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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Mai 2013

Alina aus der Ukraine -
»Es kann nicht jeder deutsch sein!«

Mit dem Ende der Sowjetunion kommt es in der Ukraine zu großen wirtschaftlichen Problemen: Viele Menschen werden arbeitslos, manchmal fehlt es selbst für das Nötig­ste am Geld. Alina ist 10 Jahre alt, als ihre Mutter und ihr Stiefvater beschließen, deshalb nach Deutschland auszuwandern. Obwohl sie bei der Ankunft außer dem Satz »Hände hoch, Hose runter« kein Wort Deutsch spricht, schafft sie es bereits nach einem Jahr auf das Gymnasium.

Im letzten Jahr hat Alina dieses Kleid noch ausgefüllt

Ihre Freizeit verbringt sie beinahe ausschließlich mit Hiphop-Tanzen. Sie trainiert fast jeden Tag und beginnt, auch andere Kids anzuleiten. Es gibt allerdings ein Pro­blem: seit es der Familie besser geht, nimmt Alina kontinuierlich zu – trotz des vielen Sports. Vor zwei Jahren war es dann soweit: Alina wiegt inzwischen soviel, dass ihr Knie nicht mehr mitmacht. Sie muss aufhören zu tanzen.

Um abzunehmen, hat Alina sich in der Ukraine operieren lassen

Den Grund für die kontinuierliche Gewichtszunahme sieht sie in der Kindheit, als es der Familie zeitweise sogar am Geld für Lebensmittel fehlte: »Wenn man mal nicht genug hat, nutzt man das sehr gerne aus, wenn man was hat, sprich sobald es uns, unserer Familie dann besser ging, hab ich angefangen zuzunehmen.« Da weder Sport noch verschiedene Diätversuche weiterhelfen, sieht sie als einzige Lösung eine Magen­verkleinerung. Sie fährt in ihre alte Heimat und lässt dort eine entsprechende Operation durchführen.

Alina fühlt sich verpflichtet, ihr Studium erfolgreich abzuschließen, damit die Emigration ihrer Eltern nicht vergebens war

Das Schicksal meint es mit Alinas Familie nicht gut. Ihr Stiefvater, ein ausgebildeter Ingenieur, findet in Deutschland keine adäquate Arbeit und verstirbt schon nach weni­gen Jahren. Für Alina, die von ihm, seit sie drei Jahre alt ist, aufgezogen wurde, ein harter Schlag, den sie aber gleichzeitig als große Verpflichtung empfindet. Sie macht ihr Abitur und beginnt, Architektur zu studieren: »Er kam hierher, damit ich auch was hab, und dadurch, dass er sich bemüht hat, dass es mir besser geht, hat es mich eigentlich motiviert zu studieren, mein Abi zu machen, das ist einfach nur ein An­reiz, dass aus mir was werden muss, weil sonst hat es sich halt nicht gelohnt, ne.«

Alinas Freundinnen zu Besuch - alle haben einen Migrationshintergrund

Trotz aller Probleme kann sich Alina heute nicht mehr vorstellen, in der Ukraine zu leben. Sie ist in Deutschland angekommen und hat hier Freunde gefunden – aus den verschiedensten Ländern, allerdings kaum Deutsche. Auch wenn Alina Deutschland inzwischen als ihre zweite Heimat sieht, fühlt sie sich nicht deutsch. »Die typisch deutschen Eigenschaften sind einfach die Ordnung, die Pünktlichkeit, das Akkurate – das bin ich einfach nicht. Ich bin weder pünktlich, noch zuverlässig noch ordentlich und vielleicht ergibt sich auch deswegen, dass wir einfach so wenige Deutsche im Freundeskreis haben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Juni 2012

Hochbegabung – Vom Schwimmen gegen den Strom

Schon in frühester Kindheit entdeckte Dominik seine Leidenschaft für Musik

Familie Malowaniec bewohnt mit zwei Kindern, einer Katze und einem verspielten Hund ein Reihenhaus in einem Nürnberger Vorort. Der Vater geht zur Arbeit, die Mutter kümmert sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Eine Familie, wie es unzählige gibt, und doch werden sie in der Nachbarschaft zum Gesprächsstoff, als bekannt wird, dass ihre beiden Kinder hochbegabt sind und eine Klasse über­springen. Frau Malowaniec erinnert sich: »Als wir darüber gesprochen haben, weil wir einfach selber die Freude mitteilen wollten, haben wir gemerkt, dass es in Neid ausgeartet ist, und in Mobbing.« – eine Erfahrung, die Eltern hochbegabter Kinder immer wieder machen müssen.

Familie Malowaniec im Mathematikum: Das Interesse ihrer Kinder zu fördern, war den Eltern immer wichtig

Dabei ist es meist weder für die Eltern noch für die Kinder einfach, mit dieser besonderen Gabe umzugehen. Bei den einen führt die Unterforderung an der Schule zur Leistungsverweigerung, andere fühlen sich als etwas Besonderes, reagieren mit Arroganz und werden so zu Außenseitern.

Malen und Zeichnen gehört zu Verenas Lieblingsbeschäftigungen

Um derartige Probleme zu vermeiden, setzen sich die Eltern intensiv mit dem Thema auseinander und investieren viel Zeit in die Erziehung: »Das waren nicht Kinder, die man in die Ecke setzen konnte, die haben einen immer wieder herausgefordert.« Sie versuchen, ihren Kindern eine unbeschwerte Kindheit, frei von Leistungsdruck zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig ein gesundes Selbstwertgefühl mitzugeben: »Ich hab immer mit den Kindern ein Lied gesungen – sei ein lebendiger Fisch und schwim­me gegen den Strom, es ist manchmal schwer, gegen den Strom zu schwimmen, aber es lohnt sich.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Februar 2012

Unterstützung inbegriffen? – Chancen und Grenzen der Inklusion

Noch ist es die große Ausnahme, dass Menschen mit geistiger Behinderung die Grund­schule besuchen, in der freien Wirtschaft arbeiten oder mitten im Stadtteil in einer Wohngemeinschaft leben. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, soll, wenn es nach den Vorgaben einer von der Bundesregierung ratifizierten UN-Resolution geht, zum Normalfall werden. Ziel der Inklusion ist es, Menschen mit Handikap an allen gesellschaftlichen Belangen gleichberechtigt teilhaben zu lassen.

Seit 2002 gibt es an der Fürther Pestalozzischule eine inklusive Partnerklasse. Vom ersten bis zum vierten Schuljahr werden hier Kinder mit besonderem Förderbedarf im Bereich »geistige Entwicklung« gemeinsam mit Grundschulkindern unterrichtet.

Gegenseitige Unterstützung ist in der inklusiven Partnerklasse mittlerweile selbstverständlich

Die Vielfalt der Begabungen stellt hohe Ansprüche an die Lehrer und erfordert zusätz­liches Personal, um auch den schwächeren Schülern ein ihren Fähigkeiten adäquates Lernen zu ermöglichen. Ein Aufwand, der sich aus Sicht der Lehrerin Gabi Wille lohnt: »Ich finde es eine ganz wunderbare Art des Miteinanders, diese Freude, ein Buch in die Hand zu nehmen, beim einen Kind zu beobachten, während ein anderes jetzt schon mit Zahlen umgehen kann, aber nicht sprechen kann, und dieses Erlebnis ist jeden Tag ein Geschenk, aber jeder Tag ist unplanbar.«

Martin Truckenbrodt gefällt sein Außenarbeitsplatz

Seit Herbst 2010 bietet die Lebenshilfe Fürth Mitarbeitern der Werkstätten die Möglichkeit, auf einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft zu wechseln. Mit Unter­stützung eines Integrationsbeauftragten haben bisher acht Mitarbeiter diesen Schritt gewagt. Martin Truckenbrodt ist einer von ihnen: Er arbeitet im Warenlager einer Werbemittelfirma und sieht die Mehrbelastung, die die neue Arbeitsstelle mit sich bringt, positiv: »In den Werkstätten war ich dicker, da nehm ich wenigstens ab, weil ich soviel Bewegung hab». Firmenchef Roland Brombacher ist mit Martin mehr als zufrieden: »Der hat einen wahnsinnigen Antrieb, der Kerl hat eine total gute Seele. Das kann man sich gar nicht vorstellen.«

Die ambulant begleitete Wohngemeinschaft bespricht den Speiseplan für die nächste Woche

Seit dem Frühjahr 2010 gibt es in Fürth für Menschen mit geistiger Behinderung eine Alternative zum Wohnheim. Die Lebenshilfe hat in der Fürther Südstadt eine Woh­nung angemietet, in der junge Erwachsene die Möglichkeit haben, zusammen zu leben. Lisa, Tobias, Florian und Stefan haben sich bewusst für das ambulant begleite­te Wohnen in einer Wohngemeinschaft entschieden, »weil wir halt selber alles lernen, essen, putzen, einkaufen…« Seit dem Einzug haben die WG-Bewohner große Fortschritte gemacht und vielleicht wird ihr großer Traum, ganz ohne Betreu­ung leben zu können, eines Tages Wirklichkeit.

Drei ermutigende Beispiele, aber die betroffenen Lehrer und Pädagogen warnen davor, aus solchen Beispielen zu schließen, dass dies die Lösung für alle Menschen mit Handikap sein kann.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Dezember 2011

50 Jahre Lebenshilfe Fürth – vom Versorgen zum Begleiten

Betreuung in der Lebenshilfe heisst Begleiten und Unterstützen

Lebenshilfen gibt es heute in fast jeder deutschen Stadt. Von betroffenen Eltern vor 50 Jahren gegründet, gibt es heute über 500 eigenständige Vereine, die 170.000 Men­schen mit Handikap betreuen.

Die Förderstätte versucht, auch Menschen mit Mehrfachbehinderungen eine sinnvolle Beschäftigung anzubieten

Die Angebote sind inzwischen sehr vielseitig und an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Sie sollen ein weitgehend selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Betreuer verstehen sich dabei als Assistenten und Begleiter, die unter­stützen, aber nicht bevormunden. In den Anfängen, während der 1960er und 1970er Jahre, war die Situation noch eine ganz andere.

Die integrative Disco - eines der beliebtesten Angebote der Offenen Hilfen

Am Beispiel der Lebenshilfe Fürth zeigt die Reportage auf, was sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat: Thema­tisiert wird unter anderem das gegen viele Wider­stände erkämpfte Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität, die Stärkung der Persönlichkeitsrechte – die durch die 1992 erfolgte Abschaffung des Vormundschafts­rechts erfolgte und zu einem voll­ständig veränderten Selbstverständnis im Umgang mit Menschen mit geistiger Behin­derung führte – und die bis heute andauernden Ver­suche einer Integration in unsere Gesellschaft.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Dezember 2011

Es war nicht immer normal, verschieden zu sein

Wilhelm Löhe gründete 1854 die Diakonissenanstalt Neuendettelsau und nahm dort neben Alten und Kranken, erstmals in Bayern, auch Menschen mit geistiger Behin­derung auf. Löhe ging davon aus, dass geistig behinderte Menschen bildungs­fähig sind. Von daher liess er sie unterrichten und sorgte für Beschäftigung.

Abtransport von Bewohnern aus einem Heim der Diakonissenanstalt Neuendettelsau, Frühjahr 1941

Doch die von Charles Darwins Evolutionstheorie ausgelöste Diskussion über die soge­nannte Rassenhygiene führte bereits in den 1920er Jahren zu ersten Irritationen. Wissenschaftler und Ärzte diskutierten, ob man »unwertes Leben«, und dazu zählten auch geistig behinderte Menschen, ausmerzen müsse. Wozu dies im Dritten Reich führte, ist bekannt. Doch auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Menschen mit geistiger Behinderung weiter diskriminiert. Erst durch die von betroffenen Eltern überall in Deutschland gegründeten »Lebenshilfen« verbesserte sich langsam die Situation.

Jochen Kiener arbeitet seit 26 Jahren mit großer Begeisterung in den Dambacher Werkstätten der Lebenshilfe Fürth

Der Film zeigt, wie sich der Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute verändert hat.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 18 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Juni 2011

»yediğin tabağa sıçma« – »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«

Mourat, Sohn türkischstämmiger Griechen, wurde vor 21 Jahren in Fürth geboren. Nach einer Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer stellte er fest, dass er vom Leben mehr will, als Brot und Brötchen zu verkaufen. Seitdem sind einige Jahre vergangen.

Mourat im Studio

Mourat tritt inzwischen bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Rapper M-StYlEr auf und besucht gleichzeitig die Berufsoberschule, um sein Abitur nachzumachen. Er ist froh, dass er hier in Deutschland die Möglichkeit dazu hat und kann die Kritik von anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund an seiner neuen Heimat nicht verstehen. »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«, so lautet ein türkisches Sprichwort, das er in diesem Zusammenhang gerne zitiert.

Mourat in der Schule

Manchmal fühlt sich Mourat etwas zweigeteilt: Einerseits ist er ein sehr boden­ständiger Mensch, dem die Familie über alles geht. Andererseits gibt es da den Rapper M-StYlEr, dessen großer Traum es ist, Erfolg mit seiner Musik zu haben: »Der Mourat und der M-StYlEr, das sind zwei Personen, der Mourat, der bin ich, der sorgt halt für seine Ausbildung, für seine Zukunft, der bildet sich weiter und der M-StYlEr, der ist halt der Künstler, der in mir drin steckt, der braucht halt seine Bühne und für ihn wünsch ich mir halt nur ein Album aufm Regal zum Verkaufen, er soll eine Million damit verdienen und dann kann er schon in die Rente gehen, mehr braucht der nicht zu machen, und danach kann der Mourat in Ruhe mit seiner Familie glück­lich in seinem Haus leben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 24 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2010

Hochbegabung – Fluch und Segen

Auf den ersten Blick sind es ganz gewöhnliche Jugendliche und doch unterscheiden sie sich von 98% der Bevölkerung – zumindest durch eine Zahl: Ihr IQ liegt über 130. Per Definition bedeutet dies – sie sind hochbegabt. Was zunächst nach einem Geschenk der Natur klingt, empfinden viele Hochbegabte als Belastung. Während die wenigen sogenannten Wunderkinder unter den Hochbegabten in den Medien gefeiert werden, haben viele Hochbegabte oft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Hochbegabte Jugendliche bei einem Medienseminar mit den Kleverkids auf Kloster Banz

Viele verlieren bereits an der Grundschule die Lust am Unterricht. Die einen fühlen sich von dem dort Gebotenen unterfordert oder von den Lehrern negiert. Andere versuchen, ihr wahres Leistungsvermögen zu verstecken, um nicht aufzufallen und als Streber zu gelten. Das Ergebnis: Langeweile, Leistungsverweigerung, Frustration. Im Extremfall kann dies wie bei Conny G. zu dramatischen Situationen führen. So kam ihr Sohn eines Tages nach der Grundschule mit den Worten auf sie zu: »Mama, wenn mich der liebe Gott nicht von der Welt holt, dann mach ich es alleine.«

Fortbildung zum Thema Hochbegabung an der Grundschule

Der Film der Medien PRAXIS e.V. zeigt die Schwierigkeiten von Hochbegabten, mit sich und ihren intellektuellen Fähigkeiten klar zu kommen. Hochbegabte erzählen, was aus ihrer Sicht bei ihnen anders ist, warum die meisten nur ungern zur Schule gehen, obwohl sie sehr wissbegierig sind, weshalb manche Probleme haben, sich in der Welt der Nicht-Hochbegabten zurecht zu finden und welchen Umgang mit Hoch­begabten sie sich von der Gesellschaft wünschen. Eine Reportage, die die Frage stellt, warum wir außergewöhnliche Leistungen in Sport und Kultur wertschätzen, uns aber so wenig Mühe machen, Hochbegabte und ihre Probleme ernst zu nehmen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 35 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Juli 2010

Vision-Ing21 – Ein Wettbewerb, der Wissen schafft

Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit ihrem Projektlehrer beim Messen an ihren Solarmodulen

Jugendliche beim engagierten Arbeiten und Tüfteln – und das an der Schule? Normaler­weise ein eher seltenes Bild, aber im Rahmen von Vision-Ing21 ist genau das gewollt. 23 Teams aus 20 Bayerischen Schulen haben in diesem Schuljahr gemeinsam mit Partnern aus der Industrie an verschiedenen Projekten gearbeitet. Medien PRAXIS e.V. hat zwei dieser Gruppen mit der Kamera begleitet.

Schüler des Pirckheimer-Gymnasiums beim Partnerunternehmen Federal Mogul

Initiator und Ausrichter dieses ambitionierten Wettbewerbs ist der Förderkreis Ingenieurstudium e.V.; Ziel des Wettbewerbs ist auf der einen Seite, Schülern erste »Hands on«-Erfahrungen im Bereich Naturwissenschaft und Technik zu vermitteln und ihnen durch die Zusammenarbeit mit Azubis und Technikern einen Einblick in Unter­nehmensstrukturen zu geben. Andererseits möchten die beteiligten Unternehmen den Schülern das Berufsbild des Ingenieurs näher bringen, da viele mittelfränkische Firmen in den nächsten Jahren eine Unterversorgung mit gut ausgebildeten Ingenieuren befürchten.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 23 Min.

Mai 2010

»Ich hab noch woanders ein Leben«

Übers Internet immer mit der alten Heimat verbunden

Anastasia wurde in Moldawien geboren und war drei Jahre alt, als ihre Eltern sich trennten. Da ihre Mutter in Moldawien keine gut bezahlte Arbeit fand, fing sie an, ihr Geld mit Im- und Exportgeschäften zu verdienen. In den Jahren, in denen ihre Mutter meist auf Reisen war, lebten sie und ihr Bruder bei einer Tante. Unter der Trennung litt die Familie sehr. Nachdem Anastasias Mutter in Deutschland eine Arbeit gefunden hatte, kamen 2001 auch ihre Kinder hierher.

Beim Kickboxen fand Anastasia Abstand zum nicht ganz einfachen Beginn in Deutschland

Anastasia war froh, wieder mit der Mutter zusammen zu sein. Sie hat schnell Deutsch gelernt, viele Freunde gefunden und ist eigentlich eine »integrierte Migrantin«. Doch die Sehnsucht nach Moldawien bleibt. »Ich fühl mich da einfach ganz anders. Ich bin ein ganz anderer Mensch.« Inzwischen ist Anastasia 19 und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz – ihr Traum wäre es allerdings, noch mal eine Zeit in Moldawien zu verbringen. »Vielleicht hab ich dann satt davon, ich weiß es nicht, kann ja sein, dann kann ich hier frei normal leben wie jeder andere, weil jetzt geht das nicht, ich bin auf zwei Ländern so, sagen wir, verteilt. Ich hab woanders noch ein anderes Leben, es ist einfach so.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 15 Min.

September 2009

»Mach Dein Ding«

58 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren kamen im November 2008 zusammen, um gemeinsam ein eigenes Hip-Hop Musical zu entwickeln. Unter der Anleitung erfahrener Coaches aus den Bereichen Tanz, Gesang und Rap wurde fast ein ganzes Jahr jeden Sonntag mit viel Engagement und großem Enthusiasmus geprobt und anschließend mit großem Erfolg in der Stadthalle Fürth aufgeführt. Über die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund und kämpfen darum, in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Die Jugendlichen erzählen ohne Scheu über ihre Träume, ihre kleinen und großen Nöte und darüber was ihnen das Projekt gebracht hat.

Die Rapper beim Auftritt in der Stadthalle

Hauptschülerin Maria spricht davon, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Sache durchgehalten hat, Schulkamerad Andi erzählt, »ohne das Musical wäre ich heute vielleicht auf Drogen», die türkischstämmige Elif meint, »jeder Mensch hier ist anders, aber jeder auf seine Art schön», für die aus der Ukraine stammende Alina sind »soviele verschiedene Persönlichkeiten auf einen Haufen jedes mal ein Erlebnis», für Jay, dessen Eltern von den Philippinen stammen, bedeutet das Musical »neue Freunde, viel Spaß, viel Kreativität« und für die Moldawierin Anastasia sind die Jugendlichen »zu einer großen Familie geworden, die ich auf keinen Fall wieder hergeben will».

Die Jugendlichen von now and 4ever

Aber nicht nur die Jugendlichen sind von sich und ihrem Erfolg begeistert, auch der Sozialpädagoge der Hauptschule Soldnerstraße ist der Meinung, dass es kein Zufall ist, dass die meisten Jugendlichen das Projekt durchgehalten haben und meint: »Alles das, wovon ein Sozialpädagoge träumt, ist eingetreten.« Ein Film, der zeigt, wieviel man erreichen kann, wenn sich Jugendliche mit ihren Bedürfnissen ernst genommen fühlen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 63 Min.

Mai 2009

Jugend Sucht Arbeit

Es gibt Zeugnisse!

Peter, Djihan, Ralf und Behar sind langzeitarbeitslose Jugendliche aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt und Teilnehmer des Projektes »Jugend Sucht Arbeit«. Seit Juni 2006 versucht die Suchteinrichtung Laufer Mühle, den Jugendlichen durch soziale Begleitung und die Vermittlung theoretischer und praktischer Arbeitskenntnisse den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Ein Projekt, das Jugendlichen wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermitteln will.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 14 Min.

April 2009

»Die Gemeinde – Das sind wir alle«

Die Langenfelder Musikanten sind immer dabei

In Langenfeld, einer Gemeinde mit ca. 1000 Einwohnern, nehmen die Bürger die Bewältigung der Probleme des demografischen Wandels selbst in die Hand. Seit ihrem Aufbruch 2006 bauten sie sich eine Begegnungsstätte für alle Generationen, ein modernes Tagescafe mit Kulturscheune im aussterbenden Ortskern, begründeten einen Service für haushaltsnahe Dienstleistungen, bieten umfassende Jugend- und Kinderbetreuung. Wer sind diese Bürger, und was motiviert sie – z.B. die Arbeitskreisleiterin Petra Huprich, den Getränkemarktleiter Günter Schmidt oder den aktiven »Jungsenior« und Gemeinderat Peter Hüttl.

Die Frauen der Dorflinde

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 12:30 Min.

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