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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


« Fürth benennt eine Straße nach Bella Rosenkranz

Der Moll von Lauf links – Nachruf auf einen ganz besonderen Menschen

Ausstrahlung des zweiteiligen Portraits am 10. und 17. Dezember 2017

»Er war Poet, Philosoph, Musiker und Künstler. Er war so durch und durch Künstler, dass er Interpretationen und Erläuterungen über seine Arbeit und sachliche Er­klä­rungs­ver­su­che der menschlichen Existenz, und des Lebens an sich für dummes eitles Geschwätz gehalten hat. Philipp war Menschenfreund, Mokkatrinker, Feinschmecker, wunderbarer Zuhörer und begnadeter Erzähler.«, so lautet die Ankündigung zu einer Veranstaltungsreihe, die Freunde und langjährige Weggefährten im Herbst 2017 aus Anlass des ersten Todestages von Philipp Moll organisiert haben.

Philipp Moll starb im Herbst 2016 im Alter von 46 Jahren

Als wir Philipp Moll 2012 im Rahmen eines Filmes über die Fürther Künstlerin Julia Frischmann kennenlernten, entstand schnell der Wunsch, Philipp filmisch zu por­trai­tie­ren. Als er im letzten Jahr verstarb, war schon vieles gedreht. Mit der Un­ter­stüt­zung von Philipps Freunden ist es gelungen, den Film fertigzustellen. Entstanden ist ein Portrait und gleichzeitig ein Nachruf auf einen besonderen Künstler und Men­schen.

Mit der Band »Fast zu Fürth« stand Philipp bereits seit den 1990er Jahren auf der Bühne

Philipp Moll stammte aus Lauf, absolvierte eine Schreinerlehre und studierte zunächst evangelische Theologie, bevor er an die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg wechselte und dort sein Kunststudium abschloss. Schon während der Schulzeit lernte er seinen langjährigen Freund Matthias Egersdörfer kennen. Beide stellten schnell fest, dass sie den gleichen Humor haben und so begann bereits am Gymnasium eine kreative Zusammenarbeit. In den 1990er Jahren lebte Philipp mit Freunden auf einem alten Bauernhof im fränkischen Winterstein. Sie gründeten den Kulturverein Winter­stein und nutzten den ehemaligen Kuhstall für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte. In dieser Zeit entstand auch die Band Fast zu Fürth, in der Philipp Moll bis zuletzt das Waschbrett und allerlei andere kleine Instrumente bediente.

Lesung aus Philipp Molls Buch »Blumen und Wurst«

Mit dem Bauernhaus in Winterstein hatte es 1996 ein Ende. Zur Freude von Philipp ergab sich 2004 in der Nürnberger Südstadt erneut die Möglichkeit, Wohnen und künst­le­­ri­sche Aktivitäten zu verbinden. Im Kunst- und Kurhaus Katana e.V. brauchte Philipp nur eine Treppe hinunterzugehen, um sich auf der Bühne in seiner mo­nat­li­chen Veranstaltungsreihe »Molls bunter Trichter« mit seinen Gästen zu treffen oder seine literarischen Arbeiten wie Briefe an sich selbst, Zeitunsgskolumnen oder sein 2013 erschienenes Buch »Blumen und Wurst« dem Publikum zu präsentieren.

Die Weltanschauungsbeauftragten bei der Arbeit zu einem Beitrag anlässlich des 250. Geburtstages von Jean Paul

Im Bereich der Bildenden Kunst arbeitete Philipp ab 2006 unter dem Label Die Welt­an­schau­ungs­be­auf­trag­ten mit Martin Fürbringer zusammen. Mit ihren Arbeiten sahen sie sich als Gegenpol zu einer sich immer stärker kommerzialisierenden Kunstwelt und beschlossen, gemeinsam im Bereich der »Kultursterbebegleitung, Paranoiaevaluation oder Muttermechanik« zu forschen.

El Mago Masin zu Gast in »Molls bunter Trichter«

Mit Philipp Moll hat die Region einen Menschen verloren, der in seiner menschlichen und künstlerischen Einzigartigkeit bei denen, die das Glück hatten, ihn kennen zu dürfen, noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Stei­gerwald  •  Länge: 47 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
  1. Ute  •  12. Dez. 2017

    Der Film ist meines persönlichen Erachtens nach rundum ge­lun­gen, nicht rührselig, aber klug – ich konnte herzlich lachen, nachdenken, erinnern, stau­nen, entdecken, völlig neu erfahren – ihr habt so Viel auf den Punkt gebracht und – um mit Herrn Hermann Glaser zu sprechen: es war einfach »ach«. Mein aufrichtiges Kompliment! Und DANKE dafür…

    #1 

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