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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


Mai 2014

Me­di­en PRAXIS e. V. er­hält Preis für Do­ku über Gu­stav­stra­ße

Am Diens­tag, dem 27. Mai 2014, wur­de in der Dau­phin Speed Event Hal­le in Hers­bruck der Me­di­en­preis der Me­tro­pol­re­gi­on ver­lie­hen. Von Me­di­en PRAXIS e. V. wa­ren zwei Fil­me in der Spar­te Re­por­ta­ge und Fea­ture no­mi­niert. Die Do­ku­men­ta­ti­on »Le­bens­lust, Le­bens­frust – vom span­nungs­rei­chen Le­ben in der Gu­stav­stra­ße« wur­de von der Ju­ry mit dem 2. Preis aus­ge­zeich­net.

Julia Thomas und Thomas Steigerwald freuen sich über die Preis-Urkunde

Die Lau­da­tio hielt An­drea Kuhn (In­ter­na­tio­na­le Film­ta­ge der Men­schen­rech­te e. V.). Ein Aus­schnitt: »Lang­zeit­do­ku­men­ta­tio­nen sind eher sel­ten beim pri­va­ten Rund­funk, in die­sem Jahr gab es nicht nur ei­ne, son­dern sie führ­te uns auch in ei­nen bei­na­he epi­schen Kon­flikt in Fürth. Aus­ge­wo­gen und dif­fe­ren­ziert wird da ein über Jah­re schwe­len­der Nach­bar­schafts­streit span­nend und in­for­ma­tiv auf­ge­ar­bei­tet.« … »Ein tol­ler Bei­trag, der an dem The­ma dran bleibt und die gan­ze Kom­ple­xi­tät in die­sem Kon­flikt wie­der­gibt.«

Mai 2014

Neu­es Le­ben »Auf AEG«

Die 1892 ge­grün­de­te AEG ent­wickelt sich An­fang des 20. Jahr­hun­derts zum welt­weit größ­ten In­du­strie­kon­zern. Un­ter dem AEG-Lo­go wer­den der Farb­fern­se­her und das Bild­te­le­fon er­fun­den, die elek­tro­ni­sche Fern­seh­ka­me­ra und das Ton­band. Das Nürn­ber­ger Werk pro­du­ziert vor al­le »wei­ße Wa­re« – Wasch­ma­schi­nen, Trock­ner und Kühl­schrän­ke.

Rund 90 Jahre wurden auf dem Gelände der AEG in Nürnberg-Muggenhof Haushaltgeräte produziert. Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin

Doch in den 1980er Jah­ren be­ginnt ei­ne stei­le Ab­wärts­spi­ra­le. Im Lau­fe von zwei Jahr­zehn­ten muss der ein­sti­ge Welt­kon­zern ei­nen Ver­gleich an­mel­den und wird von Elek­tro­lux auf­ge­kauft. Nach ei­ner kur­zen Er­ho­lungs­pha­se, in der die Mit­ar­bei­ter neue Hoff­nung schöp­fen, kommt dann 2007 für die Pro­duk­ti­ons­stät­te in Nürn­berg das end­gül­ti­ge Aus. Das Stamm­werk wird ge­schlos­sen und die Pro­duk­ti­on nach Po­len und Ita­li­en ver­la­gert.

In 2016 eröffnet hier im ehemaligen »Bau 3« die Kulturwerkstatt »Auf AEG« mit einem Kulturladen für den Stadtteil, der Zentrale der Musikschule, dem KinderKunstRaum, der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik sowie Räumen für das Centro Español.

Für vie­le Nürn­ber­ger ist dies ein Schock. Zum ei­nen ver­lie­ren die let­zen 1.700 Mit­ar­bei­ter ih­ren Ar­beits­platz, zum an­de­ren droht das 168.000 m² gro­ße Grund­stück zu ei­ner in­du­stri­el­len Bra­che zu wer­den. Da­zu ist es nicht ge­kom­men. Noch be­vor die letz­ten Ar­bei­ter das Ge­län­de ver­las­sen ha­ben, fin­det sich zur Über­ra­schung vie­ler mit MIB ein In­ve­stor, der sich für das Ge­län­de in­ter­es­siert und es Elek­tro­lux ab­kauft.

Seit 2007 ist Bertram Schultze als Projektentwickler »Auf AEG« tätig.

Zu­nächst wird fast ein Drit­tel der Ge­bäu­de ab­ge­ris­sen, um Raum und Licht zu schaf­fen, an­schlie­ßend wird mit der Sa­nie­rung der Ge­bäu­de be­gon­nen. Un­ter dem Ti­tel »Crea­ting com­mu­ni­ties« ver­sucht Pro­jekt­ent­wick­ler Bert­ram Schult­ze, die Flä­chen zu ver­mark­ten – mit Er­folg. »Auf AEG« hat sich ein Mix aus mit­tel­stän­di­schen Fir­men, Künst­lern so­wie uni­ver­si­tä­ren und kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen nie­der­ge­las­sen. Auch wenn noch im­mer ei­ni­ge Ge­bäu­de leer ste­hen, noch ei­ni­ges aus- und um­ge­baut wer­den muss – auf dem AEG-Ge­län­de ist neu­es Le­ben ein­ge­kehrt.

Anna Bittersohl bereitet ihre Arbeit für »OFFEN auf AEG« vor. Ca. 80 Künstler haben derzeit ihre Ateliers »Auf AEG« und tragen wesentlich zum positiven Image des Geländes bei.

Die Re­por­ta­ge gibt ei­nen Ein­blick in die Ent­wick­lun­gen der letz­ten sie­ben Jah­re.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 28 Min.

Mai 2014

point im Mai

Wie schwie­rig es oft für Men­schen mit kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen ist, ein selbst­be­stimm­tes Le­ben zu füh­ren, zeigt das Por­trait von Mi­ke und Mo­ni aus dem Jahr 2000 (»‘Die Zie­le sind die glei­chen, nur der Weg dort­hin ist schwe­rer’«). Die bei­den sind in­zwi­schen be­ren­tet und ver­su­chen wei­ter, ihr Le­ben ge­mein­sam zu mei­stern (4. Mai, 19:30 Uhr).

Die im An­schluss aus­ge­strahl­te Re­por­ta­ge »Da­bei sein ist al­les... gei­stig be­hin­der­te Sport­ler su­chen die Be­geg­nung« the­ma­ti­siert eben­falls den Um­gang mit ei­nem Han­di­cap. In der mit­tel­frän­ki­schen Ge­mein­de Bruck­berg sind fast die Hälf­te der Be­völ­ke­rung Men­schen mit Be­hin­de­rung. Drei von ih­nen wer­den in dem Film vor­ge­stellt. Hel­mut und Evi, die in­zwi­schen zu­sam­men le­ben und ver­hei­ra­tet sind so­wie Pe­ter, des­sen gro­ße Lie­be da­mals wie heu­te den Pfer­den ge­hört (4. Mai, 19:45 Uhr).

Der Film »Ein Strich durch die Land­schaft – die ICE-Tras­se von Nürn­berg nach Er­furt« aus dem Jahr 1997 gibt ei­nen Ein­blick in das nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung neu ent­wickel­te, aber auch stark kri­ti­sier­te Ver­kehrs­kon­zept der Bahn. Mit 300 km/h von Nürn­berg nach Er­furt, so die Vor­stel­lun­gen der Deut­schen Bahn. Die Kri­ti­ker be­fürch­ten al­ler­dings, dass hier­bei nicht nur öko­lo­gi­sche Schä­den in ei­nem nicht ver­tret­ba­ren Maß ent­ste­hen, son­dern auf­grund der im­mensen Ko­sten für das Pro­jekt da­mit auch ei­ne Ver­nach­läs­si­gung des Nah- und Re­gio­nal­ver­kehrs ein­her­ge­hen wird. Nach ei­nem Bau­stopp in den Jah­re 1999 bis 2002 soll nun die Strecke im Herbst 2017 fer­tig ge­stellt wer­den (11. Mai, 19:30 Uhr).

Am 1. Mai die­ses Jah­res hat das Er­fah­rungs­feld der Sin­ne auf der Wöhr­der Wie­se wie­der er­öff­net. Das bun­des­weit ein­ma­li­ge und mehr­mals aus­ge­zeich­ne­te Pro­jekt fei­ert in die­sem Jahr sein 20-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um. Me­di­en PAXIS e. V. wie­der­holt aus die­sem Grund die Re­por­ta­ge »Sind wir noch bei Sin­nen? – Ei­ne An­nä­he­rung an die Mahn­ma­le des Hu­go Kü­kel­haus« aus dem Jahr 1997 (18. Mai, 19:30 Uhr).

Am Wo­chen­en­de da­nach zei­gen wir zwei Fil­me, die sich mit dem En­de der Pro­duk­ti­on auf AEG be­schäf­ti­gen. Zu­nächst die Re­por­ta­ge »‘Wir blei­ben hier, da­für kämp­fen wir’«, die Ar­bei­ter bei ih­rem sechs­wö­chi­gen Streik be­glei­tet (25. Mai, 19:30 Uhr) und di­rekt im An­schluss die Re­por­ta­ge »AEG, Ar­beits­los, Hartz IV«, in der wir noch ein­mal ehe­ma­li­ge Be­schäf­tig­te mit der Ka­me­ra be­sucht ha­ben (25.Mai, 19:45 Uhr).

Für den 1. Ju­ni ist ei­ne ak­tu­el­le Re­por­ta­ge von Me­di­en PRAXIS e. V. ge­plant: »Neu­es Le­ben auf AEG« be­schäf­tigt sich mit den Ent­wick­lun­gen auf dem Ge­län­de, nach­dem Elek­tro­lux die Pro­duk­ti­on von Haus­halts­ge­rä­ten nach Po­len und Ita­li­en ver­la­gert und das Nürn­ber­ger Werk ge­schlos­sen hat (1. Ju­ni, 19:30 Uhr).