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Medien PRAXIS - Das POINT Reportage Sendungs-Blog


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Hochbegabung – Fluch und Segen

Auf den ersten Blick sind es ganz gewöhnliche Jugendliche und doch unterscheiden sie sich von 98% der Bevölkerung – zumindest durch eine Zahl: Ihr IQ liegt über 130. Per Definition bedeutet dies – sie sind hochbegabt. Was zunächst nach einem Geschenk der Natur klingt, empfinden viele Hochbegabte als Belastung. Während die wenigen sogenannten Wunderkinder unter den Hochbegabten in den Medien gefeiert werden, haben viele Hochbegabte oft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Hochbegabte Jugendliche bei einem Medienseminar mit den Kleverkids auf Kloster Banz

Viele verlieren bereits an der Grundschule die Lust am Unterricht. Die einen fühlen sich von dem dort Gebotenen unterfordert oder von den Lehrern negiert. Andere versuchen, ihr wahres Leistungsvermögen zu verstecken, um nicht aufzufallen und als Streber zu gelten. Das Ergebnis: Langeweile, Leistungsverweigerung, Frustration. Im Extremfall kann dies wie bei Conny G. zu dramatischen Situationen führen. So kam ihr Sohn eines Tages nach der Grundschule mit den Worten auf sie zu: »Mama, wenn mich der liebe Gott nicht von der Welt holt, dann mach ich es alleine.«

Fortbildung zum Thema Hochbegabung an der Grundschule

Der Film der Medien PRAXIS e. V. zeigt die Schwierigkeiten von Hochbegabten, mit sich und ihren intellektuellen Fähigkeiten klar zu kommen. Hochbegabte erzählen, was aus ihrer Sicht bei ihnen anders ist, warum die meisten nur ungern zur Schule gehen, obwohl sie sehr wissbegierig sind, weshalb manche Probleme haben, sich in der Welt der Nicht-Hochbegabten zurecht zu finden und welchen Umgang mit Hoch­begabten sie sich von der Gesellschaft wünschen. Eine Reportage, die die Frage stellt, warum wir außergewöhnliche Leistungen in Sport und Kultur wertschätzen, uns aber so wenig Mühe machen, Hochbegabte und ihre Probleme ernst zu nehmen.

Ein Film von Julia Thomas und Thomas Steigerwald  •  Länge: 35 Min.

auf DVD erhältlicher Film Dieser Film ist auf DVD erhältlich.
  1. Greiner  •  19. Sep. 2010

    Gut gemacht! Es ist euch gelungen mind. 6 verschiedene Charaktere von HBs darzustellen ohne dabei »reisserisch« zu wirken.

    Ein Unwissender tut sich sehr schwer, so wurde mir berichtet, zwischen Filmszenen des Kleverkids-Projekts und euren Dreharbeiten zu unterscheiden. Ferner sei die Ablenkung bei unseren Interviews bedingt durch die Umgebung (viele Bücher, Plakate, Technik etc.) zu groß. Man bekomme den Eindruck, so wörtlich: »Eltern hochbegabter Kinder versinken in Büchern«.

    Macht weiter so! Filmmaterial habt ihr ja genug :-)

    #1 

  2. Arne Schlögel  •  8. Okt. 2010

    Habe leider nur den zweiten Teil des Filmes gesehen, war aber trotzdem beeindruckt, wie offen die Jugendlichen über ihre Situation als Hochbegabte gesprochen haben. Als Betroffener der sich in seiner Jugend oft unverstanden fühlte kann ich das ganze gut nachvollziehen. Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass sie sich die Mühe gemacht haben, auf Effekthascherei und Sensationsmache zu verzichten. Davon ist leider mehr als genug in den Medien zu finden. Ein wirklich gelungener Film, herzlichen Dank dafür.

    P.S.: Wird der Film demnächst noch einmal wiederholt? Würde gerne auch den ersten Teil sehen!

    #2 

  3. Medien PRAXIS e. V.  •  11. Okt. 2010

    Hallo Herr Schlögel,

    schön, dass Ihnen der Film gefallen hat: Wir freuen uns immer, wenn wir eine Rück­meldung auf unsere Arbeit erhalten! Eine Wiederholung der Sendung ist in diesem Jahr leider nicht vorgesehen. Die DVD mit dem gesamten Film kann allerdings von uns bezogen werden. Also, falls Sie nicht auf eine Wiederholung im nächsten Jahr warten wollen, unter »Verleih & Verkauf« finden Sie die Konditionen…

    #3 

  4. M. Burdekat  •  22. Okt. 2010

    Ein guter Film:

    – Keine Zirkusnummern, wie bei dem Thema sonst leider üblich
    – Keine erkennbare Wertung
    – Viele Aussagen von „Betroffenen“
    – Scheinbare Widersprüche werden als unterschiedliche Facetten eines Phänomens
    sichtbar.

    Fazit: Mehr Fernsehen dieser Art wäre wünschenswert.

    #4 

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