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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Dezember 2017

Der Moll von Lauf links – Nachruf auf einen ganz besonderen Menschen

Ausstrahlung des zweiteiligen Portraits am 10. und 17. Dezember 2017

»Er war Poet, Philosoph, Musiker und Künstler. Er war so durch und durch Künstler, dass er Interpretationen und Erläuterungen über seine Arbeit und sachliche Er­klä­rungs­ver­su­che der menschlichen Existenz, und des Lebens an sich für dummes eitles Geschwätz gehalten hat. Philipp war Menschenfreund, Mokkatrinker, Feinschmecker, wunderbarer Zuhörer und begnadeter Erzähler.«, so lautet die Ankündigung zu einer Veranstaltungsreihe, die Freunde und langjährige Weggefährten im Herbst 2017 aus Anlass des ersten Todestages von Philipp Moll organisiert haben.

Philipp Moll starb im Herbst 2016 im Alter von 46 Jahren

Als wir Philipp Moll 2012 im Rahmen eines Filmes über die Fürther Künstlerin Julia Frischmann kennenlernten, entstand schnell der Wunsch, Philipp filmisch zu por­trai­tie­ren. Als er im letzten Jahr verstarb, war schon vieles gedreht. Mit der Un­ter­stüt­zung von Philipps Freunden ist es gelungen, den Film fertigzustellen. Entstanden ist ein Portrait und gleichzeitig ein Nachruf auf einen besonderen Künstler und Men­schen.

Mit der Band »Fast zu Fürth« stand Philipp bereits seit den 1990er Jahren auf der Bühne

Philipp Moll stammte aus Lauf, absolvierte eine Schreinerlehre und studierte zunächst evangelische Theologie, bevor er an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wechselte und dort sein Kunststudium abschloss. Schon während der Schulzeit lernte er seinen langjährigen Freund Matthias Egersdörfer kennen. Beide stellten schnell fest, dass sie den gleichen Humor haben und so begann bereits am Gymnasium eine kreative Zusammenarbeit. In den 1990er Jahren lebte Philipp mit Freunden auf einem alten Bauernhof im fränkischen Winterstein. Sie gründeten den Kulturverein Winter­stein und nutzten den ehemaligen Kuhstall für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte. In dieser Zeit entstand auch die Band Fast zu Fürth, in der Philipp Moll bis zuletzt das Waschbrett und allerlei andere kleine Instrumente bediente.

Lesung aus Philipp Molls Buch »Blumen und Wurst«

Mit dem Bauernhaus in Winterstein hatte es 1996 ein Ende. Zur Freude von Philipp ergab sich 2004 in der Nürnberger Südstadt erneut die Möglichkeit, Wohnen und künst­le­­ri­sche Aktivitäten zu verbinden. Im Kunst- und Kurhaus Katana e.V. brauchte Philipp nur eine Treppe hinunterzugehen, um sich auf der Bühne in seiner mo­nat­li­chen Veranstaltungsreihe »Molls bunter Trichter« mit seinen Gästen zu treffen oder seine literarischen Arbeiten wie Briefe an sich selbst, Zeitunsgskolumnen oder sein 2013 erschienenes Buch »Blumen und Wurst« dem Publikum zu präsentieren.

Die Weltanschauungsbeauftragten bei der Arbeit zu einem Beitrag anlässlich des 250. Geburtstages von Jean Paul

Im Bereich der Bildenden Kunst arbeitete Philipp ab 2006 unter dem Label Die Welt­an­schau­ungs­be­auf­trag­ten mit Martin Fürbringer zusammen. Mit ihren Arbeiten sahen sie sich als Gegenpol zu einer sich immer stärker kommerzialisierenden Kunstwelt und beschlossen, gemeinsam im Bereich der »Kultursterbebegleitung, Paranoiaevaluation oder Muttermechanik« zu forschen.

El Mago Masin zu Gast in »Molls bunter Trichter«

Mit Philipp Moll hat die Region einen Menschen verloren, der in seiner menschlichen und künstlerischen Einzigartigkeit bei denen, die das Glück hatten, ihn kennen zu dürfen, noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 47 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2017

Der Herr der Dinge

Szenenfoto

Die Welt ist voller Dinge. Manche von ihnen verwandeln sich im Lauf ihres Lebens in Sammlerstücke und halten sich auf ihrer Reise von Mensch zu Mensch eine Weile bei Mustafa Cevik auf. Schon von früher Jugend an hat er sich in Museen, Auk­tions­häu­sern und auf Flohmärkten zum Fachmann für Kunst und Nippes, Schmuck und Spiel­zeug, Postkarten und Bücher ausgebildet – bis er zu einem wahrhaften Herrn der Dinge wurde. Der Film wirft einen Blick in sein faszinierendes Trödelladenreich, in dem (fast) jeder Suchende fündig wird – mehr oder minder beeinflusst von Herrn Ceviks fränkischer und türkischer Eloquenz.

Szenenfoto

Ein Film von Cherima Nasa  •  Länge: 30 Min.

März 2017

Zauberhafte Trostlosigkeit – mit Fredder Wanoth und Elmar Tannert nach Sokolov

Vorfreude auf unbekanntes Terrain

Der Künstler Fredder Wanoth beschäftigt sich seit über 20 Jahren auf ebenso ei­gen­wil­li­ge wie phantasievolle Weise mit dem urbanen Raum, seinem Erscheinungsbild und seinen soziostrukturellen Bezügen. Systematisch bereist Wanoth seit vielen Jahren Ost- und Mitteleuropa – auf seinen Reisen nach Tschechien, Polen, Mazedonien und Russland erforscht der Künstler mit ethnologischem Gespür die mannigfaltigen Formen urbanen Lebens und urbaner Architektur.

Fredder Wanoth intressiert sich eher für nicht offenkundige Fotomotive

Das Unterwegssein ist für den Städte-Sammler und Städte-Ergründer Wanoth eine Passion, die ihn abseits des touristischen Mainstreams in Städte und Ortschaften führt, die der globalen Nivellierung noch etwas entgegenzusetzen haben. Fredder Wanoth zieht es vor, ohne Navigation zu reisen, delegiert die schöne Aufgabe der Reise- und Routenplanung an kein satelliten-gestütztes Global Positioning System (GPS), sondern lässt sich treiben und von den Dingen, die ihm begegnen, berühren.

In seinem Buch »Ein Satz an Herrn Müller« verarbeitet Reisebegleiter Elmar Tannert die gemeinsamen Erlebnisse mit Fredder, alias Alfred Wahnschaffe

Die Reiseeindrücke werden mit einer einfachen Kompaktkamera festgehalten und später in Skizzen umgesetzt, die man dann in den zahlreichen Reisetagebüchern und Arbeitsjournalen des Künstlers bestaunen kann. Gleichzeitig dienen die Fotos als Ma­te­ri­al- und Ideenspeicher für seine visionären architektonischen Gegenentwürfe.

Manchmal ist Tannerts Geduld gefordert, wenn Fredder Wanoth auf der Suche nach dem richtigen Motiv ist

Häufiger Begleiter – speziell auf Zugreisen – ist der Schriftsteller Elmar Tannert. Ge­mein­sam fahren sie in die böhmische Kleinstadt Sokolov und werden dabei von der Fil­me­ma­che­rin Cherima Nasa begleitet.

Zurück zu Hause werden die Reiseeindrücke künstlerisch verarbeitet

Ein Film von Cherima Nasa  •  Länge: 30 Min.

Dezember 2016

Ursula Kreutz – »Der Alltag ist mein Atelier«

»Kunst hat die Fähigkeit, mich im Augenblick zu verankern, also mir eine gewisse Gegenwärtigkeit vor Augen zu führen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ich mich auf Kunst einlasse, auch als Rezipient, bin ich gegenwärtig.«

Ursula Kreutz ist eine vielseitige Künstlerin. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist einerseits die intensive, interdisziplinäre und experimentelle Erforschung der Möglichkeiten des Mediums Fotografie, andererseits das übergreifende Thema der Erinnerung und damit verbunden das Hinterfragen von Wahrnehmung. Dabei macht sie sich oftmals selbst zum Gegenstand der Hinterfragung, indem sie in ihren Arbeiten in Form einer »Selbstuntersuchung« visuell und teilweise auch physisch präsent ist.

Teilansicht von »metabriss« (c) Ursula Kreutz

Ihre fotografischen Arbeiten sind oftmals auf fotobedruckten trans­pa­ren­ten Stoffen aufgetragen, die einen leichten Moiré-Effekt sowie kalkulierte Unschärfe her­vor­ru­fen, und werden in Bildkästen oder in von ihr gestalteten Räumen prä­sen­tiert. Durch die Transparenz des Materials und eine Verdoppelung der Motive entstehen Über­blen­dun­gen, die zu vielschichtigen Projektionsflächen transformiert werden und beim Wechseln des Betrachtungswinkels immer neue Eindrücke beim Publikum hervorrufen.

Ursula Kreutz zeigt einen ihrer Bilderkästen - hier aus der Serie flussfahrt

In den letzten Jahren hat sich Ursula Kreutz immer öfter mit Installation und Per­for­mance auseinandergesetzt. Arbeiten wie exil oder CMX und deren Abwandlungen bzw. Weiterentwicklungen haben eines gemeinsam: Die Künstlerin ist nicht nur Teil des Werkes, sie sieht in den Arbeiten auch eine Auseinandersetzung mit sich und ihrer persönlichen Entwicklung.

Standbild aus CMX_pro (c) Ursula Kreutz

Vor wenigen Wochen wurde Ursula Kreutz mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet. point hat sie in ihrem Atelier besucht und lässt sie über ihre Kunst und ihre Wahrnehmung der Welt reflektieren.

Ursula Kreutz im Atelier

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
März 2015

Kathrin Hausel –
»Mich interessiert ja das Dahinter…«

Ihr Atelier hat Kathrin Hausel im Kulturort Badstraße 8, direkt an der Fürther Uferpromenade

»… eine Malerin, wie ich keine zweite im Moment sehe in Fürth und auch noch ein bißchen darüber hinaus natürlich …« – so lobt Hans-Peter Miksch, Leiter der kunst galerie fürth, die figürlichen Werke der Künstlerin Kathrin Hausel. Wir haben ihr bei der Arbeit über die Schulter geschaut und lassen so die Zuschauer am Ent­ste­hungs­pro­zess eines ihrer Bilder teilhaben.

Die Künstlerin mischt gerne verschiedene Medien in ihren Bildern, wobei es für sie keine Hierarchien gibt – die Ölfarbe wird gleichwertig mit der Sprühdose oder dem Textmarker eingesetzt

Dabei ist Kathrin Hausel nicht nur Malerin: Sie unterrichtet an einer Waldorfschule Kunst und erzieht nebenbei ihre mittlerweile drei eigenen Kinder. Was bei anderen zu Stress und Überlastung führt, ist für Kathrin Hausel eine Herausforderung, der sie sich gerne stellt, wenngleich es sie schon schmerzte, als sich ihr Galerist nach der Ge­burt des zweiten Kindes von ihr trennte: Er war der Meinung, dass sie keine Zeit mehr für die Kunst finden würde.

Vernissage der Ausstellung »Das Wort wird Bild« in der kunst galerie fürth

Doch weit gefehlt. Kathrin Hausel malt noch immer und hat Erfolg damit: Im Jahr 2014 erhielt sie den Kulturförderpreis der Stadt Fürth.

Kathrin Hausel ist Kulturförderpreisträgerin der Stadt Fürth 2014.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Dezember 2014

Andreas Oehlert – Idyllen

Auf die Erstellung seiner Aquarelle verwendet der Künstler, der sich als eher ungeduldigen Mensch beschreibt, viel Zeit

Andreas Oehlert ist ein sehr strukturierter Mensch. Unter der Woche ist er jeden Tag ab neun Uhr in seinem Atelier »Auf AEG« zu finden. Meist sitzt er dann vor einer seiner kleinstrukturierten Aquarellzeichnungen und bringt stundenlang ein Modul nach dem anderen auf das vor ihm liegende Blatt. Vier bis sechs Wochen arbeitet der Kün­stler an so einer Arbeit.

Vernissage der Ausstellung »Vis-a-vis« in der Oechsner Galerie

Andreas Oehlert ist vielseitig. Neben den Zeichnungen beschäftigt er sich intensiv mit inszenierter Fotografie und skulpturalen Arbeiten und das oft im Extremen: Aus mehr als 70.000 Einzelteilen besteht seine neueste Vitrinenarbeit »Pracht«.

Künstlergespräch mit Dr. Thomas Heyden vom Neuen Museum Nürnberg

Andreas Oehlert und seine Arbeit zu beschreiben ist nicht einfach. Seine Galeristin spricht von »einem durchdrungenen Kosmos des Spielerischen und Stringenten, des Raffinierten und des Einfachen« und Dr. Thomas Heyden, Sammlungsleiter des Neuen Museums Nürnberg, glaubt, dass »das Besondere an ihm ist, dass er Klasse statt Masse praktiziert und das schon seit vielen Jahren und sehr, sehr konsequent.«

Andreas Oehlert bedeutet es sehr viel, Kulturpreisträger seiner Heimstadt Fürth zu sein

Das Portrait des Künstlers gibt einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen und begleitet ihn auf einigen Stationen seiner Arbeit im Jahr 2014. Für seine Leistungen als Künstler wurde er im November dieses Jahres mit der Verleihung des Kultur­preises der Stadt Fürth geehrt.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

Mai 2013

Alina aus der Ukraine –
»Es kann nicht jeder deutsch sein!«

Mit dem Ende der Sowjetunion kommt es in der Ukraine zu großen wirtschaftlichen Problemen: Viele Menschen werden arbeitslos, manchmal fehlt es selbst für das Nötig­ste am Geld. Alina ist 10 Jahre alt, als ihre Mutter und ihr Stiefvater beschließen, deshalb nach Deutschland auszuwandern. Obwohl sie bei der Ankunft außer dem Satz »Hände hoch, Hose runter« kein Wort Deutsch spricht, schafft sie es bereits nach einem Jahr auf das Gymnasium.

Im letzten Jahr hat Alina dieses Kleid noch ausgefüllt

Ihre Freizeit verbringt sie beinahe ausschließlich mit Hiphop-Tanzen. Sie trainiert fast jeden Tag und beginnt, auch andere Kids anzuleiten. Es gibt allerdings ein Pro­blem: seit es der Familie besser geht, nimmt Alina kontinuierlich zu – trotz des vielen Sports. Vor zwei Jahren war es dann soweit: Alina wiegt inzwischen soviel, dass ihr Knie nicht mehr mitmacht. Sie muss aufhören zu tanzen.

Um abzunehmen, hat Alina sich in der Ukraine operieren lassen

Den Grund für die kontinuierliche Gewichtszunahme sieht sie in der Kindheit, als es der Familie zeitweise sogar am Geld für Lebensmittel fehlte: »Wenn man mal nicht genug hat, nutzt man das sehr gerne aus, wenn man was hat, sprich sobald es uns, unserer Familie dann besser ging, hab ich angefangen zuzunehmen.« Da weder Sport noch verschiedene Diätversuche weiterhelfen, sieht sie als einzige Lösung eine Magen­verkleinerung. Sie fährt in ihre alte Heimat und lässt dort eine entsprechende Operation durchführen.

Alina fühlt sich verpflichtet, ihr Studium erfolgreich abzuschließen, damit die Emigration ihrer Eltern nicht vergebens war

Das Schicksal meint es mit Alinas Familie nicht gut. Ihr Stiefvater, ein ausgebildeter Ingenieur, findet in Deutschland keine adäquate Arbeit und verstirbt schon nach weni­gen Jahren. Für Alina, die von ihm, seit sie drei Jahre alt ist, aufgezogen wurde, ein harter Schlag, den sie aber gleichzeitig als große Verpflichtung empfindet. Sie macht ihr Abitur und beginnt, Architektur zu studieren: »Er kam hierher, damit ich auch was hab, und dadurch, dass er sich bemüht hat, dass es mir besser geht, hat es mich eigentlich motiviert zu studieren, mein Abi zu machen, das ist einfach nur ein An­reiz, dass aus mir was werden muss, weil sonst hat es sich halt nicht gelohnt, ne.«

Alinas Freundinnen zu Besuch - alle haben einen Migrationshintergrund

Trotz aller Probleme kann sich Alina heute nicht mehr vorstellen, in der Ukraine zu leben. Sie ist in Deutschland angekommen und hat hier Freunde gefunden – aus den verschiedensten Ländern, allerdings kaum Deutsche. Auch wenn Alina Deutschland inzwischen als ihre zweite Heimat sieht, fühlt sie sich nicht deutsch. »Die typisch deutschen Eigenschaften sind einfach die Ordnung, die Pünktlichkeit, das Akkurate – das bin ich einfach nicht. Ich bin weder pünktlich, noch zuverlässig noch ordentlich und vielleicht ergibt sich auch deswegen, dass wir einfach so wenige Deutsche im Freundeskreis haben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Dezember 2012

Julia Frischmann – »Platz schaffen für Gedanken«

Julia Frischmann bei der Arbeit

Die Malerin, Grafikerin und Objektkünstlerin Julia Frischmann wurde vor wenigen Wochen mit dem Kulturförderpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet. Die 27-jährige Absolventin der Nürnberger Kunstakademie hat bereits einige Preise gewonnen. Trotz ihres vergleichsweise jungen Alters hat sie bereits einen dezidiert eigenen Stil entwickelt und wird inzwischen als vielversprechendes Talent gehandelt.

Julia Frischmann im Gespräch mit Philipp Moll

Im point-Portrait stellt sich Julia Frischmann, die ihr Atelier »Auf AEG« hat, den neu­gierigen Fragen des Kabarettisten und »Weltanschauungsbeauftragten« Philipp Moll. In seiner witzigen und gleichzeitig nachdenklichen Art ermöglicht er dem Zu­schauer Einblicke in die Hintergründe des künstlerischen Schaffens von Julia Frisch­mann.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 24 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Juni 2012

Hochbegabung – Vom Schwimmen gegen den Strom

Schon in frühester Kindheit entdeckte Dominik seine Leidenschaft für Musik

Familie Malowaniec bewohnt mit zwei Kindern, einer Katze und einem verspielten Hund ein Reihenhaus in einem Nürnberger Vorort. Der Vater geht zur Arbeit, die Mutter kümmert sich um den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Eine Familie, wie es unzählige gibt, und doch werden sie in der Nachbarschaft zum Gesprächsstoff, als bekannt wird, dass ihre beiden Kinder hochbegabt sind und eine Klasse über­springen. Frau Malowaniec erinnert sich: »Als wir darüber gesprochen haben, weil wir einfach selber die Freude mitteilen wollten, haben wir gemerkt, dass es in Neid ausgeartet ist, und in Mobbing.« – eine Erfahrung, die Eltern hochbegabter Kinder immer wieder machen müssen.

Familie Malowaniec im Mathematikum: Das Interesse ihrer Kinder zu fördern, war den Eltern immer wichtig

Dabei ist es meist weder für die Eltern noch für die Kinder einfach, mit dieser besonderen Gabe umzugehen. Bei den einen führt die Unterforderung an der Schule zur Leistungsverweigerung, andere fühlen sich als etwas Besonderes, reagieren mit Arroganz und werden so zu Außenseitern.

Malen und Zeichnen gehört zu Verenas Lieblingsbeschäftigungen

Um derartige Probleme zu vermeiden, setzen sich die Eltern intensiv mit dem Thema auseinander und investieren viel Zeit in die Erziehung: »Das waren nicht Kinder, die man in die Ecke setzen konnte, die haben einen immer wieder herausgefordert.« Sie versuchen, ihren Kindern eine unbeschwerte Kindheit, frei von Leistungsdruck zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig ein gesundes Selbstwertgefühl mitzugeben: »Ich hab immer mit den Kindern ein Lied gesungen – sei ein lebendiger Fisch und schwim­me gegen den Strom, es ist manchmal schwer, gegen den Strom zu schwimmen, aber es lohnt sich.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
November 2011

Wolfgang Riedelbauch – Musicus Franconius

Alte Musik und neue Technik: Wolfgang Riedelbauch am Rechner

Wolfgang Riedelbauch ist Dirigent, Intendant, Entertainer, Musik­wissenschaftler, Musikarchäologe und vor allem: Begründer des »Fränkischen Sommers«, dekoriert mit zahlreichen Preisen und Medaillen für seine Verdienste (insbesondere) um die fränki­sche Musikkultur. Nach langen Jahren als Mitarbeiter bei verschiedenen Musik-Institutionen und Festivals baute er seinen Bauernhof in Lauf an der Pegnitz zum »Dehnberger Hof Theater« um und gründete einen Trägerverein mit inzwischen 1000 Mitgliedern, der für die Kosten dieser Einrichtung geradesteht.

Wolfgang Riedelbauch dirigiert

Seit dem Jahr 2000 ist Riedelbauch auch Intendant des »Fränkischen Sommers« – eines Musikfestivals, das sich ganz der Entdeckung und Präsentation vor allem historischer fränkischer Kultur verschrieben hat und dies auf einem außergewöhnlich hohen Niveau und mit großer Resonanz in der Bevölkerung: Alte Musik in historisch authen­tischen Aufführungen in alten fränkischen Gebäuden.

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 15 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
August 2011

»Dem Leben auf der Spur« – Friedel Auer, Archäologe und Poet

Friedel Auer ist von Kindheit an fasziniert von Steinen: Sie lösten bei ihm eine uner­müdliche Suche aus nach dem Leben, das sich hinter ihrer Oberfläche verbirgt. In seinen 30 Jahren als Grabungsleiter hat er aber »nicht nur Jäger und Sammler ausge­graben – er ist selber einer« (so seine eigenen Worte über sich selbst). Somit ist er prädestiniert dafür, in Schlüsselfeld ein »Anfass- und Begreifmuseum« aufzubauen.

Friedel Auer zeigt einen Grenzstein

Alljährlich tritt er auch selber dort auf mit seinen diversen Musikerfreunden: Kein Freund der lauten Töne, beschreibt er mit scharfem Blick auf das Detail und mit bissi­gem Humor die Dinge, an denen andere achtlos vorübergehen.

Friedel Auer mit seinen Schätzen

Ein Film von Monika Zurhake und Jochen Vetter  •  Länge: 15 Min.

Juni 2011

»yediğin tabağa sıçma« – »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«

Mourat, Sohn türkischstämmiger Griechen, wurde vor 21 Jahren in Fürth geboren. Nach einer Ausbildung zum Bäckereifachverkäufer stellte er fest, dass er vom Leben mehr will, als Brot und Brötchen zu verkaufen. Seitdem sind einige Jahre vergangen.

Mourat im Studio

Mourat tritt inzwischen bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Rapper M-StYlEr auf und besucht gleichzeitig die Berufsoberschule, um sein Abitur nachzumachen. Er ist froh, dass er hier in Deutschland die Möglichkeit dazu hat und kann die Kritik von anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund an seiner neuen Heimat nicht verstehen. »Man scheisst nicht auf den Teller, von dem man isst!«, so lautet ein türkisches Sprichwort, das er in diesem Zusammenhang gerne zitiert.

Mourat in der Schule

Manchmal fühlt sich Mourat etwas zweigeteilt: Einerseits ist er ein sehr boden­ständiger Mensch, dem die Familie über alles geht. Andererseits gibt es da den Rapper M-StYlEr, dessen großer Traum es ist, Erfolg mit seiner Musik zu haben: »Der Mourat und der M-StYlEr, das sind zwei Personen, der Mourat, der bin ich, der sorgt halt für seine Ausbildung, für seine Zukunft, der bildet sich weiter und der M-StYlEr, der ist halt der Künstler, der in mir drin steckt, der braucht halt seine Bühne und für ihn wünsch ich mir halt nur ein Album aufm Regal zum Verkaufen, er soll eine Million damit verdienen und dann kann er schon in die Rente gehen, mehr braucht der nicht zu machen, und danach kann der Mourat in Ruhe mit seiner Familie glück­lich in seinem Haus leben.«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 24 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
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