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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


« Der Moll von Lauf links – Nachruf auf einen ganz besonderen Menschen

Die Welt­anschau­ungs­beauf­tragten – Die Vorletzte Ölung – Jean Paul und das Bier

Die Weltanschauungsbeauftragten haben sich den Keller des Manns Bräu für ihre Arbeit zu Jean Pauls 250. Geburtstag ausgesucht

Philipp Moll war Poet, Philosoph, Musiker und Künstler. Unter dem Pseudonym »Die Weltanschauungsbeauftragten« forschte er seit 2006 gemeinsam mit Martin Für­brin­ger über »Kultursterbebegleitung, Paranoiaevaluation oder Mut­ter­me­cha­nik«. Die beiden sahen sich als »De­tek­to­ren für Unstimmigkeiten«, die die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Kunst kritisieren und sich aufgerufen fühlten zu verhindern, dass die »Kirchen so nen Begriff blockieren, der eigentlich weit über das hinaus geht, was die kirchliche Zuständigkeit ist.«

Beim Ausladen der Materialien für ihre Arbeit richtet Philipp Moll nochmal den Entwurf für den »Isolierschemel für versteinerte Zirbeldrüsen« – »ein schönes Bild, das Jean Paul für pädagogische Konzepte des 19. Jahrhunderts gefunden hat.«

Bei ihren Arbeiten benutzten sie bevorzugt Materialien, die sich leicht verarbeiten lassen, sich dabei aber »schön anfassen«. Wenn sie sich auf ein neues Projekt ein­lie­ßen, gab es oft erst einmal nicht viel mehr als eine grobe Idee. Mit einem Auto, voll­ge­packt mit Pappe, Heißklebepistole, Nägeln, Schraubzwingen und Cut­ter­mes­ser fuhren sie dann los und ließen sich vor Ort von den zur Verfügung stehenden Räum­lich­keiten inspirieren.

Grundlage der Arbeit der Weltanschauungbeauftragten ist Jean Pauls Roman »Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal«

Sie schafften es immer, Emotionen bei den Besuchern auszulösen: »Bei den meisten Leuten ist es das Gefühl der Hilflosigkeit zuallererst, manche werden dann aggressiv und gehen gleich wieder. Die, die bleiben, die kichern oft gern ein bisschen und schauen es sich dann genauer an, und das ist eigentlich das, wo wir hinwollen.«

Besonders begeistert haben sich Philipp Moll und Martin Fürbringer für die vielen Synonyme, die Jean Paul für seine große Liebe, das Bier, gefunden hat

Bei der Entstehung einer ihrer letzten Arbeiten in einem Bierkeller einer alten Brau­e­rei in Bayreuth anlässlich des 250. Geburtstages des Schriftstellers Jean Paul durf­ten wir dabei sein.

Martin Fürbringer: »Uns war immer wichtig, dass ganz viele kopfschüttelnde Leute in unseren Kunstwerken rumstehen, und sich denken, was soll das eigentlich und überhaupt nicht wissen, wofür das gut ist...«

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 35 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.

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