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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


« »Wir blei­ben, bis Ihr han­delt!« – Die Men­schen vom Nürn­ber­ger Kli­ma­camp Bau auf Kunst! – mit Krea­ti­vi­tät ge­gen den Fach­kräf­te­man­gel »

Krea­ti­ve Per­spek­ti­ve – Die Si­tua­ti­on der frei­en Sze­ne in Nürn­berg

Die ehe­ma­li­ge Pin­sel­fa­brik Le­on­har­dy in der Jo­han­nis­stra­ße steht leer. Künst­ler aus dem Stadt­teil fra­gen sich, ob die wei­test­ge­hend in­tak­ten Räu­me der al­ten Fa­brik als Ate­liers ge­nutzt wer­den könn­ten. Doch die Stadt Nürn­berg als Ei­gen­tü­me­rin hat an­de­re Plä­ne: Das Ge­bäu­de wird wohl ab­ge­ris­sen wer­den, um die an­gren­zen­den He­spe­ri­den-Gär­ten er­wei­tern zu kön­nen. Für die Künstler*innen bleibt dann ver­mut­lich nur die Zwi­schen­nut­zung als mög­li­che Op­ti­on.

Die ehemalige Pinselfabrik im Nürnberger Stadtteil Johannis hat das Interesse dort ansässiger Künstler geweckt. Sie wird jedoch bald abgerissen.

Die freie Sze­ne hat es schwer: lang­fri­sti­ge Miet­ver­trä­ge sind die Aus­nah­me. Oft müs­sen Räum­lich­kei­ten schon nach we­ni­gen Jah­ren wie­der auf­ge­ge­ben wer­den, wie das »Auf AEG« und bei Quel­le be­reits ge­sche­hen ist. Aber Kunst braucht Raum und Krea­ti­ve ei­ne Per­spek­ti­ve. Tut die Stadt Nürn­berg ge­nug für ih­re Künstler*innen? Die Fra­ge steht seit län­ge­rem im Raum.

Künstler*innen des Nürnberger Atelierhauses »Auf AEG« schlossen sich auf der Suche nach einer neuen Heimat zusammen und fanden an der Tillystraße in Nürnberg eine neue kreative Bleibe.

Die neu ge­schaf­fe­nen Ate­liers in der Til­ly­stra­ße sind ein po­si­ti­ves Bei­spiel: Dort ha­ben vie­le ehe­ma­li­ge Künstler*innen Auf AEG durch tat­kräf­ti­ge Un­ter­stüt­zung des Kul­tur­re­fe­rats ei­ne neue Blei­be ge­fun­den. Na­tür­lich braucht es trotz­dem sehr viel Ei­gen­in­itia­ti­ve. Ein von den Krea­ti­ven ge­grün­de­ter Ver­ein sorgt für Struk­tur und küm­mert sich um die Ver­mie­tung des Ge­bäu­des.

Jeden Montag öffnet das Heizhaus seine Pforten für interessierte Besucher und bietet neben Werkstätten und Ateliers auch einen Markt mit regionalem Obst und Gemüse.

Auch im Heiz­haus auf dem al­ten Quel­le-Ge­län­de fin­det man viel En­ga­ge­ment: Dort fin­den sich schon seit meh­re­ren Jah­ren ne­ben Ate­liers auch Of­fe­ne Werk­stät­ten, klei­ne Un­ter­neh­men und ein wö­chent­li­cher Markt, der die An­woh­ner mit fri­schem Ge­mü­se aus dem Um­land ver­sorgt. Die­sen Sta­tus muss­te man sich aber hart er­kämp­fen. Auch die neu­en Mie­ter im Kes­sel­haus an der Für­ther Stadt­gren­ze ha­ben die­se Er­fah­rung ge­macht. Auch hier wa­ren es ehe­ma­li­ge Mieter*innen der Ate­liers Auf AEG, die sich dort in Ei­gen­re­gie oh­ne Un­ter­stüt­zung der Stadt ein neu­es krea­ti­ves Zu­hau­se ge­schaf­fen ha­ben.

Die Kreativen Kilian Reil und Sebastian Richter tüfteln zusammen im eigens geschaffenen Refugium im ehemaligen Kesselhaus einer alten Großwäscherei an neuen Projekten.

Fa­zit: Die freie Sze­ne hat in Nürn­berg gro­ßes Po­ten­zi­al, ist aber viel zu oft nicht sicht­bar.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer und Ka­tha­ri­na Was­mei­er  •  Län­ge: 30 Min.

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