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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Dezember 2021

»Wir blei­ben, bis Ihr han­delt!« – Die Men­schen vom Nürn­ber­ger Kli­ma­camp

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 16. Ja­nu­ar (Teil 1), Sonn­tag, dem 23. Ja­nu­ar (Teil 2) und Sonn­tag, dem 30. Ja­nu­ar 2022 (Teil 3), je­weils um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr über Ka­bel so­wie um 21:45 Uhr über Sa­tel­lit auf Fran­ken Plus

Zweimal in der Woche setzen sich die Klimacamper*innen im Plenum zusammen und diskutieren aktuelle Fragen, treffen gemeinsam Entscheidungen und legen fest, welche Dinge erledigt werden müssen.

Auf dem Se­bal­der Platz, in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Nürn­ber­ger Rat­haus, steht seit Sep­tem­ber 2020 das Kli­ma­camp. Mit ei­ner per­ma­nen­ten Mahn­wa­che ma­chen die Aktivist*innen seit mehr als ein­ein­vier­tel Jah­ren auf die dro­hen­den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels auf­merk­sam.

Im Laufe der 15 Monate waren mittlerweile über 400 Aktivist*innen im Klimacamp aktiv.

Mit ih­rem Pro­test wol­len sie er­rei­chen, dass die ge­wähl­ten Vertreter*innen der Stadt­ge­sell­schaft, die An­stren­gun­gen, das 2015 in Pa­ris be­schlos­se­ne Ziel, die Erd­er­wär­mung auf 1,5 Grad zu be­gren­zen, ver­stär­ken.

Das Klimacamp steht mitten auf dem Sebalder Platz, in Sichtweite zum Nürnberger Rathaus.

Dar­über hin­aus ha­ben die Aktivist*innen den An­spruch, mög­lichst re­pres­si­ons- und hier­ar­chie­frei mit­ein­an­der um­zu­ge­hen. Für sie ist das Kli­ma­camp auch der Ver­such, »ei­ne Uto­pie im Blick­feld des Rat­hau­ses zu le­ben«.

Man kann jederzeit ins Camp kommen, um sich zu informieren und mit den Aktivist*innen ins Gespräch zu kommen.

An­dre­as Kriegl­stein, der Frak­ti­ons­chef der Nürn­ber­ger CSU, ließ vor ei­ni­ger Zeit ver­lau­ten, das The­ma sei »durch­kom­mu­ni­ziert«, und die Aktivist*innen sol­len den Platz der Be­völ­ke­rung zu­rück ge­ben. Das se­hen die Klimacamper*innen völ­lig an­ders. Ge­mäß Ih­res Wahl­spruchs »Wir blei­ben, bis ihr han­delt« wol­len sie das Kli­ma­camp auf­recht­erhal­ten und die Mahn­wa­che auch im zwei­ten Win­ter fort­füh­ren.

Damit die längste Demonstration, die es in Nürnberg je gab, nicht aufgelöst werden kann, müssen Tag und Nacht mindestens zwei Menschen im Klimacamp sein.

point hat die Aktivist*innen die letz­ten zwei­ein­halb Mo­na­te bei ih­rem Pro­test be­glei­tet. Ent­stan­den ist ei­ne Re­por­ta­ge über Men­schen, die sich mit ih­rem Han­deln der dro­hen­den Kli­ma­ka­ta­stro­phe in ei­ner ih­nen ei­ge­nen Ra­di­ka­li­tät ent­ge­gen stel­len.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 80 Min.

Mai 2021

Ein wei­te­res Ka­pi­tel AEG-Ge­schich­te geht zu En­de

2014, sie­ben Jah­re nach der Schlie­ßung des Nürn­ber­ger AEG-Werks, ha­ben wir in zwei Fil­men die Ent­wick­lung »Auf AEG« do­ku­men­tiert.

Maß­geb­lich da­zu bei­getra­gen, dass sich kaum noch je­mand an das ehe­mals schlech­te Image des Ge­län­des er­in­nert, ha­ben die Künst­ler, die ih­re Ate­liers auf dem Ge­län­de ha­ben. »Auf AEG« wur­de zu ei­nem Ort, an dem sich Kunst, Kul­tur und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men ge­gen­sei­tig be­fruch­te­ten und so das Are­al zu et­was Be­son­de­rem mach­ten. Wie­der­um sie­ben Jah­re spä­ter, zum 30. Ju­ni 2021 müs­sen die Künst­ler ih­re Ate­liers räu­men...

Aus die­sem An­lass zei­gen wir an den kom­men­den Sonn­ta­gen noch ein­mal un­se­re Bei­trä­ge zu »Auf AEG«.

 
16. Mai 2021

Neu­es Le­ben »Auf AEG«

 
23. Mai 2021

Kunst und Kul­tur »Auf AEG«, Teil 1

 
30. Mai 2021

Kunst und Kul­tur »Auf AEG«, Teil 2

Oktober 2020

Lau­be, Lie­be, Lei­den­schaft – 100 Jah­re Schre­ber­gär­ten in Nürn­berg

Gottfried Sparber bewirtschaftet mit seiner Frau eine 400 qm große Laube im Kleingartenverein Waldfrieden. Seit knapp 25 Jahren liegt der Schwerpunkt bei ihm auf Obst und Gemüse.

Der Stadt­ver­band der Nürn­ber­ger Klein­gärt­ner wird in die­sem Jahr 100 Jah­re alt. Groß ge­fei­ert wird frei­lich nicht: Das Co­ro­na-Vi­rus hat den Ju­bi­la­ren ei­nen Strich durch die Rech­nung ge­macht.

Eher gemütlich läßt es das Ehepaar Amann angehen. In ihrem Garten herrscht das Prinzip: Leben und leben lassen. Unkraut wird hier meist nicht als solches angesehen.

Trotz­dem war das Gar­ten­jahr für die über 6000 Nürn­ber­ger Schre­ber­gärt­ner kein schlech­tes, konn­ten sie doch wäh­rend des Lock­downs viel Zeit in ih­rer Lau­be ver­brin­gen.

Als Vorstand des Vereins muss Charly Fischer zusammen mit seinen Mitgliedern die Anlage Gaismannshof II, im Nürnberger Westen, in Schuss halten.

Wir ha­ben ein paar von ih­nen in ih­ren Klein­gär­ten in Nürn­berg be­sucht und durf­ten ih­nen bei der Gar­ten­ar­beit über die Schul­ter blicken. Wir un­ter­hal­ten uns auch mit Jo­chen Ober­mei­er, dem Chef der Nürn­ber­ger Klein­gärt­ner, der zum Ge­burts­tag von der Stadt ein ganz be­son­de­res Ge­schenk er­hal­ten hat: Im Nürn­ber­ger Sü­den ent­ste­hen der­zeit 100 neue Par­zel­len, die im No­vem­ber dem Stadt­ver­band über­ge­ben wer­den.

Den grünen Daumen müssen sich Julian und Otto erst noch erarbeiten. Vielversprechende Ansätze kann man in ihren Gärten in der Anlage Eichendorffstraße jedoch schon erkennen.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2019

Lust auf Last – Car­go-Bike-Boom in Nürn­berg

Kostenlose Miet-Lastenräder stellt die Initiative »Lastenrad für Alle« an mittlerweile fünf Standorten in Nürnberg zur Verfügung.

40.000 Cargo­bikes wer­den jähr­lich in Deutsch­land ver­kauft – ein Rie­sen­trend al­so, der sich mitt­ler­wei­le auch in Nürn­berg be­merk­bar macht. Die zwei- und drei­räd­ri­gen La­sten­rä­der sich­tet man im­mer öf­ter auf Rad­we­gen und Stra­ßen in der Re­gi­on. Ei­ne För­de­rung der Stadt Nürn­berg für den Kauf von La­sten­rä­dern mit und oh­ne Elek­tro­an­trieb gab dem Trend noch ein­mal ei­nen ge­wal­ti­gen Schub: Die För­der­sum­me von 100.000 Eu­ro für 2019 war in­ner­halb kür­ze­ster Zeit aus­ge­schöpft.

Paket-Zustelldienste liefern mit Lastenrad im Innenstadtbereich oft schneller als ein Zusteller mit dem Kraftfahrzeug.

In der Re­por­ta­ge wer­den Lastenradfahrer*innen por­trai­tiert und da­bei auf­ge­zeigt, wel­che Be­weg­grün­de es gibt, sich ein sol­ches Fahr­rad zu­zu­le­gen. Ne­ben dem öko­lo­gi­schen Ge­dan­ken gibt es Men­schen, die da­durch schnel­ler und mo­bi­ler sind, man­che se­hen es als Life­style, an­de­re er­set­zen da­durch den pri­va­ten Pkw, nut­zen es als Fir­men­fahr­zeug oder es steht der sport­li­che Ge­dan­ke im Vor­der­grund.

Den Hunden gefällt's: Gassi gehen mit dem »Christiana-Bike« stellt sich als pfiffige Geschäftsidee heraus.

Was macht die Lust auf La­sten­rä­der aus? Kann der Trend in Zu­kunft Ver­kehrs­pro­ble­me der Stadt lö­sen und wo lie­gen der­zeit noch Schwie­rig­kei­ten und Pro­ble­me bei der täg­li­chen Nut­zung? Die­sen Fra­gen wol­len wir in der Re­por­ta­ge nach­ge­hen und spre­chen da­bei mit Lastenradfahrer*innen, Ex­per­ten, Stadt­pla­nern und Men­schen, die sich dem The­ma La­sten­rad ver­schrie­ben ha­ben.

Mit dem Lastenrad zum Unterricht. Eine Mutter erzählt von ihnen Erfahrungen auf dem Schulweg.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Dezember 2018

»Der Arsch sieht im­mer noch schö­ner aus als das Ge­sicht« – was Denk­mal­schüt­zer von Fürths »Neu­er Mit­te« hal­ten

Szenenfoto

En­de der 2000er Jah­re fah­ren im­mer mehr Für­ther zum Ein­kau­fen in die Nach­bar­städ­te Nürn­berg und Er­lan­gen. Das Für­ther Ci­ty­cen­ter ist in die Jah­re ge­kom­men, vie­le Lä­den ste­hen leer. In der Fuß­gän­ger­zo­ne ma­chen sich Han­dy­lä­den, Back­shops und Ramsch­lä­den breit. Im­mer mehr – zum Teil alt ein­ge­ses­se­ne – Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te schlie­ßen.

Szenenfoto

So ist man froh, als 2008 mit So­nae Si­er­ra ein In­ve­stor auf die Stadt zu­kommt, der ver­spricht, der Für­ther In­nen­stadt neu­es Le­ben ein­zu­hau­chen. Doch wäh­rend die ei­nen da­mit gro­ße Hoff­nun­gen ver­bin­den, lei­sten ei­ni­ge en­ga­gier­te Bür­ger er­bit­ter­ten Wi­der­stand: Sie grün­den im De­zem­ber 2008 die Bür­ger­initia­ti­ve »Ei­ne bes­se­re Mit­te für Fürth« und set­zen sich fort­an für ei­ne maß­vol­le Ent­wick­lung der In­nen­stadt un­ter Be­ach­tung denk­mal­schüt­ze­ri­scher Ge­sichts­punk­te ein.

Szenenfoto

Die Bür­ger­initia­ti­ve kämpft vor al­lem dar­um, die Fas­sa­de des Park­ho­tels und den sich dar­in be­find­li­chen Fest­saal zu er­hal­ten und in den Ein­kaufs­schwer­punkt Neue Mit­te zu in­te­grie­ren.

Szenenfoto

Trotz Un­ter­stüt­zung durch den Ver­ein »Wir sind Fürth«, der ein Bür­ger­be­geh­ren auf den Weg bringt und der Bit­te des Lan­des­denk­mal­ra­tes aus Mün­chen, den un­ter Denk­mal­schutz ste­hen­den Fest­saal zu er­hal­ten, ent­schei­det sich der Für­ther Stadt­rat im Früh­som­mer 2013 da­für, dem Pro­jekt­ent­wick­ler MIB die Er­laub­nis zum Ab­riss des Park­ho­tels zu er­tei­len. Im März 2015 wird der er­ste Teil der »Neu­en Mit­te Fürth« er­öff­net.

Szenenfoto

Die Bür­ger­initia­ti­ve hat sich in­zwi­schen auf­ge­löst, vie­le der ehe­ma­li­gen Mit­glie­der en­ga­gie­ren sich mitt­ler­wei­le bei »Wir sind Fürth« für ei­ne le­bens­wer­te Stadt. Wir ha­ben uns mit ei­ni­gen die­ser en­ga­gier­ten Bür­ger ge­trof­fen, um die letz­ten zehn Jah­re noch ein­mal Re­vue pas­sie­ren zu las­sen und ih­nen un­ter an­de­rem die Fra­ge ge­stellt, wie sie sich die Wei­ter­ent­wick­lung ih­rer Stadt vor­stel­len.

Szenenfoto

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 27 Min.

Juli 2018

»bo­dies in ur­ban spaces« – die Stadt neu er­fah­ren

Bei den Proben im öffentlichen Raum fühlt sich mancher Passant zum Mitmachen inspiriert

»bo­dies in ur­ban spaces« ist ein Kunst­pro­jekt der be­son­de­ren Art. Mensch­li­che Kör­per wer­den zu Skulp­tu­ren und ge­hen für we­ni­ge Mi­nu­ten mit Tei­len der Stadt­ar­chi­tek­tur ei­ne Sym­bio­se ein.

Um acht Leute gut in einen Türrahmen zu stecken, braucht es viel Probenarbeit

Kurz­zei­tig sprin­gen dem Be­trach­ter ar­chi­tek­to­ni­sche De­tails ins Au­ge, die er im All­tag meist über­sieht. Aber ge­nau dar­auf will der in Wien le­ben­de Künst­ler und Cho­reo­graf Wil­li Dor­ner die Auf­merk­sam­keit des Be­trach­ters rich­ten. 2007 wur­de die Per­for­mance in Pa­ris ur­auf­ge­führt, in­zwi­schen war das Pro­jekt in über 100 Städ­ten zu se­hen – im Ju­ni die­sen Jah­res auch in Fürth.

Esther Steinkogler macht die gewünschte Position noch einmal vor und erklärt, wie die Haltung bequemer wird – das ist wichtig, weil diese mindestens fünf Minuten gehalten werden muss

An­läss­lich des Stadt­ju­bi­lä­ums wur­den 20 Tän­zer, Park­our-Läu­fer und Ar­ti­sten aus ganz Deutsch­land ge­ca­stet, um un­ter der An­lei­tung von Wil­li Dor­ners cho­reo­gra­phi­scher As­si­sten­tin, Esther Stein­kog­ler, ei­nen et­was an­de­ren Stadt­rund­gang ein­zu­stu­die­ren.

Manche der menschlichen Skulpturen werden von Einzelpersonen gebildet, andere bestehen aus bis zu zehn Akteuren

In­ner­halb we­ni­ger Ta­ge ent­stan­den an 30 ver­schie­de­nen Plät­zen der Stadt Ta­bleaux vi­vants, die – so das Ziel von Wil­li Dor­ner – den Blick der Be­trach­ter wei­ten und mög­lichst die Phan­ta­sie an­re­gen sol­len, wie man öf­fent­li­chen Raum über des­sen all­täg­li­che Funk­tio­nen hin­aus nut­zen kann.

Hier sind die Performer Parcours-Läufer, die das eigentlich gewünschte Bild noch eine Etage weiter nach oben verlegt haben

Ent­stan­den ist ei­ne Re­por­ta­ge, die die Per­for­mer wäh­rend der Pro­ben­wo­che bei der für sie nicht all­täg­li­chen Ar­beit be­glei­tet und der Fra­ge nach­geht, was Kunst im öf­fent­li­chen Raum be­wir­ken kann.

Finale der Stadtführung am Fürther Stadttheater

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

März 2017

Zau­ber­haf­te Trost­lo­sig­keit – mit Fred­der Wa­noth und El­mar Tan­nert nach So­kolov

Vorfreude auf unbekanntes Terrain

Der Künst­ler Fred­der Wa­noth be­schäf­tigt sich seit über 20 Jah­ren auf eben­so ei­gen­wil­li­ge wie phan­ta­sie­vol­le Wei­se mit dem ur­ba­nen Raum, sei­nem Er­schei­nungs­bild und sei­nen so­zio­struk­tu­rel­len Be­zü­gen. Sy­ste­ma­tisch be­reist Wa­noth seit vie­len Jah­ren Ost- und Mit­tel­eu­ro­pa – auf sei­nen Rei­sen nach Tsche­chi­en, Po­len, Ma­ze­do­ni­en und Russ­land er­forscht der Künst­ler mit eth­no­lo­gi­schem Ge­spür die man­nig­fal­ti­gen For­men ur­ba­nen Le­bens und ur­ba­ner Ar­chi­tek­tur.

Fredder Wanoth intressiert sich eher für nicht offenkundige Fotomotive

Das Un­ter­wegs­sein ist für den Städ­te-Samm­ler und Städ­te-Er­grün­der Wa­noth ei­ne Pas­si­on, die ihn ab­seits des tou­ri­sti­schen Main­streams in Städ­te und Ort­schaf­ten führt, die der glo­ba­len Ni­vel­lie­rung noch et­was ent­ge­gen­zu­set­zen ha­ben. Fred­der Wa­noth zieht es vor, oh­ne Na­vi­ga­ti­on zu rei­sen, de­le­giert die schö­ne Auf­ga­be der Rei­se- und Rou­ten­pla­nung an kein sa­tel­li­ten-ge­stütz­tes Glo­bal Po­si­tio­ning Sy­stem (GPS), son­dern lässt sich trei­ben und von den Din­gen, die ihm be­geg­nen, be­rüh­ren.

In seinem Buch »Ein Satz an Herrn Müller« verarbeitet Reisebegleiter Elmar Tannert die gemeinsamen Erlebnisse mit Fredder, alias Alfred Wahnschaffe

Die Rei­se­ein­drücke wer­den mit ei­ner ein­fa­chen Kom­pakt­ka­me­ra fest­ge­hal­ten und spä­ter in Skiz­zen um­ge­setzt, die man dann in den zahl­rei­chen Rei­se­ta­ge­bü­chern und Ar­beits­jour­na­len des Künst­lers be­stau­nen kann. Gleich­zei­tig die­nen die Fo­tos als Ma­te­ri­al- und Ideen­spei­cher für sei­ne vi­sio­nä­ren ar­chi­tek­to­ni­schen Ge­gen­ent­wür­fe.

Manchmal ist Tannerts Geduld gefordert, wenn Fredder Wanoth auf der Suche nach dem richtigen Motiv ist

Häu­fi­ger Be­glei­ter – spe­zi­ell auf Zug­rei­sen – ist der Schrift­stel­ler El­mar Tan­nert. Ge­mein­sam fah­ren sie in die böh­mi­sche Klein­stadt So­kolov und wer­den da­bei von der Fil­me­ma­che­rin Cheri­ma Na­sa be­glei­tet.

Zurück zu Hause werden die Reiseeindrücke künstlerisch verarbeitet

Ein Film von Cheri­ma Na­sa  •  Län­ge: 30 Min.

Mai 2016

Zei­chen set­zen – Nürn­bergs er­ste Ves­per­kir­che

Die ehrenamtlichen Helfer beim Abschlussfest

»Ku­chen, Kar­teln, Ker­zen­schein« – so lau­te­te der Slo­gan, mit dem die Gu­stav-Adolf-Ge­dächt­nis­kir­che in der Nürn­ber­ger Süd­stadt im Win­ter 2016 die Be­völ­ke­rung erst­mals zur Ves­per­kir­che ein­lud. Sechs Wo­chen lang sorg­ten fast 400 eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter da­für, dass man sich im um­ge­stal­te­ten Kir­chen­raum zwang­los tref­fen konn­te und für den sym­bo­li­schen Preis von ei­nem Eu­ro ein war­mes Es­sen er­hielt. Da­hin­ter steht für Pfar­rer Bernd Reu­ther zum ei­nen »ein stark dia­ko­ni­scher Ge­dan­ke«, zum an­de­ren »bie­ten wir aber auch ei­nen Raum, wo Men­schen ver­schie­de­ner Her­kunft, ver­schie­de­ner Ein­kom­mens­struk­tur sich tref­fen und zu­sam­men­sit­zen und die an­de­re Wirk­lich­keit auch wahr­neh­men.«

Bis zu 500 Essen gingen täglich über den Tresen

Das Pro­jekt war in­ner­halb der Ge­mein­de nicht un­um­strit­ten. Kar­ten oder Mensch är­ge­re dich nicht spie­len, sich über pro­fa­ne Din­ge un­ter­hal­ten oder auch ein­fach nur Spaß ha­ben in der Kir­che, dar­in sa­hen ei­ni­ge auch ei­ne Ent­wei­hung des kirch­li­chen Rau­mes. Aber was soll mit den vie­len Kir­chen ge­sche­hen, in ei­ner Zeit, in der die An­zahl der Kir­chen­mit­glie­der stän­dig sinkt? Sol­len wir sie leer ste­hen las­sen, und wer über­nimmt die Ko­sten für die In­stand­hal­tung? Fra­gen, die nicht nur Pfar­rer Bernd Reu­ther be­schäf­ti­gen.

 »Du kommst mit vielen Leuten schnell ins Gespräch, und es ist immer so, dass man Spaß hat beim Reden, auch wenn Schicksale dabei sind, die eigentlich nicht zum Lachen sind.«

Das Pro­jekt wird ein gro­ßer Er­folg: Schon nach we­ni­gen Ta­gen sind vie­le Be­su­cher zu Stamm­gä­sten ge­wor­den, die kul­tu­rel­len An­ge­bo­te wer­den gut an­ge­nom­men und selbst die Got­tes­dien­ste sind gut be­sucht, man­che füh­len sich an die »Ur­kir­che« er­in­nert.

Viele Besucher kommen nicht nur zum Essen in die Vesperkirche

Aber wie ist das Ver­hält­nis der Be­su­cher zur Kir­che im All­ge­mei­nen? Was macht die Men­schen so un­zu­frie­den mit der Kir­che, dass im­mer mehr Chri­sten aus­tre­ten? Wes­halb kom­men die we­nig­sten Ves­per­kir­chen­be­su­cher in den nor­ma­len Got­tes­dienst? Wie kommt es, dass sich Men­schen, die der Kir­che di­stan­ziert ge­gen­über ste­hen, für die Ves­per­kir­che eh­ren­amt­lich en­ga­gie­ren? Wo­hin muss sich Kir­che ent­wickeln, wenn sie nicht wei­ter an ge­sell­schaft­li­cher Be­deu­tung ver­lie­ren will?

Eintritt frei - Spenden erbeten! Die Benefizkonzerte sind ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der Vesperkirche.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 55 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
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