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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


April 2017

DISSONANT – Jazz in Nürnberg

Jazz hat in Nürnberg eine große Tradition. Obwohl das einst überregional bekannte Festival »Jazz Ost-West« schon 2002 eingestellt wurde, hat sich in Nürnberg eine lebendige Jazz-Szene gehalten und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des kul­tu­rel­len Lebens in dieser Stadt. »Jazzstudio«, »Balazzo Brozzi«, »Tante Betty« und neuerdings auch die »Kulturwerkstatt Auf AEG« sind Orte, an denen man Jazz un­ter­schied­lich­ster Stilrichtungen hören kann.

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Das Jazzstudio direkt unter der Kaiserburg beispielsweise ist eine der ältesten Ein­rich­tun­gen seiner Art und hat sich weit über Nürnberg hinaus einen Namen gemacht. Seit den 1950er Jahren sind hier internationale Größen wie Albert Man­gels­dorff, Count Basie oder Tim Berne zu hören. Aber auch die Studierenden der Hoch­schu­le für Musik finden hier Auftrittsmöglichkeiten.

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Die Ausbildung an der Hochschule findet auf höchstem Niveau statt. Die Schüler be­fruch­ten natürlich auch die regionale Jazz-Szene. So sorgt ein großer Pool von Mu­si­kern für abwechslungsreiche Programme in den kleinen und großen Clubs in und um Nürnberg. Es ist jedoch nicht leicht für die Musiker, in diesem Genre zu bestehen.

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Nicht zuletzt spielt auch das zum vierten Mal veranstaltete Festival »NUEJAZZ« in Nürnberg eine immer wichtigere Rolle in der Szene. Es bietet eine innovative, junge und vor allem internationale Plattform für alle Spielarten des Jazz und ist mit­tler­wei­le weit über die Grenzen Nürnbergs hinaus bekannt und beliebt.

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Die 30-minütige Filmdokumentation gibt interessante Einblicke in die Szene, be­leuch­tet Musik und Musiker, besucht Clubs und Ausbildungsstätten und lässt den Jazz im Film hochleben. Sie zeigt aber auch, wie schwierig es ist, in diesem Genre als Musiker zu reüssieren. Trotz alledem: Die Nürnberger Jazz-Szene lebt!

Ein Film von Norbert Goldhammer  •  Länge: 30 Min.

Dezember 2016

Impressionen aus dem Fürther Stadtpark

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Über 20 Jahre lang hatte die Redaktion point ihre Büroräume direkt neben dem Fürther Stadtpark. Da bietet es sich an, die »heimliche Liebe der Fürther« einmal ge­nau­er in Augenschein zu nehmen.

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Bevor es im kommenden Jahr in einer längeren Reportage um Geschichten und Geschichte rund um den Stadtpark gehen wird, gibt es zu Weihnachten einen kleinen Vorgeschmack: zwei Videoclips mit Impressionen aus dem Herbst und Winter.

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Die Musik zu den Clips stammt von den Talking Strings, einem Duo, bestehend aus dem Bratschisten Christopher Scholz und dem amerikanischen Folk-Sänger und Lie­der­ma­cher George Kobrick, der direkt am Stadtpark wohnt und regelmäßigen Park­be­su­chern bestimmt schon mit seiner Gitarre aufgefallen ist.

Video auf YouTube anschauen Den Herbstclip können Sie auf YouTube sehen.
Video auf YouTube anschauen Den Winterclip können Sie auf YouTube sehen.
April 2016

40 Jahre KUNO – Vom Kulturladen Nord zum Kulturzentrum Nord

Als der KUNO ein Jahr nach seiner Gründung 1976 die Räumlichkeiten in der Wurzelbauerstraße bekam, mussten viele ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden in den Umbau gesteckt werden.

Das in der Nürnberger Nordstadt gelegene Stadtteilzentrum KUNO ist Teil der vor 40 Jahren entstandenen Idee, in möglichst vielen Stadtteilen kleine dezentrale Kul­tur­zen­tren entstehen zu lassen. Die vom damaligen Kulturreferenten Hermann Glaser entwickelte Vorstellung, niederschwellige, alle Bevölkerungsgruppen ansprechende kulturelle Angebote zu machen, hat unter dem Stichwort »Soziokultur« in den 1980er Jahren bundesweite Bedeutung erlangt.

Bei den berühmten Montagssitzungen rauchten nicht nur die Köpfe...

Aus der Aufbruchsstimmung der 1968er Generation heraus fanden sich im »Ku­ltur­la­den Nord« Menschen zusammen, die in der Gesellschaft etwas verändern wollten. In den 1980er Jahren gab es im KUNO viele Initiativen, die sich kulturell, sozial oder po­li­tisch engagierten. Neben den »Müttern gegen Atomkraft« nutzten unter anderem Greenpeace, die Solarenergieinitiative und Robin Wood die Räume. Vereine, wie die die Schwangerenberatungstelle oder Nürnberger Aidshilfe wurden hier gegründet. Pro­te­ste gegen Einschnitte im Kulturetat, gegen den zweiten Golfkrieg oder der Auf­ruf zum Volkszählungsboykott wurden von KUNO-Mitgliedern maßgeblich mit­or­ga­ni­siert.

Margit Mohr, Leiterin des KUNO, hat Gründungsmitglieder des Vereins eingeladen, um sich mit ihnen über die ersten Jahre auszutauschen.

Die politischen Aktivitäten wurden im Laufe der Jahre weniger, die Zahl derer, die sich aktiv engagierten, nahm ab und die Hauptverantwortlichen sahen sich mit sin­ken­den Besucherzahlen konfrontiert. Daher nahm man im Jahre 2009 einen Relaunch vor: aus dem Kulturladen Nord wurde das Kulturzentrum Nord.

Künstler haben im Galeriehaus Präsentationsmöglichkeiten, die in kommerziellen Galerien eher selten geboten werden.

Margit Mohr, seit 25 Jahren Leiterin des noch immer selbstverwalteten KUNO hielt einen Neustart für notwendig: »Der Relaunch diente dazu, dass wir uns auf unsere Kernkompetenzen besinnen, und wir haben dann herausgefunden, dass wir mit dem Galeriehaus die bildende Kunst als den ersten Kern­be­reich, als weiteren Kernbereich die Literatur mit dem jetzigen Literaturzentrum Nord haben und der dritte Kern­bereich ist der Kul­tur­treff Nord, der subsumiert das Café Zeitlos, das Kurs- und Fort­bil­dungs­pro­gramm, die Reihe Jazzfrühstück, und alle Gruppentreffs, die hier statt­fin­den.« Wenngleich sich die Schwerpunkte der Arbeit im Laufe der Jahre verschoben haben, fühlt man sich im KUNO dem Glaserschen Gedanken der Soziokultur bis heute verpflichtet.

Das alle sechs Wochen stattfindende Jazzfrühstück ist meist ausverkauft.

Seit Jahrzehnten unverändert fester Bestandteil des KUNO-Programms ist das 1. Mai-Fest. Hier kommt seit Jahren die Nürnberger Alternativ- und Politszene zusammen, schwelgt in Erinnerungen oder schaut wie der Künstler Peter Hammer vorbei, um sich zu informieren: »Man muss doch wissen, wer noch am Leben ist und wie alt er geworden ist.«, um dann festzustellen, »die sind alle älter geworden, wahrscheinlich sogar ich.«

Trotz Regen und schlechten Wetters kommen die Besucher am 1. Mai in den KUNO.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 65 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Juni 2015

Herz aus Asphalt – eine Straße zwischen Nürnberg und Fürth

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Die Fürther Straße in Nürnberg und die Nürnberger Straße in Fürth: Diese knapp sechs Kilometer der Bundesstraße 8 sind mehr als die wichtigste Verbindungsstraße zwi­schen zwei Nachbarstädten. Hier fanden die Nürnberger Prozesse statt und hier waren mit AEG, Triumph Adler, Grundig und der Quelle große, weit über die Region hinaus bedeutende Firmen angesiedelt.

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Davon ist nicht viel geblieben und doch pocht das »Herz aus Asphalt« noch immer: Heute ist die Straße auf Nürnberger Seite vom Strukturwandel betroffen und zu ei­nem multikulturellen geprägten Boulevard geworden. Hier kann man flanieren oder es sich in schönen Cafés und Kneipen gut gehen lassen kann. Und auf Fürther Seite: da führt die Straße direkt zur Michaelis-Kirchweih, der größten Straßenkirchweih Bay­erns, und spätestens dann, wenn in Fürth die fünfte Jahreszeit ausgebrochen ist, kom­men auch die Nürnberger nach Fürth…

Ein Film von Norbert Goldhammer, Tobias Klink, Philipp Niemöller und Eike Scham­burek  •  Länge: 30 Min.

Juli 2013

Fürth Festival 2013 in der Gustavstraße – vom Umgang mit einem Konflikt

Medien PRAXIS e. V. hat sich in den letzen 12 Monaten ausführlich mit der Fürther Gustav­straße beschäftigt. Zum einen haben wir uns in dem Film »A bissla wos vo Färdd – die Gustavstraße« mit der Geschichte der Straße befasst, zum anderen haben wir uns in der Reportage »Lebenslust, Lebensfrust – vom spannungsreichen Leben in der Gustavstraße« mit dem seit geraumer Zeit andauernden Konflikt zwischen einigen Anwohnern, Wirten und Besuchern der Gustavstraße aus­ein­an­der­ge­setzt.

Und der Konflikt schwelt weiter: Inzwischen wurden einige Prozesse geführt, ein Ende ist nicht abzusehen. So kam es im Vorfeld des Fürth Festivals im Internet zu Ge­walt­androhungen gegen einzelne Anwohner, als bekannt wurde, dass sich die Stadt auf Grund eines Gerichtsbeschlusses gezwungen sah, die Livemusik in der Gustavstraße eine Stunde früher zu beenden als in den Jahren zuvor.

Das Fürth Festival zieht viele Menschen in die Gustavstraße

Wir waren am Samstag vor Ort, haben uns selbst ein Bild gemacht und Veranstalter Thomas Schier von Vision Fürth e. V. und Helmut Ell von den Travelling Playmates zu der Situation befragt. In der Fürth-Mediathek von Medien PRAXIS e. V. ist das Video ab sofort abrufbar:

Stimmen zum Konflikt in der Gustavstraße Video auf YouTube anschauen Stimmen zum Konflikt in der Gustavstraße
Oktober 2012

Ein Kessel Klezmer: DVD »Klezmer – zwischen Tradition und Weltmusik« jetzt erhältlich!

Gemeinhin produzieren wir unsere DVDs für den freien Verkauf in Kleinauflage selbst. Nur bei populären Produktionen mit absehbar großer Nachfrage lassen wir bei einem professionellen Preßwerk drei- oder gar vierstellige Stückzahlen anfertigen. Nach »Geboren in Fürth – 100 Jahre Nathanstift« haben wir nunmehr unsere zweite »Groß­produktion« in Auftrag gegeben und heute mehrere (ziemlich schwere) Kartons mit »Faszination Klezmer – zwischen Tradition und Weltmusik« erhalten. Das von unserem benach­barten und befreundeten Hausgrafiker Armin Stingl wie immer treff­sicher gestaltete Cover gibt einen »sang- und klanglosen« Eindruck von der mit­reißenden Energie der dokumentierten Musikbeispiele:

DVD-Cover von »Faszination Klezmer«

Der knapp 60-minütige Film (im Vergleich zur Fernsehfassung ist der »Director’s Cut« um etwa 28 Minuten länger) vermittelt einen Einblick in die jahrhundertealte Geschichte traditioneller jüdischer Musik, die heute unter dem Sammelbegriff »Klezmer« firmiert. Er geht den Fragen nach, welche Bedeutung diese Musik in der Vergangenheit hatte, welche sie heute in Westeuropa, den USA und Osteuropa (wieder) hat und warum sie ausgerechnet in Israel so gut wie nicht zu hören ist. Ferner spürt die Reportage den Überlegungen nach, ob Klezmer nur von Juden gespielt werden darf und ob sich deutsche Musiker trotz (oder gerade wegen) des Holocausts mit Klezmer auseinandersetzen sollten.

Vor allem aber dokumentiert der Film das breite Spektrum der Stilrichtungen, die eine höchst lebendige Klezmer-Szene mit unterschiedlichsten musikalischen Vor­prägungen heute auf die Bühne bringt: Dabei kommen Vertreter puristischer und traditioneller Klezmerformen ebenso zu Wort wie Musiker, deren Schaffen gemeinhin unter dem Label »Weltmusik« läuft und deren Musik von Klassik, Jazz, HipHop, Hardrock oder Funk-Elementen beeinflußt ist.

Mit »Abraham Inc.«, Georg Brinkmann, Christian Dawid, Helmut Eisel, »KlezmaFour«, Frank London, »Ramzailech«, »Ensemble Saltiel«, Jake Shulman-Ment sowie »The Heart and The Wellspring« sind auf der DVD Musiker vereinigt, die sich nicht nur innerhalb der Klezmer-Szene einen Namen gemacht haben und die eines verbindet: die intensive Beschäftigung mit den Wurzeln der traditionellen Musik der Juden – ganz unabhängig davon, ob sie nun selbst jüdische Vorfahren haben oder nicht.

Als Vorstand von Medien PRAXIS e. V. bin ich auf diese Produktion besonders stolz, zu­mal ihr Herstellungsaufwand vergleichsweise hoch war: Sei es das schwierige Fil­men auf abgedunkelter Bühne, sei es die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Akteuren unter stetem Termindruck, hier waren unsere beiden Macher ganz beson­ders gefor­dert. In dieser Größenordnung stemmen wir das allenfalls einmal im Jahr! Wir hoffen aber, daß sich der Aufwand gelohnt hat und der während des diesjährigen inter­nationalen Klezmer-Festivals komplett in Fürth gedrehte Film weithin Beachtung findet…

Aufgrund der hohen Auflage können wir den Film zu unseren üblichen Konditionen anbieten: Die DVD kann für € 15,– (zzgl. Versandkosten) bei uns bestellt werden.

Mai 2012

Faszination Klezmer – zwischen Tradition und Weltmusik

Die Wurzeln des Klezmer reichen zurück bis ins 11. Jahrhundert. Die Musik begleite­te die aschkenasischen Juden schon auf ihrer Wanderschaft durch Westeuropa in den Osten des Kontinents. Klezmermusiker – auch Klezmorim genannt – zogen damals von Dorf zu Dorf. Sie waren nicht sehr angesehen, andererseits aber bei Feierlichkeiten, insbesondere bei Hochzeiten, unverzichtbar. Sie führten das Brautpaar durch den Tag und die mit dem Fest verbundenen Rituale und waren für eine gute Stimmung auf dem Fest verantwortlich. Wenn das Brautpaar die Musiker nicht zahlen konnte, über­nahm die Gemeinde die Kosten für die Musiker.

»The Heart and The Wellspring« versuchen, auch auf Tournee nach den Vorschriften der Torah zu leben und koscher zu kochen

Zu Beginn des 20 Jahrhunderts verlor die traditionelle Musik der osteuropäischen Juden mehr und mehr an Bedeutung. Viele Juden verbanden mit Klezmer die Zeit ihrer Unterdrückung in Osteuropa und die Shoa, und in Israel wandte man sich mehr und mehr orientalisch geprägter Musik zu.

»Ramzailech« - Hardcore-Klezmer mit jiddischen Texten

In den 1970er Jahren, im Anschluss an das Revival der Folkmusik, erlebte Klezmer – zunächst in den USA – eine Art Wiedergeburt. Junge Juden begannen sich mit ihren Wurzeln auseinanderzusetzen, die Musik ihrer Vorfahren wieder zu entdecken und weiterzuentwickeln. Sie experimentierten mit Elementen aus Rock, Jazz, Funk und Hip Hop. Es entstanden neue Stilmixe, deren traditionelle Herkunft in manchen Fällen kaum noch zu hören war und die heute unter dem Begriff »Weltmusik« ver­marktet wird.

Mit den Musikworkshops versuchen die Dozenten, neben der Musik auch ein Stück jiddische Kultur am Leben zu erhalten

Der Film gibt einen Einblick in die Geschichte des Klezmer, stellt verschiedene heute noch gespielte Stilrichtungen des Klezmer vor und geht der Frage nach, inwieweit der große Erfolg der Musik in Deutschland im Zusammenhang mit der deutschen Geschich­te stehen könnte.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 40 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist in Langfassung (58 Min.) auf DVD erhältlich.
Januar 2012

Ein Leben in Moll – Das Orchester der traurigen Musiker

»Warum sollen wir auf der Couch liegen? Wir wollen spielen!« Für Leonid Khenkin war die Sache klar, als er 2007 beim Jobcenter vorsprach: Arbeitslose Musiker aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sollten sinnvoll tätig werden und beispiels­weise in Kindergärten und Altenheimen auftreten.

Leonid Khenkin in einem der womöglich letzten Konzerte der »Allstars«

Aus der Idee wurde die Musikwerkstatt der gemeinnützigen Beschäftigungsgesell­schaft Noris Arbeit (NoA) geboren. Sie hat zeitweise 80 ausgebildeten Sängern und Instrumentalisten eine Anstellung auf Basis von Ein-Euro-Jobs geboten und organi­siert jährlich rund 2000 Auftritte. Weil nun die Eingliederungsmittel drastisch gekürzt worden sind, droht ihr Ende März 2012 das Aus – dies wäre das Ende für ein unge­wöhnliches Projekt, welches soziale Integration und gesellschaftlichen Auftrag auf vorbildliche Weise verbindet.

Nailia Feyzullayeva träumte von einer großen Karriere in Deutschland

Im Mittelpunkt der Reportage stehen der Orchesterleiter und Klarinettist Leonid Khenkin sowie die Opernsängerin Nailia Feyzullayeva, die mit der Hoffnung auf eine große Bühnenkarriere nach Deutschland kam. Der Film begleitet die beiden Künstler zu Proben und Auftritten und gibt Einblick in die harte Realität des Musikgeschäftes, an der ihre Träume zu scheitern drohen.

Ein Film von Gabi Pfeiffer und Thomas Steigerwald  •  Länge: 18 Min.

November 2011

Wolfgang Riedelbauch – Musicus Franconius

Alte Musik und neue Technik: Wolfgang Riedelbauch am Rechner

Wolfgang Riedelbauch ist Dirigent, Intendant, Entertainer, Musik­wissenschaftler, Musikarchäologe und vor allem: Begründer des »Fränkischen Sommers«, dekoriert mit zahlreichen Preisen und Medaillen für seine Verdienste (insbesondere) um die fränki­sche Musikkultur. Nach langen Jahren als Mitarbeiter bei verschiedenen Musik-Institutionen und Festivals baute er seinen Bauernhof in Lauf an der Pegnitz zum »Dehnberger Hof Theater« um und gründete einen Trägerverein mit inzwischen 1000 Mitgliedern, der für die Kosten dieser Einrichtung geradesteht.

Wolfgang Riedelbauch dirigiert

Seit dem Jahr 2000 ist Riedelbauch auch Intendant des »Fränkischen Sommers« – eines Musikfestivals, das sich ganz der Entdeckung und Präsentation vor allem historischer fränkischer Kultur verschrieben hat und dies auf einem außergewöhnlich hohen Niveau und mit großer Resonanz in der Bevölkerung: Alte Musik in historisch authen­tischen Aufführungen in alten fränkischen Gebäuden.

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2011

»Dem Leben auf der Spur« – Friedel Auer, Archäologe und Poet

Friedel Auer ist von Kindheit an fasziniert von Steinen: Sie lösten bei ihm eine uner­müdliche Suche aus nach dem Leben, das sich hinter ihrer Oberfläche verbirgt. In seinen 30 Jahren als Grabungsleiter hat er aber »nicht nur Jäger und Sammler ausge­graben – er ist selber einer« (so seine eigenen Worte über sich selbst). Somit ist er prädestiniert dafür, in Schlüsselfeld ein »Anfass- und Begreifmuseum« aufzubauen.

Friedel Auer zeigt einen Grenzstein

Alljährlich tritt er auch selber dort auf mit seinen diversen Musikerfreunden: Kein Freund der lauten Töne, beschreibt er mit scharfem Blick auf das Detail und mit bissi­gem Humor die Dinge, an denen andere achtlos vorübergehen.

Friedel Auer mit seinen Schätzen

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 15 Min.

Juni 2011

»yediğin tabağa sıçma« – »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«

Mourat, Sohn türkischstämmiger Griechen, wurde vor 21 Jahren in Fürth geboren. Nach einer Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer stellte er fest, dass er vom Leben mehr will, als Brot und Brötchen zu verkaufen. Seitdem sind einige Jahre vergangen.

Mourat im Studio

Mourat tritt inzwischen bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Rapper M-StYlEr auf und besucht gleichzeitig die Berufsoberschule, um sein Abitur nachzumachen. Er ist froh, dass er hier in Deutschland die Möglichkeit dazu hat und kann die Kritik von anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund an seiner neuen Heimat nicht verstehen. »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«, so lautet ein türkisches Sprichwort, das er in diesem Zusammenhang gerne zitiert.

Mourat in der Schule

Manchmal fühlt sich Mourat etwas zweigeteilt: Einerseits ist er ein sehr boden­ständiger Mensch, dem die Familie über alles geht. Andererseits gibt es da den Rapper M-StYlEr, dessen großer Traum es ist, Erfolg mit seiner Musik zu haben: »Der Mourat und der M-StYlEr, das sind zwei Personen, der Mourat, der bin ich, der sorgt halt für seine Ausbildung, für seine Zukunft, der bildet sich weiter und der M-StYlEr, der ist halt der Künstler, der in mir drin steckt, der braucht halt seine Bühne und für ihn wünsch ich mir halt nur ein Album aufm Regal zum Verkaufen, er soll eine Million damit verdienen und dann kann er schon in die Rente gehen, mehr braucht der nicht zu machen, und danach kann der Mourat in Ruhe mit seiner Familie glück­lich in seinem Haus leben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 24 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Mai 2011

Die Kultur- und Kreativwirtschaft – mit einem neuen Begriff zu mehr Akzeptanz?

Was haben der Taxifahrer, die Floristin oder die Grafikerin mit der Oper zu tun? Welche Bedeutung haben Kultur- und Kreativorte für die Identität einer Stadt? Warum sehen die meisten Menschen Kultur nicht als Wirtschafts-, sondern als Kostenfaktor? So oder ähnlich lauteten einige Fragestellungen, die von der Arbeitsgemeinschaft Kultur im Großraum im Rahmen des Festivals »made in…« zur Diskussion gestellt wurden.

Was hat der Taxifahrer mit der Kultur- und Kreativwirtschaft zu tun?

Ziel der Verantwortlichen war es, auf die wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft hinzuweisen, die laut Aussagen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann »höher einzuschätzen ist als die ganze chemische Industrie, und wenn sie den Anteil der Kultur- und Kreativwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt nehmen, dann ist der etwa so stark wie der der gesamten Automobilindustrie«. Kultur kostet dem­nach nicht nur, sondern sie sorgt auch für Wertschöpfung.

Kreativwirtschaftschaftler auf dem Weg in die Kulturwerkstatt auf AEG

Aber kann die Etablierung eines Begriffs zu einer anderen Sicht auf die Kultur führen oder werden dadurch die Grenzen zu dem, was Kunst und Kultur ausmacht, verwischt? Und was halten die Kulturschaffenden und Künstler davon, dass sie mit Spiele­entwicklern, Architekten und anderen Kreativwirtschaftlern mehr oder weniger unge­fragt in einen Topf geworfen werden?

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 16 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
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