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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


Dezember 2014

Andreas Oehlert – Idyllen

Auf die Erstellung seiner Aquarelle verwendet der Künstler, der sich als eher ungeduldigen Mensch beschreibt, viel Zeit

Andreas Oehlert ist ein sehr strukturierter Mensch. Unter der Woche ist er jeden Tag ab neun Uhr in seinem Atelier »Auf AEG« zu finden. Meist sitzt er dann vor einer seiner kleinstrukturierten Aquarellzeichnungen und bringt stundenlang ein Modul nach dem anderen auf das vor ihm liegende Blatt. Vier bis sechs Wochen arbeitet der Kün­stler an so einer Arbeit.

Vernissage der Ausstellung »Vis-a-vis« in der Oechsner Galerie

Andreas Oehlert ist vielseitig. Neben den Zeichnungen beschäftigt er sich intensiv mit inszenierter Fotografie und skulpturalen Arbeiten und das oft im Extremen: Aus mehr als 70.000 Einzelteilen besteht seine neueste Vitrinenarbeit »Pracht«.

Künstlergespräch mit Dr. Thomas Heyden vom Neuen Museum Nürnberg

Andreas Oehlert und seine Arbeit zu beschreiben ist nicht einfach. Seine Galeristin spricht von »einem durchdrungenen Kosmos des Spielerischen und Stringenten, des Raffinierten und des Einfachen« und Dr. Thomas Heyden, Sammlungsleiter des Neuen Museums Nürnberg, glaubt, dass »das Besondere an ihm ist, dass er Klasse statt Masse praktiziert und das schon seit vielen Jahren und sehr, sehr konsequent.«

Andreas Oehlert bedeutet es sehr viel, Kulturpreisträger seiner Heimstadt Fürth zu sein

Das Portrait des Künstlers gibt einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen und begleitet ihn auf einigen Stationen seiner Arbeit im Jahr 2014. Für seine Leistungen als Künstler wurde er im November dieses Jahres mit der Verleihung des Kultur­preises der Stadt Fürth geehrt.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 30 Min.

Juli 2014

BLM-Telly für Dokumentation über die Gustav­straße

Julia Thomas und Thomas Steigerwald von Medien PRAXIS e. V. wurden am Dienstag, dem 8. Juli 2014 für die Dokumentation Lebenslust, Lebensfrust – vom spannungs­reichen Leben in der Gustavstraße mit dem BLM-Telly ausgezeichnet. Der Preis wurde für die beste Reportage, Dokumentation und Sondersendung im privaten Bayerischen Fernsehen im Jahr 2013 verliehen.

Bei der Preisverleihung im Nürnberger Messezentrum im Rahmen der Lokalrundfunktage 2014

Nach dem zweiten Preis beim Medienpreis der Metropolregion ist dies bereits die zweite Auszeichnung für den Film. Die Jury hob bei der Dokumentation besonders hervor: »Dem Beitrag ist es einfach gelungen, die zwei Positionen sehr unparteiisch, aber sehr ausgewogen auch tatsächlich darzustellen und ganz klar zu sagen, so eine ideale Lösung kann es eigentlich gar nicht geben, es wird immer einer den Kürzeren ziehen. Der Beitrag hat sich dieses Themas intensiv und auch sehr sehr vorsichtig und mühevoll angenommen.« (Ausschnitt aus der Laudatio)

In der Jury waren unter anderem: Katrin Müller-Hohenstein (ZDF-Redakteurin), Katja Hofem (Geschäftsführerin Kabel 1), Philipp Walulis (Journalist Südwestrundfunk) und Walter Keilbart (Vorsitzender des Fernsehausschusses des Medienrates).

Bei der Preisverleihung im Nürnberger Messezentrum im Rahmen der Lokalrundfunktage 2014

Die beiden Filmemacher freut, dass ihre aufwendige Recherche und ihr engagierter Versuch, das Thema in einer neutralen Form aufzuarbeiten, bereits das zweite Mal als preiswürdig angesehen werden. Der Film hat in ganz Bayern Aufmerksamkeit erregt. Unter anderem diente er auch Mitgliedern des Bayerischen Landtages im Rahmen der Diskussion über eine bayernweite Verkürzung der Sperrzeit für Außen­aus­schank­flächen als wichtige Informationsquelle und wurde während der Diskussion im Landtag auch mehrmals zitiert.

Durch die Dokumentation, so die Filmemacher, ist es gelungen, die Diskussion über das Thema auf eine breitere und aufgeklärtere Basis zu stellen: »Vor der Aus­strah­lung der Dokumentation hat ja keiner mehr die Argumente der anderen Seite angehört, von daher war die Auseinandersetzung sehr stark durch Polemik gekenn­zeich­net.«, so die beiden Filmemacher. Sie bedauern, dass es nicht gelungen ist, dass sich die Parteien noch einmal an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Dies, so Julia Thomas und Thomas Steigerwald, war ja das eigent­liche Ziel des Filmes, denn »letztendlich nimmt durch die Auseinandersetzung nicht nur die Gustavstraße, sondern inzwischen sogar das Ansehen der ganzen Stadt Schaden.« (Thomas Steigerwald)

Bei der Preisverleihung im Nürnberger Messezentrum im Rahmen der Lokalrundfunktage 2014

Aufgrund der Auszeichnung und der vielen Nachfragen von Bürgern aus ganz Bayern wird die zweiteilige Dokumentation am

Sonntag, dem 20. Juli 2014 um 19.30 Uhr (Teil 1) und
Sonntag, dem 27. Juli 2014 um 19.30 Uhr (Teil 2)

auf dem Sendeplatz von Medien PRAXIS e. V. wiederholt.

Ihre point-Redaktion

Video auf YouTube anschauen Vom preisgekrönten Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
Juni 2014

Kunst und Kultur »Auf AEG«

Der Bildhauer Sebastian Kuhn war der erste Künstler, der »Auf AEG« sein Atelier einrichtete – in der ehemaligen Staplerwerkstatt.

Als MIB das AEG-Gelände nach der Werksschließung 2007 kaufte, setzte Pro­jekt­ent­wick­ler Bertram Schultze bei dem Versuch, dem Gelände neues Leben einzuhauchen, ganz stark auf die Karte Kunst und Kultur. Schon bald hatten rund 80 Künstler auf dem Gelände eine neue Heimat gefunden und auch die Stadt Nürnberg entschied recht schnell, eine der Hallen zu kaufen, um darin eine 4800 qm große Kultur­werk­statt einzurichten.

Jedes Jahr im September findet »Offen Auf AEG« statt. An einem Wochenende können die Besucher das Gelände und die dort untergebrachten Einrichtungen und Firmen besichtigen. Gleichzeitig wird eine der noch nicht vermieteten Hallen für 14 Tage zur Galerie.

Mit einer im Jahresrhythmus stattfindenden großen Kunstaustellung, die maßgeblich durch Werke der sich »Auf AEG« befindlichen Künstler geprägt ist, gelingt es, Jahr für Jahr bis zu 20.000 Menschen auf das Gelände zu locken.

Während in fast allen Bereichen die Entwicklung positiv verläuft, ist es schwierig, das Gelände dauerhaft zu einem Galeriestandort zu entwickeln. Der Verein Zentrifuge wird im Spätsommer das Gelände verlassen.

Künstlerateliers, dazu kulturelle Veranstaltungen und die Präsentation von Kunst statt der Schaltung teurer Werbeanzeigen – das Konzept geht auf. Heute, sieben Jahre spä­ter, sind große Teile des Geländes vermietet und bald wird der Platz auf dem Gelände knapp.

Julia Frischmann, Fürther Kulturförderpreisträgerin, fasst die Situation der Künstler »Auf AEG« so zusammen: »AEG heißt ja auch: Auf eigene Gefahr.«

Aber was wird aus den Künstlern, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich kaum noch jemand an das ehemals schlechte Image des Geländes erinnert? Wird der Erfolg des Entwicklungskonzeptes für die Künstler zu einem Bumerang oder bleibt MIB seiner Idee treu? Wird das AEG-Gelände auch in Zukunft ein Ort sein, an dem sich Kunst, Kultur und mittelständische Unternehmen gegenseitig befruchten und so das Areal auf Dauer zu etwas Besonderem machen?

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 52 Min.

Mai 2014

Medien PRAXIS e. V. erhält Preis für Doku über Gustavstraße

Am Dienstag, dem 27. Mai 2014, wurde in der Dauphin Speed Event Halle in Hersbruck der Medienpreis der Metropolregion verliehen. Von Medien PRAXIS e. V. waren zwei Filme in der Sparte Reportage und Feature nominiert. Die Dokumentation »Lebenslust, Lebensfrust – vom spannungsreichen Leben in der Gustavstraße« wurde von der Jury mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Julia Thomas und Thomas Steigerwald freuen sich über die Preis-Urkunde

Die Laudatio hielt Andrea Kuhn (Internationale Filmtage der Menschenrechte e. V.). Ein Ausschnitt: »Langzeitdokumentationen sind eher selten beim privaten Rundfunk, in diesem Jahr gab es nicht nur eine, sondern sie führte uns auch in einen beinahe epischen Konflikt in Fürth. Ausgewogen und differenziert wird da ein über Jahre schwelender Nachbarschaftsstreit spannend und informativ aufgearbeitet.« … »Ein toller Beitrag, der an dem Thema dran bleibt und die ganze Komplexität in diesem Konflikt wiedergibt.«

Mai 2014

Neues Leben »Auf AEG«

Die 1892 gegründete AEG entwickelt sich Anfang des 20. Jahrhunderts zum weltweit größten Industriekonzern. Unter dem AEG-Logo werden der Farbfernseher und das Bildtelefon erfunden, die elektronische Fernsehkamera und das Tonband. Das Nürn­berger Werk produziert vor alle »weiße Ware« – Waschmaschinen, Trockner und Kühl­schränke.

Rund 90 Jahre wurden auf dem Gelände der AEG in Nürnberg-Muggenhof Haushaltgeräte produziert. Foto: Deutsches Technikmuseum Berlin

Doch in den 1980er Jahren beginnt eine steile Abwärtsspirale. Im Laufe von zwei Jahrzehnten muss der einstige Weltkonzern einen Vergleich anmelden und wird von Elektrolux aufgekauft. Nach einer kurzen Erholungsphase, in der die Mit­ar­bei­ter neue Hoffnung schöpfen, kommt dann 2007 für die Produktionsstätte in Nürnberg das endgültige Aus. Das Stammwerk wird geschlossen und die Produktion nach Polen und Italien verlagert.

In 2016 eröffnet hier im ehemaligen »Bau 3« die Kulturwerkstatt »Auf AEG« mit einem Kulturladen für den Stadtteil, der Zentrale der Musikschule, dem KinderKunstRaum, der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik sowie Räumen für das Centro Español.

Für viele Nürnberger ist dies ein Schock. Zum einen verlieren die letzen 1.700 Mit­arbeiter ihren Arbeitsplatz, zum anderen droht das 168.000 m² große Grundstück zu einer industriellen Brache zu werden. Dazu ist es nicht gekommen. Noch bevor die letzten Arbeiter das Gelände verlassen haben, findet sich zur Überraschung vieler mit MIB ein Investor, der sich für das Gelände interessiert und es Elektrolux abkauft.

Seit 2007 ist Bertram Schultze als Projektentwickler »Auf AEG« tätig.

Zunächst wird fast ein Drittel der Gebäude abgerissen, um Raum und Licht zu schaf­fen, anschließend wird mit der Sanierung der Gebäude begonnen. Unter dem Titel »Creating communities« versucht Projektentwickler Bertram Schultze, die Flächen zu vermarkten – mit Erfolg. »Auf AEG« hat sich ein Mix aus mittelständischen Firmen, Künstlern sowie universitären und kulturellen Einrichtungen niedergelassen. Auch wenn noch immer einige Gebäude leer stehen, noch einiges aus- und umgebaut wer­den muss – auf dem AEG-Gelände ist neues Leben eingekehrt.

Anna Bittersohl bereitet ihre Arbeit für »OFFEN auf AEG« vor. Ca. 80 Künstler haben derzeit ihre Ateliers »Auf AEG« und tragen wesentlich zum positiven Image des Geländes bei.

Die Reportage gibt einen Einblick in die Entwicklungen der letzten sieben Jahre.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 28 Min.

Mai 2014

point im Mai

Wie schwierig es oft für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist, ein selbst­bestimmtes Leben zu führen, zeigt das Portrait von Mike und Moni aus dem Jahr 2000 (»‚Die Ziele sind die gleichen, nur der Weg dorthin ist schwerer‘«). Die beiden sind inzwischen berentet und versuchen weiter, ihr Leben gemeinsam zu meistern (4. Mai, 19:30 Uhr).

Die im Anschluss ausgestrahlte Reportage »Dabei sein ist alles… geistig behinderte Sportler suchen die Begegnung« thematisiert ebenfalls den Umgang mit einem Handicap. In der mittelfränkischen Gemeinde Bruckberg sind fast die Hälfte der Bevölkerung Menschen mit Behinderung. Drei von ihnen werden in dem Film vorgestellt. Helmut und Evi, die inzwischen zusammen leben und verheiratet sind sowie Peter, dessen große Liebe damals wie heute den Pferden gehört (4. Mai, 19:45 Uhr).

Der Film »Ein Strich durch die Landschaft – die ICE-Trasse von Nürnberg nach Erfurt« aus dem Jahr 1997 gibt einen Einblick in das nach der Wiedervereinigung neu entwickelte, aber auch stark kritisierte Verkehrskonzept der Bahn. Mit 300 km/h von Nürnberg nach Erfurt, so die Vorstellungen der Deutschen Bahn. Die Kritiker befürchten allerdings, dass hierbei nicht nur ökologische Schäden in einem nicht vertretbaren Maß entstehen, sondern aufgrund der immensen Kosten für das Projekt damit auch eine Vernachlässigung des Nah- und Regionalverkehrs einhergehen wird. Nach einem Baustopp in den Jahre 1999 bis 2002 soll nun die Strecke im Herbst 2017 fertig gestellt werden (11. Mai, 19:30 Uhr).

Am 1. Mai dieses Jahres hat das Erfahrungsfeld der Sinne auf der Wöhrder Wiese wieder eröffnet. Das bundesweit einmalige und mehrmals ausgezeichnete Projekt feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Medien PAXIS e. V. wiederholt aus diesem Grund die Reportage »Sind wir noch bei Sinnen? – Eine Annäherung an die Mahnmale des Hugo Kükelhaus« aus dem Jahr 1997 (18. Mai, 19:30 Uhr).

Am Wochenende danach zeigen wir zwei Filme, die sich mit dem Ende der Produktion auf AEG beschäftigen. Zunächst die Reportage »‚Wir bleiben hier, dafür kämpfen wir‘«, die Arbeiter bei ihrem sechswöchigen Streik begleitet (25. Mai, 19:30 Uhr) und direkt im Anschluss die Reportage »AEG, Arbeitslos, Hartz IV«, in der wir noch einmal ehemalige Beschäftigte mit der Kamera besucht haben (25.Mai, 19:45 Uhr).

Für den 1. Juni ist eine aktuelle Reportage von Medien PRAXIS e. V. geplant: »Neues Leben auf AEG« beschäftigt sich mit den Entwicklungen auf dem Gelände, nachdem Elektrolux die Produktion von Haushaltsgeräten nach Polen und Italien verlagert und das Nürnberger Werk geschlossen hat (1. Juni, 19:30 Uhr).

April 2014

Zwischen Fiktion und Realität

Franken ist nicht unbedingt als besonders erfolgreiche Filmmetropole bekannt. Klaus Knoesel und Waheed Zamani haben es trotzdem geschafft, sich in dem Metier zu behaupten: Während Waheed heute Chef einer etablierten und bundesweit agierenden Postproduktionsfirma ist, arbeitet Klaus Knoesel als Regisseur für ARD und RTL und bereitet daneben einen weiteren Kinofilm vor. Die Reportage »Träume auf Zelluloid – Filmemacher aus Mittelfranken auf dem Weg nach oben« gibt einen Einblick in ihr damaliges filmisches Schaffen und lässt sie von ihren Träumen erzählen (20. April 2014, 19:30 Uhr).

Als wir uns 1998 mit dem Thema Drogenabhängigkeit beschäftigten, wurde Hausärzten gerade verboten, Abhängigen Codein als Drogen-Ersatzstoff zu verschreiben. Für viele Abhängige eine Schreckensmeldung, da sie befürchteten, wieder heroinabhängig zu werden. Die Reportage »Drogensucht – zwischen Krank­heit und Illegalität« zeigt, wie man vor knapp 20 Jahren versuchte, durch staatliche Repression das Drogenproblem zu lösen (27. April 2014, 19:30 Uhr).

Direkt im Anschluss sehen Sie den Film »Spiel mit der Sucht – neue Ansätze der Suchtprävention«. Süchte und Abhängigkeiten sind ein Thema, mit dem sich viele Menschen herumschlagen. Alkohol, Drogen, Medienkonsum, alles Dinge, von denen man sich abhängig machen kann. Umso wichtiger ist eine effiziente Suchtprävention bei Kindern. Die Reportage zeigt auf, wie man vor 20 Jahren mit dem Thema umgegangen ist (27. April 2014, 19:45 Uhr).

April 2014

Biohandel 2.0 – die Kahles steigen aus

Inzwischen haben die Kahles auch ihren letzten Biomarkt geschlossen

Wolfram und Christina Kahle sind überzeugte Verfechter einer ökologischen Lebens­weise. 1980 macht Wolfram Kahle seine Überzeugung zum Beruf und beginnt, auf Wochen­märkten in Norddeutschland Naturkostwaren zu verkaufen. Neun Jahre später zieht er mit seiner Frau Christina nach Mittelfranken und eröffnet in der heimischen Garage einen ersten Bio-Laden. Die alteingesessene heimische Bevöl­ke­rung in der ca. 25 km von Nürnberg entfernt gelegenen Gemeinde Baiersdorf kann zunächst wenig mit dem Angebot anfangen.

Qualität, möglichst aus der Region - darauf haben die Kahles immer Wert gelegt

Mit viel Geduld und großem Werbe- und Überzeugungsaufwand gelingt es, den Laden zu etablieren. Im Laufe der Jahre ent­wickelt sich das Geschäft immer besser – die beiden expandieren. Gemeinsam mit Ge­schäfts­partnern betreiben sie zeitweise fünf »BioMarkt«-Läden in Erlangen und Umgebung.

Regale befüllen, Kunden beraten, Wiegen und Kassieren: Die Arbeit eigenen Laden ist ebenso abwechslungsreich wie anstrengend

Noch immer meldet die Naturkostbranche jedes Jahr Umsatzrekorde. Überall schießen Bio-Supermärkte aus dem Boden, aber die Kahles sehen in diesem Umfeld für sich und ihr Geschäftskonzept keine Zukunft: »Der Markt verlangt, dass die Flächen immer größer werden, die Taktungszeiten an der Kasse immer schneller werden, und damit haben wir dann letztendlich den konventionellen Supermarkt komplett kopiert und das, was wir an Lebensqualität in diesen Geschäften und mit diesen Produkten transportieren wollten, verraten.« Für Wolfram Kahle und seine Frau hat die Naturkostbewegung im Laufe der Jahre ihre Ideale aus dem Blick ver­lo­ren – Grund genug für die beiden, auszusteigen.

Nach vielen Jahren als Vegetarier ernähren sich Wolfram und Christina Kahle inzwischen fast ausschließlich vegan

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 54 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
März 2014

20 Jahre später und kein Stückchen weiter?

Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem wir die Filme produziert haben, die Sie in den nächsten drei Wochen auf unserem Sendeplatz sehen können:

Pünktlich zur Kommunalwahl am nächsten Sonntag (16.03.2014) zeigen wir den Film »Demokratie braucht Bewegung – Bayerns Weg zu mehr Bürgermitbestimmung«. Die Reportage begleitet Menschen, die sich für direkte Demokratie und mehr Mit­bestimmung in Politik und Kirche einsetzen.

Am darauffolgenden Sonntag (23.03.2014) sehen Sie den Film »Wieviel Umwelt­schutz braucht diese Stadt? Perspektiven Nürnberger Umweltpolitik«. Damals beschloss der Stadtrat, das Umweltreferat in Nürnberg aufzulösen. Es stellte sich die Frage nach dem Stellenwert der Ökologie im Verhältnis zur Ökonomie. Kommt einem irgendwie bekannt vor, auch wenn inzwischen einige Jahre vergangen sind…

Am Sonntag, dem 30.03.2014 sehen Sie den Bericht einer Zeitzeugin aus dem »Dritten Reich«. »Von Auschwitz nach Nürnberg« ist der Titel des Filmes, in dem Eva Keszler, die ihre Eltern in Auschwitz verloren hat, von ihrer Zeit als Zwangs­arbeiterin in den Siemens-Schuckert-Werken in Nürnberg erzählt.

Am ersten Sonntag im April (06.04.2014) sehen sie dann eine neue Reportage von Medien PRAXIS e. V.: »Biohandel 2.0 – die Kahles steigen aus« handelt von zwei Menschen, die 1989 ihren ersten Bioladen eröffnet haben und damit hohe und idealistische Ziele verbanden. Sie träumten von Veränderungen im Bewusstsein der Menschen und von einem anderen, nicht vom Gewinnstreben beherrschten Wirt­schaften. Letztes Jahr, nach fast 25 Jahren in der Biobranche haben die beiden beschlossen, ihren Laden zu schließen. Ein Film, der ein Stück Geschichte der Natur­kostbewegung erzählt.

Februar 2014

Querungen, oder: »Wie es im Leben laufen kann«

Über das Theater spielen sich wieder selbst spüren

Sie sind Verkäufer des Sozialmagazins Straßenkreuzer, haben durch unglückliche Lebens­umstände ihre Wohnung verloren oder sind durch lange Arbeitslosigkeit in Hartz IV gerutscht – so oder ähnlich lauten die Geschichten der Menschen, die sich im Rahmen der Straßenkreuzer Uni 2011 zu einem Theaterprojekt zusammen gefunden haben.

»Ich lern' da einfach wieder ganz neue Seiten an mir kennen, die so im Alltag einfach unterdrückt sind, weil man das da nicht ausleben kann«

Unter Anleitung der Schauspielerin und Regisseurin Michaela Domes haben sie zwei­ein­halb Jahre ge­probt und gemeinsam ein Theaterstück entwickelt, das den Zu­schauern einen sehr persönlichen Einblick in die Lebenswelt der Akteure ermöglicht. Der Film begleitet die Teilnehmer bis zur öffentlichen Aufführung des Stückes und lässt sie darüber er­zäh­len, warum sie an dieser Veranstaltung der Straßenkreuzer Uni teilgenommen haben, was das Projekt bei ihnen ausgelöst hat und was sie bewogen hat, ihre Situation ein Stück weit öffentlich zu machen. Eine Dokumentation, die zeigt, dass, wie es eine Teil­nehmerin ausdrückt »wir nicht als Obdachlose geboren wurden, sondern dass uns halt etwas passiert ist und dass wir aber intelligente Menschen sind, wo es vielleicht wert ist, sich auch einmal drum zu kümmern, denen was anzubieten.«

Respekt! - ist das, was sich die Teilnehmer des Theaterprojektes der Straßenkreuzer Uni wünschen

Die zweiteilige Dokumentation über das Projekt zeigen wir am Sonntag, dem 23. Fe­bru­ar und Sonntag, dem 2. März jeweils um 19:30, 21:30 und 23:30 Uhr auf unserem Sendeplatz bei FrankenFernsehen. Am Sonntag, dem 9. März können Sie zu den glei­chen Zeiten einen Zusammenschnitt der Aufführung des Stückes sehen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 52 Min.

Video auf YouTube anschauen Von diesem Film gibt es einen Ausschnitt auf YouTube.
auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
Februar 2014

point im Februar

Am kommenden Sonntag (9. Februar) zeigen wir die Reportage Leben im Alter – Wür­de oder Bürde?. Der Film zeigt, dass sich in den letzten 15 Jahren wenig an unserem Umgang mit Menschen im Alter verändert hat. Insbesondere für diejenigen, die nur eine geringe Rente erhalten, gesundheitlich angeschlagen sind und in ihrer eigenen Wohnung bleiben möchten, heißt dies meist Einsamkeit und soziale Isolation.

Obwohl immer mal wieder jemand vorbeischaut, werden die Tage oft lang. Eine der wenigen Abwechslungen bietet da die Aussicht vom Hausflur.

In der Woche danach (16. Februar) können Sie den Film Aufbruch in die Zukunft sehen. In der mittelfränkischen Gemeinde Langenfeld hat man sich zusammengetan, um das Projekt »Dorflinde« zu stemmen. Das Ziel: das Dorf sozial zukunftsfähig zu machen. Mit einem Mehrgenerationenhaus will man zum einen für ältere Menschen Dienstleistungen anbieten, zum anderen soll die Dorflinde aber auch ein Treffpunkt für alle Bevölkerungsschichten werden, die Attraktivität des Dorfes steigern und dem Abwanderungstrend der Jüngeren in die Großstadt etwas entgegen setzen.

Zweieinhalb Jahre haben sie unter der Anleitung der Schauspielerin Michaela Domes miteinander geprobt, die Mitglieder des Theaterprojektes der Straßenkreuzer Uni. Herausgekommen ist dabei ein bewegendes Theaterstück, das sehr persönliche Ein­blicke in die Lebenswelt von Menschen gibt, mit denen es das Schicksal nicht immer gut gemeint hat. Wir haben das Projekt begleitet und daraus eine mehrteilige Dokumentation erstellt. Den ersten Teil sehen Sie am Sonntag, dem 23. Februar 2014 auf un­serem Sendeplatz.

Ihre point-Redaktion

Januar 2014

Vorgeschaut und rückgeblickt

Nachdem wir schon mehrmals darauf angesprochen wurden, möglichst schon einige Zeit vor der Ausstrahlung auf unsere Reportagen und Dokumentationen hinzuweisen, möchten wir dies in diesem Jahr angehen, zumindest soweit es unsere Zeit zulässt. Hier nun also Hinweise auf die Filme der nächsten Wochen.

Dass der Inklusionsgedanken schon vor fast 15 Jahren in ersten Ansätzen gelebt wur­de, zeigt die Reportage »Tastende Schritte in den ganz normalen Alltag« über zwei blinde Mädchen, die gemeinsam ein Gymnasium in Erlangen besuchen. Inzwischen haben beide ihr Abitur bestanden und ein Studium erfolgreich abgeschlossen. Ein Beispiel für die positiven Mög­lichkeiten der Inklusion (ab Sonntag, 19.01.2014).

In der Woche darauf zeigen wir das halbstündige Portrait der Fürther Kultur­förder­preis­trägerin Julia Frischmann: »Julia Frischmann – Platz schaffen für Gedanken«. Ein Film, der einen Einblick in das Schaffen der Fürther Künstlerin gibt und nicht zuletzt durch die Einlassungen des selbsternannten Weltanschauungsbeautragten Phillipp Moll zu unterhalten weiß (ab Sonntag, 26.01.2014).

Das Thema Arbeitslosigkeit beschäftigt uns immer wieder. Zwei Filme dazu wieder­holen wir in der ersten Februarwoche (ab Sonntag, 02.02.2014):

1998 waren in Deutschland über vier Millionen Menschen arbeitslos. Die Reportage »Arbeitslos, abgeschrieben?« stellt Menschen vor, die versuchten, durch Eigen­ini­tia­tive ihre Situation zum Besseren zu wenden:

  • Reisekauffrau Jani Rettelbach macht sich selbständig. Nachdem sie in ihrem Beruf jahrelang keine Anstellung findet, eröffnet sie einen Laden, in dem sie ne­ben ausgefallener Second-Hand-Kleidung Modelle von Jungdesignern an­bie­tet.

  • Selbst von Arbeitslosigkeit betroffen, schreibt Wilfried Vogel zunächst unzäh­lige Bewerbungen, muss aber feststellen, dass er mit 49 Jahren bereits »zum alten Eisen« gehört. Deshalb ruft er 1994 die Beschäftigungsinitiative »Brücke zur Arbeit« ins Leben, mit der er 56 Menschen eine Beschäftigung verschafft, über die Hälfte davon in der freien Wirtschaft.

  • Heinrich Haußmann gründet in Nürnberg einen Tauschring. Das Ziel dieser Initiative, die sich damals in mehreren deutschen Städten gründete: Das, was man kann, bietet man an, als Gegenleitung erhält man von einem anderen Mitglied des Tauschringes auf einer Ebene Hilfe, auf der man sich selbst nicht so auskennt – und das Ganze ohne den Einsatz von Bargeld.

»Mit € 4,52 durch den Tag« zeigt das Schicksal von drei Menschen, die vor zehn Jahren mit Sozialhilfe ihren Alltag bestreiten mussten:

  • Der arbeitslose Elektroingenieur, der alkoholkrank wird und versucht, sich wieder im Alltag zurecht zu finden.

  • Die chronisch kranke 70-jährige Seniorin, die seit der Scheidung von ihrem Mann keinerlei Vermögenswerte mehr besitzt und für die die Praxisgebühr beim Arzt schon zu einem finanziellen Problem wird.

  • Die 35-jährige alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die neben einem Qualifizierungskurs putzen geht, um ihren Kindern zumindest kleinere Freuden machen zu können.

Wir würden uns freuen, wenn sie unsere Sendung einschalten und wünschen allen unseren Zuschauern und Lesern noch einmal alles Gute für’s Neue Jahr.

Ihre point-Redaktion