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Medien PRAXIS - Das point Reportage Sendungs-Blog


März 2026

Pirck­hei­mer-Preis für die Me­di­en PRAXIS

Ein­mal im Jahr ver­leiht die Aka­de­mie im Nürn­ber­ger Ca­ri­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) ei­nen Preis für Men­schen, die sich in be­son­de­rer Wei­se für die Re­gi­on ein­set­zen.

Wir freu­en uns sehr, dass wir dies­mal zu den Preis­trä­gern ge­hö­ren. Das CPH zeich­ne­te da­mit un­se­re lang­jäh­ri­ge Ar­beit als Do­ku­men­tar­fil­mer aus: »Die Ar­beit von Me­di­en PRAXIS er­in­nert uns dar­an, was gu­ter Jour­na­lis­mus lei­sten kann: Men­schen sicht­bar ma­chen, Miss­stän­de be­nen­nen und neue Per­spek­ti­ven er­öff­nen«, sag­te Ju­ry­mit­glied Ma­ri­ca Münch.

Jurymitglied Marica Münch, point-Redaktion Julia Thomas, Peter Romir, Cherima Nasa und Thomas Steigerwald mit CPH-Leiter Dr. Siegfried Grillmeyer bei der Verleihung des Caritas-Pirckheimer-Preises

Die Re­dak­ti­on point Ju­lia Tho­mas, Pe­ter Ro­mir, Cher­i­ma Na­sa, Tho­mas Stei­ger­wald und Nor­bert Gold­ham­mer, der bei der Ver­lei­hung lei­der nicht da­bei sein konn­te, be­dan­ken sich und gra­tu­lie­ren auch ganz herz­lich den an­de­ren Preis­trä­gern: dem So­zi­al­ma­ga­zin Stra­ßen­kreu­zer, den Pau­lus-Schwe­stern am Ja­kobs­platz so­wie Tho­mas Ohl­wer­ter vom Schul­re­fe­rat der Ka­tho­li­schen Stadt­kir­che Nürn­berg. Auch sie tra­gen mit ih­rer Ar­beit we­sent­lich da­zu bei, die Re­gi­on mit »Gu­ten Nach­rich­ten« zu fül­len.

März 2026

Wel­che Aus­wir­kun­gen hat Künst­li­che In­tel­li­genz (KI) auf die Ge­sell­schaft?

Die­se Fra­ge ha­ben wir uns vor ei­nem Jahr ge­stellt. In der Zwi­schen­zeit ist viel pas­siert. Was vor ei­nem Jahr noch ge­gol­ten hat, ist heu­te be­reits über­holt. Nir­gend­wo sonst geht die Ent­wick­lung so schnell vor­an, wie im Be­reich der künst­li­chen In­tel­li­genz (Ar­ti­fi­cal In­tel­li­gence). Mit wel­chen Fol­gen? Wer­den wir KI da­zu nut­zen un­se­re Welt le­bens­wer­ter zu ma­chen, oder führt sie uns an den Ab­grund, zer­stö­ren wir da­mit viel­leicht so­gar die mensch­li­che Zi­vi­li­sa­ti­on?

Titelbild des Social-Media-Projekts

Wer­den 2050 ge­nau­so vie­le hu­ma­no­ide Ro­bo­ter wie Men­schen die­ses Pla­ne­ten be­völ­kern, wie ein deut­scher Ent­wick­ler von hu­ma­no­iden Ro­bo­tern vor­aus­sagt? Wer­den sie den Men­schen in der Pro­duk­ti­on voll­stän­dig ver­drän­gen?

Xiao­mi hat 2024 ei­ne Fa­brik er­öff­net, die im Jahr 2 Mil­lio­nen High­tech Smart­phones pro­du­ziert, ganz oh­ne mensch­li­che Ein­grif­fe; oh­ne ex­ter­ne Soft­ware­lö­sun­gen über­nimmt die KI Ana­ly­se, Pla­nung und Op­ti­mie­rung. Ein an­de­rer chi­ne­si­scher Her­stel­ler plant ab 2030 ähn­li­ches für die Pro­duk­ti­on von Au­tos.

Wie be­geg­nen wir deep fakes und fake news, die in­zwi­schen ei­ne Qua­li­tät er­langt ha­ben, dass sie vom Lai­en nicht mehr von der Rea­li­tät, von gut re­cher­chier­ten In­for­ma­tio­nen zu un­ter­schei­den sind?

Hun­der­te nam­haf­ter Per­so­nen aus der Wis­sen­schaft, For­schung und In­du­strie, un­ter an­de­rem auch Ro­bert Alt­mann (Open AI/ Chat GPT) ha­ben ein State­ment un­ter­schrie­ben, in dem es heißt, »KI ist so ge­fähr­lich wie Pan­de­mien und Atom­krieg«. Auch der Spie­gel ver­gleicht in sei­ner Aus­ga­be vom 26. Fe­bru­ar 2026 die Ge­fähr­lich­keit von KI mit der ei­ner Atom­bom­be.

Der Ein­satz von KI bringt kann in vie­len Be­rei­chen, ins­be­son­de­re in der For­schung und Me­di­zin sehr sinn­voll sein, KI kann aber lei­der auch miss­braucht wer­den. Was die Zu­kunft bringt, wis­sen wir nicht. Was al­ler­dings Fakt ist: wir ste­hen vor ei­nem tech­no­lo­gi­schen Um­bruch, wie wir ihn seit der In­du­stria­li­sie­rung nicht mehr er­lebt ha­ben. Von da­her ist es sinn­voll, sich der Si­tua­ti­on zu stel­len und sich zu fra­gen, wo wol­len wir hin? Braucht es Re­ge­lun­gen, wie es im­mer mehr Wissenschaftler*innen und ITler*innen for­dern, oder über­las­sen wir al­les dem frei­en Markt?

Wir ha­ben ei­ni­ge Ge­sichts­punk­te, State­ments, Fra­ge­stel­lun­gen und Ideen für un­se­re So­cial Me­dia Ka­nä­le zu­sam­men ge­tra­gen, die wir ab so­fort ver­öf­fent­li­chen wer­den. Wir wür­den uns freu­en, wenn Ihr dort (oder auch hier) Eu­re Mei­nung zu KI und de­ren mög­li­chen ge­sell­schaft­li­chen Fol­gen hin­ter­lasst.

Tho­mas Stei­ger­wald
Die­ser Text ist oh­ne den Ein­satz von KI er­stellt wor­den.

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Februar 2026

Der Platz

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 22. März 2026 um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf Fran­ken Fern­se­hen im Ka­bel und im Live­stream und um 21:45 Uhr auf Fran­ken Plus

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Während der Sommermonate vergnügen sich die Kinder im begehbaren Brunnen vor der Baustellenkulisse. Manche Anwohner empfinden das unrhythmische Plätschern als Zumutung.

Mit­ten im Her­zen der Süd­stadt klafft seit Jah­ren ein Loch. Der Auf­seß­platz ist ein Ort in der War­te­schlei­fe. Ei­nen Som­mer lang rich­tet der neue Do­ku­men­tar­film von Cher­i­ma Na­sa den Blick auf die Men­schen, die den Platz täg­lich nut­zen.

Hinter dem Gitter des Bauzauns ist eine Wasserlandschaft entstanden. Auf einer Demonstration am Platz wird u.a. der Erhalt des »Aufseßsees« gefordert.

Die Bau­gru­be mar­kiert den Still­stand. Gleich da­ne­ben or­ga­ni­sie­ren sich die Rou­ti­nen des All­tags. Män­ner­grup­pen tref­fen sich re­gel­mä­ßig, vie­le mit Mi­gra­ti­ons­er­fah­rung. Kin­der ra­deln über das Pfla­ster, sprin­gen über­mü­tig in die Brun­nen am Platz. Ak­ti­vi­sten vom So­li­da­ri­täts­netz­werk for­dern den ra­schen Bau von gün­sti­gem Wohn­raum.

Eine Gruppe Obdachloser und Trinker hat sich in einer schattigen Nische des Platzes eingerichtet. In den Sommermonaten treffen sie sich hier täglich.

Für Men­schen oh­ne fe­sten Wohn­sitz ist der Auf­seß­platz ein Stück Zu­hau­se. Was in der öf­fent­li­chen De­bat­te oft pau­schal und ab­wer­tend eti­ket­tiert wird, be­deu­tet für sie ei­ne ver­läss­li­che Ge­mein­schaft im öf­fent­li­chen Raum.

Rosie war seit vielen Jahren nicht mehr am Aufseßplatz und steht traurig vor der Brache. Hier stand das Kaufhaus, in dem sie lange als Verkäuferin gearbeitet hatte.

Es gibt auch die­je­ni­gen, die den Platz mit Weh­mut be­trach­ten, wie Ro­sie, die jahr­zehn­te­lang Ver­käu­fe­rin im längst ab­ge­ris­se­nen Kauf­haus war und jetzt vor ei­ner »Was­ser­pfit­schen« steht.

Marco ist blind. Sein Freund Marco geleitet ihn mit dem elektrischen Rollstuhl über den Platz; sie gehören zum Stammpublikum.

Die Freun­de Da­ni­el und Mar­co tref­fen sich re­gel­mä­ßig am Platz und freu­en sich, dass „hier im­mer was los ist“ und „man sich nicht ver­stel­len muss“.

Eine alte Frau und ein Mädchen scherzen im Schatten der Bäume am Spielplatz. Dass sie verschieden Sprachen sprechen, bedeutet für die ungleichen Freundinnen keine Barriere.

Der Film ver­schweigt die Span­nun­gen nicht. Er zeigt das Ne­ben­ein­an­der von Fa­mi­li­en und Ob­dach­lo­sen, von alt­ein­ge­ses­se­nen An­woh­ne­rin­nen und Neu­an­kömm­lin­gen. Er zeigt Miss­trau­en und Vor­ur­tei­le. Doch er be­ob­ach­tet auch, wie das Zu­sam­men­le­ben – oft lei­se und un­spek­ta­ku­lär – täg­lich aus­ge­han­delt wird.

Hinter dem unzureichenden Sichtschutz herrscht seit Jahren Stillstand; die Baugrube wird vom Volksmund längst als »Lago di Aufseß« verspottet.

Ein Film von Cher­i­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

Februar 2026

Ret­tet St. Mi­cha­el! – 50 Jah­re Für­ther Alt­stadt­ver­ein

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Die Für­ther Alt­stadt rund um St. Mi­cha­el gilt heu­te als Aus­hän­ge­schild und ei­nes der schön­sten Vier­tel der Stadt. Dass es die­sen Stadt­teil über­haupt noch gibt, ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Denn vor 50 Jah­ren stand ge­nau die­ses Vier­tel vor dem Aus.

Abrissarbeiten im Gänsbergviertel Anfang der 1960er-Jahre: Ein historisch gewachsener Teil der Fürther Altstadt wird im Zuge der Flächensanierung vollständig abgetragen und markiert einen Wendepunkt in der Fürther Stadtgeschichte – und den Ausgangspunkt für den späteren Widerstand im Viertel rund um St. Michael.

In den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg präg­ten Flä­chen­sa­nie­rung und die Idee der au­to­ge­rech­ten Stadt die Stadt­pla­nung. Auch in Fürth. Ob­wohl die Alt­stadt den Krieg fast un­ver­sehrt über­stan­den hat­te, wur­de 1958 über das be­nach­bar­te Gäns­berg­vier­tel ei­ne Bau­sper­re ver­hängt, 1962 be­gann der Ab­riss. Ein hi­sto­ri­scher Teil der Alt­stadt ver­schwand.

Sanierung des Goldenen Schwans - bei zahlreichen Sanierungen legten Mitglieder des Altstadtvereins selbst Hand an – die Expertise und vor allem Man- und Womanpower im Verein war vorhanden.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­mier­te sich Wi­der­stand. 1974 schlos­sen sich en­ga­gier­te Für­the­rin­nen und Für­ther zu­sam­men und grün­de­ten we­nig spä­ter die Bür­ger­ver­ei­ni­gung Alt­stadt­vier­tel St. Mi­cha­el Fürth – den heu­ti­gen Alt­stadt­ver­ein. Ihr Ziel: die Alt­stadt wie­der­zu­be­le­ben und wei­te­ren Ab­riss zu ver­hin­dern.

Erster Fürther Grafflmarkt 1975 auf dem Waagplatz. Was als Flohmarkt beginnt, wird zu einem zentralen Instrument gegen den drohenden Abriss.

Zu­nächst ging es dar­um, über­haupt wie­der Men­schen in das Vier­tel zu brin­gen. Be­reits 1975 or­ga­ni­sier­te der Ver­ein den er­sten »Graf­fl­markt« – ei­ne Ver­an­stal­tung, die sich im Lau­fe der Jah­re fest im Stadt­le­ben ver­an­ker­te.

Auch heute wird der Grafflmarkt von Vereinsmitgliedern vorbereitet – getragen von ehrenamtlichem Engagement und gemeinsamer Organisation.

Nach und nach ge­lang es, Auf­merk­sam­keit für das Vier­tel zu schaf­fen und Haus­be­sit­zer da­von zu über­zeu­gen, in die al­ten Ge­bäu­de zu in­ve­stie­ren. Der Ver­ein un­ter­stütz­te da­bei nicht nur be­ra­tend. Von Be­ginn an war das En­ga­ge­ment stark eh­ren­amt­lich ge­prägt, vie­le Mit­glie­der leg­ten selbst Hand an.

Vereinsmitglieder bereiten die Teilnahme des Vereins am Kirchweihzug vor. Auf dem Kirchweihzug wird Kuchen verteilt – „Bonbons werfen kann ja jeder – wir sind schon was Besonderes.“

Die Ein­nah­men aus dem Es­sens- und Ge­trän­ke­ver­kauf beim Graf­fl­markt und an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen, dar­un­ter die seit 1981 statt­fin­den­de Alt­stadt­weih­nacht, flos­sen in die Ver­eins­ar­beit. So konn­te der Alt­stadt­ver­ein auch klei­ne­re fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge zu Sa­nie­run­gen lei­sten. Rund 50 Häu­ser wur­den auf die­se Wei­se im Lau­fe der Jah­re mit Un­ter­stüt­zung des Ver­eins in­stand ge­setzt.

Zum Jubiläum wird die eigene Geschichte sichtbar gemacht – mit Archivmaterial, Erinnerungen und Bildern aus 50 Jahren Vereinsarbeit.

Der Alt­stadt­ver­ein misch­te sich im­mer ein, wenn un­ter­schied­li­che In­ter­es­sen im Vier­tel auf­ein­an­der­tra­fen – et­wa bei Fra­gen der Nut­zung, der Ga­stro­no­mie oder der Nah­ver­sor­gung. Be­reits 1979 for­der­te der Ver­ein ei­nen Knei­pen­stopp. Jahr­zehn­te spä­ter wur­de die Gu­stav­stra­ße er­neut zum Ort von Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Lärm und Nut­zung. Da­bei sprach der Alt­stadt­ver­ein nicht im­mer mit ei­ner Stim­me. Als Zu­sam­men­schluss un­ter­schied­li­cher In­ter­es­sen ge­hör­ten kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen eben­so zur Ver­eins­ge­schich­te wie der Ver­such, sie aus­zu­hal­ten und wei­ter­zu­ar­bei­ten.

Beim Kirchweihzug greift der Altstadtverein auf Motive aus seiner eigenen Geschichte zurück. Alte Plakate und Bilder erinnern daran, dass viele heutige Selbstverständlichkeiten einst umkämpft waren.

Wir ha­ben den Alt­stadt­ver­ein im Ju­bi­lä­ums­jahr be­glei­tet. Der Film er­zählt die Ge­schich­te ei­nes Ver­eins, der seit sei­ner Grün­dung für bür­ger­li­ches En­ga­ge­ment steht – und sich bis heu­te für die Er­hal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung der Für­ther Alt­stadt en­ga­giert.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.