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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


April 2026

Die KI kommt in die Pfle­ge – ei­ne Re­por­ta­ge aus dem Pfle­ge­all­tag

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 26. April 2026 um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf Fran­ken Fern­se­hen im Ka­bel und im Live­stream und um 21:45 Uhr auf Fran­ken Plus

Der Telepräsenzroboter Robody auf der Altenpflegemesse: Eine Pflegekraft steuert den Roboter per Datenbrille aus der Ferne und erscheint dabei mit ihrem Gesicht auf dem Display – die Technologie soll Pflegekräfte bei Zweit- und Drittbesuchen entlasten.

Al­le zwei Jah­re tref­fen sich Fach­leu­te aus der Pfle­ge­bran­che in Nürn­berg auf der Al­ten­pfle­ge­mes­se – der Leit­mes­se der Pfle­ge­bran­che. Längst ist dort auch Künst­li­che In­tel­li­genz ein The­ma: So­zi­al­ro­bo­ter und die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on zei­gen, wie stark sich die Bran­che im Wan­del be­fin­det.

Rafael Hostettler von navelrobotics mit dem Sozialroboter Navel auf der Altenpflegemesse in Nürnberg – der KI-gestützte Gesprächsroboter soll Einsamkeit bei älteren Menschen begegnen und wurde inzwischen an rund 35 Pflegeeinrichtungen verkauft.

Im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler steht man die­sen Ent­wick­lun­gen of­fen ge­gen­über. Seit ca. ei­nem Jahr wird hier ein so­zia­ler Ro­bo­ter na­mens Gott­fried er­probt. Ein­mal pro Wo­che ist er im Ein­satz. In Be­glei­tung ei­ner Mit­ar­bei­te­rin be­sucht er ein­zel­ne Bewohner*innen und führt mit Ih­nen Ge­sprä­che, die sie an­re­gen, ak­ti­vie­ren und der Ein­sam­keit ent­ge­gen­wir­ken sol­len. Doch wie gut funk­tio­niert das in der Pra­xis? Bei un­se­ren Be­su­chen im Se­nio­ren­zen­trum ha­ben wir er­lebt, wie viel Po­ten­zi­al in der Tech­no­lo­gie steckt, aber auch, wo ih­re Gren­zen lie­gen.

Eine Pflegerin und eine ältere Bewohnerin sitzen im Zimmer eines Seniorenheims und schauen den kleinen Sozialroboter Gottfried an – ein orangefarbener Roboter mit Strickmütze, der einmal pro Woche in der Einzelbetreuung eingesetzt wird.

Haupt­ein­satz­ge­biet der künst­li­chen In­tel­li­genz im Se­nio­ren­zen­trum Gott­fried Sei­ler ist aber die KI-ge­stütz­te Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on. Per Sprach­ein­ga­be er­fas­sen Mit­ar­bei­ten­de ih­re Tä­tig­kei­ten di­rekt im Be­woh­ner­zim­mer. Die KI struk­tu­riert und ver­ar­bei­tet die In­hal­te au­to­ma­tisch. Ei­ne Zeit­er­spar­nis, die dem Pfle­ge­per­so­nal mehr Spiel­raum für das gibt, was kei­ne Ma­schi­ne er­set­zen kann: mensch­li­che Zu­wen­dung.

Zwei Mitarbeitende des Seniorenzentrums Gottfried Seiler besprechen die KI-gestützte Dokumentations-App: Per Spracheingabe ins Smartphone erfassen Pflegekräfte ihre Tätigkeiten direkt am Bewohnerzimmer – das spart bis zu 25 Minuten Dokumentationszeit pro Schicht.

Die Mit­ar­bei­ten­den im Se­nio­ren­zen­trum ste­hen dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt of­fen ge­gen­über – zie­hen aber auch kla­re Gren­zen. Grund­pfle­ge, Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, der Um­gang mit Ster­ben­den: Das sind Be­rei­che, in de­nen KI aus ih­rer Sicht nichts ver­lo­ren hat. »Do­ku­men­ta­ti­on und Ak­ti­vie­rung ja, aber der Mensch bleibt im Mit­tel­punkt«.

Eine Pflegekraft hält ein Smartphone mit der KI-Dokumentations-App in der Hand – die Spracherkennung wandelt gesprochene Einträge automatisch in strukturierte Pflegedokumentation um und steht sofort allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.

»Die KI kommt in die Pfle­ge« ist ein Blick auf ei­ne Bran­che im Um­bruch. Der Film zeigt, wie Tech­no­lo­gie sinn­voll un­ter­stüt­zen kann – oh­ne die ent­schei­den­de Fra­ge aus dem Blick zu ver­lie­ren: Wie viel Tech­nik wol­len wir zu­las­sen, und wo blei­ben wir be­wusst bei der zwi­schen­mensch­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on?

Die Leiterin des Seniorenzentrums Gottfried Seiler im Gespräch mit einer Bewohnerin im Flur – eine alltägliche Szene, die zeigt: Auch dort, wo KI die Arbeit erleichtert, bleibt persönlicher Kontakt und menschliche Zuwendung der Kern der Pflege.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.