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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Mai 2019

Lo­hen­grin am Staats­thea­ter – Ei­ne Oper ent­steht

Aus­strah­lung am Sonn­tag, dem 26. Mai 2019 um 19:30 Uhr

Kostümbildnerin Katharina Tasch bringt während des Konzeptionsgesprächs dem Team ihre Ideen näher

Ri­chard Wag­ners Lo­hen­grin fei­er­te am 12. Mai im Opern­haus in Nürn­berg ei­ne ful­mi­nan­te Pre­mie­re. Re­gis­seur Da­vid Her­mann brach­te ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Ver­si­on der ro­man­ti­schen Oper auf die Büh­ne des Staats­thea­ters.

Bühnenbildner Jo Schramm nimmt in den Werkstätten des Staatstheaters die einzelnen Bauelemente ab

Jo­ana Mall­witz, seit der ak­tu­el­len Spiel­zeit neue Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­to­rin, über­nahm die mu­si­ka­li­sche Lei­tung. In den 30 Mi­nu­ten blicken wir den Ma­chern der Oper über die Schul­tern.

Emily Newton singt die Elsa in Wagners Lohengrin

Wir be­glei­ten den Ent­ste­hungs­pro­zess und wer­fen ei­nen Blick auf die be­tei­lig­ten Per­so­nen, von der Ko­stüm­schnei­de­rei über den Ku­lis­sen­bau bis hin zur Mas­ke und der Ar­beit des Or­che­sters am Staats­thea­ter.

Generalmusikdirektoren Joana Mallwitz bei der Orchesterprobe

Wir wa­ren bei den Pro­ben da­bei und durf­ten mit der Ka­me­ra auch auf der Büh­ne ganz nah am Ge­sche­hen sein. Ge­sprä­che mit Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­to­rin Jo­ana Mall­witz, Re­gis­seur Da­vid Her­mann, Sän­ge­rin Emi­ly New­ton und Mit­ar­bei­tern aus den ver­schie­de­nen Ge­wer­ken ge­ben Ein­blick in die Ar­beits­wei­se am Thea­ter.

Regisseur David Hermann mit Assistenz und Lichtdesigner Kai Luczak sind während der Proben konzentriert bei der Arbeit

Ent­stan­den ist ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on des Schaf­fens­pro­zes­ses, die ih­ren Ab­schluss im Schluss­ap­plaus zur Pre­mie­ren­vor­stel­lung fin­det.

Lohengrin und Parzival fahren bei der Premiere von der Unterbühne zu ihrem Auftritt

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Oktober 2018

»Al­le Macht den Kin­dern« – Die Gip­fel­kon­fe­renz der Kin­der

Um den Forderungen der Kinder nach mehr Frieden in der Welt Ausdruck zu verleihen, waren im Vorfeld der Gipfelkonferenz Kinder aus Nürnberg und Umgebung aufgerufen, ihre Spielzeugwaffen vorbei zu bringen, um daraus eine Friedensskulptur zu bauen.

Im Sep­tem­ber 2018 ka­men Kin­der und Ju­gend­li­che aus 10 Län­dern zu ei­ner Gip­fel­kon­fe­renz der Kin­der nach Nürn­berg in die Stra­ße der Men­schen­rech­te.

Zum Auftakt der Gipfelkonferenz der Kinder haben die Teilnehmer ihre Botschaften in der Straße der Menschenrechte auf Autos geschrieben. Die Wagen wurden den Kindern freiwillig zum Bemalen zur Verfügung gestellt.

Bei dem von Jo­han­nes Volk­mann und sei­nem Team vom Nürn­ber­ger Pa­pier­thea­ter in­iti­ier­ten Kunst­pro­jekt geht es dar­um, Kin­dern und Ju­gend­li­chen ei­ne Stim­me zu ge­ben. Da­zu fan­den im Vor­feld in den Hei­mat­län­dern der Gip­fel­kon­fe­renz­teil­neh­mer Kin­der­kon­fe­ren­zen statt, bei de­nen The­men und Fra­gen, die die Kin­der be­we­gen, er­ar­bei­tet und an­schlie­ßend in künst­le­ri­scher Form prä­sen­tiert wur­den.

Um nicht nur 'ein nettes Kinderprojekt' zu sein, haben die Konferenzteilnehmer bei der Eröffnung Geld gesammelt. Gemeinsam überlegen sie, wie sie dieses Budget von über € 1.000 Euro sinnvoll einsetzen.

Rund 60 die­ser Kin­der ka­men jetzt nach Nürn­berg und über­leg­ten ge­mein­sam, wie sie ih­ren Be­lan­gen mehr Ge­wicht ver­schaf­fen kön­nen.

Vier Jahre lang reiste Johannes Volkmann mit seinem Team mit einem eigens entwickelten Fragebuch durch die Welt, in das die Kinder ihre Hoffnungen, Wünsche und Ängste, aber auch Ihre Forderungen an uns Erwachsene und die Politik schreiben, malen, kleben oder stempeln konnten. Rund 1000 Bücher sind im Laufe der Zeit zusammen gekommen.

Sie ver­such­ten, Kon­sum neu zu den­ken, woll­ten Zei­chen ge­gen die Ge­walt in der Welt set­zen, stell­ten sich und den Er­wach­se­nen »die Geld­fra­ge« und mach­ten sich Ge­dan­ken dar­über, wie sie ih­re Bot­schaf­ten in krea­ti­ver Form un­ter die Men­schen brin­gen kön­nen.

Um der 'Plastikvermüllung der Welt' entgegenzuwirken, wurde das Label 'TUN' entwickelt und die Gipfelkonferenzteilnehmer haben selbst Waschmittel hergestellt und es an die Besucher verschenkt.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 50 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
Juli 2018

»bo­dies in ur­ban spaces« – die Stadt neu er­fah­ren

Bei den Proben im öffentlichen Raum fühlt sich mancher Passant zum Mitmachen inspiriert

»bo­dies in ur­ban spaces« ist ein Kunst­pro­jekt der be­son­de­ren Art. Mensch­li­che Kör­per wer­den zu Skulp­tu­ren und ge­hen für we­ni­ge Mi­nu­ten mit Tei­len der Stadt­ar­chi­tek­tur ei­ne Sym­bio­se ein.

Um acht Leute gut in einen Türrahmen zu stecken, braucht es viel Probenarbeit

Kurz­zei­tig sprin­gen dem Be­trach­ter ar­chi­tek­to­ni­sche De­tails ins Au­ge, die er im All­tag meist über­sieht. Aber ge­nau dar­auf will der in Wien le­ben­de Künst­ler und Cho­reo­graf Wil­li Dor­ner die Auf­merk­sam­keit des Be­trach­ters rich­ten. 2007 wur­de die Per­for­mance in Pa­ris ur­auf­ge­führt, in­zwi­schen war das Pro­jekt in über 100 Städ­ten zu se­hen – im Ju­ni die­sen Jah­res auch in Fürth.

Esther Steinkogler macht die gewünschte Position noch einmal vor und erklärt, wie die Haltung bequemer wird – das ist wichtig, weil diese mindestens fünf Minuten gehalten werden muss

An­läss­lich des Stadt­ju­bi­lä­ums wur­den 20 Tän­zer, Parkour-Läu­fer und Ar­ti­sten aus ganz Deutsch­land ge­ca­stet, um un­ter der An­lei­tung von Wil­li Dor­ners cho­reo­gra­phi­scher As­si­sten­tin, Esther Stein­kog­ler, ei­nen et­was an­de­ren Stadt­rund­gang ein­zu­stu­die­ren.

Manche der menschlichen Skulpturen werden von Einzelpersonen gebildet, andere bestehen aus bis zu zehn Akteuren

In­ner­halb we­ni­ger Ta­ge ent­stan­den an 30 ver­schie­de­nen Plät­zen der Stadt Ta­bleaux vi­vants, die – so das Ziel von Wil­li Dor­ner – den Blick der Be­trach­ter wei­ten und mög­lichst die Phan­ta­sie an­re­gen sol­len, wie man öf­fent­li­chen Raum über des­sen all­täg­li­che Funk­tio­nen hin­aus nut­zen kann.

Hier sind die Performer Parcours-Läufer, die das eigentlich gewünschte Bild noch eine Etage weiter nach oben verlegt haben

Ent­stan­den ist ei­ne Re­por­ta­ge, die die Per­for­mer wäh­rend der Pro­ben­wo­che bei der für sie nicht all­täg­li­chen Ar­beit be­glei­tet und der Fra­ge nach­geht, was Kunst im öf­fent­li­chen Raum be­wir­ken kann.

Finale der Stadtführung am Fürther Stadttheater

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 30 Min.

April 2018

DISSONANT – Jazz aus Nürn­berg / VOLUME 2

Der zwei­te Teil der Film­do­ku­men­ta­ti­on über den Jazz in und aus Nürn­berg be­leuch­tet wie­der die re­gio­na­le Mu­sik-Sze­ne.

Die Band »Der Rote Bereich« ist aktuell mit Christian Weidner am Saxophon und Oliver Steidle am Schlagzeug besetzt

Wir ma­chen dies­mal ei­nen Ab­ste­cher nach Ber­lin, zu ei­nem re­nom­mier­ten Mu­si­ker mit frän­ki­schen Wur­zeln. Frank Mö­bus gilt als ei­ner der wich­tig­sten Jazz-Gi­tar­ri­sten Eu­ro­pas. Der Ein­fluss, den sei­ne Band »Der Ro­te Be­reich« auf den Jazz in Deutsch­land hat, kann nicht hoch ge­nug ein­ge­schätzt wer­den.

Der Komponist Werner Heider suchte seit den 50er Jahren immer wieder den Dialog zwischen zeitgenössischer, neuer Musik und dem Jazz

Ähn­lich er­folg­reich, aber viel­leicht noch ein we­nig ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ger zeigt sich der in Schwa­bach ge­bo­re­ne Kom­po­nist Pe­ter Ful­da in sei­nem Pro­jekt »Or­pheus has just left the buil­ding«, ei­nem Mu­sik­pro­jekt zwi­schen Ba­rock und Jazz. Im Schwa­ba­cher Stadt­mu­se­um bringt er zu­sam­men mit dem Me­tro­pol­Mu­sik Ver­ein au­ßer­dem Wer­ke des Kom­po­ni­sten Wer­ner Hei­der zur Auf­füh­rung.

»Floating Food« ist bereits die zweite CD, die Rebecca Trescher mit ihrem Ensemble 11 in den Studios des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg produziert

Im BR-Stu­dio Fran­ken be­glei­ten wir die Trä­ge­rin des Baye­ri­schen Kunst­för­der­prei­ses 2017, Re­bec­ca Tre­scher, mit ih­rem En­sem­ble 11 bei der CD-Pro­duk­ti­on und por­trai­tie­ren un­ter an­de­rem den Be­ruf ei­nes Mu­sik­in­stru­men­ten­bau­ers aus der Nürn­ber­ger Süd­stadt.

40 bis 60 Arbeitsstunden stecken in einem handgefertigten Instrument aus der Werkstatt des Instrumentenbauers Harald Dallhammer

Den Ab­schluss bil­det das jun­ge Mu­sik­ta­lent Fe­lix M. Va­len­tin. Er lässt im Rah­men sei­ner Ma­ster­ar­beit künst­le­risch an­spruchs­voll und tief­grün­dig den Jahr­tau­sen­de al­ten eu­ro­päi­schen Na­tur-Spi­ri­tis­mus und Re­inkar­na­ti­ons-Glau­ben in ei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Kom­po­si­ti­on mu­si­ka­lisch er­klin­gen.

Künstlerisch anspruchsvoll und tiefgründig verbindet das Ensemble Vigor des Musikers Felix M. Valentin Wissenschaft, Philosophie und Kunst in einer außergewöhnlichen Komposition

DISSONANT wur­de fi­nan­zi­ell un­ter­stützt durch das Kul­tur­re­fe­rat der Stadt Nürn­berg.

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Januar 2018

Die Welt­an­schau­ungs­be­auf­trag­ten – Die Vor­letz­te Ölung – Jean Paul und das Bier

Die Weltanschauungsbeauftragten haben sich den Keller des Manns Bräu für ihre Arbeit zu Jean Pauls 250. Geburtstag ausgesucht

Phil­ipp Moll war Po­et, Phi­lo­soph, Mu­si­ker und Künst­ler. Un­ter dem Pseud­onym »Die Welt­an­schau­ungs­be­auf­trag­ten« forsch­te er seit 2006 ge­mein­sam mit Mar­tin Für­brin­ger über »Kul­tur­ster­be­be­glei­tung, Pa­ra­noia­eva­lua­ti­on oder Mut­ter­me­cha­nik«. Die bei­den sa­hen sich als »De­tek­to­ren für Un­stim­mig­kei­ten«, die die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Kunst kri­ti­sie­ren und sich auf­ge­ru­fen fühl­ten zu ver­hin­dern, dass die »Kir­chen so nen Be­griff blockie­ren, der ei­gent­lich weit über das hin­aus geht, was die kirch­li­che Zu­stän­dig­keit ist.«

Beim Ausladen der Materialien für ihre Arbeit richtet Philipp Moll nochmal den Entwurf für den »Isolierschemel für versteinerte Zirbeldrüsen« – »ein schönes Bild, das Jean Paul für pädagogische Konzepte des 19. Jahrhunderts gefunden hat.«

Bei ih­ren Ar­bei­ten be­nutz­ten sie be­vor­zugt Ma­te­ria­li­en, die sich leicht ver­ar­bei­ten las­sen, sich da­bei aber »schön an­fas­sen«. Wenn sie sich auf ein neu­es Pro­jekt ein­lie­ßen, gab es oft erst ein­mal nicht viel mehr als ei­ne gro­be Idee. Mit ei­nem Au­to, voll­ge­packt mit Pap­pe, Heiß­klebe­pi­sto­le, Nä­geln, Schraub­zwin­gen und Cut­ter­mes­ser fuh­ren sie dann los und lie­ßen sich vor Ort von den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Räum­lich­kei­ten in­spi­rie­ren.

Grundlage der Arbeit der Weltanschauungbeauftragten ist Jean Pauls Roman »Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal«

Sie schaff­ten es im­mer, Emo­tio­nen bei den Be­su­chern aus­zu­lö­sen: »Bei den mei­sten Leu­ten ist es das Ge­fühl der Hilf­lo­sig­keit zu­al­ler­erst, man­che wer­den dann ag­gres­siv und ge­hen gleich wie­der. Die, die blei­ben, die ki­chern oft gern ein biss­chen und schau­en es sich dann ge­nau­er an, und das ist ei­gent­lich das, wo wir hin­wol­len.«

Besonders begeistert haben sich Philipp Moll und Martin Fürbringer für die vielen Synonyme, die Jean Paul für seine große Liebe, das Bier, gefunden hat

Bei der Ent­ste­hung ei­ner ih­rer letz­ten Ar­bei­ten in ei­nem Bier­kel­ler ei­ner al­ten Braue­rei in Bay­reuth an­läss­lich des 250. Ge­burts­ta­ges des Schrift­stel­lers Jean Paul durf­ten wir da­bei sein.

Martin Fürbringer: »Uns war immer wichtig, dass ganz viele kopfschüttelnde Leute in unseren Kunstwerken rumstehen, und sich denken, was soll das eigentlich und überhaupt nicht wissen, wofür das gut ist...«

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 35 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
Mai 2017

Selbst­be­stimmt und mit Freu­de ler­nen – Die Lern­werk­statt

Selbst­be­stimmt, von­ein­an­der und mit­ein­an­der ler­nen und da­bei Spaß ha­ben – das ist das Ziel der Lern­werk­statt in der Ems­kir­che­ner Grund­schu­le. Ein­mal pro Schul­jahr kommt je­de Klas­se für drei Wo­chen in die Lern­werk­statt. In spe­zi­ell für die­sen Zweck um­ge­wid­me­ten Räu­men dür­fen die Schü­ler selbst ent­schei­den, was sie er­for­schen wol­len. Vor­ge­ge­ben ist nur ein sehr all­ge­mein for­mu­lier­tes The­ma. Wie sie an die not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen kom­men und wie sie zum Ab­schluss ih­re For­schungs­er­geb­nis­se prä­sen­tie­ren, ist Sa­che der Schü­ler.

Die drei forschen über Nofretete und Cleopatra. Lotte fragt sich: »Frauen waren ja früher nicht so wichtig, und dann wurden die beiden aber Pharaoninnen, das find ich ganz spannend.«

Die Schü­ler ha­ben die Mög­lich­keit, in Klein­grup­pen und in ih­rem ei­ge­nen Tem­po den Din­gen auf den Grund zu ge­hen. Sie su­chen zu ih­rem The­ma In­for­ma­tio­nen aus Bü­chern und dem In­ter­net zu­sam­men und ex­pe­ri­men­tie­ren mit in der Lern­werk­statt vor­han­de­nen Ma­te­ria­li­en. Wenn die Kin­der die In­for­ma­tio­nen zu ih­rem The­ma zu­sam­men­ge­tra­gen und im For­scher­heft fest­ge­hal­ten ha­ben, wer­den die Er­geb­nis­se für die Prä­sen­ta­ti­on vor der Klas­se auf­ge­ar­bei­tet.

Die Kinder schrecken beim selbstständigen Forschen auch nicht vor schwierigen und komplexen Themen zurück.

Die Lern­werk­statt er­for­dert auch von den Leh­rern ei­ne neue In­ter­pre­ta­ti­on ih­rer Rol­le: Sie sind nicht pri­mär, wie im nor­ma­len Un­ter­richt, als Wis­sens­ver­mitt­ler, son­dern viel­mehr als Lern­be­glei­ter ge­for­dert. Die­ses Um­den­ken ist nicht je­dem leicht ge­fal­len. In­zwi­schen sind aber aus den mei­sten Skep­ti­kern Fans der Lern­werk­statt­idee ge­wor­den.

»Du kannst lernen, ohne dass Du halt Druck hast, und du kannst Dir aussuchen, über was du forschst oder worüber du jetzt was lernst.« Tyler und Niclas beim Experimentieren am Mikroskop

Für Lern­werk­statt­be­ra­te­rin Tan­ja Schedl geht es in der Lern­werk­statt um mehr als den Er­werb von rei­nem Fak­ten­wis­sen: »Die Be­deu­tung, Wis­sen, Fak­ten ab­ruf­bar pa­rat im Kopf zu ha­ben, zeigt sich in der Ge­sell­schaft kaum noch als not­wen­dig, bei ei­nem nor­ma­len Abend­essen sit­zen Men­schen am Tisch und je­der hat so­fort die Mög­lich­keit, di­gi­tal auf ein Le­xi­kon zu­zu­grei­fen und die­ses Wis­sen pa­rat zu ha­ben, in­so­fern hat die Tech­nik die­se Not­wen­dig­keit, Wis­sen und Fak­ten ab­ruf­bar zu ha­ben, ein­fach über­holt.«

Fast das gesamte Kollegium arbeitet im Lernwerkstatt-Team mit. Gemeinsam bereiten sie das Thema für das kommende Schuljahr vor. Auch wenn hier didaktisches Material ausprobiert wird – zum Einsatz kommt es in Emskirchen kaum. Die Kinder sollen ihre Kreativität möglichst frei entwickeln.

Für sie spie­len das Er­ler­nen von ei­gen­ver­ant­wort­li­chem, selbst­be­stimm­ten Han­deln, die Ent­wick­lung von So­zi­al­kom­pe­tenz und das krea­ti­ve Prä­sen­tie­ren der Er­geb­nis­se ei­ne min­de­stens ge­nau­so gro­ße Rol­le. Sie sieht in der Me­tho­de auch ei­ne Mög­lich­keit, die Kreat­vi­tät von Kin­dern zu för­dern: »In der nor­ma­len Frei­zeit­ge­stal­tung ist bei un­se­ren Kin­dern häu­fig zu be­ob­ach­ten, dass sie be­spielt oder be­spaßt oder ver­spor­tet in ir­gend ei­ner Form im­mer an­ge­lei­tet wer­den, und krea­ti­ve ei­ge­nen Ide­en zu fin­den von den Kin­dern ein­fach we­nig ge­fragt wird.«

Sophie und Jule präsentieren ihren Mitschülern die Mode der 70er und 80er Jahre. »Das lustige ist, da ist eine Hose darunter. Die hat man angezogen, dann ist man so aus dem Haus gegangen, hat sich irgendwo im Busch oder so versteckt und hat die Hose ausgezogen und ist dann so in die Disco gegangen.«

Schu­le kann Spass ma­chen! Das kann man an der Ems­kir­che­ner Grund­schu­le haut­nah er­le­ben.

HERMANN GUTMANN STIFTUNG Die­ser Film wur­de als Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jekt im Auf­trag der HERMANN GUTMANN STIFTUNG in jour­na­li­sti­scher Ver­ant­wor­tung von Me­di­en Pra­xis e. V. rea­li­siert.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 3 mal 30 Min.

Video auf YouTube anschauen Von die­sem Film gibt es ei­nen Aus­schnitt auf You­Tube.
auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
April 2017

DISSONANT – Jazz aus Nürn­berg

Jazz hat in Nürn­berg ei­ne gro­ße Tra­di­ti­on. Ob­wohl das einst über­re­gio­nal be­kann­te Fe­sti­val »Jazz Ost-West« schon 2002 ein­ge­stellt wur­de, hat sich in Nürn­berg ei­ne le­ben­di­ge Jazz-Sze­ne ge­hal­ten und ist bis heu­te ein wich­ti­ger Be­stand­teil des kul­tu­rel­len Le­bens in die­ser Stadt. »Jazz­stu­dio«, »Ba­laz­zo Broz­zi«, »Tan­te Bet­ty« und neu­er­dings auch die »Kul­tur­werk­statt Auf AEG« sind Or­te, an de­nen man Jazz un­ter­schied­lich­ster Stil­rich­tun­gen hö­ren kann.

Szenenfoto

Das Jazz­stu­dio di­rekt un­ter der Kai­ser­burg bei­spiels­wei­se ist ei­ne der äl­te­sten Ein­rich­tun­gen sei­ner Art und hat sich weit über Nürn­berg hin­aus ei­nen Na­men ge­macht. Seit den 1950er Jah­ren sind hier in­ter­na­tio­na­le Grö­ßen wie Al­bert Man­gels­dorff, Count Ba­sie oder Tim Ber­ne zu hö­ren. Aber auch die Stu­die­ren­den der Hoch­schu­le für Mu­sik fin­den hier Auf­tritts­mög­lich­kei­ten.

Szenenfoto

Die Aus­bil­dung an der Hoch­schu­le fin­det auf höch­stem Ni­veau statt. Die Schü­ler be­fruch­ten na­tür­lich auch die re­gio­na­le Jazz-Sze­ne. So sorgt ein gro­ßer Pool von Mu­si­kern für ab­wechs­lungs­rei­che Pro­gram­me in den klei­nen und gro­ßen Clubs in und um Nürn­berg. Es ist je­doch nicht leicht für die Mu­si­ker, in die­sem Gen­re zu be­stehen.

Szenenfoto

Nicht zu­letzt spielt auch das zum vier­ten Mal ver­an­stal­te­te Fe­sti­val »NUEJAZZ« in Nürn­berg ei­ne im­mer wich­ti­ge­re Rol­le in der Sze­ne. Es bie­tet ei­ne in­no­va­ti­ve, jun­ge und vor al­lem in­ter­na­tio­na­le Platt­form für al­le Spiel­ar­ten des Jazz und ist mitt­ler­wei­le weit über die Gren­zen Nürn­bergs hin­aus be­kannt und be­liebt.

Szenenfoto

Die 30-mi­nü­ti­ge Film­do­ku­men­ta­ti­on gibt in­ter­es­san­te Ein­blicke in die Sze­ne, be­leuch­tet Mu­sik und Mu­si­ker, be­sucht Clubs und Aus­bil­dungs­stät­ten und lässt den Jazz im Film hoch­le­ben. Sie zeigt aber auch, wie schwie­rig es ist, in die­sem Gen­re als Mu­si­ker zu re­üs­sie­ren. Trotz al­le­dem: Die Nürn­ber­ger Jazz-Sze­ne lebt!

Ein Film von Nor­bert Gold­ham­mer  •  Län­ge: 30 Min.

Mai 2016

Zei­chen set­zen – Nürn­bergs er­ste Ves­per­kir­che

Die ehrenamtlichen Helfer beim Abschlussfest

»Ku­chen, Kar­teln, Ker­zen­schein« – so lau­te­te der Slo­gan, mit dem die Gu­stav-Adolf-Ge­dächt­nis­kir­che in der Nürn­ber­ger Süd­stadt im Win­ter 2016 die Be­völ­ke­rung erst­mals zur Ves­per­kir­che ein­lud. Sechs Wo­chen lang sorg­ten fast 400 eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter da­für, dass man sich im um­ge­stal­te­ten Kir­chen­raum zwang­los tref­fen konn­te und für den sym­bo­li­schen Preis von ei­nem Eu­ro ein war­mes Es­sen er­hielt. Da­hin­ter steht für Pfar­rer Bernd Reu­ther zum ei­nen »ein stark dia­ko­ni­scher Ge­dan­ke«, zum an­de­ren »bie­ten wir aber auch ei­nen Raum, wo Men­schen ver­schie­de­ner Her­kunft, ver­schie­de­ner Ein­kom­mens­struk­tur sich tref­fen und zu­sam­men­sit­zen und die an­de­re Wirk­lich­keit auch wahr­neh­men.«

Bis zu 500 Essen gingen täglich über den Tresen

Das Pro­jekt war in­ner­halb der Ge­mein­de nicht un­um­strit­ten. Kar­ten oder Mensch är­ge­re dich nicht spie­len, sich über pro­fa­ne Din­ge un­ter­hal­ten oder auch ein­fach nur Spaß ha­ben in der Kir­che, dar­in sa­hen ei­ni­ge auch ei­ne Ent­wei­hung des kirch­li­chen Rau­mes. Aber was soll mit den vie­len Kir­chen ge­sche­hen, in ei­ner Zeit, in der die An­zahl der Kir­chen­mit­glie­der stän­dig sinkt? Sol­len wir sie leer ste­hen las­sen, und wer über­nimmt die Ko­sten für die In­stand­hal­tung? Fra­gen, die nicht nur Pfar­rer Bernd Reu­ther be­schäf­ti­gen.

 »Du kommst mit vielen Leuten schnell ins Gespräch, und es ist immer so, dass man Spaß hat beim Reden, auch wenn Schicksale dabei sind, die eigentlich nicht zum Lachen sind.«

Das Pro­jekt wird ein gro­ßer Er­folg: Schon nach we­ni­gen Ta­gen sind vie­le Be­su­cher zu Stamm­gä­sten ge­wor­den, die kul­tu­rel­len An­ge­bo­te wer­den gut an­ge­nom­men und selbst die Got­tes­dien­ste sind gut be­sucht, man­che füh­len sich an die »Ur­kir­che« er­in­nert.

Viele Besucher kommen nicht nur zum Essen in die Vesperkirche

Aber wie ist das Ver­hält­nis der Be­su­cher zur Kir­che im All­ge­mei­nen? Was macht die Men­schen so un­zu­frie­den mit der Kir­che, dass im­mer mehr Chri­sten aus­tre­ten? Wes­halb kom­men die we­nig­sten Ves­per­kir­chen­be­su­cher in den nor­ma­len Got­tes­dienst? Wie kommt es, dass sich Men­schen, die der Kir­che di­stan­ziert ge­gen­über ste­hen, für die Ves­per­kir­che eh­ren­amt­lich en­ga­gie­ren? Wo­hin muss sich Kir­che ent­wickeln, wenn sie nicht wei­ter an ge­sell­schaft­li­cher Be­deu­tung ver­lie­ren will?

Eintritt frei - Spenden erbeten! Die Benefizkonzerte sind ein wichtiger Baustein zur Finanzierung der Vesperkirche.

Ein Film von Ju­lia Tho­mas und Tho­mas Stei­ger­wald  •  Län­ge: 55 Min.

auf DVD erhältlicher Film Die­ser Film ist auf DVD er­hält­lich.
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