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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


« Gi­se­la Nao­mi Blu­me – Dem Er­in­nern ver­pflich­tet Le­ben zwi­schen Hof­fen und Ban­gen – 1 Jahr Co­vid 19 »

Ca­fé Sa­moc­ca, ge­leb­te In­klu­si­on in der Für­ther In­nen­stadt – doch dann kam Co­vid 19…

Szenenfoto

Seit März 2015 be­treibt die Le­bens­hil­fe in der Für­ther In­nen­stadt das Ca­fé Sa­moc­ca. 20 Men­schen mit Be­hin­de­rung ha­ben hier ei­ne eben­so an­spruchs­vol­le wie ab­wechs­lungs­rei­che Ar­beit ge­fun­den. Nach oft­mals vie­len Jah­ren im ge­schütz­ten Rah­men der Werk­stät­ten hat­ten sie sich ent­schie­den, den Schritt an ei­nen neu­en an­spruchs­vol­len Ar­beits­platz zu wa­gen. Im Lau­fe der Jah­re ha­ben sie im­mer mehr Ver­ant­wor­tung, auch für kom­ple­xe Auf­ga­ben, über­nom­men und da­bei viel Rou­ti­ne und Selbst­si­cher­heit ent­wickelt. »Es war ne gu­te Ent­schei­dung, im Sa­moc­ca an­zu­fan­gen, du hast das dann im Blut in­nen­drin, und der Kör­per weiß, wie musst du es ma­chen. Die Ner­vö­sig­keit ist weg und das ist das Be­ste.«

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Im März die­sen Jah­res woll­te man das fünf­jäh­ri­ge Be­stehen des Pro­jekts fei­ern, doch dann er­reich­te die Co­ro­na-Pan­de­mie Deutsch­land und das Sa­moc­ca muss­te wie al­le ga­stro­no­mi­schen Be­trie­be schlie­ßen. Man be­half sich, in­dem man in den Ca­fé­räu­men Werk­statt­ar­beits­plät­ze für die Sa­moc­ca-Be­schäf­tig­ten ein­rich­te­te. Im Ju­ni er­öff­ne­te das Sa­moc­ca wie­der mit ei­nem mit neu er­ar­bei­te­ten, auf­wän­di­gen Hy­gie­nekon­zept und Be­schäf­tig­ten, die froh wa­ren, wie­der ar­bei­ten zu dür­fen. Der Gä­ste­zu­spruch hielt sich al­ler­dings in Gren­zen. »Wir sind jetzt un­ge­fähr bei 50% im Ver­gleich zum Vor­jahr, den­noch bin ich sehr stolz auf die Be­schäf­tig­ten, die sich wirk­lich ganz kon­se­quent an die Hy­gie­ne­re­geln hal­ten, 8 Stun­den mit dem Mund-Na­sen-Schutz hier die Gä­ste be­die­nen, die halt noch da sind, da zieh ich echt den Hut.«, so Kaf­fee­haus­lei­tung Ste­phan Har­rer.

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Als im No­vem­ber der zwei­te Lock­down kommt und wie­der Werk­statt­ar­beit im Sa­moc­ca ge­macht wer­den muss, se­hen sich die Ver­ant­wort­li­chen mit der Fra­ge kon­fron­tiert, ob und wie das Ca­fé un­ter die­sen Um­stän­den wei­ter ge­führt wer­den kann. Doch dass das Sa­moc­ca für im­mer schließt, kön­nen und wol­len sich die Be­schäf­tig­ten nicht vor­stel­len. »In die Werk­statt zu­rück­ge­hen? Kann ich net. Das will ich auch net.« (Fe­lix Schnei­der), »Ich ha­be so ei­nen gro­ßen Sprung ge­macht und den möch­te ich nicht wie­der ka­putt ma­chen.« (Li­sa Dah­l­mann)

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Der Film zeigt, wie wich­tig den Be­schäf­tig­ten die Ar­beit im Sa­moc­ca ge­wor­den ist – »Sa­moc­ca ist mei­ne Fa­mi­lie und mei­ne Freun­de!« – wel­che Ent­wick­lung sie in den fast sechs Jah­ren ge­leb­ter In­klu­si­on ge­macht ha­ben – »Was mein­ste, wie lan­ge ich ge­braucht ha­be, bis ich fit hier drin war … jetzt ist der Kno­ten ge­platzt!« und wel­che Ge­dan­ken sie sich zur Co­ro­na-Pan­de­mie ma­chen.

Das Samocca-Team (Foto: Daniel Duve, www.danielduve.com)

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 65 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.

Diskussion

  1. Mic Clar  •  21. Dez. 2020

    Das ist ein ganz wun­der­vol­ler Film ge­wor­den, vie­len Dank da­für! Klar, be­rüh­rend und in­for­ma­tiv. Ich bin ganz hin und weg.

    #1 

  2. Tanja Schedl  •  22. Dez. 2020

    Lie­be Ju­lia, lie­ber Tho­mas,

    manch­mal sieht man ei­ne Re­por­ta­ge im Fern­se­hen, die be­ein­druckt durch In­for­ma­tio­nen, Bil­der, Ein­stel­lun­gen...

    Aber manch­mal gibt es Fil­me, die an der See­le rüh­ren.

    Viel­leicht ist das der Fall, wenn man durch die Bil­der die Her­zens­wär­me der Fil­me­ma­cher se­hen kann, wie bei eu­rer Sa­moc­ca-Re­por­ta­ge. Lie­ben Gruß, Tan­ja

    #2 

  3. Uschi Dahlmann  •  18. Feb. 2021

    Ich bin so froh das mei­ne Li­sa im Sa­moc­ca ar­bei­tet. Sie ist ei­ne tol­le selbst­be­wuss­te jun­ge Frau ge­wor­den, vor al­lem ihr Selbst­be­wusst­sein hat sich enorm ge­stei­gert. Dan­ke an das wun­der­vol­le Sa­moc­ca­team.

    #3 

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