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Mitten im Herzen der Südstadt klafft seit Jahren ein Loch. Der Aufseßplatz ist ein Ort in der Warteschleife. Einen Sommer lang richtet der neue Dokumentarfilm von Cherima Nasa den Blick auf die Menschen, die den Platz täglich nutzen.
Die Baugrube markiert den Stillstand. Gleich daneben organisieren sich die Routinen des Alltags. Männergruppen treffen sich regelmäßig, viele mit Migrationserfahrung. Kinder radeln über das Pflaster, springen übermütig in die Brunnen am Platz. Aktivisten vom Solidaritätsnetzwerk fordern den raschen Bau von günstigem Wohnraum.
Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist der Aufseßplatz ein Stück Zuhause. Was in der öffentlichen Debatte oft pauschal und abwertend etikettiert wird, bedeutet für sie eine verlässliche Gemeinschaft im öffentlichen Raum.
Es gibt auch diejenigen, die den Platz mit Wehmut betrachten, wie Rosie, die jahrzehntelang Verkäuferin im längst abgerissenen Kaufhaus war und jetzt vor einer »Wasserpfitschen« steht.
Die Freunde Daniel und Marco treffen sich regelmäßig am Platz und freuen sich, dass „hier immer was los ist“ und „man sich nicht verstellen muss“.
Der Film verschweigt die Spannungen nicht. Er zeigt das Nebeneinander von Familien und Obdachlosen, von alteingesessenen Anwohnerinnen und Neuankömmlingen. Er zeigt Misstrauen und Vorurteile. Doch er beobachtet auch, wie das Zusammenleben – oft leise und unspektakulär – täglich ausgehandelt wird.
Ein Film von Cherima Nasa • Länge: 30 Min.










