den KUNO.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 65 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
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