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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


« 20 Jah­re spä­ter und kein Stück­chen wei­ter? Zwi­schen Fik­ti­on und Rea­li­tät »

Bio­han­del 2.0 – die Kah­les stei­gen aus

Inzwischen haben die Kahles auch ihren letzten Biomarkt geschlossen

Wolf­ram und Chri­sti­na Kah­le sind über­zeug­te Ver­fech­ter ei­ner öko­lo­gi­schen Le­bens­wei­se. 1980 macht Wolf­ram Kah­le sei­ne Über­zeu­gung zum Be­ruf und be­ginnt, auf Wo­chen­märk­ten in Nord­deutsch­land Na­tur­kost­wa­ren zu ver­kau­fen. Neun Jah­re spä­ter zieht er mit sei­ner Frau Chri­sti­na nach Mit­tel­fran­ken und er­öff­net in der hei­mi­schen Ga­ra­ge ei­nen er­sten Bio-La­den. Die alt­ein­ge­ses­se­ne hei­mi­sche Be­völ­ke­rung in der ca. 25 km von Nürn­berg ent­fernt ge­le­ge­nen Ge­mein­de Bai­ers­dorf kann zu­nächst we­nig mit dem An­ge­bot an­fan­gen.

Qualität, möglichst aus der Region - darauf haben die Kahles immer Wert gelegt

Mit viel Ge­duld und gro­ßem Wer­be- und Über­zeu­gungs­auf­wand ge­lingt es, den La­den zu eta­blie­ren. Im Lau­fe der Jah­re ent­wickelt sich das Ge­schäft im­mer bes­ser – die bei­den ex­pan­die­ren. Ge­mein­sam mit Ge­schäfts­part­nern be­trei­ben sie zeit­wei­se fünf »BioMarkt«-Läden in Er­lan­gen und Um­ge­bung.

Regale befüllen, Kunden beraten, Wiegen und Kassieren: Die Arbeit eigenen Laden ist ebenso abwechslungsreich wie anstrengend

Noch im­mer mel­det die Na­tur­kost­bran­che je­des Jahr Um­satz­re­kor­de. Über­all schie­ßen Bio-Su­per­märk­te aus dem Bo­den, aber die Kah­les se­hen in die­sem Um­feld für sich und ihr Ge­schäfts­kon­zept kei­ne Zu­kunft: »Der Markt ver­langt, dass die Flä­chen im­mer grö­ßer wer­den, die Tak­tungs­zei­ten an der Kas­se im­mer schnel­ler wer­den, und da­mit ha­ben wir dann letzt­end­lich den kon­ven­tio­nel­len Su­per­markt kom­plett ko­piert und das, was wir an Le­bens­qua­li­tät in die­sen Ge­schäf­ten und mit die­sen Pro­duk­ten trans­por­tie­ren woll­ten, ver­ra­ten.« Für Wolf­ram Kah­le und sei­ne Frau hat die Na­tur­kost­be­we­gung im Lau­fe der Jah­re ih­re Idea­le aus dem Blick ver­lo­ren – Grund ge­nug für die bei­den, aus­zu­stei­gen.

Nach vielen Jahren als Vegetarier ernähren sich Wolfram und Christina Kahle inzwischen fast ausschließlich vegan

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 54 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
  1. Annette Pfeiffer  •  6. Apr. 2014

    Seit wir 2004 nach Bai­ers­dorf zo­gen, wa­ren wir Kum­den im Bai­ers­dor­fer Bio­markt der Kah­les. Auch heu­te noch, meh­re­re Jah­re nach der Schlie­ßung, fragt un­ser Sohn, war­um der Bio­markt nicht mehr da ist!!! Wir ha­ben so ger­ne dort ein­ge­kauft. Lei­der muss­te er ei­nem Bäcke­rei-Fi­lia­li­sten wei­chen: dem 5. in Bai­ers­dorf. Wir sind der glei­chen Mei­nung der Kah­les was die Ent­wick­lung der Bio-Na­tur­kost­be­we­gung an­geht.

    Da wir selbst ei­nen Fa­mi­li­en­be­trieb in Er­lan­gen seit meh­re­ren Ge­nera­tio­nen füh­ren, kom­men uns die­se Ent­wick­lun­gen sehr be­kannt vor. Die Wirt­schaft ver­rennt sich in ei­ne, für ver­nünf­tig den­ken­de Kauf­leu­te und Ar­beit­ge­ber, fal­sche Wachs­tums­eu­pho­rie! Die­se ist aber nicht auf Dau­er mit be­stimm­ten Wer­ten ver­ein­bar. Gut be­zahl­te Ar­beit und gu­te Qua­li­tät. In un­se­rer Bran­che (erst Hand­schu­he, mitt­ler­wei­le Le­der­wa­ren) nimmt die­se schlim­me Ent­wick­lung im­mer ver­rück­te­re For­men an. Ich kann Fa­mi­lie Kah­le to­tal ver­ste­hen, aus­ge­stie­gen zu sein, da die ei­ge­nen Wer­te sonst zu stark ver­letzt wer­den!

    #1 

  2. Medien PRAXIS e. V.  •  6. Apr. 2014

    Pres­se­spie­gel: »TV-Re­por­ta­ge: Für die Kah­les ist Bio nur noch ein Eti­kett« (NZ)

    #2 

  3. Angelika Horenburg  •  8. Apr. 2014

    Lie­be Ju­lia, lie­ber Tho­mas,

    Es wur­de Zeit, dass ein kri­ti­sches Au­ge auf den Bio-Boom ge­wor­fen wird. Wir be­ob­ach­ten seit Jah­ren die von Euch in das Blick­feld ge­lenk­te Ent­wick­lung: Mehr­fach­ver­packun­gen, Men­gen von an­fal­len­dem Pla­stik­müll, Früch­te und Ge­mü­se, ein­ge­flo­gen aus fer­nen Lan­den, und das zu ei­ner Zeit, in der sie noch beim Bio­bau­ern im Di­rekt­ver­kauf er­hält­lich sind. Wir sind na­tür­lich froh, dass wir ei­nen grü­nen La­den am Ort ha­ben, be­ob­ach­ten je­doch die wach­sen­de Ent­frem­dung zur ur­sprüng­li­chen Idee mit star­ker Kri­tik. Er­ste Adres­se ist des­halb für uns im­mer noch der Bio­bau­er und un­ser Es­sen rich­tet sich das gan­ze Jahr über in er­ster Li­nie nach dem, was er in sei­nem An­ge­bot be­reit hält. An sei­nen Mohr­rü­ben kann man noch er­ken­nen, auf wel­chem Bo­den sie ge­wach­sen sind und er er­klärt den Kin­dern, war­um sie an­ders aus­se­hen als im Bio­la­den (sie­he Film) In den Bio­lä­den gibt es kei­ne Na­tur­nä­he mehr. Sie er­zie­hen die Men­schen zu dem Ge­fühl, dass im­mer al­les zur Ver­fü­gung zu ste­hen hat. Das ist ei­ne trau­ri­ge Ent­wick­lung.

    #3 

  4. Fr. Weber  •  9. Mai. 2014

    Gu­ten Tag,

    woll­ten auf die tol­le Ta­gung u. den Ver­ein auf­merk­sam ma­chen. Die Tech­ni­ker Kas­se be­zu­schusst die wert­vol­le Ar­beit mit 5000 Eu­ro je­des Jahr – Das wä­re doch ei­nen Be­richt wert und auch die Ar­beit von Fr. Frie­ling­haus mit ih­rem un­er­müd­li­chen Ein­satz.

    #4 

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