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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


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FRIEDEN – aber wie?

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 25. Ok­to­ber 2026 um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf Fran­ken Fern­se­hen im Ka­bel und im Live­stream und um 21:45 Uhr auf Fran­ken Plus

Im Fe­bru­ar 2022 rief der da­ma­li­ge Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz die »Zei­ten­wen­de« aus und schwor das Land auf ei­ne ver­stärk­te Ver­tei­di­gungs­be­reit­schaft ein. Es wur­den Schrit­te zur Re­ak­ti­vie­rung der Wehr­pflicht ein­ge­lei­tet. In Bay­ern wur­de die Zu­sam­men­ar­beit von Schu­len und Mi­li­tär ge­setz­lich ver­an­kert. Uni­ver­si­tä­ten wur­de es ver­bo­ten, ih­re For­schung auf zi­vi­le Zwecke zu be­schrän­ken. Mil­li­ar­den flos­sen in die Auf­rü­stung. Doch nicht al­le sind mit der zu­neh­men­den Aus­rich­tung der Ge­sell­schaft auf Krieg ein­ver­stan­den. Auch in Fran­ken for­miert sich Pro­test.

In Nürnberg treffen sich Schüler:innen, um gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren

In meh­re­ren De­mos pro­te­stier­ten Schüler:innen ge­gen den neu­en Wehr­dienst und ei­ne dro­hen­de Rück­kehr der Wehr­pflicht. Un­ter­stützt wer­den sie von Ge­werk­schaf­ten und lin­ken Or­ga­ni­sa­tio­nen. Ei­ner ih­rer zen­tra­len Vor­wür­fe ist, dass ei­ne äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, die nicht mehr die­nen wird, die Ju­gend in ei­nen Krieg schicken könn­te, der letzt­lich eher dem Pro­fit von Rü­stungs­fir­men dient, als der Ver­tei­di­gung.

Physiker Wolfgang Nick hält im Nürnberger Friedensmuseum einen Vortrag über die Standorte und Reichweiten von NATO-Raketen

Ähn­li­che An­sich­ten ver­trat auch schon die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, die sich im Nürn­ber­ger Frie­dens­mu­se­um trifft. In den 1980er Jah­ren pro­te­stier­ten sie ge­gen die Sta­tio­nie­rung von US-Ra­ke­ten in Deutsch­land. Da­bei tra­fen un­ter­schied­li­che Grup­pen auf­ein­an­der: Chri­sten, So­zia­li­sten, aber auch Phy­si­ker, wie Wolf­gang Nick. Er er­in­nert sich an die Wi­der­stän­de, die es da­mals zu über­win­den galt.

Zu Gast bei Friedensaktivist Hans-Günther Schramm. Er zeigt Fotos von Protestaktionen aus den 80er Jahren

Eben­falls seit den 1980ern ak­tiv war Hans-Gün­ther Schramm. Durch sei­ne Schwei­ge­krei­se vor der Lo­renz­kir­che wur­de er zu ei­nem der be­kann­te­sten Ver­tre­ter ei­nes christ­lich mo­ti­vier­ten Pa­zi­fis­mus. Für ihn be­deu­tet das aber nicht nur »die an­de­re Wan­ge« hin­zu­hal­ten, son­dern klug zu pla­nen, wie im Ernst­fall ei­ne Ver­tei­di­gung des Lan­des or­ga­ni­siert wer­den kann, so dass Blut­ver­gie­ßen weit­ge­hend ver­mie­den wird.

Auf der Rüstungs-Messe »Enforce TAC« werden Drohnen, Panzer und Raketenabschuss-Anlagen präsentiert

Schließ­lich be­su­chen wir die Rü­stungs­mes­se »En­force TAC« in Nürn­berg. Auch de­ren Ma­cher und Aus­stel­ler se­hen ih­re Auf­ga­be dar­in, den Frie­den zu be­wah­ren und Men­schen­le­ben zu schüt­zen. Ih­re Me­tho­de ist je­doch ei­ne ganz an­de­re: Sie set­zen auf tech­ni­sche Über­le­gen­heit und auf ei­ne zu­neh­mend au­to­ma­ti­sier­te Kriegs­füh­rung mit Droh­nen und selbst­fah­ren­den Fahr­zeu­gen.

Ostern 2026: Der Nürnberger Kornmarkt ist gefüllt mit den Teilnehmenden der Ostermärsche, die gegen Krieg und Wehrpflicht demonstrieren

Ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on hat da­ge­gen der Oster­marsch, zu dem Frie­dens­be­weg­te in Deutsch­land seit den frü­hen 1960er Jah­ren je­des Jahr auf die Stra­ße ge­hen. Auf dem Nürn­ber­ger Korn­markt tref­fen wir Gün­ter Höcht vom Frie­dens­fo­rum, der un­ter »Frie­dens­tüch­tig­keit« et­was ganz an­de­res ver­steht als die Po­li­tik: die Fä­hig­keit, Kon­flik­te oh­ne Ge­walt zu lö­sen. Und die Mu­sik- und Ak­ti­vi­sten­grup­pe Stree­tOps um An­dre­as Bar­ber wirbt mit Stra­ßen­thea­ter da­für, dass die Frie­dens­be­we­gung wie­der lau­ter wird.

Die Do­ku­men­ta­ti­on »Frie­den – aber wie?« ver­sucht, die un­ter­schied­li­chen Be­stre­bun­gen und An­sät­ze deut­lich zu ma­chen. Ge­wid­met ist sie Hans-Gün­ther Schramm, der we­ni­ge Mo­na­te nach den Dreh­ar­bei­ten ver­starb.

»Ei­gent­lich müss­te je­der Christ Pa­zi­fist sein«
(Hans-Gün­ther Schramm 1941 – 2026)

Ein Film von Pe­ter Ro­mir •  Län­ge: 30 Min.

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