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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


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De­mo­kra­tie wei­ter ent­wickeln – Brau­chen wir ein neu­es Den­ken?

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 20. Sep­tem­ber und Sonn­tag, dem 27. Sep­tem­ber 2026, je­weils um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf Fran­ken Fern­se­hen im Ka­bel und im Live­stream und um 21:45 Uhr auf Fran­ken Plus

Christian König und Aline Koeppen im Berliner Büro von Mehr Demokratie e.V. halten ein Banner mit der Aufschrift "Ja ich will Mehr Demokratie – www.volksentscheid.de" hoch.

1995 er­kämpf­ten ein Zu­sam­men­schluss von vie­len In­itia­ti­ven in ei­nem lan­des­wei­ten Volks­be­geh­ren die Ein­füh­rung von Bür­ger­ent­schei­den in Baye­ri­schen Ge­mein­den und Krei­sen.

Brigitte Krenkers, Mitbegründerin des OMNIBUS für Direkte Demokratie, steht im Inneren des historischen, heute ausgebauten Doppeldecker-Omnibusses, wo alle Unterschriften gesammelt sind.

Für die Ein­füh­rung der da­mals weit­rei­chend­sten Re­ge­lun­gen in ganz Deutsch­land hat­ten sich bin­nen 14 Ta­gen 1,2 Mil­lio­nen Men­schen ein­ge­tra­gen. Maß­geb­lich an die­sem Er­folg be­tei­ligt wa­ren der OMNIBUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie und Mehr De­mo­kra­tie e.V..

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein und Innenminister Joachim Herrmann stehen nebeneinander an einem Podium bei der abschließenden Pressekonferenz zum Runden Tisch in der Staatskanzlei in München.

Drei­ßig Jah­re spä­ter steht die­se Er­run­gen­schaft wie­der un­ter Druck. In vie­len Bun­des­län­dern, so auch in Bay­ern, sol­len die Hür­den bzw. Re­ge­lun­gen, die Bür­ger­ent­schei­den und Volks­ent­schei­den vor­ge­schal­tet sind, ver­schärft wer­den. Die Mög­lich­keit von Volks­ent­schei­den auf Bun­des­ebe­ne ist bis heu­te nicht ge­ge­ben. Der Film »De­mo­kra­tie wei­ter ent­wickeln« stellt Men­schen vor, die sich, meist schon seit Jahr­zehn­ten, mit di­rek­ter De­mo­kra­tie be­schäf­ti­gen und stellt die Fra­ge, wie wir wie­der aus der De­mo­kra­tie­kri­se her­aus­fin­den.

Eine Gruppe von Menschen bringt einen jungen Baum zur Pflanzung entlang des alten Grenzzauns am Baumkreuz bei Ifta.

Am Baum­kreuz bei Ifta, an der hes­sisch-thü­rin­gi­schen Gren­ze ge­le­gen, kom­men seit 1990 Men­schen vom Om­ni­bus, Mehr De­mo­kra­tie und Bund Na­tur­schutz zu­sam­men, um Bäu­me zu pflan­zen und zu pfle­gen.

Beuys-Schüler und OMNIBUS Mitbegründer Johannes Stüttgen erklärt eine seiner Tafelzeichnungen, die während seiner Vorträge entstehen.

In An­leh­nung an das 7000-Ei­chen­pro­jekt von Jo­seph Beu­ys und des­sen For­de­rung nach ei­ner Ab­schaf­fung der »Par­tei­en­dik­ta­tur« stellt sein Schü­ler und Mit­be­grün­der des OMNIBUS für Di­rek­te De­mo­kra­tie Jo­han­nes Stütt­gen die The­se auf, dass wir uns auf ein »völ­lig neu­es Den­ken« ein­las­sen müs­sen, da »die al­ten Kon­zep­te nicht mehr grei­fen«.

Ralf-Uwe Beck sitzt an einem Bücherverkaufstisch und signiert ein Exemplar seines Buchs "Der Souverän".

Ralf-Uwe Beck ist in der ehe­ma­li­gen DDR, ganz in der Nä­he des Baum­kreu­zes von Ifta auf­ge­wach­sen. Heu­te ist er Bun­des­vor­sit­zen­der von „Mehr De­mo­kra­tie e.V.“ und hat in die­sem Jahr das Es­say „Der Sou­ve­rän“ ver­öf­fent­licht, in dem er die Nach­wen­de­zeit auf­ar­bei­tet und für die Stär­kung der di­rek­ten De­mo­kra­tie ein­tritt: »Die re­al exi­stie­ren­de De­mo­kra­tie ist nicht das ein­ge­lö­ste Ver­spre­chen, das uns die De­mo­kra­tie gibt, näm­lich, dass wir an den po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen, die uns be­tref­fen, auch be­tei­ligt wer­den müs­sen.«

Der langjährige OMNIBUS-Fahrer Werner Küppers, in auffälligem rot-gemustertem Mantel und pinker Hose, spricht in einer Fußgängerzone mit zwei Passant*innen. Neben ihm ein Schild: "Rettet den Bürgerentscheid – Volksinitiative Bürgerbegehren in Schleswig-Holstein".

Bus­fah­rer Wer­ner Küp­pers fährt seit vie­len Jah­ren mit dem OMNIBUS für di­rek­te De­mo­kra­tie durch ost- und west­deut­sche Städ­te. Ge­mein­sam mit zwei bis drei Mit­fah­re­rIn­nen stel­len sie sich auf öf­fent­li­che Plät­ze, um für die di­rek­te De­mo­kra­tie zu wer­ben. »Wir kön­nen doch nicht un­se­re Stim­me als Blan­ko-Voll­macht aus der Hand ge­ben, auch an Leu­te, die of­fen­sicht­lich das gar nicht ein­hal­ten, was sie vor­her ver­spre­chen.« Für ihn zählt das Ge­spräch von Mensch zu Mensch, un­ab­hän­gig da­von, wel­che po­li­ti­sche Über­zeu­gung das Ge­gen­über ver­tritt. Ei­ne Hal­tung, die in Zei­ten wach­sen­der Po­la­ri­sie­rung nicht selbst­ver­ständ­lich ist.

Mehrere Erwachsene sitzen im Stuhlkreis und unterhalten sich, im Hintergrund eine Projektion mit der Aufschrift "Sprechen & Zuhören" – Szene von einer Sprechen & Zuhören-Fortbildung.

Um der wach­sen­den Spal­tung un­se­rer Ge­sell­schaft et­was ent­ge­gen­zu­set­zen, hat „Mehr De­mo­kra­tie e.V.“ das Dia­log­for­mat Spre­chen & Zu­hö­ren ent­wickelt: »Wir ha­ben al­le Streit­the­men in der Fa­mi­lie, aber auch ge­sell­schaft­lich. Und wir nei­gen da­zu, nicht mehr mit­ein­an­der zu spre­chen und gro­ße Grä­ben zu zie­hen. Und die­ses For­mat Spre­chen und Zu­hö­ren bringt uns wie­der zu­sam­men, auch wenn wir in­halt­lich ganz weit aus­ein­an­der sind.«

Jugendliche stellen in einem Klassenzimmer des Fürther Helene-Lange-Gymnasiums Stühle zu einem Kreis auf, im Hintergrund sitzen weitere Schüler:innen und beobachten die Übung – Szene vom Schulprojekt "wo-hin?".

Auch der Om­ni­bus ist im Bil­dungs­be­reich tä­tig. Beim zwei­tä­gi­gen Schul­pro­jekt wo-hin? geht es den Pro­jekt­lei­te­rIn­nen nicht nur um das Auf­zei­gen der Mög­lich­kei­ten der di­rek­ten De­mo­kra­tie. In spie­le­ri­scher Form sol­len die Schü­le­rIn­nen auch er­fah­ren, wie sie selbst­wirk­sam wer­den kön­nen: Wo-hin? ist ein Pro­jekt, wo es uns um die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on geht, weil es ganz oft pas­siert, dass sie eben nicht das Ge­fühl ha­ben, dass ih­nen zu­ge­hört wird…

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 50 Min.

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