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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


April 2016

40 Jahre KUNO – Vom Kulturladen Nord zum Kulturzentrum Nord

Als der KUNO ein Jahr nach seiner Gründung 1976 die Räumlichkeiten in der Wurzelbauerstraße bekam, mussten viele ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden in den Umbau gesteckt werden.

Das in der Nürnberger Nordstadt gelegene Stadtteilzentrum KUNO ist Teil der vor 40 Jahren entstandenen Idee, in möglichst vielen Stadtteilen kleine dezentrale Kul­tur­zen­tren entstehen zu lassen. Die vom damaligen Kulturreferenten Hermann Glaser entwickelte Vorstellung, niederschwellige, alle Bevölkerungsgruppen ansprechende kulturelle Angebote zu machen, hat unter dem Stichwort »Soziokultur« in den 1980er Jahren bundesweite Bedeutung erlangt.

Bei den berühmten Montagssitzungen rauchten nicht nur die Köpfe...

Aus der Aufbruchsstimmung der 1968er Generation heraus fanden sich im »Ku­ltur­la­den Nord« Menschen zusammen, die in der Gesellschaft etwas verändern wollten. In den 1980er Jahren gab es im KUNO viele Initiativen, die sich kulturell, sozial oder po­li­tisch engagierten. Neben den »Müttern gegen Atomkraft« nutzten unter anderem Greenpeace, die Solarenergieinitiative und Robin Wood die Räume. Vereine, wie die die Schwangerenberatungstelle oder Nürnberger Aidshilfe wurden hier gegründet. Pro­te­ste gegen Einschnitte im Kulturetat, gegen den zweiten Golfkrieg oder der Auf­ruf zum Volkszählungsboykott wurden von KUNO-Mitgliedern maßgeblich mit­or­ga­ni­siert.

Margit Mohr, Leiterin des KUNO, hat Gründungsmitglieder des Vereins eingeladen, um sich mit ihnen über die ersten Jahre auszutauschen.

Die politischen Aktivitäten wurden im Laufe der Jahre weniger, die Zahl derer, die sich aktiv engagierten, nahm ab und die Hauptverantwortlichen sahen sich mit sin­ken­den Besucherzahlen konfrontiert. Daher nahm man im Jahre 2009 einen Relaunch vor: aus dem Kulturladen Nord wurde das Kulturzentrum Nord.

Künstler haben im Galeriehaus Präsentationsmöglichkeiten, die in kommerziellen Galerien eher selten geboten werden.

Margit Mohr, seit 25 Jahren Leiterin des noch immer selbstverwalteten KUNO hielt einen Neustart für notwendig: »Der Relaunch diente dazu, dass wir uns auf unsere Kernkompetenzen besinnen, und wir haben dann herausgefunden, dass wir mit dem Galeriehaus die bildende Kunst als den ersten Kern­be­reich, als weiteren Kernbereich die Literatur mit dem jetzigen Literaturzentrum Nord haben und der dritte Kern­bereich ist der Kul­tur­treff Nord, der subsumiert das Café Zeitlos, das Kurs- und Fort­bil­dungs­pro­gramm, die Reihe Jazzfrühstück, und alle Gruppentreffs, die hier statt­fin­den.« Wenngleich sich die Schwerpunkte der Arbeit im Laufe der Jahre verschoben haben, fühlt man sich im KUNO dem Glaserschen Gedanken der Soziokultur bis heute verpflichtet.

Das alle sechs Wochen stattfindende Jazzfrühstück ist meist ausverkauft.

Seit Jahrzehnten unverändert fester Bestandteil des KUNO-Programms ist das 1. Mai-Fest. Hier kommt seit Jahren die Nürnberger Alternativ- und Politszene zusammen, schwelgt in Erinnerungen oder schaut wie der Künstler Peter Hammer vorbei, um sich zu informieren: »Man muss doch wissen, wer noch am Leben ist und wie alt er geworden ist.«, um dann festzustellen, »die sind alle älter geworden, wahrscheinlich sogar ich.«

Trotz Regen und schlechten Wetters kommen die Besucher am 1. Mai in den KUNO.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 65 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
April 2015

Lösung des Gustavstraßen-Streites durch ein neues Immissionsschutzgesetz?

Am 13. April 2015 lud der Bundestagsabgeordnete der SPD, Carsten Träger, gemein­sam mit Florian Pronold, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundes­mini­ste­rium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unter dem Titel »Ein modernes Immissionsschutzrecht für unsere Innenstädte« zu einem Fach­ge­spräch mit Vertretern aus der Politik sowie des Schausteller- und Hotel- und Gast­stät­ten­ver­ban­des ins Fürther Kulturforum ein. Im Anschluss daran stellten sich Florian Pronold, Carsten Träger, und der Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Dr. Thomas Jung, der Öffentlichkeit.

Carsten Träger (am Pult) und Florian Pronold

Da das Thema nicht nur in Fürth intensiv diskutiert wird, haben wir uns entschlossen, eine Zusammenfassung der wichtigsten Argumente des öffentlichen Teils der Ver­an­stal­tung auf unseren youtube-Kanal zu stellen. In der Fürth-Mediathek von Medien PRAXIS e. V. ist das Video ab sofort abrufbar:

Video auf YouTube anschauen Zusammenfassung der Veranstaltung
Mai 2014

Neues Leben »Auf AEG«

Die 1892 gegründete AEG entwickelt sich Anfang des 20. Jahrhunderts zum weltweit größten Industriekonzern. Unter dem AEG-Logo werden der Farbfernseher und das Bildtelefon erfunden, die elektronische Fernsehkamera und das Tonband. Das Nürn­berger Werk produziert vor alle »weiße Ware« – Waschmaschinen, Trockner und Kühl­schränke.

Rund 90 Jahre wurden auf dem Gelände der AEG in Nürnberg-Muggenhof Haushaltgeräte produziert. Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin

Doch in den 1980er Jahren beginnt eine steile Abwärtsspirale. Im Laufe von zwei Jahrzehnten muss der einstige Weltkonzern einen Vergleich anmelden und wird von Elektrolux aufgekauft. Nach einer kurzen Erholungsphase, in der die Mit­ar­bei­ter neue Hoffnung schöpfen, kommt dann 2007 für die Produktionsstätte in Nürnberg das endgültige Aus. Das Stammwerk wird geschlossen und die Produktion nach Polen und Italien verlagert.

In 2016 eröffnet hier im ehemaligen »Bau 3« die Kulturwerkstatt »Auf AEG« mit einem Kulturladen für den Stadtteil, der Zentrale der Musikschule, dem KinderKunstRaum, der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik sowie Räumen für das Centro Español.

Für viele Nürnberger ist dies ein Schock. Zum einen verlieren die letzen 1.700 Mit­arbeiter ihren Arbeitsplatz, zum anderen droht das 168.000 m² große Grundstück zu einer industriellen Brache zu werden. Dazu ist es nicht gekommen. Noch bevor die letzten Arbeiter das Gelände verlassen haben, findet sich zur Überraschung vieler mit MIB ein Investor, der sich für das Gelände interessiert und es Elektrolux abkauft.

Seit 2007 ist Bertram Schultze als Projektentwickler »Auf AEG« tätig.

Zunächst wird fast ein Drittel der Gebäude abgerissen, um Raum und Licht zu schaf­fen, anschließend wird mit der Sanierung der Gebäude begonnen. Unter dem Titel »Creating communities« versucht Projektentwickler Bertram Schultze, die Flächen zu vermarkten – mit Erfolg. »Auf AEG« hat sich ein Mix aus mittelständischen Firmen, Künstlern sowie universitären und kulturellen Einrichtungen niedergelassen. Auch wenn noch immer einige Gebäude leer stehen, noch einiges aus- und umgebaut wer­den muss – auf dem AEG-Gelände ist neues Leben eingekehrt.

Anna Bittersohl bereitet ihre Arbeit für »OFFEN auf AEG« vor. Ca. 80 Künstler haben derzeit ihre Ateliers »Auf AEG« und tragen wesentlich zum positiven Image des Geländes bei.

Die Reportage gibt einen Einblick in die Entwicklungen der letzten sieben Jahre.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

Juli 2013

Fürth Festival 2013 in der Gustavstraße – vom Umgang mit einem Konflikt

Medien PRAXIS e. V. hat sich in den letzen 12 Monaten ausführlich mit der Fürther Gustav­straße beschäftigt. Zum einen haben wir uns in dem Film »A bissla wos vo Färdd – die Gustavstraße« mit der Geschichte der Straße befasst, zum anderen haben wir uns in der Reportage »Lebenslust, Lebensfrust – vom spannungsreichen Leben in der Gustavstraße« mit dem seit geraumer Zeit andauernden Konflikt zwischen einigen Anwohnern, Wirten und Besuchern der Gustavstraße aus­ein­an­der­ge­setzt.

Und der Konflikt schwelt weiter: Inzwischen wurden einige Prozesse geführt, ein Ende ist nicht abzusehen. So kam es im Vorfeld des Fürth Festivals im Internet zu Ge­walt­androhungen gegen einzelne Anwohner, als bekannt wurde, dass sich die Stadt auf Grund eines Gerichtsbeschlusses gezwungen sah, die Livemusik in der Gustavstraße eine Stunde früher zu beenden als in den Jahren zuvor.

Das Fürth Festival zieht viele Menschen in die Gustavstraße

Wir waren am Samstag vor Ort, haben uns selbst ein Bild gemacht und Veranstalter Thomas Schier von Vision Fürth e. V. und Helmut Ell von den Travelling Playmates zu der Situation befragt. In der Fürth-Mediathek von Medien PRAXIS e. V. ist das Video ab sofort abrufbar:

Stimmen zum Konflikt in der Gustavstraße Video auf YouTube anschauen Stimmen zum Konflikt in der Gustavstraße
Januar 2013

Lebenslust, Lebensfrust – vom spannungsreichen Leben in der Gustavstraße

Mit ihren 18 gastronomischen Betrieben, vielen kleinen Geschäften und schön sanier­ten alten Häusern ist die in der Fürther Altstadt gelegene Gustavstraße ein Ort, der Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus anzieht. Doch während die Besucher den südländisch wirkenden Charme genießen, hat sich die Straße in den letzten Jahren für einige Anwohner zum Albtraum entwickelt.

Das südländische Flair der Gustavstraße zieht vor allem in den Sommermonaten viele Gäste an

Die Ausweitung der Freischankflächen vor den Gaststätten und die steigende Anzahl von Festen mit der Möglichkeit, an den Sommerwochenenden bis 24.00 Uhr im Freien zu sitzen, haben dazu geführt, dass sich im Jahr 2010 etwa 80 Anwohner bei der Stadt über den zunehmenden Lärm in ihrem Wohnumfeld beschweren. Zwischen Wir­ten und Anwohnern werden Vereinbarungen geschlossen, die aber nach Ansicht letz­terer nicht wirklich eingehalten werden. Anwohner sehen ihre Gesundheit be­droht. Wirte hingegen beklagen, dass ihre wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel stehe.

Ein Anwohner beim Messen der Lärm-Emmissionen in der Gustavstraße

Im Sommer 2012 eskaliert die Situation: Ein Anwohner wird als psychisch krank diffa­miert, im Internet werden T-Shirts mit ehrverletzenden Aufdrucken angeboten und die öffentlich gehaltene Rede eines Musikers führt zu sehr emotionalen Äuße­rungen gegen die Beschwerdeführer. Der Rechtsreferent der Stadt Fürth spricht von faschi­stoi­den Methoden, das Klima in der Gustavstrasse scheint endgültig vergiftet. Droht der gastronomischen Vorzeigestraße Fürths das Aus?

Der Grafflmarkt ist das erste und traditionsreichste Fest in der Gustavstraße

Der Film dokumentiert die Entwicklungen der letzten Monate, gibt der Stadt Fürth, Anwohnern, Wirten und Besuchern der Gustavstraße die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen und stellt die Frage, wie man dort wieder zu einem friedlichen Mit­einander finden kann.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: ca. 70 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
preisgekrönter Film Dieser Film hat eine Auszeichnung bekommen.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2012

»Schöner kann man es nicht haben!« – Besuch in der Gartenkolonie Baggerloch

Die zweite Heimat in der Laubenkolonie

»Hier ist es einfach so friedlich!« Die junge Frau ist vom Rundblick über ihren klei­nen Garten sehr angetan: Sie hat es nie bereut, sich vor einem Jahr für das Pachten einer Parzelle in der Schrebergartenanlage Baggerloch entschieden zu haben. Neben den Alteingesessenen, die ihre Gärten hier oft schon von der Elterngeneration über­nommen haben, entdecken auch junge Menschen und Familien mit kleinen Kindern zunehmend die Kolonien als erholsamen Ausgleich zum hektischen Leben in der Stadt.

Mutter und Tochter arbeiten Hand in Hand

Insbesondere Bürger mit Migrationshintergrund sind in der Anlage verhältnismäßig stark vertreten: Eine türkische Familie hat in ihrem Garten die ideale Möglichkeit gefunden, das Beisammensein im Kreis der großen Familie mit dem Aufenthalt in der Natur zu verbinden. Ihre Nachbarn, die den Garten schon in der zweiten Generation bewirtschaften, sind gelassen, auch wenn es nebenan mal turbulenter zugeht. Sie sind Rentner, und da sie aufgrund regelmäßiger Dialyse-Behandlungen keine Reisen mehr unternehmen können, ist ihnen die grüne Oase ihres Gartens zur zweiten Heimat geworden. »Wenn wir den nicht hätten, wo willst denn dann hin?« fassen sie es kurz und bündig zusammen.

Das Pächterdasein beginnt mit Arbeit

Auch der ehemalige Vereinsvorsitzende Herr Kaiser verbringt viel Zeit im Baggerloch – manchmal mehr, als ihm lieb ist. Denn obwohl für frei werdende Gärten immer schnell ein Nachfolger gefunden werden kann, zeigen die neuen Pächter wenig Nei­gung zum Engagement in der Vereinsarbeit. Da sich schon seit Jahren kein Mitglied bereit erklärt, sein Amt zu übernehmen, führt er den Vorsitz kommissarisch weiter – trotz Gehbehinderung und seines hohen Alters von inzwischen fast 80 Jahren.

Ein Film von Cherima Nasa und Julia Thomas  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Mai 2012

Faszination Klezmer – zwischen Tradition und Weltmusik

Die Wurzeln des Klezmer reichen zurück bis ins 11. Jahrhundert. Die Musik begleite­te die aschkenasischen Juden schon auf ihrer Wanderschaft durch Westeuropa in den Osten des Kontinents. Klezmermusiker – auch Klezmorim genannt – zogen damals von Dorf zu Dorf. Sie waren nicht sehr angesehen, andererseits aber bei Feierlichkeiten, insbesondere bei Hochzeiten, unverzichtbar. Sie führten das Brautpaar durch den Tag und die mit dem Fest verbundenen Rituale und waren für eine gute Stimmung auf dem Fest verantwortlich. Wenn das Brautpaar die Musiker nicht zahlen konnte, über­nahm die Gemeinde die Kosten für die Musiker.

»The Heart and The Wellspring« versuchen, auch auf Tournee nach den Vorschriften der Torah zu leben und koscher zu kochen

Zu Beginn des 20 Jahrhunderts verlor die traditionelle Musik der osteuropäischen Juden mehr und mehr an Bedeutung. Viele Juden verbanden mit Klezmer die Zeit ihrer Unterdrückung in Osteuropa und die Shoa, und in Israel wandte man sich mehr und mehr orientalisch geprägter Musik zu.

»Ramzailech« - Hardcore-Klezmer mit jiddischen Texten

In den 1970er Jahren, im Anschluss an das Revival der Folkmusik, erlebte Klezmer – zunächst in den USA – eine Art Wiedergeburt. Junge Juden begannen sich mit ihren Wurzeln auseinanderzusetzen, die Musik ihrer Vorfahren wieder zu entdecken und weiterzuentwickeln. Sie experimentierten mit Elementen aus Rock, Jazz, Funk und Hip Hop. Es entstanden neue Stilmixe, deren traditionelle Herkunft in manchen Fällen kaum noch zu hören war und die heute unter dem Begriff »Weltmusik« ver­marktet wird.

Mit den Musikworkshops versuchen die Dozenten, neben der Musik auch ein Stück jiddische Kultur am Leben zu erhalten

Der Film gibt einen Einblick in die Geschichte des Klezmer, stellt verschiedene heute noch gespielte Stilrichtungen des Klezmer vor und geht der Frage nach, inwieweit der große Erfolg der Musik in Deutschland im Zusammenhang mit der deutschen Geschich­te stehen könnte.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 40 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist in Langfassung (58 Min.) auf DVD erhältlich.
Juni 2011

»yediğin tabağa sıçma« – »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«

Mourat, Sohn türkischstämmiger Griechen, wurde vor 21 Jahren in Fürth geboren. Nach einer Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer stellte er fest, dass er vom Leben mehr will, als Brot und Brötchen zu verkaufen. Seitdem sind einige Jahre vergangen.

Mourat im Studio

Mourat tritt inzwischen bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Rapper M-StYlEr auf und besucht gleichzeitig die Berufsoberschule, um sein Abitur nachzumachen. Er ist froh, dass er hier in Deutschland die Möglichkeit dazu hat und kann die Kritik von anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund an seiner neuen Heimat nicht verstehen. »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«, so lautet ein türkisches Sprichwort, das er in diesem Zusammenhang gerne zitiert.

Mourat in der Schule

Manchmal fühlt sich Mourat etwas zweigeteilt: Einerseits ist er ein sehr boden­ständiger Mensch, dem die Familie über alles geht. Andererseits gibt es da den Rapper M-StYlEr, dessen großer Traum es ist, Erfolg mit seiner Musik zu haben: »Der Mourat und der M-StYlEr, das sind zwei Personen, der Mourat, der bin ich, der sorgt halt für seine Ausbildung, für seine Zukunft, der bildet sich weiter und der M-StYlEr, der ist halt der Künstler, der in mir drin steckt, der braucht halt seine Bühne und für ihn wünsch ich mir halt nur ein Album aufm Regal zum Verkaufen, er soll eine Million damit verdienen und dann kann er schon in die Rente gehen, mehr braucht der nicht zu machen, und danach kann der Mourat in Ruhe mit seiner Familie glück­lich in seinem Haus leben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 24 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
September 2008

Mit den Graubergers unterwegs

Renate Grauberger beim Braten der stadtbekannten Baggers

Familie Grauberger ist eine alteingesessene Schaustellerfamilie aus Fürth. Bereits in der vierten Generation bereisen sie mit ihren Geschäften Volksfeste und Kirch­weihen. Ein anstrengendes Leben, denn die Arbeitszeiten werden immer länger und die Einnahmen sinken – aber keiner aus der Familie würde den Schaustellerberuf gegen eine andere Arbeit eintauschen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 26 Min.

Oktober 2007

Die Fürther Kirchweih – Begegnung mit einer Königin

Szenenfoto

Bayerns größte Straßenkärwa hat nicht nur eine Anziehung, die weit über die Region hinaus reicht, sondern auch eine lange Tradition. Die Reportage erzählt in historischen Bildern und Filmausschnitten kleine Geschichten aus der Vergangenheit und zeigt, was die Fürther Kirchweih bis heute von den üblichen Volksfesten unterscheidet. Vom Heringsbrater und der Ziehung der Hochzeitskasse über den billigen Jakob bis zum Baggersstand wird ein Stück Fürther Zeitgeschichte lebendig.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 22 Min.

preisgekrönter Film Dieser Film hat eine Auszeichnung bekommen.
Juli 2002

Gesangesdämmerung

Szenenfoto

Obwohl die Bundesrepublik noch immer das Land der Vereine ist, wird fast überall über Nachwuchsmangel geklagt. Die Jugend will sich nicht binden, will keine Verantwortung mehr übernehmen, sich nichts vorschreiben lassen, so ist zu hören. Das Ergebnis: Viele Vereine sind überaltert, ihre Auflösung scheint nur noch eine Frage der Zeit. Am Beispiel eines Gesangsvereins in einer kleinen Gemeinde in Mittel­franken wird die Problematik aufgezeigt.

Szenenfoto

Ein Film von Doris Hochholdinger und Wolfhard Gallhoff  •  Länge: 12:30 Min.

April 2002

In der Vergangenheit verwurzelt, für die Zukunft leben

Wenn Josef Zeitler nicht gerade seinem Beruf als KfZ-Meister nachgeht, brütet er über der Umsetzung seiner Ideen. An vorderster Front steht dabei immer der öko­lo­gi­sche Gedanke in Verbindung mit der Aufarbeitung der Geschichte. »Alles, was wir tun, sollte mit der Umwelt verträglich sein« – so Josef Zeitler.

Der wasserstoffbetriebene Roller H2 Speedfight ist das am weitesten fortgeschrittene Projekt von Josef Zeitler. Was fehlt sind vor allem Geldgeber, um in die Serienproduktion einsteigen zu können.

Er belässt es aber nicht nur beim Reden. Er agiert, hat einen Prototypen für einen wasserstoffangetrie­benen Roller entwickelt, will im nächsten Jahr ein Energiehaus bauen, das über Zug­luft und Wasserstoff mit Energie versorgt wird. Ein Portrait eines Visionärs und Querdenkers.

Ein Film von Thomas Steigerwald  •  Länge: 12:30 Min.

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