Zum Inhalt springen


Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Juni 2018

»So lange ich zwei gesunde Hände habe« – Pramoens Kampf um Eigenständigkeit

Ausstrahlung am Sonntag, 24. Juni (Teil 1) und Sonntag, 1. Juli 2018 (Teil 2)

Warten auf Kundschaft – Pramoen gibt die Hoffnung nicht auf

Pramoen Lauterbach betreibt einen Imbiss in der Nürnberger Straße in Fürth. Vor fünf Jahren wagte die gebürtige Thailänderin nach mehreren Jobs im An­ge­stell­ten­ver­hält­nis den Sprung in die Selbstständigkeit.

Als Pramoen ihren Imbiss eröffnete, hatte sie einen Koch, eine Küchenhilfe und eine Bedienung eingestellt. Nach und nach musste sie allen kündigen und macht heute alles alleine

Aufgewachsen ist Pramoen im Norden Thailands in der Provinz Nakhon Sawan. Die El­tern sind arme Reisbauern, das Einkommen reicht meist nur für das Nötigste. Mit 12 Jah­ren verlässt sie die Schule, um die Eltern zu unterstützen. Mit 13 Jahren geht sie ins 280 km entfernte Bangkok und arbeitet in Garküchen als Küchenhilfe und Mädchen für alles.

Pramoen will auf keinen Fall ihre Selbstständigkeit aufgeben. Sie sucht nach Lösungen, wie sie mehr Gäste fürs LaiThai gewinnen kann. Ihr neuester Einfall: Montag und Dienstag Mittag gibt es Buffet. All you can eat für fünf Euro

Durch die Vermittlung einer Freundin lernt sie mit 22 Jahren einen deutschen Mann kennen, dem sie nach Deutschland folgt. Kaum verheiratet, ohne Deutschkenntnisse und gegen den Willen ihres Mannes, sucht sich Pramoen Arbeit. Ihr ist es wichtig, nicht abhängig zu sein: »Du musst nicht bitten oder betteln, sagen, bitte, gib mir Geld, ich will einkaufen gehen oder sonst irgendwas. Oder in meine Heimat oder meinen Eltern schicken. Deswegen ich geh arbeiten, immer Arbeit, Arbeit, Arbeit…«

Trotz ihrer Situation versucht Pramoen, zuversichtlich zu bleiben und setzt dabei auch auf  buddhistische Traditionen, die sie aus ihrer alten Heimat nach Deutschland mitgebracht hat

Sie arbeitet als Putzkraft, in einer Reinigung und als Küchenhilfe in einem fränkischen Lokal, bis sie 2013 einen leer stehenden Laden in Fürth entdeckt und beschließt, dort einen Imbiss zu eröffnen. Inzwischen ist Pramoen geschieden. Ihre Tochter Jessica ist vor einigen Jahren in die USA ausgewandert. Seitdem lebt Pramoen ganz alleine hier in Deutschland.

Pramoens Tochter Jessica lebt mittlerweile in den USA – mehrmals die Woche telefonieren sie miteinander

Das LaiThai, in dem Pramoen thailändisch kocht, ist jeden Tag von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Da der Imbiss so wenig Umsatz macht, dass sie sich keine Angestellten lei­sten kann, steht Pramoen sieben Tage die Woche in ihrem Geschäft. Trotz aller Pro­ble­me hat Pramoen sich ihr sonniges Gemüt erhalten. Wenn Kundschaft da ist, kann man ihr Singen aus der Küche bis in den Gastraum hören. Für sie steht fest, solange es irgendwie geht, will sie für ihr Einkommen sorgen: »Ich habe gesunde Hände und Füße, ich kann arbeiten. Ich habe immer mit eigenen Händen mein Geld verdient. Darauf bin ich stolz, wirklich stolz.«

Mit 13 Jahren hat Pramoen ihre Familie auf dem Dorf im Norden Thailands verlassen, um in Garküchen in Bangkok Geld zu verdienen

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 65 Min.

August 2017

Der Herr der Dinge

Szenenfoto

Die Welt ist voller Dinge. Manche von ihnen verwandeln sich im Lauf ihres Lebens in Sammlerstücke und halten sich auf ihrer Reise von Mensch zu Mensch eine Weile bei Mustafa Cevik auf. Schon von früher Jugend an hat er sich in Museen, Auk­tions­häu­sern und auf Flohmärkten zum Fachmann für Kunst und Nippes, Schmuck und Spiel­zeug, Postkarten und Bücher ausgebildet – bis er zu einem wahrhaften Herrn der Dinge wurde. Der Film wirft einen Blick in sein faszinierendes Trödelladenreich, in dem (fast) jeder Suchende fündig wird – mehr oder minder beeinflusst von Herrn Ceviks fränkischer und türkischer Eloquenz.

Szenenfoto

Ein Film von Cherima Nasa  •  Länge: 30 Min.

Mai 2014

Neues Leben »Auf AEG«

Die 1892 gegründete AEG entwickelt sich Anfang des 20. Jahrhunderts zum weltweit größten Industriekonzern. Unter dem AEG-Logo werden der Farbfernseher und das Bildtelefon erfunden, die elektronische Fernsehkamera und das Tonband. Das Nürn­berger Werk produziert vor alle »weiße Ware« – Waschmaschinen, Trockner und Kühl­schränke.

Rund 90 Jahre wurden auf dem Gelände der AEG in Nürnberg-Muggenhof Haushaltgeräte produziert. Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin

Doch in den 1980er Jahren beginnt eine steile Abwärtsspirale. Im Laufe von zwei Jahrzehnten muss der einstige Weltkonzern einen Vergleich anmelden und wird von Elektrolux aufgekauft. Nach einer kurzen Erholungsphase, in der die Mit­ar­bei­ter neue Hoffnung schöpfen, kommt dann 2007 für die Produktionsstätte in Nürnberg das endgültige Aus. Das Stammwerk wird geschlossen und die Produktion nach Polen und Italien verlagert.

In 2016 eröffnet hier im ehemaligen »Bau 3« die Kulturwerkstatt »Auf AEG« mit einem Kulturladen für den Stadtteil, der Zentrale der Musikschule, dem KinderKunstRaum, der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik sowie Räumen für das Centro Español.

Für viele Nürnberger ist dies ein Schock. Zum einen verlieren die letzen 1.700 Mit­arbeiter ihren Arbeitsplatz, zum anderen droht das 168.000 m² große Grundstück zu einer industriellen Brache zu werden. Dazu ist es nicht gekommen. Noch bevor die letzten Arbeiter das Gelände verlassen haben, findet sich zur Überraschung vieler mit MIB ein Investor, der sich für das Gelände interessiert und es Elektrolux abkauft.

Seit 2007 ist Bertram Schultze als Projektentwickler »Auf AEG« tätig.

Zunächst wird fast ein Drittel der Gebäude abgerissen, um Raum und Licht zu schaf­fen, anschließend wird mit der Sanierung der Gebäude begonnen. Unter dem Titel »Creating communities« versucht Projektentwickler Bertram Schultze, die Flächen zu vermarkten – mit Erfolg. »Auf AEG« hat sich ein Mix aus mittelständischen Firmen, Künstlern sowie universitären und kulturellen Einrichtungen niedergelassen. Auch wenn noch immer einige Gebäude leer stehen, noch einiges aus- und umgebaut wer­den muss – auf dem AEG-Gelände ist neues Leben eingekehrt.

Anna Bittersohl bereitet ihre Arbeit für »OFFEN auf AEG« vor. Ca. 80 Künstler haben derzeit ihre Ateliers »Auf AEG« und tragen wesentlich zum positiven Image des Geländes bei.

Die Reportage gibt einen Einblick in die Entwicklungen der letzten sieben Jahre.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

Dezember 2012

Videos zur Diskussion über Fürths neuen »Einkaufs­schwerpunkt Rudolf-Breitscheid-Straße«, auch »Neue Mitte« genannt

Seit vielen Jahren versucht die Stadt Fürth, für ihre Bürger ein attraktives Ein­kaufsangebot zu schaffen. Doch das veraltete Citycenter kämpft mit von Jahr zu Jahr zunehmenden Leerständen und in der Fußgängerzone haben sich vor allem Handy­läden, Ein-Euro- und Back-Shops niedergelassen. So fahren immer mehr Für­ther zum Einkaufen und Bummeln in die Nachbarstädte Nürnberg und Erlangen. Mit der Schaffung eines Neuen Einkaufsschwerpunktes in der Rudolf-Breitscheid-Straße, die sogenannte »Neue Mitte«, wird sich dies nun schon bald ändern, so hoffen zumindest die Stadtverantwortlichen, große Teile des Einzelhandels und auch viele Konsumen­ten.

Menschenandrang am »Tag der offenen Tür« im Parkhotel

Vom Investor MIB ist der Beginn der Bauarbeiten für das Frühjahr 2013 geplant, doch die Diskussionen, insbesondere um den Erhalt des ehemaligen Parkhotels, werden in den letzten Wochen immer emotionaler. Versteckt sich unter dem Putz des Gebäu­des, dem ursprünglichen »Hotel National«, eine schöne, bewahrenswerte Fassade? Ist der im Gebäude befindliche Festsaal erhaltenswert und könnte er vielleicht sogar so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal darstellen, mit dem man sich von der Konkurrenz aus den Nachbarstädten abheben kann? Passen die Entwürfe der vom Investor beauftragten Architekten in die Denkmalstadt Fürth? Fragen, die von vielen Bürgern sehr lebhaft diskutiert werden.

Da Medien PRAXIS e. V. diesen Prozess schon seit längerem verfolgt, haben wir be­schlossen, Statements und Interviews von den an der Diskussion beteiligten Par­teien sowie die Projektvorstellungen des Investors MIB ins Netz zu stellen, so dass sich interessierte Bürger ihre eigene Meinung bilden können:

Vorstellung des ersten Projektentwurfes zur »Neuen Mitte« von MIB am 07.07.2011 Video auf YouTube anschauen Vorstellung des ersten Projektentwurfes zur »Neuen Mitte« von MIB am 07.07.2011
Vorstellung des überarbeiteten Entwurfes zur »Neuen Mitte« durch MIB (Nov. 2012) Video auf YouTube anschauen Vorstellung des überarbeiteten Entwurfes zur »Neuen Mitte« durch MIB (Nov. 2012)
Forderung der Bürgerinitiative, den Festsaal des Parkhotels zu erhalten (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen Forderung der Bürgerinitiative, den Festsaal des Parkhotels zu erhalten (Dez. 2012)
»Wir sind Fürth« mit der Forderung, die Fassade des Parkhotels zu erhalten (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen »Wir sind Fürth« mit der Forderung, die Fassade des Parkhotels zu erhalten (Dez. 2012)
MIB zu den Vorstellungen der Bürgerinitiative und »Wir sind Fürth« (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen MIB zu den Vorstellungen der Bürgerinitiative und »Wir sind Fürth« (Dez. 2012)
Stadtbaurat Joachim Krauße zum geplanten Abriss des Parkhotels (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen Stadtbaurat Joachim Krauße zum geplanten Abriss des Parkhotels (Dez. 2012)
Bürgerstimmen zum Umgang mit Festsaal und Fassade des Parkhotels (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen Bürgerstimmen zum Umgang mit Festsaal und Fas­sade des Parkhotels (Dez. 2012)
Besucher des Parkhotels zum Einkaufsverhalten der Fürther Bürger (Dez. 2012) Video auf YouTube anschauen Besucher des Parkhotels zum Einkaufsverhalten der Fürther Bürger (Dez. 2012)
Januar 2011

Seitenwechsel (3)

Die Nürnberger Nachrichten bringen auf den Punkt, was uns und den Branchen­kollegen derzeit große Sorgen bereitet: »Lokales TV bangt um Finanzen«.

Juli 2009

»Meine Aufgabe ist es, den Menschen Freude zu bringen«

Mariechen eats Waltraud

Der Film schlägt einen Bogen vom ersten Bühnenauftritt des fünfjährigen Volker Heißmann im Kindergarten bis zur heutigen Zeit mit über 300 Auftritten im Jahr und einer eigenen Fernsehshow im Bayerischen Rundfunk. Er gibt einen Einblick in das Privatleben des Komikers und Entertainers, von der ersten Liebe, der er ein eigenes Lied widmete, bis zu den Schwierigkeiten, trotz unzähliger Termine das Privatleben zu organisieren. Er erzählt von seinem Auftritt in der Comödie, den er mit Verdacht auf Schlaganfall abbrechen musste und seinem Versuch, daraus Konsequenzen zu ziehen und zeigt die Verbundenheit Volker Heißmanns mit seiner Heimatstadt, die er bis heute, wo immer es ihm möglich erscheint, unterstützt.

Volker Heißmann mit seiner Mutter

Der Film gibt auch einen Einblick in die Lebenseinstellung eines Künstlers, der zu seinen Glaubensüberzeugungen auch in der Öffentlichkeit steht, ihm wichtige Dinge mit Benefizaktionen unterstützt und neben all dem, gemeinsam mit seinem Bühnenpartner Martin Rassau und den Geschäftspartnern Michael Urban und Marcel Gasde, auch als Unternehmer erfolgreich agiert. Das Portrait eines Menschen, der seine Heimatstadt Fürth mit seiner Persönlichkeit und als Komiker bundesweit bekannt gemacht hat.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 60 Min.

preisgekrönter Film Dieser Film hat eine Auszeichnung bekommen.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
September 2008

Mit den Graubergers unterwegs

Renate Grauberger beim Braten der stadtbekannten Baggers

Familie Grauberger ist eine alteingesessene Schaustellerfamilie aus Fürth. Bereits in der vierten Generation bereisen sie mit ihren Geschäften Volksfeste und Kirch­weihen. Ein anstrengendes Leben, denn die Arbeitszeiten werden immer länger und die Einnahmen sinken – aber keiner aus der Familie würde den Schaustellerberuf gegen eine andere Arbeit eintauschen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 26 Min.

März 2005

»…man geht halt zur Praml«

Szenenfoto

Tag für Tag, Sonntag wie Werktag steht die 86-jährige Marianne Praml hinter dem Tresen ihres Tante Emma Ladens in Oberasbach bei Nürnberg. Seit über 50 Jahren ist dies so und so soll es auch bleiben, solange die Gesundheit es zulässt. Auch wenn heute die Geschäfte nicht mehr so gut gehen wie früher, sie liebt ihre Kunden und die Kunden lieben sie, denn – »… man geht halt zur Praml».

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 14 Min.

preisgekrönter Film Dieser Film hat eine Auszeichnung bekommen.