Juni 2008
Tunay Duman kam vor 30 Jahren mit einem abgeschlossenen Pharmaziestudium aus der Türkei nach Fürth, um seine Doktorarbeit in Deutschland zu machen. Doch es kam alles ganz anders, denn sein Studium wurde nicht anerkannt. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet er als Hilfsarbeiter in der Großbäckerei Wölfel. Neben 10 Stunden Arbeit in der Firma beginnt er, Deutsch zu lernen und sich für die Probleme seiner türkischen Landsleute zu interessieren.
Er engagiert sich im türkischen Kulturverein, hilft türkischen Kindern bei den Hausaufgaben, wird in den Ausländerbeirat gewählt und sorgt als Vorsitzender von ditib dafür, dass seine Landsleute ein eigenes Kulturzentrum mit Moschee bekommen, so dass sie auch in Fürth so etwas wie Heimatgefühle entwickeln können. Das Portrait eines Mannes, der mit seinem Engagement einiges in Fürth auf den Weg brachte.
April 2008
Seit Günter Düthorn vor acht Jahren pensioniert wurde, setzt er sich für Menschen in Not ein. Er engagiert sich in der Heimbelieferung der Fürther Tafel, im Besuchsdienst der Klinikseelsorge und kämpft auf persönlicher und politischer Ebene für soziale Gerechtigkeit. 12–16 Stunden Arbeit pro Tag sind nicht selten, aber ändern will er daran nichts, denn ein »beschauliches Rentnerdasein« kommt für Günter Düthorn nicht in Frage.
Februar 2008
Medien PRAXIS e. V. hat ein Jahr lang die 1000-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Fürth begleitet. Entstanden ist eine visuelle Reise durch das Jubiläumsjahr, die zeigt, dass das oftmals im Schatten Nürnbergs zu verschwinden drohende Fürth sich nicht vor dem großen Nachbarn verstecken muss. Die Fürther haben die Liebe zu ihrer Stadt entdeckt und zeigen dies auch – nicht nur beim Feiern.
Oktober 2007
Bayerns größte Straßenkärwa hat nicht nur eine Anziehung, die weit über die Region hinaus reicht, sondern auch eine lange Tradition. Die Reportage erzählt in historischen Bildern und Filmausschnitten kleine Geschichten aus der Vergangenheit und zeigt, was die Fürther Kirchweih bis heute von den üblichen Volksfesten unterscheidet. Vom Heringsbrater und der Ziehung der Hochzeitskasse über den billigen Jakob bis zum Baggersstand wird ein Stück Fürther Zeitgeschichte lebendig.
August 2007
Eine Stadt feiert ihr 1000-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass stellt Medien PRAXIS e. V. interessante Menschen und Orte in Fürth vor. Ralph Stenzel ist überzeugter Wahl-Fürther, der unter dem Pseudonym »zonebattler« sein persönliches Fürth-Tagebuch schreibt.
Dieter Karl Ludwig ist Architekt. In frühester Kindheit nach Fürth gezogen, fühlt er sich bis heute mit der Stadt verbunden. Sein Spezialgebiet: Erstellung von Modernisierungsgutachten für die Sanierung von Altbauten. Seine Leidenschaft: die Spielvereinigung Greuther Fürth. Außerdem wird das ehemalige Babylon-Kino vorgestellt, das im Sommer 2006 unter dem Namen »FürthsFamosesKultiplex« mit einem Konzept aus Kino, Plattenladen, Café und Club an den Start ging und in seiner Art einmalig in Bayern ist.
Juli 2007
In fast jedem Supermarkt sind sie zu finden, die Trolli Süßwaren. Was aber selbst viele Menschen aus dem Großraum nicht wissen, die sauren Apfelringe, Miniburger und vielfältigen Phantasiefiguren werden von der Fürther Firma Mederer produziert. Gegründet wurde die Firma 1948 von Willy Mederer, der zunächst Nudeln, Pfefferminzdragees, Brausepulver, Geleefrüchte und Cremepralinen herstellte.
1975 – mit der Einführung des Produktnamens Trolli – begann der Umstieg auf Fruchtgummis. Die Kreativität und Phantasie des heutigen Firmenchefs Herbert Mederer und der Mitarbeiter hat zu immer neuen Fruchtgummiartikeln geführt und die Erschließung neuer Märkte ermöglicht. So hat sich das Fürther Familienunternehmen innerhalb weniger Jahrzehnte zum zweitgrößten Fruchtgummihersteller der Bundesrepublik und einem der größten weltweit entwickelt.
September 2001
Die Kofferfabrik in der Lange Straße in Fürth ist einer der letzten Industriebauten in der einst von Fabriken gesäumten Straße. Ein Areal, das ein Stück Industriegeschichte erzählen kann – Fürther Industriegeschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, hat das Gelände eine bewegte Geschichte hinter sich. Von einer Spiegelfabrik über Handwerksbetriebe und – nicht zuletzt – der Kofferfabrik Bermas hat das Gelände vielen Firmen eine Heimat gegeben.
Und heute? Das Leben in der Kofferfabrik ist noch nicht ganz erloschen. Von einem Immobilienmakler als Spekulationsobjekt gekauft, bietet es Handwerkern, Künstlern, einer Kneipe und einer Galerie noch einmal eine vorübergehende Heimat. Auf den Spuren der Geschichte ist point bei einem Wiedersehen der Arbeiterinnen der Bermas Kofferfabrik dabei – 40 Jahre nachdem sie Seite an Seite gearbeitet haben – und besucht heute ansässige Künstler und Handwerker.
Mai 1999
Vertreibung, Gewalt und Entbehrung liegen hinter den Kosovo-Flüchtlingen, die im Landkreis Fürth Zuflucht gefunden haben. Eine Familie aus Pristina erinnert sich an das Erlebte. Auch wenn die Vertriebenen jetzt in Sicherheit sind, ihre Gedanken sind immer noch in der Heimat, bei ihren Verwandten.