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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


März 2022

Krea­ti­ve Per­spek­ti­ve – Die Si­tua­ti­on der frei­en Sze­ne in Nürn­berg

Die ehe­ma­li­ge Pin­sel­fa­brik Le­on­har­dy in der Jo­han­nis­stra­ße steht leer. Künst­ler aus dem Stadt­teil fra­gen sich, ob die wei­test­ge­hend in­tak­ten Räu­me der al­ten Fa­brik als Ate­liers ge­nutzt wer­den könn­ten. Doch die Stadt Nürn­berg als Ei­gen­tü­me­rin hat an­de­re Plä­ne: Das Ge­bäu­de wird wohl ab­ge­ris­sen wer­den, um die an­gren­zen­den He­spe­ri­den-Gär­ten er­wei­tern zu kön­nen. Für die Künstler*innen bleibt dann ver­mut­lich nur die Zwi­schen­nut­zung als mög­li­che Op­ti­on.

Die ehemalige Pinselfabrik im Nürnberger Stadtteil Johannis hat das Interesse dort ansässiger Künstler geweckt. Sie wird jedoch bald abgerissen.

Die freie Sze­ne hat es schwer: lang­fri­sti­ge Miet­ver­trä­ge sind die Aus­nah­me. Oft müs­sen Räum­lich­kei­ten schon nach we­ni­gen Jah­ren wie­der auf­ge­ge­ben wer­den, wie das »Auf AEG« und bei Quel­le be­reits ge­sche­hen ist. Aber Kunst braucht Raum und Krea­ti­ve ei­ne Per­spek­ti­ve. Tut die Stadt Nürn­berg ge­nug für ih­re Künstler*innen? Die Fra­ge steht seit län­ge­rem im Raum.

Künstler*innen des Nürnberger Atelierhauses »Auf AEG« schlossen sich auf der Suche nach einer neuen Heimat zusammen und fanden an der Tillystraße in Nürnberg eine neue kreative Bleibe.

Die neu ge­schaf­fe­nen Ate­liers in der Til­ly­stra­ße sind ein po­si­ti­ves Bei­spiel: Dort ha­ben vie­le ehe­ma­li­ge Künstler*innen Auf AEG durch tat­kräf­ti­ge Un­ter­stüt­zung des Kul­tur­re­fe­rats ei­ne neue Blei­be ge­fun­den. Na­tür­lich braucht es trotz­dem sehr viel Ei­gen­in­itia­ti­ve. Ein von den Krea­ti­ven ge­grün­de­ter Ver­ein sorgt für Struk­tur und küm­mert sich um die Ver­mie­tung des Ge­bäu­des.

Jeden Montag öffnet das Heizhaus seine Pforten für interessierte Besucher und bietet neben Werkstätten und Ateliers auch einen Markt mit regionalem Obst und Gemüse.

Auch im Heiz­haus auf dem al­ten Quel­le-Ge­län­de fin­det man viel En­ga­ge­ment: Dort fin­den sich schon seit meh­re­ren Jah­ren ne­ben Ate­liers auch Of­fe­ne Werk­stät­ten, klei­ne Un­ter­neh­men und ein wö­chent­li­cher Markt, der die An­woh­ner mit fri­schem Ge­mü­se aus dem Um­land ver­sorgt. Die­sen Sta­tus muss­te man sich aber hart er­kämp­fen. Auch die neu­en Mie­ter im Kes­sel­haus an der Für­ther Stadt­gren­ze ha­ben die­se Er­fah­rung ge­macht. Auch hier wa­ren es ehe­ma­li­ge Mieter*innen der Ate­liers Auf AEG, die sich dort in Ei­gen­re­gie oh­ne Un­ter­stüt­zung der Stadt ein neu­es krea­ti­ves Zu­hau­se ge­schaf­fen ha­ben.

Die Kreativen Kilian Reil und Sebastian Richter tüfteln zusammen im eigens geschaffenen Refugium im ehemaligen Kesselhaus einer alten Großwäscherei an neuen Projekten.

Fa­zit: Die freie Sze­ne hat in Nürn­berg gro­ßes Po­ten­zi­al, ist aber viel zu oft nicht sicht­bar.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer und Ka­tha­ri­na Was­mei­er  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2021

»Wir blei­ben, bis Ihr han­delt!« – Die Men­schen vom Nürn­ber­ger Kli­ma­camp

Zweimal in der Woche setzen sich die Klimacamper*innen im Plenum zusammen und diskutieren aktuelle Fragen, treffen gemeinsam Entscheidungen und legen fest, welche Dinge erledigt werden müssen.

Auf dem Se­bal­der Platz, in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Nürn­ber­ger Rat­haus, steht seit Sep­tem­ber 2020 das Kli­ma­camp. Mit ei­ner per­ma­nen­ten Mahn­wa­che ma­chen die Aktivist*innen seit mehr als ein­ein­vier­tel Jah­ren auf die dro­hen­den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels auf­merk­sam.

Im Laufe der 15 Monate waren mittlerweile über 400 Aktivist*innen im Klimacamp aktiv.

Mit ih­rem Pro­test wol­len sie er­rei­chen, dass die ge­wähl­ten Vertreter*innen der Stadt­ge­sell­schaft, die An­stren­gun­gen, das 2015 in Pa­ris be­schlos­se­ne Ziel, die Erd­er­wär­mung auf 1,5 Grad zu be­gren­zen, ver­stär­ken.

Das Klimacamp steht mitten auf dem Sebalder Platz, in Sichtweite zum Nürnberger Rathaus.

Dar­über hin­aus ha­ben die Aktivist*innen den An­spruch, mög­lichst re­pres­si­ons- und hier­ar­chie­frei mit­ein­an­der um­zu­ge­hen. Für sie ist das Kli­ma­camp auch der Ver­such, »ei­ne Uto­pie im Blick­feld des Rat­hau­ses zu le­ben«.

Man kann jederzeit ins Camp kommen, um sich zu informieren und mit den Aktivist*innen ins Gespräch zu kommen.

An­dre­as Kriegl­stein, der Frak­ti­ons­chef der Nürn­ber­ger CSU, ließ vor ei­ni­ger Zeit ver­lau­ten, das The­ma sei »durch­kom­mu­ni­ziert«, und die Aktivist*innen sol­len den Platz der Be­völ­ke­rung zu­rück ge­ben. Das se­hen die Klimacamper*innen völ­lig an­ders. Ge­mäß Ih­res Wahl­spruchs »Wir blei­ben, bis ihr han­delt« wol­len sie das Kli­ma­camp auf­recht­erhal­ten und die Mahn­wa­che auch im zwei­ten Win­ter fort­füh­ren.

Damit die längste Demonstration, die es in Nürnberg je gab, nicht aufgelöst werden kann, müssen Tag und Nacht mindestens zwei Menschen im Klimacamp sein.

point hat die Aktivist*innen die letz­ten zwei­ein­halb Mo­na­te bei ih­rem Pro­test be­glei­tet. Ent­stan­den ist ei­ne Re­por­ta­ge über Men­schen, die sich mit ih­rem Han­deln der dro­hen­den Kli­ma­ka­ta­stro­phe in ei­ner ih­nen ei­ge­nen Ra­di­ka­li­tät ent­ge­gen stel­len.

Im drit­ten Teil der Re­por­ta­ge sind Auf­nah­men vom Hun­ger­streik der letz­ten Ge­nera­ti­on zu se­hen – die Auf­nah­men stam­men von John Mio Meh­nert, der zu­sam­men mit An­ny Rei­ser die Ak­ti­on vor dem Ber­li­ner Reichs­tag be­glei­tet hat.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 80 Min.

September 2021

Der Mann in Ber­lin – Haupt­stadt­kor­re­spon­dent Ha­rald Bau­mer im Por­trait

Berlin ist seit 20 Jahren die Wahlheimat von Harald Baumer. Von dort berichtet er fast täglich für die Heimatzeitungen Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung.

Als er als Kor­re­spon­dent nach Ber­lin ging, war Ger­hard Schrö­der noch Kanz­ler. Nun geht auch die Ära von An­ge­la Mer­kel für ihn vor­über und ei­ne drit­te Kanz­ler­schaft be­ginnt in Kür­ze. Ha­rald Bau­mer hat als Haupt­stadt­kor­re­spon­dent des Ver­lags Nürn­ber­ger Pres­se schon Ei­ni­ges er­lebt. Er ver­sorgt die Le­ser in der frän­ki­schen Hei­mat seit 20 Jah­ren fast täg­lich mit Neu­ig­kei­ten über das po­li­ti­sche Ge­sche­hen in Ber­lin.

Hintergrundgespräche mit Abgeordneten des Bundestages sind essentiell wichtig für die Arbeit eines Hauptstadtkorrespondenten.

Sei­ne Be­rich­te er­schei­nen in den Nürn­ber­ger Nach­rich­ten, der Nürn­ber­ger Zei­tung und dem On­line-Por­tal nordbayern.de. Aber nicht nur im po­li­ti­schen Ber­lin ist Ha­rald Bau­mer mit Stift und Block auf der Su­che nach Ge­schich­ten: Er zeigt den Le­sern auch die schö­nen und be­son­de­ren Or­te ab­seits der Par­tei­en und Mi­ni­ste­ri­en.

Nah dran am Geschehen: Harald Baumer folgt den Ausführungen des Kanzlerkandidaten Armin Laschet bei der Buchvorstellung einer Biografie über Angela Merkel im Auditorium in Berlin.

In vie­len Ko­lum­nen hat Ha­rald Bau­mer sein Ber­lin skiz­ziert. Mal ro­man­tisch me­lan­cho­lisch, mal bunt, schrill und ver­rückt. Wir durf­ten ihn in Ber­lin bei sei­ner Ar­beit be­glei­ten und er nahm uns mit ins Zen­trum der Macht, aber auch zu den Sehn­suchts­or­ten, an de­nen er uns er­zähl­te, was es be­deu­tet, für die Le­ser aus der Haupt­stadt zu be­rich­ten.

Kontakt hält Harald Baumer zur Heimatredaktion nach Nürnberg hauptsächlich über Videokonferenzen. Hier im Gespräch mit Chefredakteur Alexander Jungkunz.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Juli 2021

»Kein Ab­seits im Fußball«-Integrationsarbeit beim Nürn­ber­ger Sport­Ser­vice

Mindestens zweimal pro Woche ist die Ehrenamtlerin Anne Münch vor Ort, um die WG-Bewohner zu unterstützen.

Als im Som­mer 2015 nach UNHCR An­ga­ben mehr als 1 Mil­li­on Men­schen über das Mit­tel­meer nach Eu­ro­pa flo­hen, ka­men vie­le von ih­nen nach Nürn­berg. Der da­ma­li­ge Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Ul­rich Ma­ly er­kann­te schnell, dass man den Ge­flüch­te­ten, die zum gro­ßen Teil in Not­un­ter­künf­ten un­ter­ge­bracht wur­den, Be­schäf­ti­gungs­an­ge­bo­te ma­chen muss. So ent­stand das Pro­jekt »Kein Ab­seits im Fuß­ball«, das beim Nürn­ber­ger Sport­Ser­vice an­ge­sie­delt wur­de.

Es ist immer von Vorteil, wenn der Nachhilfelehrer die Muttersprache spricht – Während der Pandemie gibt Micko Dagne, der bereits das C1 Zertifikat hat, seinen äthiopischen Landsleuten Nachhilfe.

Was an­fangs vor al­lem da­zu dien­te, den Ge­flüch­te­ten Sport­an­ge­bo­te zu ma­chen, hat sich im Lau­fe der Jah­re zu ei­ner weit­rei­chen­den Un­ter­stüt­zung Ju­gend­li­cher und Her­an­wach­sen­der bei der In­te­gra­ti­on in Deutsch­land ent­wickelt. Ne­ben der Ko­ope­ra­ti­on mit meh­re­ren Nürn­ber­ger Sport­ver­ei­nen gibt es in­zwi­schen ei­ne Sport-WG, in der 17 Ge­flüch­te­te le­ben, die wäh­rend ih­rer schu­li­schen und be­ruf­li­chen Aus­bil­dung un­ter­stützt wer­den. Au­ßer­dem hat sich ei­ne ei­ge­ne Pro­jekt­mann­schaft ge­bil­det, die beim ASN Pfeil Phö­nix in­zwi­schen auch am Li­ga­be­trieb teil­ge­nom­men hat – bis die Pan­de­mie kam...

Jeden Samstag bieten die Projektteilnehmer, die alle ausgebildete Sportcoaches sind, Sport in verschiedenen Stilrichtungen an – natürlich Fußball, aber auch Boxen und Taekwondo.

Im Zen­trum der Ar­beit steht An­drea Acker­mann, die ge­mein­sam mit ei­nem Netz von eh­ren­amt­li­chen Hel­fern und gro­ßem ei­ge­nem En­ga­ge­ment das Pro­jekt mit Le­ben er­füllt. Zu ihr kom­men die Ju­gend­li­chen, wenn sie Schrei­ben der Aus­län­der­be­hör­de be­ant­wor­ten müs­sen, es in Schu­le oder Aus­bil­dung zu Pro­ble­men kommt oder sie ei­nen Aus­bil­dungs­platz su­chen. An­drea sucht für je­des Pro­blem nach ei­ner Lö­sung.

Trainer Leon Ackermann bereitet die Mannschaft auf eines der wenigen Fußballspiele zwischen den zwei Lockdowns in 2020 vor.

Die Ge­flüch­te­ten zah­len mit ge­sell­schaft­li­chem En­ga­ge­ment zu­rück. Sie ar­bei­ten als Co-Trai­ner bei ver­schie­de­nen Sport­ver­ei­nen, ma­chen Sport­an­ge­bo­te an Brenn­punkt­schu­len oder bie­ten an­de­ren, noch nicht so gut Deutsch spre­chen­den Ge­flüch­te­ten Deutsch­un­ter­richt an, da die Kur­se an Bil­dungs­ein­rich­tun­gen auf Grund von Co­ro­na über vie­le Mo­na­te aus­ge­fal­len sind. Ein Pro­jekt, das zeigt, wie wich­tig Un­ter­stüt­zung und ein ent­spre­chen­des Um­feld sind, da­mit In­te­gra­ti­on ge­lin­gen kann.

Im Juni 2019 feiern Andrea Ackermann und die Projektteilnehmer (3. Herrenmannschaft des Partnervereins ASN Pfeil Phönix) einen erfolgreichen Saisonabschluss in der B-Liga Frankenhöhe.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 75 Min.

Mai 2021

Ein wei­te­res Ka­pi­tel AEG-Ge­schich­te geht zu En­de

2014, sie­ben Jah­re nach der Schlie­ßung des Nürn­ber­ger AEG-Werks, ha­ben wir in zwei Fil­men die Ent­wick­lung »Auf AEG« do­ku­men­tiert.

Maß­geb­lich da­zu bei­getra­gen, dass sich kaum noch je­mand an das ehe­mals schlech­te Image des Ge­län­des er­in­nert, ha­ben die Künst­ler, die ih­re Ate­liers auf dem Ge­län­de ha­ben. »Auf AEG« wur­de zu ei­nem Ort, an dem sich Kunst, Kul­tur und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men ge­gen­sei­tig be­fruch­te­ten und so das Are­al zu et­was Be­son­de­rem mach­ten. Wie­der­um sie­ben Jah­re spä­ter, zum 30. Ju­ni 2021 müs­sen die Künst­ler ih­re Ate­liers räu­men...

Aus die­sem An­lass zei­gen wir an den kom­men­den Sonn­ta­gen noch ein­mal un­se­re Bei­trä­ge zu »Auf AEG«.

 
16. Mai 2021

Neu­es Le­ben »Auf AEG«

 
23. Mai 2021

Kunst und Kul­tur »Auf AEG«, Teil 1

 
30. Mai 2021

Kunst und Kul­tur »Auf AEG«, Teil 2

Oktober 2020

Lau­be, Lie­be, Lei­den­schaft – 100 Jah­re Schre­ber­gär­ten in Nürn­berg

Gottfried Sparber bewirtschaftet mit seiner Frau eine 400 qm große Laube im Kleingartenverein Waldfrieden. Seit knapp 25 Jahren liegt der Schwerpunkt bei ihm auf Obst und Gemüse.

Der Stadt­ver­band der Nürn­ber­ger Klein­gärt­ner wird in die­sem Jahr 100 Jah­re alt. Groß ge­fei­ert wird frei­lich nicht: Das Co­ro­na-Vi­rus hat den Ju­bi­la­ren ei­nen Strich durch die Rech­nung ge­macht.

Eher gemütlich läßt es das Ehepaar Amann angehen. In ihrem Garten herrscht das Prinzip: Leben und leben lassen. Unkraut wird hier meist nicht als solches angesehen.

Trotz­dem war das Gar­ten­jahr für die über 6000 Nürn­ber­ger Schre­ber­gärt­ner kein schlech­tes, konn­ten sie doch wäh­rend des Lock­downs viel Zeit in ih­rer Lau­be ver­brin­gen.

Als Vorstand des Vereins muss Charly Fischer zusammen mit seinen Mitgliedern die Anlage Gaismannshof II, im Nürnberger Westen, in Schuss halten.

Wir ha­ben ein paar von ih­nen in ih­ren Klein­gär­ten in Nürn­berg be­sucht und durf­ten ih­nen bei der Gar­ten­ar­beit über die Schul­ter blicken. Wir un­ter­hal­ten uns auch mit Jo­chen Ober­mei­er, dem Chef der Nürn­ber­ger Klein­gärt­ner, der zum Ge­burts­tag von der Stadt ein ganz be­son­de­res Ge­schenk er­hal­ten hat: Im Nürn­ber­ger Sü­den ent­ste­hen der­zeit 100 neue Par­zel­len, die im No­vem­ber dem Stadt­ver­band über­ge­ben wer­den.

Den grünen Daumen müssen sich Julian und Otto erst noch erarbeiten. Vielversprechende Ansätze kann man in ihren Gärten in der Anlage Eichendorffstraße jedoch schon erkennen.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2019

Lust auf Last – Car­go-Bike-Boom in Nürn­berg

Kostenlose Miet-Lastenräder stellt die Initiative »Lastenrad für Alle« an mittlerweile fünf Standorten in Nürnberg zur Verfügung.

40.000 Cargo­bikes wer­den jähr­lich in Deutsch­land ver­kauft – ein Rie­sen­trend al­so, der sich mitt­ler­wei­le auch in Nürn­berg be­merk­bar macht. Die zwei- und drei­räd­ri­gen La­sten­rä­der sich­tet man im­mer öf­ter auf Rad­we­gen und Stra­ßen in der Re­gi­on. Ei­ne För­de­rung der Stadt Nürn­berg für den Kauf von La­sten­rä­dern mit und oh­ne Elek­tro­an­trieb gab dem Trend noch ein­mal ei­nen ge­wal­ti­gen Schub: Die För­der­sum­me von 100.000 Eu­ro für 2019 war in­ner­halb kür­ze­ster Zeit aus­ge­schöpft.

Paket-Zustelldienste liefern mit Lastenrad im Innenstadtbereich oft schneller als ein Zusteller mit dem Kraftfahrzeug.

In der Re­por­ta­ge wer­den Lastenradfahrer*innen por­trai­tiert und da­bei auf­ge­zeigt, wel­che Be­weg­grün­de es gibt, sich ein sol­ches Fahr­rad zu­zu­le­gen. Ne­ben dem öko­lo­gi­schen Ge­dan­ken gibt es Men­schen, die da­durch schnel­ler und mo­bi­ler sind, man­che se­hen es als Life­style, an­de­re er­set­zen da­durch den pri­va­ten Pkw, nut­zen es als Fir­men­fahr­zeug oder es steht der sport­li­che Ge­dan­ke im Vor­der­grund.

Den Hunden gefällt's: Gassi gehen mit dem »Christiana-Bike« stellt sich als pfiffige Geschäftsidee heraus.

Was macht die Lust auf La­sten­rä­der aus? Kann der Trend in Zu­kunft Ver­kehrs­pro­ble­me der Stadt lö­sen und wo lie­gen der­zeit noch Schwie­rig­kei­ten und Pro­ble­me bei der täg­li­chen Nut­zung? Die­sen Fra­gen wol­len wir in der Re­por­ta­ge nach­ge­hen und spre­chen da­bei mit Lastenradfahrer*innen, Ex­per­ten, Stadt­pla­nern und Men­schen, die sich dem The­ma La­sten­rad ver­schrie­ben ha­ben.

Mit dem Lastenrad zum Unterricht. Eine Mutter erzählt von ihnen Erfahrungen auf dem Schulweg.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

August 2019

10 Jah­re UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on – ei­ne Be­stands­auf­nah­me in den Werk­stät­ten

Zehn Jah­re nach In­kraft­tre­ten der UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on stellt sich die Fra­ge, ob In­klu­si­on am Ar­beits­markt ei­nen ent­schei­den­den Schritt vor­an ge­kom­men ist.

Roland Buchner hat über 24 Jahre gebraucht, um gemeinsam mit der Boxdorfer Werkstatt einen für ihn geeigneten Arbeitsplatz zu finden.

300.000 Men­schen ar­bei­ten in Deutsch­land in Werk­stät­ten für be­hin­der­te Men­schen. Sie er­hal­ten für ih­re Ar­beit nur ein Ta­schen­geld. Auf dem all­ge­mei­nen Ar­beits­markt ha­ben sie kaum Chan­cen. So­lan­ge das so ist, kann von ei­ner Ver­wirk­li­chung des Rechts auf Ar­beit und Be­schäf­ti­gung im Sin­ne der UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on nicht die Re­de sein. Aber muss man die Ar­beit der Werk­stät­ten da­her in Fra­ge stel­len? Wie müs­sen sich Werk­stät­ten in Zu­kunft auf­stel­len, um mehr Men­schen mit Be­hin­de­rung ei­nen Zu­gang zum er­sten Ar­beits­markt zu er­mög­li­chen? Und was muss auf Sei­ten der Wirt­schaft und der öf­fent­li­chen Hand pas­sie­ren, um dort mehr Ar­beits­ver­hält­nis­se für Men­schen mit Be­hin­de­rung zu schaf­fen?

Inklusions-Cafés schaffen Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung.

Aus­ge­hend von die­sen Fra­ge­stel­lun­gen, die auf der Werk­stät­ten-Mes­se in Nürn­berg dis­ku­tiert wur­den, be­su­chen wir zwei Ein­rich­tun­gen in Nürn­berg, die ver­su­chen, be­hin­der­te Men­schen am Ar­beits­le­ben teil­ha­ben zu las­sen. Wir spre­chen mit Un­ter­neh­mern, die sich für die Be­schäf­ti­gung be­hin­der­ter Men­schen ent­schie­den ha­ben und zei­gen auf, wel­che fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten be­stehen, um ei­ne Ein­glie­de­rung von Men­schen mit Be­hin­de­rung in den er­sten Ar­beits­markt zu rea­li­sie­ren.

Die Arbeitsagentur versucht Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber zu vermitteln, die mit behinderten Menschen arbeiten möchten.

Letzt­lich zeigt die Re­por­ta­ge aber auch, dass es noch viel zu tun gibt, will man der UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on in al­len Punk­ten ge­recht wer­den. Wirk­li­che In­klu­si­on wür­de un­se­re Ge­sell­schaft ge­rech­ter und hu­ma­ner ma­chen. Sie wür­de den Men­schen er­mög­li­chen, ihr Po­ten­ti­al voll zu ent­fal­ten.

Die Hühner des Projekts 'Rent a Huhn' leben artgerecht im Freilandgehege auf dem Gelände der noris inklusion am Marienberg.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

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