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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Oktober 2017

Fest im Sattel – Erwachsene lernen Radfahren

In den ersten Stunden sind die TrainerInnen des ADFC schwer beschäftigt

Fahrrad fahren – das lernt man als Kind, das kann man einfach! So geht es den mei­sten Menschen. Für sie ist das Fahrrad ein Alltagsgegenstand, den sie nach Lust und Laune ganz selbstverständlich nutzen.

Blaue Flecken gehören dazu...

Es gibt allerdings auch Menschen, die das Fahrrad fahren nie gelernt haben oder sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr auf das Fahrrad trauen. Menschen wie die 75-jährige Linde, die sich nach einem Sturz nicht mehr aufs Rad gewagt hat, oder Heinz, dem die Ärzte nach einem Schlaganfall gesagt haben, dass er wohl nie mehr Fahrrad fahren kann, oder Susuana, die in ihrer ehemaligen Heimat das Fahrrad fahren nie gelernt hat, jetzt aber gerne mit ihrem Enkel gemeinsam etwas un­ter­neh­men möchte. Für sie bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. in Nürn­berg, kurz ADFC, seit einigen Jahren Fahrradkurse für Erwachsene an.

Wichtig ist die richtige Technik beim Anfahren

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 30 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
September 2017

Für immer fremd? Vier deutsche Muslime erzählen über ihr Leben in Zeiten von Terror und wach­sen­der Islamfeindlichkeit

1999 haben wir die Begegnungsstube Medina kennen gelernt und seitdem mehrmals über die Aktivitäten des Vereins berichtet. Seit 30 Jahren bemüht man sich hier um den kulturellen und interreligiösen Austausch.

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Die meisten Mitglieder sind gläubige Muslime mit türkischen Wurzeln. In unserer neue­sten Reportage haben wir mit vier von ihnen, alles deutsche Staatsbürger, ge­spro­chen, über

– Akzeptanz und Integration

– die politische Situation in der Türkei und die Berichterstattung in den deutschen Medien und

– ihren Glauben und was es bedeutet, ihn zu leben in Zeiten von Terroranschlägen und wachsender Fremdenfeindlichkeit.

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Eine, wie wir finden, berührende Situationsbeschreibung von Menschen, die hier ge­bo­ren sind oder zumindest seit vielen Jahrzehnten hier leben, die sich für andere Men­schen einsetzen und mit offenem Herzen auf jeden zugehen, egal, welche Re­li­gi­on oder Weltanschauung er hat. Die uns aber auch aufzeigen, dass wir heute, in Zeiten von Terror und wachsender Fremdenfeindlichkeit, sehr genau hinhören und hin­schau­en sollten, bevor wir uns ein Bild über Menschen machen.

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Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 60 Min.

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auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
November 2016

Mitmachen macht Schule – Das »Freiwillige Soziale Schuljahr«

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Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse von Mittelschulen, Realschulen und Gym­na­si­en können in Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen von Kommunen, Ver­bän­den und Vereinen ein Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) ableisten.

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Die Einsatz-Möglichkeiten reichen von Kindergärten bis Altenheimen, von der Frei­wil­li­gen Feuerwehr zum Bund Naturschutz, vom Tierheim zum Sportverein. Das FSSJ beinhaltet über die Dauer eines Schuljahres außerhalb des Unterrichts eine zwei­stün­di­ge ehrenamtliche Tätigkeit in der Woche.

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Dieses Projekt der Caritas bietet Schülerinnen und Schülern die Chance, sich sozial zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und wichtige soziale Kompetenzen zu trai­nie­ren. Zudem gibt es Anregungen für die berufliche Zukunft und ein Zeugnis.

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 27:30 Min.

September 2015

Im Rückspiegel – 30 Jahre Nürnberger AIDS-Hilfe

Dieser Tage feiert die Nürnberger AIDS-Hilfe ihr 30-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund wiederholen wir den Film »Nein, diese Pillen schluck‘ ich nicht« aus dem Jahr 2000. Es ist ein filmisches Portrait von Rainer Blank. Er lebte zu diesem Zeit­punkt bereits seit 15 Jahren mit dem HIV-Virus, verweigerte sich aber der damals re­lat­iv neuen Behandlung der Infektion durch die Kombi-Therapie.

point spricht im Anschluss mit Manfred Schmidt, dem Fachvorstand der Nürnberger AIDS-Hilfe, über die Veränderungen der Arbeit seiner Organisation im Laufe der letz­ten drei Jahrzehnte.

Moderation: Martina Hildebrand

Februar 2014

Querungen, oder: »Wie es im Leben laufen kann«

Über das Theater spielen sich wieder selbst spüren

Sie sind Verkäufer des Sozialmagazins Straßenkreuzer, haben durch unglückliche Lebens­umstände ihre Wohnung verloren oder sind durch lange Arbeitslosigkeit in Hartz IV gerutscht – so oder ähnlich lauten die Geschichten der Menschen, die sich im Rahmen der Straßenkreuzer Uni 2011 zu einem Theaterprojekt zusammen gefunden haben.

»Ich lern' da einfach wieder ganz neue Seiten an mir kennen, die so im Alltag einfach unterdrückt sind, weil man das da nicht ausleben kann«

Unter Anleitung der Schauspielerin und Regisseurin Michaela Domes haben sie zwei­ein­halb Jahre ge­probt und gemeinsam ein Theaterstück entwickelt, das den Zu­schauern einen sehr persönlichen Einblick in die Lebenswelt der Akteure ermöglicht. Der Film begleitet die Teilnehmer bis zur öffentlichen Aufführung des Stückes und lässt sie darüber er­zäh­len, warum sie an dieser Veranstaltung der Straßenkreuzer Uni teilgenommen haben, was das Projekt bei ihnen ausgelöst hat und was sie bewogen hat, ihre Situation ein Stück weit öffentlich zu machen. Eine Dokumentation, die zeigt, dass, wie es eine Teil­nehmerin ausdrückt »wir nicht als Obdachlose geboren wurden, sondern dass uns halt etwas passiert ist und dass wir aber intelligente Menschen sind, wo es vielleicht wert ist, sich auch einmal drum zu kümmern, denen was anzubieten.«

Respekt! - ist das, was sich die Teilnehmer des Theaterprojektes der Straßenkreuzer Uni wünschen

Die zweiteilige Dokumentation über das Projekt zeigen wir am Sonntag, dem 23. Fe­bru­ar und Sonntag, dem 2. März jeweils um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf unserem Sendeplatz bei FrankenFernsehen. Am Sonntag, dem 9. März können Sie zu den glei­chen Zeiten einen Zusammenschnitt der Aufführung des Stückes sehen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 52 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
November 2013

»Mit sich selbst im Grünen sein« – Netzwerk Soziale Landwirtschaft

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Die Idee der Verbindung von Landwirtschaft und Sozialarbeit/Sozialpädagogik hat vielfältige, voneinander unabhängige historische Wurzeln, u. a. das Wirken des ukrai­nischen Pädagogen Anton Semjonowitsch Makarenko, aber auch die Impulse Rudolf Steiners in der Heilpädagogik und Landwirtschaft. In den letzten Jahren erlebt dieser Ansatz eine neue Blüte als Grüne Sozialarbeit und Soziale Landwirtschaft in einer Vielzahl von Einrichtungen mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen.

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Ihr gemeinsames Ziel: Durch die Verbindung von Landwirtschaft, Gartenbau und sozialer Arbeit Menschen, die auf Grund eines Handicaps auf dem ersten Arbeits­markt keine Chance haben, Beschäftigung zu geben. Dabei steht nicht die Gewinn­maximierung im Vordergrund, sondern die Suche nach einer Tätigkeit, die Sinn stiftet und Spaß macht, ohne zu überfordern.

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Obwohl diese Konzepte schon seit Jahren erfolgreich in der Arbeit mit körperlich und geistig behinderten Menschen, mit psychisch Kranken und ehemals Drogenabhängigen angewandt werden, wird ihnen in Deutschland eine Anerkennung als eigenständige Therapieform verweigert. Nicht zuletzt um dies zu ändern, haben sich viele dieser Einrichtungen im Netzwerk »Soziale Landwirtschaft« zusammengeschlossen.

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Der Film gibt Einblick in die Arbeit von vier Einrichtungen und zeigt auf, was sich die Beteiligten von dem Netzwerk erhoffen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Oktober 2013

»Abenteuer für alle« – Mühlenkraft e. V.

Bis hier wieder Leben einkehrt, muss noch viel Geld in die Hand genommen werden

2009 kaufte Mühlenkraft e. V. in der Hersbrucker Schweiz die Harnbacher Mühle. Der Verein will das 21 Hektar große Gelände in den nächsten Jahren so entwickeln, dass Menschen mit Handicap hier nicht nur eine sinnvolle Arbeit finden, sondern ihnen auch ein möglichst freier Zugang zur Natur ermöglicht wird.

»Abenteuer für alle« auf der Pegnitz

Unter dem Titel »Abenteuer für alle« organisiert der Verein bereits seit einigen Jah­ren Freizeiten in der Natur. Mit selbstgebauten Rollfietsen werden für gehbehinderte oder gelähmte Menschen Waldwege zugänglich, mit entsprechenden Schlauch­booten können sie sogar an einer Bootsfahrt teilnehmen.

Man muss sich nur zu helfen wissen - mit einfachen Hilfsmitteln ist der Zugang zur Natur für alle möglich

Mit dem Ausbau des Geländes sollen in den nächsten Jahren diese Aktivitäten weiter entwickelt werden. Gleichzeitig soll die Harnbacher Mühle zu einem Ort der Begeg­nung werden, der Menschen mit Handicap interessante Arbeitsplätze bietet. Hierzu will der Verein eine Schule errichten, gastronomische Angebote machen und die Wald- und Wiesenflächen gärtnerisch bewirtschaften.

Mit den selbstgebauten Rollfietsen auf Erkundungstour

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Zunächst muss das nötige Geld be­sorgt werden. Keine einfache Aufgabe, zumal das Gelände auch noch in einem Natur­schutz­gebiet liegt.

Studenten der Permakultur-Akademie diskutieren über eine möglichst naturfreundliche Umsetzung der geplanten Aktivitäten

Die Reportage zeigt zum einen die ersten Freizeitangebote, die hier für Jugendliche mit und ohne Handicap gemacht werden, zeigt das ehrenamtliche Engagement des Netzwerkes »Unternehmen Ehrensache«, die bei einem Corporate Volunteering Day den Verein bei Arbeiten auf dem Gelände unterstützt haben und begleitete eine Gruppe von angehenden Permakulturdesignern, die sich eine Woche damit beschäf­tigt haben, wie man die geplanten Aktivitäten des Vereines an der Harnbacher Mühle so verwirklichen kann, dass dabei möglichst wenig Eingriffe in die Natur erforderlich sind.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 27 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2012

»Schöner kann man es nicht haben!« – Besuch in der Gartenkolonie Baggerloch

Die zweite Heimat in der Laubenkolonie

»Hier ist es einfach so friedlich!« Die junge Frau ist vom Rundblick über ihren klei­nen Garten sehr angetan: Sie hat es nie bereut, sich vor einem Jahr für das Pachten einer Parzelle in der Schrebergartenanlage Baggerloch entschieden zu haben. Neben den Alteingesessenen, die ihre Gärten hier oft schon von der Elterngeneration über­nommen haben, entdecken auch junge Menschen und Familien mit kleinen Kindern zunehmend die Kolonien als erholsamen Ausgleich zum hektischen Leben in der Stadt.

Mutter und Tochter arbeiten Hand in Hand

Insbesondere Bürger mit Migrationshintergrund sind in der Anlage verhältnismäßig stark vertreten: Eine türkische Familie hat in ihrem Garten die ideale Möglichkeit gefunden, das Beisammensein im Kreis der großen Familie mit dem Aufenthalt in der Natur zu verbinden. Ihre Nachbarn, die den Garten schon in der zweiten Generation bewirtschaften, sind gelassen, auch wenn es nebenan mal turbulenter zugeht. Sie sind Rentner, und da sie aufgrund regelmäßiger Dialyse-Behandlungen keine Reisen mehr unternehmen können, ist ihnen die grüne Oase ihres Gartens zur zweiten Heimat geworden. »Wenn wir den nicht hätten, wo willst denn dann hin?« fassen sie es kurz und bündig zusammen.

Das Pächterdasein beginnt mit Arbeit

Auch der ehemalige Vereinsvorsitzende Herr Kaiser verbringt viel Zeit im Baggerloch – manchmal mehr, als ihm lieb ist. Denn obwohl für frei werdende Gärten immer schnell ein Nachfolger gefunden werden kann, zeigen die neuen Pächter wenig Nei­gung zum Engagement in der Vereinsarbeit. Da sich schon seit Jahren kein Mitglied bereit erklärt, sein Amt zu übernehmen, führt er den Vorsitz kommissarisch weiter – trotz Gehbehinderung und seines hohen Alters von inzwischen fast 80 Jahren.

Ein Film von Cherima Nasa und Julia Thomas  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
April 2012

Bildung für alle – Die Straßenkreuzer Uni

Dr. Thomas Heyden vom Neuen Museum Nürnberg beim Vortrag: Schönheit in der Kunst

Für Menschen, die aufgrund ihrer Biografie oder ihrer sozialen Stellung kaum mit einem universitären Bildungsangebot in Berührung kommen, rief der Verein Straßen­kreuzer e. V. vor zwei Jahren die Straßenkreuzer Uni ins Leben. Das Vorlesungs­angebot ist kostenlos und wendet sich in erster Linie an Frauen und Männer aus Einrichtungen der Obdachlosenhilfe. Der Anspruch der Organisatoren ist es, wissen­schaftliche Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und Interessierte ohne Zugangs­schwelle an spannende Wissensgebiete heranzuführen. Dabei soll niemand ausgeschlossen werden, doch vielen Besuchern der Veranstaltungen fehlt es nicht nur am Geld, andere Bildungsangebote wahrzunehmen, sondern auch am dazu nötigen Selbstbewusstsein: »Es ist einfacher, zu so einer Veranstaltung zu gehen, wenn man weiß, die Leute haben alle eine ähnliche Geschichte wie ich, ich muss mich da nicht irgendwie vorstellen, rechtfertigen, ich werd‘ nicht irgendwie komisch angeguckt.«

Zum Semesterabschluss gibt es Urkunden für erfolgreiche Teilnahme

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 25 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Februar 2012

Unterstützung inbegriffen? – Chancen und Grenzen der Inklusion

Noch ist es die große Ausnahme, dass Menschen mit geistiger Behinderung die Grund­schule besuchen, in der freien Wirtschaft arbeiten oder mitten im Stadtteil in einer Wohngemeinschaft leben. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, soll, wenn es nach den Vorgaben einer von der Bundesregierung ratifizierten UN-Resolution geht, zum Normalfall werden. Ziel der Inklusion ist es, Menschen mit Handicap an allen gesellschaftlichen Belangen gleichberechtigt teilhaben zu lassen.

Seit 2002 gibt es an der Fürther Pestalozzischule eine inklusive Partnerklasse. Vom ersten bis zum vierten Schuljahr werden hier Kinder mit besonderem Förderbedarf im Bereich »geistige Entwicklung« gemeinsam mit Grundschulkindern unterrichtet.

Gegenseitige Unterstützung ist in der inklusiven Partnerklasse mittlerweile selbstverständlich

Die Vielfalt der Begabungen stellt hohe Ansprüche an die Lehrer und erfordert zusätz­liches Personal, um auch den schwächeren Schülern ein ihren Fähigkeiten adäquates Lernen zu ermöglichen. Ein Aufwand, der sich aus Sicht der Lehrerin Gabi Wille lohnt: »Ich finde es eine ganz wunderbare Art des Miteinanders, diese Freude, ein Buch in die Hand zu nehmen, beim einen Kind zu beobachten, während ein anderes jetzt schon mit Zahlen umgehen kann, aber nicht sprechen kann, und dieses Erlebnis ist jeden Tag ein Geschenk, aber jeder Tag ist unplanbar.«

Martin Truckenbrodt gefällt sein Außenarbeitsplatz

Seit Herbst 2010 bietet die Lebenshilfe Fürth Mitarbeitern der Werkstätten die Möglichkeit, auf einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft zu wechseln. Mit Unter­stützung eines Integrationsbeauftragten haben bisher acht Mitarbeiter diesen Schritt gewagt. Martin Truckenbrodt ist einer von ihnen: Er arbeitet im Warenlager einer Werbemittelfirma und sieht die Mehrbelastung, die die neue Arbeitsstelle mit sich bringt, positiv: »In den Werkstätten war ich dicker, da nehm ich wenigstens ab, weil ich soviel Bewegung hab». Firmenchef Roland Brombacher ist mit Martin mehr als zufrieden: »Der hat einen wahnsinnigen Antrieb, der Kerl hat eine total gute Seele. Das kann man sich gar nicht vorstellen.«

Die ambulant begleitete Wohngemeinschaft bespricht den Speiseplan für die nächste Woche

Seit dem Frühjahr 2010 gibt es in Fürth für Menschen mit geistiger Behinderung eine Alternative zum Wohnheim. Die Lebenshilfe hat in der Fürther Südstadt eine Woh­nung angemietet, in der junge Erwachsene die Möglichkeit haben, zusammen zu leben. Lisa, Tobias, Florian und Stefan haben sich bewusst für das ambulant begleite­te Wohnen in einer Wohngemeinschaft entschieden, »weil wir halt selber alles lernen, essen, putzen, einkaufen…« Seit dem Einzug haben die WG-Bewohner große Fortschritte gemacht und vielleicht wird ihr großer Traum, ganz ohne Betreu­ung leben zu können, eines Tages Wirklichkeit.

Drei ermutigende Beispiele, aber die betroffenen Lehrer und Pädagogen warnen davor, aus solchen Beispielen zu schließen, dass dies die Lösung für alle Menschen mit Handicap sein kann.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Februar 2012

Zwei Jahre Medien PRAXIS e. V.-Blog

Heute vor zwei Jahren ist unser Internetblog online gegangen. Ohne unseren Vor­stand und Vater des Projektes Ralph Stenzel hätten wir das wahrscheinlich bis heute nicht geschafft.

Mit bis zu 800 Seitenbesuchen pro Tag hat sich die Resonanz auf unsere Internet­präsenz seit dem Start kontinuierlich gesteigert. Allen, die sich durch das Schreiben von Kommentaren an dieser Entwicklung beteiligt haben, sei hierfür herzlich ge­dankt!

Rückmeldungen auf unsere Filme freuen uns nicht nur, sie sind auch ein wichtiges und motivierendes Feedback für uns in unserem Bestreben, ein qualitativ gutes Pro­gramm zu produzieren.

Die Redaktion

Dezember 2011

50 Jahre Lebenshilfe Fürth – vom Versorgen zum Begleiten

Betreuung in der Lebenshilfe heisst Begleiten und Unterstützen

Lebenshilfen gibt es heute in fast jeder deutschen Stadt. Von betroffenen Eltern vor 50 Jahren gegründet, gibt es heute über 500 eigenständige Vereine, die 170.000 Men­schen mit Handicap betreuen.

Die Förderstätte versucht, auch Menschen mit Mehrfachbehinderungen eine sinnvolle Beschäftigung anzubieten

Die Angebote sind inzwischen sehr vielseitig und an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Sie sollen ein weitgehend selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Betreuer verstehen sich dabei als Assistenten und Begleiter, die unter­stützen, aber nicht bevormunden. In den Anfängen, während der 1960er und 1970er Jahre, war die Situation noch eine ganz andere.

Die integrative Disco - eines der beliebtesten Angebote der Offenen Hilfen

Am Beispiel der Lebenshilfe Fürth zeigt die Reportage auf, was sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat: Thema­tisiert wird unter anderem das gegen viele Wider­stände erkämpfte Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität, die Stärkung der Persönlichkeitsrechte – die durch die 1992 erfolgte Abschaffung des Vormundschafts­rechts erfolgte und zu einem voll­ständig veränderten Selbstverständnis im Umgang mit Menschen mit geistiger Behin­derung führte – und die bis heute andauernden Ver­suche einer Integration in unsere Gesellschaft.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
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